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Gleicher Beruf, ungleiches Einkommen: Ich bin Lehrer, und so viel verdiene ich
DPA

In Berlin streiken die Lehrer - sie verlangen gerechtere Gehälter. Manche von ihnen sind Spitzenverdiener, andere Niedriglöhner. Hier verraten Lehrer, wie viel Geld sie für ihre Arbeit bekommen.

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Pela1961 20.06.2016, 11:28
210.

Zitat von mr-mucki
An den im Artikel genannten Zahlen erkennt man deutlich, warum in Deutschland kaum Lehrer fuer die MINT Faecher zu bekommen sind. MINT Faecher sind im Prinzip zu vergleichen mit einem Dipl. Ing.. Als studierter Ing. verdient man jedoch in der Wirtschaft deutlich mehr. Als Fachangestellter mit BSc) im Schnitt 60.000 Euro/a (5000 Euro/Brutto) und als Fuehrungskraft im Schnitt 100.000 Euro/a (8.333 Euro/Brutto mit MSc). Direkt nach dem Abschluss liegen die Einkommen fuer BSc bei 45.000 Euro/a bzw. 60.000 Euro/a fuer MSc. (Das ist der Schnitt der im Spiegel Gehaltsreport 2013 und auf diversen anderen Internetseiten publiziert wird.) Wenn ich das nun vergleiche mit den Lehrereinkommen (und besonders mit denen die nicht Verbeamtet sind), dann weiss ich warum wir grosse Nachwuchsprobleme in den MINT Faechern haben. Dazu kommt noch das ein grosser Mangel an Dipl. Ings. (besonders im Bereich Elektrotechnik und Informatik) auf dem Arbeitsmarkt besteht. Wenn die Politik dieses Probelm loesen will, muss die Politik eine unterschiedliche Bezahlung (Einstufung) vornehmen und die Gehaelter deutlich nach oben korrigieren in diesen Faechern.
Da wird aber der Religions-, Kunst- oder Sportlehrer gewaltig schlucken, wenn Kollegen gleichen Alters an der gleichen Schule mehr verdienen, weil sie andere Fächer unterrichten.

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schienbeinschoner 20.06.2016, 11:28
211.

Zitat von sdaehnrich
also wenn ich die Zahlen lese, dann ist es fuer mich eher jammern auf hohen Niveau.. "Ich arbeite oft 40 bis 45 Stunden pro Woche. " Schätzchen dass ist durchaus normal..
Sie interpretieren das als jammern, es könnte aber auch nur die beim Lehrberuf nötige Zusatzinfo sein, die dem stets in der Luft schwebenden Vorwurf, "arbeiten eh nur vormittags" entgegen wirken soll.

Und ganz nebenbei, welches "Jammern" ist denn besser? Das der Lehrer im Artikel oder dass der Foristen die beklagen dass bei Ihnen alles noch viel schlimmer sei?

("We would have called ourselves lucky to have a house – We used to live in a shoebox in the middle of the road!")

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rockwater 20.06.2016, 11:28
212. Durchschittslohn

Zitat von Pela1961
das richtig verstehe, wollen also diejenigen, die man gerne auch als un- oder angelernte Kräfte ohne Ausbildungsabschluß bezeichnet, das gleiche verdienen wie die Fachkräfte? Gibts in keinem Beruf - warum bei den Lehrern? Noch dazu, wo das nun wirklich ein Jammern auf hohem Niveau ist, wenn man sich z.B. das Gehalt eines durchschnittlichen Arbeitnehmers ansieht. Bei Bruttogehältern von über 3000 Euro von "Niedriglohn" zu sprechen ist gelinde gesagt eine Frechheit.
gehau so aussagekräfig wie die Durchschnittsrente. Fast keiner bekommt ihn. Aber es gibt massenhaft Leute mit viel weniger als der Durchschnitt.

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oldstyle 20.06.2016, 11:29
213. Wenn ich mich dran erinnere...

Zitat von spigalli
...weil er eine verfassungsmäßige Aufgabe des Staats bzw. Bundeslands wahrnimmt, und deshalb zu einer besonderen Treue gegenüber seinem Auftraggeber verpflichtet sein sollte?
...wie früher teilweise die (damals mit Sicherheit noch verbeamteten) Lehrer drauf waren:

Da hatten wir mal 'ne Deutsch-Lehrerin, die vor den Schülern offen mit der RAF sympathisiert hat: Man könne die doch verstehen, das war doch alles gar nicht so schlecht...


Ich glaub, man muss sich schon extrem dumm benehmen, um diesbezüglich ernsthafte Probleme zu bekommen. Da war doch bspw. mal dieser Antifa-Aktivist, Michael Csaszkóczy, der sich dann doch noch in den Schuldienst einklagen konnte. Alleine schon, wie der Typ aussieht, hätte er bei 90% aller Arbeitgeber der freien Wirtschaft keine Chance...

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mr-mucki 20.06.2016, 11:29
214. Gutes Argument

Zitat von hman2
Mit 60 KEUR haben Sie nicht MEHR, sondern WENIGER in der Tasche als der verbeamtete Lehrer. Der zahlt nämlich nur halb so viel für die (ohnehin schon billigere) PKV. Arbeitslosenversicherung und Erwerbsunfähigkeitszusatzversicherung braucht er nicht, alle anderen Versicherungen kriegt er billiger, bessere (wesentlich bessere sogar!) Konditionen bei der Bank etc. pp. Das "vergessen" die meisten der Lehrer, die Jammern.
aber irgendwie ist die Faktenlage doch anders. Warum werden denn dann nicht mehr Leute Lehrer in den MINT Faechern, wenn das viel besser bezahlt ist (mit allen aufgezaehlten Zusaetzen)?

An den Berufsschulen ist im Bereich MINT schon der Notstand in vielen Teilen ausgerufen worden, so dass Lehrer die eigentlich im Ruhestand sind zurueckgeholt werden. In NRW wird grade (mal wieder) versucht Meister und Techniker als Lehrer auszubilden, was bis jetzt mehr oder weniger gescheitert ist.

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PeterPe 20.06.2016, 11:30
215. Im Vergleich zu Nachbarlaendern ins Lehrer gut bezahlt

Ich vestehe nicht, warum Lehrer Beamten sein sollen. Geht auch ohne, und ist deutlich gerechter und besser fuer die Sozialkassen.

Wenn die Schulen mehr finanzielle Freiheit haetten, koennten sie selber Entscheiden ob sie in teurere Lehrer oder bessere materielle Ausstattung investieren. Sie kennen den Bedarf am Besten.

Auch sollten Lehrer ganz normal Urlaubsantraege einreichen, und im Rest der unterrichtsfreien Zeit arbeiten. Dann ist klar, wann sie arbeiten, und wann Urlaub ist, was und die Neiddebatte hat ein Argument weniger.

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cabeza_cuadrada 20.06.2016, 11:31
216. Unterrichtserfolg?

Zitat von Ontologix II
So ein Unfug. Für den Lohn eines Lehrers (mit begrenzten Aufstiegschancen) würde kein Softwareschreiber seinen Laptop anknipsen. Lehrer verdienen genau so viel wie andere Akademiker mit vergleichbarem Studium und Referendariat im öffentlichen Dienst. Die regionalen Unterschiede sollten beseitigt werden. Die Pension verbeamteter Lehrer ist allerdings relativ komfortabel. Sinnvoll wäre es, Lehrer nach Leistung und Unterrichtserfolg zu bezahlen, unfähige Lehrer zu entlassen und Lehrer in den Ferien fortzubilden.
Wie wollen sie den eigentlich messen? An den Durchschnittsnoten oder an den Sitzenbleibern? Ein Lehrer kann sich seine Schüler leider nicht aussuchen. Bleibt nur die Wahl der Schule - so sie denn besteht. Dann lieber im noblen Vorort als im Problemviertel oder? Aussage meines ehemaligen Deutschlehrers: Über die heutigen Prüfungsinhalte 10. Klasse Realschule in den meisten Fächern hättest Du dich in der 7. Klasse kaputtgelacht. Aber was will man machen, wenn 50% der Klasse nur eine 4 in einer Klausur erreicht muss die Klausur wiederholt werden. Googeln sie das mal, erschreckend viele Elternforen wo der geballte Haß auf den Lehrer ausgekippt wird + Fragen nach möglichen Einspruch bzw. Klagen gestellt werden. An dem kleinen Prinz oder der kleinen Prinzessin kann es ja nun wirklich nicht liegen.

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Der_schmale_Grat 20.06.2016, 11:32
217. Nicht die Lehrer verdienen zu viel,

sondern die anderen zu wenig! Übrigens sind die Lehrergehälter teilweise auf oder über dem Niveau von promovierten/habilitierten und zuweilen auch professoralen Akademikern an staatlichen bzw. als solches anerkannten Hochschulen.

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Bondurant 20.06.2016, 11:32
218. das gehört zusammen

Zitat von Ontologix II
Lehrer Spitzenverdiener? So ein Unfug....Die Pension verbeamteter Lehrer ist allerdings relativ komfortabel.
Andere müssen von ihrem "Spitzenverdienst" ordentlich was abknapsen, um sich die Altersversorgung eines Lehres anzusparen. Deshalb muss man den ständig wachsenden Pensionsanspruch immer im Geiste zum Gehalt des Lehrers hinzurechnen. Dann merkt man, dass die Arbeitsentgelte sehr ordentlich sind. Wenn man dann noch die sehr großzügigen Regelungen für Kuren und längerfristige Krankheiten hinzurechnet, kann man schon von einem der komfortabelsten Jobs überhaupt sprechen.

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Bondurant 20.06.2016, 11:33
219.

Zitat von mrotz
Als Beamter müssen sie sich praktsich privat versichern.
Und wie war das mit der "Beihilfe"?

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