Forum: Leben und Lernen
Gleicher Beruf, ungleiches Einkommen: Ich bin Lehrer, und so viel verdiene ich
DPA

In Berlin streiken die Lehrer - sie verlangen gerechtere Gehälter. Manche von ihnen sind Spitzenverdiener, andere Niedriglöhner. Hier verraten Lehrer, wie viel Geld sie für ihre Arbeit bekommen.

Seite 57 von 57
austenjane1776 21.06.2016, 23:11
560. Sie sagen es

Zitat von ondrana
Sie verkennen, dass es keine Lehrer auf dem Markt gibt. Es werden mittlerweile Leute eingestellt, die früher keinen Schritt über die Schwelle einer Schultür getan hätten. Den Ausbildungsseminaren in Niedersachsen wird gesagt: "Alles durchkommen lassen, was geradeaus laufen kann!" Warum würde sich ein guter Abiturient heute noch den Lehrerberuf antun? Das Gehalt ist im Vergleich mit anderen Gruppen, die 7 Studien- und Ausbildungsjahre benötigen eher bescheiden, die Arbeitsbelastung hoch, wenn nicht in Stunden, dann aber in Punkto Arbeitsverdichtung und man kann sich dumm und dämlich arbeiten, es gibt immer Leute, die einen für faul und überbezahlt halten.
Aus der Berufsbildung kommend kann ich die Wahrnehmungsschwäche der Leute aus der "freien Wirtschaft" nicht verstehen.

Hier ist in vielen Mangel- und Beruflichen Fächern kaum jemand zu bekommen.
Jedenfalls jemand, der auch unfallfrei und psychisch einigermaßen ein Schuljahr durchsteht in den 32er Klassen.
Oder vorher die schulische Ausbildung mit Prüfungen usw.

Da ist es SINNLOS, zu fordern, diese Leute müßten WENIGER bekommen.

Man nennt es Angebot und Nachfrage.

Und wenn es "Money for nothing and the chicks for free"
(Dire Straits) wär -
dann sind die anderen zu blöd, um es zu merken.

PS
Die Ausbilder, die teilweise weniger verdienen, sind fast alle entsetzt, wenn man ihnen vorschlägt, Lehrer an der Berufsschule zu werden.
Die wissen auch, warum.
Und das Duale System ist nicht mal das Schlimmste.
Die hat nämlich ein Betrieb freiwillig in eine Ausbildung genommen.
Die anderen haben wir auch. Jahrelang.

Wenn man den Beruf macht, muß man ihn machen.
Ohne zu jammern.
Aber die Unkenntnis und Arroganz vieler Leute ist wirklich übel.

Beitrag melden
derien 22.06.2016, 07:01
561. ungleiche Löhne gibt es überall

nicht nur im staatsdienst auch in der privatwirtschaft. diesen zustand zu beenden muss im sinne der gleichberechtigung auch mit streiks erkämpft werden. Der staat sollte schließlich vorbildlich handeln und nicht der privatwirtschaft zeigen, wie man die ungerechtigkeit fördert.
Die Finanzierung dieser Gleichberechtigung ließe sich leicht gestalten. Als Erstes mit einem Zentralabitur und letztlich mit Abschaffung der Bildungshoheit der Länder, hier werden Millionen Steuergelder verheizt: 16 Kultusministerien, 16 Eigenbrötler, 16 Schulsysteme, 16xfacher Beamtenapparat, der Unsummen verschlingt. In einem modernen Staat, allein aus finanziellen Aspekten nicht nachvollziehbar. Hier sollte der Staat sparen, um qualitativ gleichwertige Bidlungsmöglichkeiten in allen Bundesländern zu gewährleisten und anderswo Steuerzahler zu entlasten.

Beitrag melden
derien 22.06.2016, 07:02
562. ungleiche Löhne gibt es überall

nicht nur im staatsdienst auch in der privatwirtschaft. diesen zustand zu beenden muss im sinne der gleichberechtigung auch mit streiks erkämpft werden. Der staat sollte schließlich vorbildlich handeln und nicht der privatwirtschaft zeigen, wie man die ungerechtigkeit fördert.
Die Finanzierung dieser Gleichberechtigung ließe sich leicht gestalten. Als Erstes mit einem Zentralabitur und letztlich mit Abschaffung der Bildungshoheit der Länder, hier werden Millionen Steuergelder verheizt: 16 Kultusministerien, 16 Eigenbrötler, 16 Schulsysteme, 16xfacher Beamtenapparat, der Unsummen verschlingt. In einem modernen Staat, allein aus finanziellen Aspekten nicht nachvollziehbar. Hier sollte der Staat sparen, um qualitativ gleichwertige Bidlungsmöglichkeiten in allen Bundesländern zu gewährleisten und anderswo Steuerzahler zu entlasten.

Beitrag melden
Drschlaumeierxy 22.06.2016, 08:31
563.

Zitat von SR_77
(...) Für mich kein Problem, aber bitte nicht auf diesem Niveau jammern!
Wer jammert denn??

Der Artikel ging "nur" um die ungleiche Bezahlung der Lehrkräfte untereinander.
Alle anderen Beiträge waren eine Verteidigung der Neiderangriffe auf diesen Berufsstand oder eben die Angriffe der Neider. Diese wollen durch ihre Beiträge ihren persönlichen Frust und die Unzufriedenheit bei der eigenen Berufswahl ausdrücken und das geht (genau wie z.B. beim Fußball) bei Themen, wo man glaubt(!) ein fundiertes Fachwissen zu haben. Fußballspieler bekommen ja auch ihre Millionen für die 90 - 180 Minuten Fussispielen pro Woche. Und Lehrer eben für ihre paar Stündchen Deputastverpflichtung. Und weil viele eine eigene Erfahrung in dem Bereich haben, kann man da doch mal eben "mitreden". Oder?

Beitrag melden
austenjane1776 22.06.2016, 09:47
564. Illusionen

Zitat von derien
nicht nur im staatsdienst auch in der privatwirtschaft. diesen zustand zu beenden muss im sinne der gleichberechtigung auch mit streiks erkämpft werden. Der staat sollte schließlich vorbildlich handeln und nicht der privatwirtschaft zeigen, wie man die ungerechtigkeit fördert. Die Finanzierung dieser Gleichberechtigung ließe sich leicht gestalten. Als Erstes mit einem Zentralabitur und letztlich mit Abschaffung der Bildungshoheit der Länder, hier werden Millionen Steuergelder verheizt: 16 Kultusministerien, 16 Eigenbrötler, 16 Schulsysteme, 16xfacher Beamtenapparat, der Unsummen verschlingt. In einem modernen Staat, allein aus finanziellen Aspekten nicht nachvollziehbar. Hier sollte der Staat sparen, um qualitativ gleichwertige Bidlungsmöglichkeiten in allen Bundesländern zu gewährleisten und anderswo Steuerzahler zu entlasten.
Der Bund macht vieles schon allein:
Rente, Bildung, Bahn, Bundeswehr, Energie, Arbeitsamt (oder wie die gerade heißen), Krankenversicherung, Zuwanderung (oder auch nicht).

Und?
Funktioniert alles nicht wirklich.

Wie kommen Sie dann darauf, mit einer "Bundesbildungsminsterin" Nahles oder was
würde da irgendwas besser?

Sie würden bloß ein neues Ministerium in Berlin kriegen -
denn die Schulverwaltung vor Ort können Sie nicht einsparen.
Abgesehen davon, dass die Länder dann keine Möglichkeit hätten, sich mit ihren Schulen zu profilieren...
Und es wäre eine 17-fache Verfassungsänderung -
Bund und alle Länder.

Vergessen Sie´s.
Besser: KMK-Standards höher setzen.
Kostet die Länder aber Geld.
Geht ergo wegen Schuldenbremse nicht.
Es wird nicht besser werden.
Jede/r muß sich halt um seine/ihre Kinder kümmern.
Mehr ist nicht drin.

Beitrag melden
egonv 22.06.2016, 10:20
565.

Was leider kaum bedacht wird ist die relativ lange Ausbildung von Lehrkräften, die das Gesamteinkommen auf das ganze Leben berechnet noch mal senkt: 5 Jahre Studium und 2 Jahre Referendariat (mit etwa 1150 netto). Das ist selbst für einen Akademiker relativ lange (Bachelor 3 Jahre + Master 2 macht 5, soviel übrigens zur Gleichwertigkeit von BA und Staatsex., letzteres mit mindestens 2 Hauptfächern und 4 Nebenfächern).
Dann unterschätzen viele die Arbeitszeit. Ein Lehrer, der ungünstige Aufsichtszeiten hat und einen entsprechendnen Stundenplan, kann auch mal einen Arbeitstag (nur Anwesenheit) von 9 Stunden mit einer Pause von 15 min haben. Das wäre in der freien Wirtschaft für nicht Beamten arbeitsrechtlich dann auch schon verboten. Über die Vor- und Nachbereitungszeit kann mab tatsächlich streiten. Das hängt sehr stark am einzelnen Lehrer (besonders Motivation). Wenn jemand eine gängige Lösung findet das in der Besoldung zu berücksichtigen, gerne, aber ich sehe keine Möglichkeit dafür (Schülerleistungen hängen wissenschaftlich belegt zu lediglich 20% am Lehrer...also keine Bewertungsoption).
Und die Sache mit dem Beamtentum, nur ein sehr praktisches Beispiel, warum Lehrer sehr wohl verbeamtet sein sollten: Lehrer sollen die Schüler angemessen und fair bewerten (klappt bis auf einige Ausnahmen eigentlich auch ganz gut, ist aber sehr schwer), kann ich das, wenn ich nicht einen absolut festen Arbeitsplatz ohne Kündigungsoption habe? Oder stehe ich dann meinem eigenen Arbeitsplatz näher als der fairen Benotung und verzichte auf schlechte Noten, damit alle nett zu mir sind?
Und zu den Fächern bei der Bezahlung: Wenn da ein Unterschied gemacht werden sollte, dann doch bitte den Sprachlehrern mehr Geld geben....die korrigieren an jeder Klausur (pro Schüler!!!) über eine Stunde. Macht übrigens bei 25 pro Klasse bei 4 Klausuren pro Klasse pro Schuljahr bei 6 Klassen dann mindestens 600 Stunden nur Korrektur. Ok übers Schuljahr verteilt....ach nein, die sind ja gar nicht verteilt sondern geklumpt zu bestimmten Zeitfenstern von wenigen Wochen... Ok, das war der Extremfall für Gymnasiallehrer in der Oberstufe mit 25 Stunden 11.-13. Klasse, das ist die Ausnahme...und evtl. ein Grund für die höhere Bezahlung von Gymnasiallehrern.
Und für alle, die über uns Lehrer schimpfen: Ihr müsst nicht gleich selbst Lehrer werden (bitte nicht, das müssen die Schüler sonst ausbaden), aber ihr findet bestimmt eine nette Lehrkraft an einer beliebigen Schule, die sich bereiterklärt euch ein paar Tage mitzunehmen. Danach könnte das Urteil fundierter sein. Jeder kennt Schule, aber eben nur als Schüler und da hat man eine andere Vorstellung als Jahrzehnte danach.
LG Ein Gymnasiallehrer (Mathe und Politik)
PS: Außerdem bin ich der Meinung, dass andere Berufsgruppen deutlich unterbezahlter sind als Lehrer!

Beitrag melden
Scum 22.06.2016, 11:04
566.

Zitat von austenjane1776
Der Bund macht vieles schon allein: Rente, Bildung, Bahn, Bundeswehr, Energie, Arbeitsamt (oder wie die gerade heißen), Krankenversicherung, Zuwanderung (oder auch nicht). Und? Funktioniert alles nicht wirklich. Wie kommen Sie dann darauf, mit einer "Bundesbildungsminsterin" Nahles oder was würde da irgendwas besser? Sie würden bloß ein neues Ministerium in Berlin kriegen - denn die Schulverwaltung vor Ort können Sie nicht einsparen. Abgesehen davon, dass die Länder dann keine Möglichkeit hätten, sich mit ihren Schulen zu profilieren... Und es wäre eine 17-fache Verfassungsänderung - Bund und alle Länder. Vergessen Sie´s. Besser: KMK-Standards höher setzen. Kostet die Länder aber Geld. Geht ergo wegen Schuldenbremse nicht. Es wird nicht besser werden. Jede/r muß sich halt um seine/ihre Kinder kümmern. Mehr ist nicht drin.
Der Vorteil eines bundesweit geregelten Bildungssystems wäre auf jeden Fall, dass die Abiturnoten dann vergleichbar wären und Schüler bei Umzügen in andere Bundesländer nicht ein Schuljahr wiederholen müssten, was ja leider heute oft der Fall ist. Zudem lässt sich einiges an Ministerialbürokratie einparen.
Ob die Bildung dann durch eine Inhandnahme durch den Bund besser würde oder nicht, ist da schon zweitrangig.

Die Bundeswehr liegt ja auch nicht in den Händen der Länder, obwohl das für das Heer im Kaiserreich ja noch galt.

Beitrag melden
austenjane1776 22.06.2016, 12:44
567. Nicht ganz

Zitat von Scum
Der Vorteil eines bundesweit geregelten Bildungssystems wäre auf jeden Fall, dass die Abiturnoten dann vergleichbar wären und Schüler bei Umzügen in andere Bundesländer nicht ein Schuljahr wiederholen müssten, was ja leider heute oft der Fall ist. Zudem lässt sich einiges an Ministerialbürokratie einparen. Ob die Bildung dann durch eine Inhandnahme durch den Bund besser würde oder nicht, ist da schon zweitrangig. Die Bundeswehr liegt ja auch nicht in den Händen der Länder, obwohl das für das Heer im Kaiserreich ja noch galt.
In die Abi-Noten gehen die Leistungen der 11 und 12 ein (G8).
Also wären zunächst gleiche Unterrichtsbedingungen zu schaffen...
Das ist, vorsichtig gesagt, schwierig.

Ich behaupte, dass Sie auch keine personaleinsparung in der Verwaltung hinbekommen. Der Bundes-Apparat wäre komplett neu - und da die Länder dies für den Bund administrieren müßten, würden sie ihre Verwaltungen behalten.
Es gäbe Massen von Leuten, die "koordinieren" oder "kommunizieren" müßten - die Erfahrung zeigt, dass Sie da gar nichts einsparen.

Systemisch ist ohnehin die Frage, ob das "Goldene Kalb" "gerechtes Abi" sich wirtschaftlich lohnt.

Gegenthese:
Laßt die Länder Abi machen.
Gemäß KMK-Vereinbarung.

Dann prüfen die Hochschulen (denen die Mittel dafür gegeben werden), welche Leute sie nehmen.
Begründung:
Abi und Studienerfolg sind nicht korreliert.
Die Eignung für ein Studium testen die am besten, die es durchführen - die Hochschulen.
Weiterer Vorteil:
Die Abi-Leute kommen mit "Pauken und Vergessen" nicht mehr durch.
Die wissen, dass sie das meiste nochmal wissen müssen.
Das nennt man extrinsische Motivation.

Heute kann es passieren, dass eine "Bulimikerin" die 0,8 und den Med-Platz bekommt - aber maximal ungeeignet ist.
Wenn die Hochschule testet, bekommen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr geeignetet Leute - und weniger Abbrecher.

Das ENTSCHEIDENDE Argument ist aber, dass bundesweites Abi die gleichen Termine erfordert.
Also entweder weniger Lernzeit für einige Länder oder einheitliche Ferientermine.
Und das killt jedes bundesweite Abi.
Das macht nämlich der deutsche Tourismus nicht mit.
Das wäre für die "Schulpflichtigen" nur die halbe Saison.
Höhere Preise in den Ferien, leere Betten außerhalb.
Das ist wirtschaftlich voller Unsinn.

Beitrag melden
Seite 57 von 57
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!