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Gleicher Beruf, ungleiches Einkommen: Ich bin Lehrer, und so viel verdiene ich
DPA

In Berlin streiken die Lehrer - sie verlangen gerechtere Gehälter. Manche von ihnen sind Spitzenverdiener, andere Niedriglöhner. Hier verraten Lehrer, wie viel Geld sie für ihre Arbeit bekommen.

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aron_dc 20.06.2016, 09:50
110. Staat der Neider

Ich gönne es den Lehrern von ganzem Herzen mehr und gern auch ausgeglichen mehr zu verdienen.

Allein schon wenn man sich diesen Neid in den Kommentaren hier anguckt, empfinde ich ausschließlich Sympathie für die vorgestellten Lehrkräfte. Wenn man sich als Lehrer auch nur mit einer handvoll der hier kommentierenden Leute herumärgern muss, weil diese auch noch Kinder in die Welt gesetzt haben, ist ein deutliches Lohnplus mehr als gerechtfertigt.

Auch das Mär vom wenig arbeitenden Lehrer kommt, da kann man den Wecker nach stellen, unter jedem Artikel vor der auch nur ansatzweise vom Lehrerberuf handelt.

Unter einem anderen Artikel habe ich mir mal die Mühe gemacht aus den Erfahrungswerten meines näheren Bekanntenumkreises auszurechnen wieviele Stunden ein Lehrer mit 28 Wochenstunden (gemeint sind hier nämlich Stunden in denen der Lehrer ausschließlich vor Schülern steht). Das spare ich mir hier und verweise stattdessen mal darauf, wieviel neben dem Unterrichten der Kinder noch so anfällt. Da kommt man selbst konservativ geschätzt auf weit über 40 Stunden für Altlehrer und noch wesentlich mehr für Junglehrer.

Naja hauptsache 95% der Leute hier gönnen ihrem Nachbarn nicht das Krümelchen Brot mehr, den sie selbst nicht haben.

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maw36 20.06.2016, 09:50
111.

Zitat von ford_mustang
80% der Restbevölkerung empfindet die Zahlen als Luxusproblem.
Sie haben ein Problem, das auch die AFDler haben: Sie gehen immer von sich selbst aus, und schreiben diese Sichtweise / Problematik der gesamten Bevölkerung zu. Der Spruch dazu ist bekannt.

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Duracellhase 20.06.2016, 09:51
112.

Zitat von paulderorc
Ich geh 40h die Woche für 980 Netto arbeiten....mimimimi^^ Dem Osten sei dank
Pro Woche oder pro Monat? Falls letzteres, frage ich mich, ob das zulässig ist. Es gibt doch einen Mindestlohn.

Und als was arbeiten Sie und welche Ausbildung haben Sie?

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ferdi111 20.06.2016, 09:51
113. Falscher Beruf?

He, Leute..wenn ihr unzufrieden seid, dann macht doch auf Lehrer! You are wanted! Wie, keine Lust..auf 27 Stunden pro Woche? Keine Lust auf 3 Monate Urlaub? Hier aber sein Schicksal schriftlich niederlegen, damit jeder weiß, wie es einem schlecht geht? Ach so..noch unzufriedenener? Macht doch auf Manager bei VW..2 Tage arbeiten für 50 Millionen! Wie? Auch nicht? Hm...also Leute, ich kann euch nicht helfen. Versuchts mal bei eurem Arzt..vielleicht hat der eine Lösung!

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Roland Bender 20.06.2016, 09:51
114. jaja ... vor allem eine 50h Woche

Es gibt engagierte Lehrer. Aber sie sind die Ausnahme. Mein Sohn geht gerade in die Grundschule. Die Frau bietet keine Sprechstunde an und wenn einmal im Halbjahr eine Möglichkeit besteht, sie zu sprechen, ist das auf 10min limitiert. Und das ist da nicht die Ausnahme.

Obwohl die Lehrer mehr als genug unterrichtsfreie Zeit haben, werden regelmäßig im Schuljahr Lehrerfortbildungen veranstaltet, bei denen die Schule geschlossen wird.

Unterrichtsvorbereitung wird einmal gemacht und dann 10 Jahre benutzt. Das einzige, was ab und zu mal am Nachmittag passiert ist, daß eine Arbeit zu korrigieren ist.

Es gibt Ausnahmen aber viele - sehr viele - würde ich unter dem Stichwort "Faules Pack" subsummieren.

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eulenspiegel1979 20.06.2016, 09:51
115.

Zitat von frechsprech
Die Gehälter und Bezüge in diesem Land sind zum davonlaufen. Wenn ich jetzt wieder erleben muss wie diese Schweine mein klägliches Urlaubsgeld mit 50% plündern krieg ich wieder gesteigerten Blutdruck.
Ich bin auch der Meinung, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld niedriger besteuert werden sollten. Andererseits kann man ja froh sein, wenn man solche Sonderzahlungen überhaupt noch erhält. Viele bekommen 12 Gehälter und das wars.

Unterm Strich finde ich es jedoch eine Sauerei, dass ich 40-50% meiner verdienten Kohle abdrücken darf, damit Murksel und Schäuble die Kohle für alles andere auf den Kopf hauen, nur nicht für Dinge, die unser Land stabilisieren würde, wie z. B. Bildung, Polizei, Straßenbau ach ja und da war ja was mit Rente. Die habe ich mir eh abgeschminkt. Ich darf noch 30 Jahre ackern. Bis dahin bekomme ich eh keine Rente mehr. Ergo haue ich meine Kohle auf den Kopf und lebe. Sparen? Wozu? Der Staat greift auch hier zu wo er kann. Ich wandle mein Geld - welches eh nur wertlos bedrucktes Papier ist - in materielle Dinge um. Für ein Haus reicht es leider nicht, da man hier ja Mondpreise jenseits von Gut und Böse bezahlen muss.

Da kann ich es übrigens verstehen, dass sich Arbeiter ärgern - in welche Branche auch immer - wenn ungleich bezahlt wird. Gerade im Bildungssektor, der ja Ländersache ist. Bayern hat Kohle und zahlt den Lehrern mehr Geld, weil denen Bildung wichtig ist. In NRW oder Niedersachsen hat man das Geld nicht, ergo stellt man billige schlechte Lehrer ein, ergo ist die Bildung schlechter, ergo ... usw. Allerdings verstehe ich nicht, warum sich die Oxford Studierte als Lehrerin in der BRD verdingen will. Mit so einer Vita hat man doch sicherlich andere Möglichkeiten.

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aron_dc 20.06.2016, 09:52
116.

Zitat von womo88
Ich war selbst Lehrer. Wenn ein Arbeiter 8 Std. täglich arbeitet, arbeitet er 8 x 60 Minuten = 480 Min. Wenn ein Lehrer 8 Stunden arbeitet, arbeitet er 8 x 45 Min. = 360 Min., also 2 Stunden weniger als ein Arbeiter.
Na da waren sie ja scheinbar ein richtig toller Lehrer, der keine Tests und arbeiten kontrolliert hat. Sich nicht aus Elterngespräche, Schulbesprechungen usw. eingelassen hat.

Vielleicht kommt da ja das "Lehrer gewesen" her?

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Darwins Affe 20.06.2016, 09:55
117. Unterschiede

Zitat von ondrana
Beispiel: Realschullehrkraft Niedersachsen: A12, keine sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, etc. Realschullehrkraft Bayern: A13 plus Sonderzahlungen. Aber selbst, wenn Niedersachsen A13 zahlen würde - A13 in Bayern sind ca. 400 Euro Brutto mehr als in Niedersachsen. Fazit: Ein bayrischer Realschullehrer hat durchschnittlich 1000 Euro brutto mehr auf dem Konto monatlich. Da muss man sich nicht wundern, wenn alle frisch ausgebildeten guten Lehrkräfte, die nicht tief in Niedersachsen verwurzelt sind, in andere westliche Bundesländer abwandern. Das Ergebnis sehen wir jetzt an den niedersächsischen Schulen. Überall Mangel und es werden aus Not Leute eingestellt, die hätte vor 10 Jahren wegen ihrer Noten keinen Fuß über die Schwelle einer niedersächsischen Schule setzen dürfen.
Könnte es vielleicht daran liegen, dass Bayern ein reicheres Land ist als Niedersachsen? Wer in der Schweiz arbeitet, hat auch ein höheres Einkommen als in Bulgarien.

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schreckgespenst 20.06.2016, 09:55
118. Blubb

Zitat von FrankDr
Übrigens alles ohne Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld... Und PKV der Kinder und ohne 8% Gehaltsabzug, die bei den Jüngeren anfallen. Netto bleiben da oft nur 2300 (wenn man Glück hat zu den wenigen neuen Beamten zu gehören). Die Zahlen der oben genannten Alten sind heutzutage quasi nicht mehr zu erreichen.
Selbst wenn man die Gehälter der alten Beamten nicht mehr vollständig erreichen kann, haben Beamte einen gibt es im ÖD und insb. für Beamte einen schönen Automatismus:
Unabhängig von Gehalterhöhungen "rutscht" man automatisch die Erfahrungsstufen hoch. D.h. ohne die Tarifgruppe zu wechseln, verdient ein Beamter im Laufe seines Arbeitslebens immer mehr. Hinzu kommen noch Gehaltserhöhungen im Rahmen von Tarifrunden.

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mrotz 20.06.2016, 09:56
119.

Zitat von nickleby
Dass es in der Besoldung / im Gehalt Unterschiede gibt erklärt sich aus der Sache . Wenn alle Lehrer das gleiche Gehalt bekämen, würde fast niemand Gymnasiallehrer bis zum Abitur werden, da man mit weniger Arbeitsaufwand das gleiche Gehalt bekäme : längeres Studium, tiefer Sachkenntnis, ganz zu schweigen von den höheren Ausbildungsanforderungen an Gymnasiallehrer. Hinzu kommt, dass Gymnasiallehrer (Sek II) an Real, - Haupt und Grundschulen unterrichten könnten, während die dort tätigen Lehrer keine Oberstufenklassen zum Abitur führen können, weil ihnen die dafür notwendige Ausbildung fehlt. Allein vor diesem Hintergrund sind die Gehaltsunterschiede wohl jedem einleuchtend. Auch in anderen Berufen gibt es unterschiedliche Bezahlung aufgrund der Eingangsqualifikation
Nur ist der Seiteneinsteiger mit Diplom, Dr., Dr. habil., ... fachlich weitaus besser als der Lehramtsstudent mit seinem ach so schweren Studium (daß ich nicht lache).
Bekommt aber als Queereinsteiger weniger....

Wer da keine Ungerechtigkeit sieht, ....


mfg

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