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Göttingen: Gewählter Uni-Präsident kündigt vor Amtsantritt Rückzug an
Philipp Schulze/DPA

Die Uni Göttingen muss sich einen neuen Präsidenten suchen. Der gewählte Sascha Spoun gab wegen "schwerwiegender Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Besetzungsverfahrens" seinen Rückzug bekannt.

Europa! 22.08.2019, 00:01
1. Vielleicht keine schlechte Lösung

Spoun kann seine Arbeit in Lüneburg weiterführen und sein Modell verwirklichen. Die Göttinger können wie gewohnt weitermachen. Aber ein bisschen belämmert stehen sie schon da.

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egonv 22.08.2019, 01:35
2.

Klingt fair von ihm, obwohl der Fehler ja bei der Uni Göttingen zu liegen scheint.
Wahrscheinlich ist es für die jetzt auch eine "Strafe" jemand anderen finden und nehmen zu müssen, wenn sie Prof. Spoun schon überzeugen mussten.

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observerlbg 22.08.2019, 07:16
3. Und in Lüneburg dann so?

Na, da bekommen einige Personen an der Uni Lüneburg jetzt ein nervöses Augenzucken in ihrem notgelandeten Raumschiff (muss man/frau mal gesehen haben ;-).

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Newspeak 22.08.2019, 12:53
4. ....

"bei der seine Amtszeit noch bis ins Jahr 2028"

Solche langen Amtszeiten sollte man als Erstes abschaffen. Das begünstigt nur Vetternwirtschaft und Günstlingstum. Und warum strebt so jemand dann noch ein Amt an? Oder hätte er bei akzeptierter Wahl darauf verzichtet. Deutschland ist echt total verfilzt, gerade in diesen Management- und Administrationsebenen.

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karl_idstein 22.08.2019, 15:38
5. @4....

Da liegt sicher ein Missverständnis vor: Natürlich hätte er das Amt in Lüneburg aufgegeben im Fall eines Wechsels nach Göttingen. Universitätspräsident ist in Deutschland eine 150% Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht, wobei das noch sehr vorsichtig geschätzt ist. Das entspricht grob verglichen dem CEO eines Großunternehmens, nur mit weniger Geld.

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TheDjemba 22.08.2019, 15:46
6. Ja, genau

Zitat von Newspeak
"bei der seine Amtszeit noch bis ins Jahr 2028" Solche langen Amtszeiten sollte man als Erstes abschaffen. Das begünstigt nur Vetternwirtschaft und Günstlingstum. Und warum strebt so jemand dann noch ein Amt an? Oder hätte er bei akzeptierter Wahl darauf verzichtet. Deutschland ist echt total verfilzt, gerade in diesen Management- und Administrationsebenen.
Am besten die Amtszeit auf ein Jahr absenken, damit gar keine Forschung mehr möglich ist. Meine Güte... Und inwiefern soll das bitte Vetternwirtschaft begünstigen? Erläutern Sie das mal.
Und wie stellen Sie sich das vor, er wird Präsident der Uni Göttingen, bleibt aber Präsident der Uni Lüneburg? Wie soll das gehen?
Der Wechsel wäre ein Karriereschritt nach vorne. Dass er jetzt ausbleibt, zeigt aber dass gerade an der Uni Göttingen keine transparenten und offenen Strukturen herrschen. Und Hut ab an den Herrn, dass er sich da nicht hineinziehen lässt und lieber verzichtet.

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Zucchi_Magico 23.08.2019, 10:08
7. Das hat er gut gemacht

Das hat er gut gemacht, wenn man nach der Wahl plötzlich mit Dreck beworfen wird, von Leuten die "nachher" kommen, sich aber vorher nicht zur Wahl gestellt haben, ist es besser großen Abstand von diesen zu nehmen.

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austromir 23.08.2019, 12:10
8. Dilemma

Tatsächlich ist Göttingen ein Paradefall. Das Grundgesetz formuliert und schützt die Freiheit der Forschung und Lehre. Träger dieser Freiheit ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung der/die Professor/in als Person. Die Exzellenzinitiative und die internationale Entwicklung fokussieren aber auf die Fähigkeit nicht als Person sondern als Team erfolgreich zu sein. Konsequent entwickeln sich also in D vier Modelle.
1. der autoritäre Rektor der die Minderheit kritischer Professoren in Schach hält weil die Mehrheit der Professorenschaft hnter ihm steht und er damit unangreifbar wird. Dieser Typus ist in der Exzellenzinitiative oft erfolgreich.
2. der koordinierende Rektor der es schafft alle einzubinden und auf eine kooperierende Professorenshcaft bauen kann. Auch hier sind Erfolge möglich.
3. der autoritäre Typus der die Professorenschaft nicht in Schach halten kann weil die Minderheit seiner Gegner zu gross ist. Dieser Typus scheitert in der Exzellenzinitiative.
4. der Moderator, der alle glücklich halten will und der deshalb keine zwei Exzellencluster erfolgreich einreicht und damit nicht Exzellenzuniversität werden kann.

Die Exzellenzinitative hat ihre Ziele zwar nicht erreicht, aber sie hat ihre Nebeneffekte. Göttingen ist nur einer davon. Andere werden weniger medienwirksam abgearbeitet.

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