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Gleicher Beruf, ungleiches Einkommen: Ich bin Lehrer, und so viel verdiene ich
DPA

In Berlin streiken die Lehrer - sie verlangen gerechtere Gehälter. Manche von ihnen sind Spitzenverdiener, andere Niedriglöhner. Hier verraten Lehrer, wie viel Geld sie für ihre Arbeit bekommen.

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oldstyle 20.06.2016, 10:50
170. Kenne einen...

Zitat von mrotz
Angenommen sie sind Dr. der Physik und wollen als Queereinsteiger am Gymnasium Physik und Mathematik unterrichten
...der das gemacht hat.

In Baden-Württemberg nach etwas Gewicht-Abspecken ist er dann tatsächlich auch noch verbeamtet worden.

Er war zuvor Elektrotechnik-Ingenieur und hat in mehreren Unternehmen der freien Wirtschaft gearbeitet; im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/2009 ist er auf die Straße gesetzt worden.

In seinem alten Job war er wegen der hohen Belastung (Termindruck, Überstunden, Auslandseinsätze) immer am Anschlag und stand einem Burnout sehr nahe.

Jetzt als Lehrer gefällt's ihm jetzt sehr gut. Als jemand, der mit "Freiheit" nicht wirklich gut umgehen kann, schätzt er die geregelten Verhältnisse und die Unkündbarkeit, die sein Beamtendasein mit sich bringt. Was die Arbeitsbelastung angeht, so gibt es zwar immer wieder mal Spitzen bei Klausur-Korrekturen, aber so alles in allem reißt er einen 40h/Woche-Job runter und erfreut sich an den vielen Ferien. Sein Talent als Freizeit-Comedian (er ist auch im örtlichen Faschingsverein aktiv) kann er auf der Berufsschule wunderbar zur Geltung bringen.

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schienbeinschoner 20.06.2016, 10:51
171.

Zitat von mrotz
Angenommen sie sind Dr. der Physik und wollen als Queereinsteiger am Gymnasium Physik und Mathematik unterrichten *, dann bekommen sie erstens weniger Gehalt als die Lehrämtler, und letztere meinen daß man, weil man ja kein Lehramt studiert habe, nicht qualifiziert genug sei, Mathematik bis zur 13 Klasse zu unterrichten, obwohl man zuvor z.B. bei Lehramtsprüfungen mitgewirkt hat und einen fahlich deutlich höheren Background sowohl in Physik als auch Mathematik hat .... Letzteres muss man dann in Dödelweiterbildungen nachweisen.... mfg * man ist quasi gezwungen solch etwas zu tun, weil weder die freie Wirtschaft (Überqualifiziert), noch die Wissenschaft (12 Jahre, dann arbeitslos dank WissZeitVG) benötigt promovierte Physiker
Tja, Augen auf bei der Berufswahl... (Sagt ein prekärer Kreativer ;-)

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mr-mucki 20.06.2016, 10:52
172. Arbeitslosenquote bei MINT

Zitat von Scum
Na, es gibt auch genug arbeitslose MINTler, die gut unterrichten könnten, wenn man ihnen nahelegt, gut zu erklären und auf das Referendariat mit seinen meist unrealistischen Vorstellungen verzichtet. Meist könnten diese MINTler auch viel Praxiswissen an die Schüler bringen und mehr als Hartz IV würden sie sowieso verdienen. Unser Staat steht sich mal wieder selbst im Weg, und die Schüler und arbeitslosen MINTler dürfen es ausbaden.
Laut FAZ Artikel vom 18.11.2015 liegt die Zahl der Arbeitslosen mit MINT Hintergrund bei 32.750 Menschen absolut. Davon sind rund 60% aelter als 60 Jahre und weitere 23% krankheitsbedingt ausgeschieden.

Das sind dann 5568 Menschen, die Umgeschult (2-3 Semester Paedagigik) werden muessten. Diese muessten dann auch noch faehig sein zu unterrichten.

Fazit: Ihre Idee ist zwar nett, aber doch nicht ausreichend.

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hman2 20.06.2016, 10:52
173.

Zitat von mr-mucki
MINT Faecher sind im Prinzip zu vergleichen mit einem Dipl. Ing.. Als studierter Ing. verdient man jedoch in der Wirtschaft deutlich mehr. Als Fachangestellter mit BSc) im Schnitt 60.000 Euro/a (5000 Euro/Brutto) und als Fuehrungskraft im Schnitt 100.000 Euro/a (8.333 Euro/Brutto mit MSc). Direkt nach dem Abschluss liegen die Einkommen fuer BSc bei 45.000 Euro/a bzw. 60.000 Euro/a fuer MSc. (Das ist der Schnitt der im Spiegel Gehaltsreport 2013 und auf diversen anderen Internetseiten publiziert wird.)
Mit 60 KEUR haben Sie nicht MEHR, sondern WENIGER in der Tasche als der verbeamtete Lehrer. Der zahlt nämlich nur halb so viel für die (ohnehin schon billigere) PKV. Arbeitslosenversicherung und Erwerbsunfähigkeitszusatzversicherung braucht er nicht, alle anderen Versicherungen kriegt er billiger, bessere (wesentlich bessere sogar!) Konditionen bei der Bank etc. pp. Das "vergessen" die meisten der Lehrer, die Jammern.

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Silberzweig 20.06.2016, 10:53
174.

Jammern auf sehr hohem Niveau.
Das sind doch alles sehr sehr gute Gehälter und völlig normale Arbeitszeiten über die hier geklagt wird. Wird doch niemand gezwungen Lehrer zu werden und das Gehalt ist doch vorher bekannt.
Wer lieber Sekretärin werden möchte, bitte sehr:
3.400 Euro brutto, 2.120 Euro netto, 38,5 Stunden die Woche regulär, meistens eher 40 - 42h. Von 7:30 - 16:00 Uhr jeden Tag im Büro, gerne auch mal länger. Eine Stunde hinfahren, eine Stunde heimfahren, 30 Tage Urlaub im Jahr. Und das ganze selbstverständlich mit einem Hochschulabschluß. Wer von den Lehrer möchte?

Es gibt sicher vieles über das man sich im Lehrerberuf beklagen kann. Aber Gehalt, Freizeit und Urlaub (3 Monate!) gehören definitiv nicht dazu.

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misterknowitall2 20.06.2016, 10:57
175. @Dr.schlaumeyerxy

alles keine Gründe die verbeamtung von Lehrern weiter zu betreiben. mit Streiks kann und muss man eben leben, Korruption ist nach wie vor strafbar, pleite geht der Staat sicher nicht, im Gegenteil werden die Renten sicherer. Und mit der unkundbarkeit macht hebt man Lehrer in einen Stand den sie nicht verdient haben. schliesslich machen sie nur einen Job ohne grosse Verantwortung.

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bernd.stromberg 20.06.2016, 10:59
176.

Zitat von horneburg
muss ein Lehrer in der heutigen Zeit noch Beamter sein? Völlig antiquiert, aber es geht um Privilegien wie Unkündbarkeit, überzogene Nettogehälter und im Vergleich zu normalen Angestellten traumhafte Pensionem.
Meines Wissens nach werden viele Lehrer defintiv nicht mehr verbeamtet.

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oldstyle 20.06.2016, 11:02
177. Auch innerhalb des ÖDs stehen Lehrer gut da

Zitat von kurt.
Um auf das zitierte Studienratsgehalt von 3700 ? netto zu kommen, muss man in der Industrie schon bei 90000 ? Jahresbrutto aufwärts liegen. Postdocs an der Uni müssen übrigens mit 40000 ? auskommen. Das nennt man dann wohl Jammern auf hohem Niveau.
Fakt ist: Was an der Uni ein junger Professor (W2) bekommt, kriegt ein altgedienter, 30 Jahre abgesessener, Realschullehrer.

Dafür hat der junge Prof:
- ein sehr gutes Diplom hingelegt und mit Auszeichnung promoviert.
- als Postdoc mehrere Auslandsaufenthalte hinter sich.
- jahrzehntelang in prekären Arbeitsverhältnissen (befristete Stellen mit schlechter Bezahlung) gearbeitet.
- als Postdoc regelmäßig 60 Wochenstunden gearbeitet.
- ein sehr großes Risiko in Kauf genommen, es niemals auf eine feste Stelle an der Uni schaffen zu können (um dann bei "Pech" als Überqualifizierter auf dem freien Arbeitsmarkt keine Chance zu haben).

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Ontologix II 20.06.2016, 11:02
178. Lehrer Spitzenverdiener?

So ein Unfug. Für den Lohn eines Lehrers (mit begrenzten Aufstiegschancen) würde kein Softwareschreiber seinen Laptop anknipsen. Lehrer verdienen genau so viel wie andere Akademiker mit vergleichbarem Studium und Referendariat im öffentlichen Dienst. Die regionalen Unterschiede sollten beseitigt werden. Die Pension verbeamteter Lehrer ist allerdings relativ komfortabel.
Sinnvoll wäre es, Lehrer nach Leistung und Unterrichtserfolg zu bezahlen, unfähige Lehrer zu entlassen und Lehrer in den Ferien fortzubilden.

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Bondurant 20.06.2016, 11:03
179.

Zitat von kniggebein
Und KEIN Lehrer arbeitet in den Ferien 8 Stunden am Tag. ...wird behauptet, man arbeite 50-60 Stunden pro Woche. Mitgezählt werden dann gern An-/Abfahrt und Pausen - also die Abwesenheit von zu Hause.
Das ist beides richtig.

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