Forum: Leben und Lernen
Gnadenloses Beamtenrecht: Krebs-Genesene darf nicht Rektorin werden

Sie ist mit dem Leben davongekommen: Nach Krebserkrankung und Chemotherapie wollte Renate Lieckfeldt als Rektorin an Sachsens größter Fachhochschule durchstarten. Doch der Freistaat bremst sie aus - wegen "erhöhtem Wiedererkrankungsrisiko".

Seite 4 von 18
carsonlau 23.04.2011, 10:43
30. Sorry, falls es schon jemand geschrieben hat:

dann dürften Soldaten, Polizisten, Grenzschützer etc auch keine Beamten werden

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inci 23.04.2011, 10:48
31. oooo

Zitat von oli345
Wie ja hier schon im Forum erwähnt wurde, ist dieser Artikel sehr tendenziell. Es ist natürlich für die betroffene Frau eine sehr harte Entscheidung. Aber nebenbei bemerkt, fällt sie wohl auch "weich", denn die hat wie im Artikel erwähnt eine Professur in Gelsenkirchen. Da gibt es ganz andere Schicksalsschläge, die allerdings weniger interessant sind als dass man ihnen Artikel gönnt weil diese viel häufiger vorkommen und deshalb weniger spektakulär sind.
interessant aber, daß sie für die professur in gelsenkirchen fit genug ist, nicht aber für die neue position.

im übrigen, hätte sie als beamtin die erkrankung während ihrer dienstzeit erlitten, würde weiterbeschäftigt werden.

wenn das für aktive beamte gilt, warum nicht auch für zukünftige. oder aber anders herum. alle beamten (und Innen) nach genesung einer schweren krankheit einfach entlassen. auch wenn sie nicht wollen.

gleiches recht für alle, so oder so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cfweber 23.04.2011, 10:51
32. Max Liebermann....

...hats kürzer gesagt: Ick kann jar nich so viel fressen, wie ick kotzen möchte...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Altesocke 23.04.2011, 10:52
33. Beamtenlobby

Zitat von sormitz
In dieser unserer antiquierten Republik, die sich sogar auf humanistische Traditionen beruft, sind Reformen zum Wegfall des deutschen Beamtentums schon lange überfällig. Man kann nur hoffen, dass die wachsende Anzahl der Wutbürger in diesem Land dazu führen wird, diesen Reformstau zu überwinden.
Vergessen sie es!
Die Beamten haben die aller staerkste Lobby ueberhaupt:
Unsere gewaehlten Volksvertreter.
Und die sind sehr davon ueberzeugt, dass das Beamtentum (fuer sie) ein MUSS ist!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
methusa 23.04.2011, 10:53
34. Seit wann...

Zitat von loncaros
Nach der Logik dürften Raucher prinzipiell nicht mehr verbeamtet werden.
...ist Rauchen eine (unheilbare) Krankheit?

Gehts noch?

Das Niveau des Forums nähert sich dem Frühschoppenstammtisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lebkuchenkiller 23.04.2011, 10:58
35. Hintergrund

Der rechtliche Hintergrund ist folgender : der Dienstherr schuldet einem Beamten lebenslängliche Versorgung , während der private Arbeitgeber nur 3 Monate Lohnfortzahlung riskiert und den Arbeitnehmer bei längerer Krankheit kündigen kann.
Daher wird vor der Verbeamtung genau untersucht, ob der Anwärter gesund ist und bei Vorliegen einer gesundlichen Bereinträchtigung die Verbeamtung verweigert. Dazu reichen schon banale Dinge wie eine verkrümmte Wirbelsäule oder starkes Übergewicht.
Das ist sicher manchmal hart, aber grundsätzlich nachvollziehbar. Und es gibt sicher krassere Fälle als den hier geschilderten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h.w.d. 23.04.2011, 11:00
36. Ist der Staat ein inhumaner Arbeitgeber?

Zitat von hartmut.joerger
Humangesellschaft ade! Nach den Armen, den Alten werden nun auch noch die Kranken denunziert. Behördenmitarbeiter, ob beamtet oder angestellt und Politiker, die solche Mißstände praktizieren oder tolerieren, gehören amtsenthoben und jegliche Pensions- und Rentenansprüche gestrichen.
Der Staat ist ein sozialerer Arbeitgeber als jedes Unternehmen in der freien Wirtschaft. Wer einmal in den Staatsdienst eingetreten ist, der wird ohne ein größeres eigenes Verschulden nicht mehr entlassen und wird bis zum Tode finanziell versorgt, auch wenn er/sie nach kurzer Zeit dauerhaft krank und arbeitsunfähig wird.

Damit diese Fürsorge für die Steuerzahler finanzierbar bleibt, müssen alle Anwärter auf eine Beamtenstelle eine amtsärztliche Untersuchung bestehen. Denn eine Stelle beim Staat wäre natürlich für die gesundheitlich Angschlagenen besonders attraktiv. Dass die Frau Lieckfeldt in ihrer Situation mit aller Macht in ein Beamtenverhältnis strebt, kann ich gut verstehen. Dass der Staat an das Risiko für die Hochschule und an die Kosten für die Steuerzahler denkt, aber auch.

Im übrigen musste ich mich auch bei Bewerbungen in der freien Wirtschaft schon betriebsärztlichen Untersuchungen unterziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
merkel123 23.04.2011, 11:02
37. Verständlich, aber:

Gesundheitsüberprüfungen von Beamtenanwärtern dienen dazu, den Staat von Folgekosten nach Eintritt von Krankheiten möglichst freizuhalten.

Im Gegensatz zur freien Wirtschaft erwirbt der Beamte nämlich mit der Verbeamtung einen u.U. lebenslangen Versorgungsanspruch auf relativ hohem Niveau mit entsprechenden Folgekosten.

Da scheint die Entscheidung des Ministeriums nachvollziehbar.

Interessant ist vielmehr, wie das Gesundheitsargument auch gebraucht wird, um missliebige Beamte loszuwerden.

Habe selbst im Bekanntenkreis einen ehemaligen höheren Beamten, der nach Bekanntwerden seiner Homosexualität im Alter von 40 Jahren kerngesund aus angeblichen gesundheitlichen Gründen in Pension geschickt wurde, da man ihn anders nicht loswerden konnte, er allerdings auch zustimmte, da er dort keine Perspektive mehr hatte.

Und man erinnert sich vielleicht noch an die Tausenden ehemaligen Post- und Bahnbeamten, die zur Verschlankung des Personalkörpers nach der Privatisierung mit vorgeschobenen gesundheitlichen Problemen in Pension geschickt wurden - natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

Bei der Bundeswehr gab es mal was ähnliches, Frühpensionierungen zum Abbau des Beförderungsstaues...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Altesocke 23.04.2011, 11:04
38. Schauble ist so billiger!

Zitat von derlabbecker
... warum der Schäuble, nachdem er im Rollstuhl gelandet ist, noch Minister werden durfte.... bei ihm bestand ja auch die Gefahr (und hat sich ja auch bewahrheitet...) dass er öfters mal krank wird, wegen Wundmalen und Kreislaufproblemen durch das Sitzen im Rolli
Der hatte da eh schon genug Ansprueche, um in Pension zu gehen.
So kam/kommt das allemal billiger, ihn Rum-Ministern zu lassen, als zusaetzlich zu seinen Pensionen noch einen weiteren Minister hochzupaeppeln (fuer die Pension)

Hingegen sollten die Eheschliessungen in der Altherrenriege der Bundestagler mit Ehe'toechtern' einen etwas groesseren Abschlag in der spaeteren Hinterbliebenenversorgung erwirken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fiutare 23.04.2011, 11:04
39. Unser Staat mal wieder

Das ist wahrlich bizarr. Der gemeine Arbeitgeber wird wird einem "Gleichbehandlungsgesetz" (umgangssprachlich "Antidiskriminierungsgesetz") geradezu tyrannisiert, was dazu führt, dass man jede Bewerbungsabsage 3x von verschiedenen Anwälten prüfen lassen muss (ok, übertrieben formuliert, aber wer damit zu tun hat, weiß, was ich meine) - und hier leistet sich der Staat [sic!] eine Diskriminierung vom Feinsten.

Unglaublich, nicht zu fassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 18