Forum: Leben und Lernen
Google, Lego, Apple im Klassenraum: Die wollen doch nur helfen - oder?
Google

Virtuelle Klassenausflüge und selbstgebaute Roboter - Firmen wie Lego, Google und Apple bieten Lehrern an, was der Staat ihnen verwehrt. Ist das ehrenwertes Engagement? Oder dreiste Werbung?

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der_gärtner13 28.10.2017, 08:58
1. Wahrheit liegt dazwischen!

Einerseits Engagement, andererseits Werbung! Aber wenn am Ende eine win-win Situation da ist, warum nicht.

Es ist ja nicht nur im Klassenraum so. In Ausbildungsbetrieben und Universitäten geht es ja weiter, vor allem im Software- und Geräte-Bereich.

Das, was man als Student zum arbeiten braucht, zahlt ja nicht der Staat !
Das zahlen die Hersteller/Entwickler mit ihren Education Programms, die es Studenten ermöglicht sich da anzumelden und softwarelizensen für mehrere tausend Euro zu beziehen (ich meine nicht die Programme, die sich Unis als Unis beim Hersteller kaufen und ihren Studenten geben, sondern von "persönlichen") . Oder gleich ganze Arbeitssysteme und Labore stellen.

Denn wenn der Student schon mit einem Produkt (oft bieten Marktführer solche Programme an) gearbeitet hat und zufrieden ist, wird er später zahlender Kunde, direkt oder indirekt!

Am Ende haben alle was davon

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Susi64 28.10.2017, 09:08
2. Natürlich geht es um Werbung, aber

würden es die Firmen nicht machen, dann würde es keiner machen.
Früher hätte man darüber kaum diskutiert, einfach weil die Schule keinen Sponsor gebraucht hätte. Damit verselbständigt sich wieder die Diskussion. Am Ende sind die Sponsoren wichtiger als der Unterricht.

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wanderer777 28.10.2017, 09:59
3. Haha

Engagement - wer DAS glaubt, träumt von rosa Wölkchen. Natürlich geht es darum, die späteren Kunden möglichst früh an seine Marke und Produkte zu binden. Schon vor zehn Jahren wurde das sehr treffend und bissig in einer Folge von "Die Simpsons" persifliert. Nur weil der Staat sich Bildung nicht leisten kann (oder will) verkaufen wir unsere Kinder also an Firmen. Was für ein Wahnsinn.

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bananaaa! 28.10.2017, 10:07
4.

Die Verantwortung was in der Schule wie gelehrt wird liegt allein beim Staat, also bei uns alle . Wenn uns Schule zu teuer wird müssen wir mit dem Ergebnis leben.

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111ich111 28.10.2017, 10:17
5. Gegensätze?

"Kinder sollen nicht mehr zu mündigen Bürgern, sondern zu fähigen Arbeitern erzogen werden. Statt ihnen allgemeines Wissen zu vermitteln, gehe es verstärkt darum, ihre Fähigkeiten zu Teamarbeit oder Problemlösungen zu schulen."

Aha. Mündige Bürger gegen fähige Arbeiter und allgemeines Wissen gegen Teamarbeit oder Problemlösungen. Das eine schließt also das andere aus? Netter Versuch der polarisierenden Meinungsbildung ...

Liebe Sozialromantiker und Extrempositionierer: Wenn der Staat - aus welchen Gründen auch immer - im Bereich Lehr- und Lernmittel nicht leistungsfähig ist und deswegen anstatt oder zusätzlich Firmen durch Sponsoring eintreten, ist das kein Grund, die Sache an sich zu verteufeln. Klar wäre "werbefreie" Bildung schöner, aber besser gesponderte Bildung als gar keine Bildung. Und "werbefrei" war Bildung schon früher nicht, wenn ich mich so an meine Uni-Zeit zurück erinnere. Manche Kröten muss man halt fressen. Es gilt daran zu arbeiten, den Staat diesbezüglich leistungsfähiger zu machen und nicht das Sponsoring zu verteufeln. Das - und nur das - kann sinnvollerweise das Anliegen sein.

Die hier im Artikel vertretene (und übrigens schwer suggestiv dargestellte) Meiniung erinnert mich an die Posotion, die Kuh lieber verhungern zu lassen, als mit ökologisch unbedenklichem Futter zu versorgen.

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raly 28.10.2017, 10:25
6. ...

wer einmal die Lernresourcen dieser Unternehmen gesehen hat (erklaervideos, programme zum Erlernen des Programmierens, etc.), sieht das ganze nicht mehr ganz so kritisch. Klar wird hier auf der einen Seite Kundenbindung betrieben (aber ist die Wahl zwischen Microsoft und Apple wirklich so Lebensentscheidend als dass man nun vor der Kundenbindung Angst haben muesste? naja, das wage ich mal zu bezweifeln). Aber zurueck zum Thema, die Lernmaterialien sind einfach verdammt gut, innovativ, und machen Spass, das foerdert den Lerntrieb ungemein. Und falls man nun mit apple, microsoft oder google programmieren lernt, macht das wirklich einen so grossen Unterschied? gut, mag sein, dass man sich eher auf Swift als auf c# oder Java fokussiert, aber kennt man erst einmal eine Programmiersprache gut (und Programmiertechniken) dann lernt man die anderen auch im Handumdrehen. Bevor man sich also ueber sponsoring aufregt sollte man selbst vielleicht mal ein wenig in besseren Unterricht investieren, dabei koennte man sich gerne mal ein paar Scheiben von diesen Unternehmen abschneiden.

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Profdoc1 28.10.2017, 10:36
7. Nicht ganz.....

Zitat von bananaaa!
Die Verantwortung was in der Schule wie gelehrt wird liegt allein beim Staat, also bei uns alle . Wenn uns Schule zu teuer wird müssen wir mit dem Ergebnis leben.
Die Verantwortung für die Schulen liegt beim Schulträger; dass sind i.d.R. Städte und Gemeinden. Generell ist Schulpolitik Landespolitik und nicht Bundespolitik, ja, noch schlimmer, dass Bund-Länder-Kooperationsverbot ist immer noch nicht aufgehoben.
Zu Lehrinhalten: Sie werden i.d.R. vom Land in Zusammenarbeit mit Fachgruppenkreisen erarbeitet. Der 'Staat' ist da außen vor.

Da die Schulen chronisch unterfinanziert sind, springen dann Wirtschaftsunternehmen ein. Und natürlich gibt es ein Eigeninteresse, aber alles andere wäre naiv zu glauben. Es ist aber immer noch besser, zumindest kurzfristig, das Unternehmen, die die Potenz besitzen, hier zuarbeiten.

Ich bin da Realist; da wird sich weder ändern, noch im Bildungsbereich zu objektiv bewertbaren Modellen der Sinnhaftigkeit kommen. Es bleibt bei gut gemeinten Forderungen. Am Ende des Tages müssen LehrerInnen und die jeweiligen Schulleitungen einen Weg finden, die Matrialien zu nutzen, aber gleichzeitig die SchülerInnen zu bilden. Dabei wird ihnen niemand helfen können.
Also, nicht warten oder fordern, sondern einfach machen!

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fabian.eden82 28.10.2017, 10:56
8. Problemlösungskompetenz statt Allgemeinbildung?

Natürlich muss heute weit weniger Allgemeinbildung gelehrt werden als Problemlösungs- oder Medienkompetenz. Wenn ich heute wissen will, welcher römische Feldherr Britannien erobert hat, muss ich das nicht mehr aus dem Gedächtnis kramen, ich muss nur mit dem Smartphone googeln. Wichtig ist da dann die Quelle einschätzen zu können. Und zu den zu lehrenden Kompetenzen gehört auch mit Sponsoring bewusst umzugehen.

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Sixpack, Joe 28.10.2017, 11:58
9. Geld für Technologie haben die Schulen nicht!

Deutsche Unternehmer wollen generell bezahlt werden wenn man etwas für Unterricht braucht (Computer, Whiteboards, Software, was auch immer...) Also sucht man eben Alternative! Wenn die Steuergelder wegen eine (sinnlose) schwarze Null es nicht hergeben, wird man kreativ!

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