Forum: Leben und Lernen
Gomringer-Gedicht "Avenidas": Es ist wieder da
Wohnungsgenossenschaft "Grüne Mitte" Hellersdorf

Eine Berliner Hochschule ließ das Gedicht "Avenidas" übermalen ließ, weil Studenten es sexistisch fanden. Nun hat es eine neue Heimat gefunden - ganz in der Nähe.

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mac4me 22.02.2019, 16:41
70. Ich auch....

Zitat von NewYork76
Ich verstehe das naemlich so: Der Dichter sitzt an einem lauen Nachmittag in der Stadt in einem Strassenkaffee und laesst die Szenerie auf sich wirken. Alleen und Blumen und Frauen. Er spuehrt inneren Frieden und bewundert die Schoepfung und das Leben. PS: Fantastisch, dass das Gedicht an der Fassade sogar beleuchtet ist!
...und anders ist es auch nicht zu verstehen. Und von Gomringer weiß man auch, dass er es so gemeint hat.

Aber bei der Bildungsmisere der vergangenen Jahrzehnte kann es eigentlich kein Wunder sein, dass viele es nicht verstehen. Zum Beispiel auch nicht der Asta der besagten Hochschule.

Es ist ein Sieg der Vernunft über die Engstirnigkeit. Vielleicht noch ein letzter, denn diese Angriffe werden weiter zunehmen.

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Berliner42 22.02.2019, 16:41
71.

Zitat von advocatus diaboĺi
denn es vergleicht Frauen mit Blumen und reduziert sie in Anblick eines Mannes auf ihre bloße Schönheit, degradiert sie somit zu einem Sexualobjekt.
Was hat Schönheit mit Sexualobjekte zu tun? Da fehlt die Logik. Im Gegenteil ist es zutiefst verletzend, Männern zu unterstellen, sie würden beim Anblick weiblicher Schönheit sofort triebgesteuert sein. Wer anderen Sexismus vorwirft, sollte ihn nicht selber so platt praktizieren.

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kumi-ori 22.02.2019, 16:42
72. Ich kann das verstehen.

Die Verantwortlichen können nichts dafür. Die haben wahrscheinllich auch gedacht, "was ein Sch...". Aber das sind ganz normale Beamte, die ihr Reihenhaus abzahlen müssen, und sich fragen, wofür sie ihre nächste turnusmäßige Beförderung oder gar Schlimmeres riskieren sollten. Und so sagen sie dann, wenn irgendwo was mit "Frauen" vorkommt, besser erst mal verbieten, wer weiß, was da noch kommt. So macht man zumindest nichts falsch.

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Berliner42 22.02.2019, 16:43
73.

Zitat von doitwithsed
Wenn Cis-Mann das ist, was diese Leute aufregt, bin ich mit größtem Vergnügen ein solcher.
Ich kannte den Begriff nicht mal, aber ja, ich bin auch einer, wie fast alle.

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Daniel_Sonntag 22.02.2019, 16:53
74. Das gefällt mir

Finde ich gut, auch wenn Sexismus leider für viele im Alltag ein Problem ist. Jeder sollte sich gegenüber seinen Mitmenschen angemessen und respektvoll verhalten. Der berechtigte Kampf gegen Diskriminierung schießt aber leider oftmals über das Ziel hinaus - zu sehen eben am Beispiel der Asta. Am Ende führt so was eher dazu, dass die Leute sich ärgern und solche Themen eben nicht mehr ernst nehmen bzw. mit einer negativen Haltung reagieren. Wo bleibt das Augenmaß? Darüber hinaus - Kunst zu zensieren (aus welchen Gründen auch immer) hat hierzulande immer einen faden Beigeschmack. Ich finde es gut, dass jemand auch mal dagegen hält, keine Angst vor dem Shitstorm hat und nach außen zeigt - ich halte eure Entscheidung dieses Gedicht zu übermalen für falsch und übertrieben.

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issernichsüss 22.02.2019, 16:55
75. Selbst wenn dieses Gedicht sexistische Züge haben sollte,

Zitat von susi_sorg_faeltig
Das Gedicht ist eindeutig sexistisch denn es vergleicht Blumen mit Frauen und reduziert sie in Anblick eines Mannes auf ihre bloße Schönheit, degradiert sie somit zu einem Sexualobjekt. Das entspricht dem alten Blumenbild der überkommenen patriarchalischen Gesellschaft...und es wundert nicht, dass sich die angehenden Pflanzen sind durch diese voyeristischen Text belästigt und sexuell verfolgt fühlen.....Es ist ein Skandal, dass die Genossenschaften dieses Gedicht wieder angebracht hat. Hier ist eindeutig der Gärtner gefordert.
dann können die, die es als das brandmarken, selbstverständlich ihre Meinung offen vertreten und dem besagten Gedicht einen derartigen Stempel aufsetzen.
Andere Meinungen zu dem Gedicht dürfte es ganz offensichtlich auch geben.
Aber dann sogleich zu fordern, dieses Werk an dieser Hochschulwand zu vernichten, erinnert mich an eine Zeit, in der man mit Büchern und anderen Meinungen gleichfalls sehr respektlos umging, d.h. sie verbrannte...
Außerdem gilt immer noch die Devise: Was darf Kunst? Kunst darf ALLES!
Damit sollten auch Personen, die nicht mit jedem Werk einverstanden sind, sich gewöhnen!

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archi47 22.02.2019, 16:59
76. eben immer noch der "Untertan"

Zitat von noethlich
Zunächst meine volle Unterstützung für diese Aktion. Es ist allerdings schon traurig, wie engstirnig besonders das akademische Umfeld geworden ist, wo doch das Gegenteil der Fall sein sollten, nämlich Offenheit selbst für Kontroverses (obwohl, es schon ans Lächerliche grenzt, dieses Gedicht in die Kategorie "kontrovers" einzuordnen). Das eigentliche Problem sind allerdings nicht diese unreifen Persönlichkeiten, die quasi überall Fehlverhalten anderer erschnüffeln müssen, um sich selbst auf einen moralischen Sockel zu stellen. Das Problem sind die eigentlich "Erwachsenen", die etwas standfester sein sollten und auch mal sagen müssen, "nein, das bleibt jetzt so, und das müsst ihr auch mal aushalten". Die Einknicker geben den Ton an, sei es in Wirtschaft, Universität oder Politik.
im Gewande der Demokratie.
Der Mainstream hat ja wohl auch einen Wind. Wer sein Fähnlein rechtzeitig in den gefühlten Wind hängt, so meinen wohl einige, der kommt schneller voran.
Sie haben recht, es müßte mehr Individuen geben, die sich eine eigene Meinung bilden möchten und auch können und dazu sich auch stehen trauen.
Im Zeichen der a-sozialen Medien ist es nicht leichter geworden. Aber wenn unsere zukünftige Kunstavantgarde es schon nicht kann, wer denn sonst? ...

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NewYork76 22.02.2019, 17:06
77. sorg_faeltig

Zitat von issernichsüss
dann können die, die es als das brandmarken, selbstverständlich ihre Meinung offen vertreten und dem besagten Gedicht einen derartigen Stempel aufsetzen. Andere Meinungen zu dem Gedicht dürfte es ganz offensichtlich auch geben. Aber dann sogleich zu fordern, dieses Werk an dieser Hochschulwand zu vernichten, erinnert mich an eine Zeit, in der man mit Büchern und anderen Meinungen gleichfalls sehr respektlos umging, d.h. sie verbrannte... Außerdem gilt immer noch die Devise: Was darf Kunst? Kunst darf ALLES! Damit sollten auch Personen, die nicht mit jedem Werk einverstanden sind, sich gewöhnen!
Sie sollten Sich vielleicht nochmal den Beitrag von susi_sorg_faeltig durchlesen bevor Sie darauf antworten.

Ich habe ihn jedenfalls sehr genossen. :-)

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Listkaefer 22.02.2019, 17:12
78. Endlich mal ein Zeichen ...

... gegen diesen akademisch theorisierten voll durchgeknallten Genderwahnsinn. Es wurde Zeit, diese Genderextremisten endlich zu stoppen. Die Gender-Sprachverunglimpfungen sind schon eine Zumutung. Die Glorifizierung der vom Mainstream abweichenden Zweierbeziehungen als hipp, modern, und die traditionelle Ehe als Auslaufmodell hinzustellen, ebenfalls. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das darf alles sein, aber der Mainstream eben auch. Patchworkfamilien dürfen sein, aber meistens erschöpfen sie sich in tristen sozialen Verhältnissen. Und das mit diesem Gedicht - das war nun der negative Höhepunkt.

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Ein Stein! 22.02.2019, 17:18
79. Dazu passt wunderbar

Zitat von mac4me
...und anders ist es auch nicht zu verstehen. Und von Gomringer weiß man auch, dass er es so gemeint hat. Aber bei der Bildungsmisere der vergangenen Jahrzehnte kann es eigentlich kein Wunder sein, dass viele es nicht verstehen. Zum Beispiel auch nicht der Asta der besagten Hochschule. Es ist ein Sieg der Vernunft über die Engstirnigkeit. Vielleicht noch ein letzter, denn diese Angriffe werden weiter zunehmen.
die textliche Beschreibung des Films "Idiocracy"

https://de.wikipedia.org/wiki/Idiocracy

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