Forum: Leben und Lernen
Google, Lego, Apple im Klassenraum: Die wollen doch nur helfen - oder?
Google

Virtuelle Klassenausflüge und selbstgebaute Roboter - Firmen wie Lego, Google und Apple bieten Lehrern an, was der Staat ihnen verwehrt. Ist das ehrenwertes Engagement? Oder dreiste Werbung?

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chrismuc2011 28.10.2017, 12:22
10.

Während meines Studiums der Ingenieurwissenschaften in den 70ern und 80ern kursierten "unter der Hand" die neuesten ACAD Versionen. Angeblich waren es Raubkopien. Später stellte sich heraus, das ACAD diese Kopien überhaupt nicht zufällig unter die Studenten verteilte.
In meiner Zeit in Singapore wetteiferten z.B. deutsche Firmen gegeneinande Lehrmaterial an die örtlichen Ingenieursschulen verschenken oder verleihen zu dürfen. Industrielle Laser, ja ganze Anlagen wurden zur Verfügung gestellt, um den Schülern und Studenten die Lasertechnik, aber auch CNC, SPS Anlagen oder deutsche Pneumatik näher zu bringen.
Es ist ein zweischneidiges Schwert. Aber Sponsorship gibt es auch bei Praktika, Diplomarbeiten, ja selbst bei stinknormalem Computerunterricht geht es nicht ohne Microsoft, Adobe. Und wie wollen Sie Computersprachen lernen, wenn sie keine Computersprachen Software benutzen, die schließlich auch von irgendwem kommt. Schottglas, Sartorius oder Bizerba Waagen etc. gab es schon in den 60ern und 70ern in den Schulen.

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realist4 28.10.2017, 13:23
11. Welch seltsame Frage

Natürlich ist es ehrenwertes Engagement, wenn Firmen Schulmaterial sponsern und selbstverständlch dient es der Werbung. Umsonst ist der Tod und der kostet das Leben. Wir sind von Werbung umgeben, sie begleitet uns tagtäglich auf allen Wegen, oft ohne persönlichen Nutzen. Auch Kinder leben nicht in einem geschützten Raum, sondern mitten unter uns. Es gehört zum Lernprozess sinnvolles und unsinniges unterscheiden zu können. In diesem Fall finanziert die Werbung wenigstens etwas sinnvolles.

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geotie 28.10.2017, 13:49
12.

Bei solchen Aktionen istes wie in der Politik, man will was für sein Geld haben. Firmen geben gerne da, wo man was zurück bekommen kann. In der Politik sind es Steuererleichterungen oder Mitsprache on den Gesetzen, an den Bildungsstätten kann man frühzeitig die passenden Schüler und Studenten aussuchen und für sich nutzen.
Ob das gut ist, ich denke teilweise ja.

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hzj 28.10.2017, 13:57
13. Problem teilweise erkannt, Thema verfehlt

Warum sollen die traditionellen Lehrmittelfirmen und Schulbuchverlage geschützt werden gegen den Fortschritt?
Die Angebote der MINT Lehrmittelfirmen sind im Handling und Nutzungskonzept in der Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde und dort stehen geblieben. Sie sprengen jeden Etat einer öffentlich finanzierten Schule und ihnen fehlt die Anschaulichkeit, die Begreifbarkeit, die Bedienbarkeit, neudeutsch die Usability der Produkte von Lego, Apple und Co. Vergleichen Sie mal Metallbaukästen, Fischer Technik Baukästen und Lego Baukästen oder Fischer Technik Roboter und Lego Roboter in Bezug auf Nutzungsfreundlichkeit und sinnvollen Einsatz im Stundenraster einer Schule.
Wenn ich mit Schülern einen Besuch in einer Industrieanlage mache, ist das übrigens auch eine Art von Sponsoring durch diese Firma. Wenn wir dann dort etwas zu Trinken oder einen kleinen Imbiss bekommen, würde die Autorin das vielleicht schon als Bestechung werten? Auch Betriebspraktika von Schülern können dann als Manipulationsversuche angesehen werden.
Wenn Schulcomputer mit Windows und MS Office ausgestattet sind, ist das aus Sicht der Autorin gut, weil esch schon seit 1985 so war; wenn sie mit Google Chrome oder Apple Mac OS laufen, ist das unerlaubte Werbung und negative Beeinflussung der allzu leicht manipulierbaren Jugendlichen?
Weil Apple ein gut in die vorhandene Schul IT integrierbares System von Tablets, Apps und Administrationstools zur Verfügung stellt, das auch noch über die übliche IT Lebensdauer von 4 bis 5 Jahren ohne Zusatzkosten aktuelle Software erhält, viele didaktisch und methodisch gut gemachte und preisgünstige Apps anbietet und dann noch kostenlose Fortbildungen für Lehrer abhält, ist das unerlaubtes Sponsoring und Werbung?
Wenn Schulen deswegen Apple Technik gegenüber Microsoft oder Google Alternativen bevorzugen, sind sie von Lobbyisten verführt? Oder bleiben wir besser bei der Schiefertafel und ignorieren 150 Jahre technischen und gesellschaftlichen Fortschritt?
Ob übrigens ein Kind G wie Gustav oder G wie Google buchstabiert, ist übrigens völlig belanglos. In Schulen ist das Buchstabieren nach DIN 5009 kein Thema, kommt nicht vor. Daher sucht sich jeder die Worte, die ihm geläufig sind. A -Apple; B - Business; C - Computer; D - Dumpfbacke; E - Energie; F - Fuck; G - Google; H - Horst; I - iPhone; J - Jobs; ……….
Eines ist allerdings völlig klar: Die Bundesländer versagen nicht nur bei den Lehramtsstudiengängen, sondern mindestens genauso bei den Fortbildungen der Lehrer, um sie fit zu machen für die Anforderungen der digitalen und vernetzten Welt. Apple, Lego und Co werden das nicht ersetzen, sondern verfolgen natürlich vor allem eigene Interessen. Manchmal Überscheiden die sich mit den Interessen von Schulen und Lehrern, dann ist es gut. Sinnlose Fehlinvestitionen kommen allerdings auch vor. Das liegt dann oft an der Inkompetenz des Schulträgers (Stadt oder Kreis)

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shardan 28.10.2017, 14:16
14. Na und? Was regt ihr euch auf?

Wir haben eine demokratisch gewählte Regierung, die seit Schröder nur noch auf "Der Markt wird es regeln" setzt. Wir, die Wähler, wollten es mehrheitlich so. Nun stoßen die Unternehmen in die Lücke, verhalten sich damit durchaus marktkonform und alles motzt mal wieder. Deutschland, das Land der Sofa-Meckerköppe. Derzeit haben wir dank staatlichem Versagen im Bildungssektor die Wahl zwischen Pest und Cholera: Gesponsorte digitale Bildung mit entsprechendem Anteil an Werbung und Markenbindung - oder gar keine! Chose your poison. Die Konzerne geben sich gern sozial-solidarisch. Wie sozial diese Konzerne sind, möge man sich anhand der Fertigung bei FoxCon mal ansehen. Keiner, KEINER dieser Konzerne, Apple, Google, Microsoft usw, verschenkt einen einzigen Cent, ohne auf den "Return on Investment" zu sehen. Gefördert und gesponsert wird nur, was dem Umsatz nützt. Interessant ist auch, dass der größte "Förderer" gar nicht erst genannt wird: Für Schüler und Studenten sowie Schulen werden Microsoft-Produkte zu Dumpingpreisen verkauft, die sehr weit unter den Marktpreisen liegen. Warum wohl? Damit man sich auf den Markt drücken kann. In 99 von 100 Fällen braucht man die Funktionen nicht, die MS-Office noch von der freien Konkurrenz wie LibreOffice unterscheiden - bezahlen müssen die 99 anderen das bei MS-Office sehr wohl.

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karsten-reg 28.10.2017, 14:31
15. Engagement der Wirtschaft sollte nicht so einseitig dargestellt werden

.. weil sie das tut, dass Politik, Schulen und Lehrer seit Jahren versäumen.
Sie machen die künftigen Arbeitnehmer/in fit für ein digitales Arbeitsumfeld und auch fit für eine Zukunft in der Digital so "normal" ist, wie Strom aus der Steckdose.

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ruhepuls 28.10.2017, 15:33
16. Wir sind eine Industriegesellschaft

Zitat von 111ich111
"Kinder sollen nicht mehr zu mündigen Bürgern, sondern zu fähigen Arbeitern erzogen werden. Statt ihnen allgemeines Wissen zu vermitteln, gehe es verstärkt darum, ihre Fähigkeiten zu Teamarbeit oder Problemlösungen zu schulen." Aha. Mündige Bürger gegen fähige Arbeiter und allgemeines Wissen gegen Teamarbeit oder Problemlösungen. Das eine schließt also das andere aus? Netter Versuch der polarisierenden Meinungsbildung ... Liebe Sozialromantiker und Extrempositionierer: Wenn der Staat - aus welchen Gründen auch immer - im Bereich Lehr- und Lernmittel nicht leistungsfähig ist und deswegen anstatt oder zusätzlich Firmen durch Sponsoring eintreten, ist das kein Grund, die Sache an sich zu verteufeln. Klar wäre "werbefreie" Bildung schöner, aber besser gesponderte Bildung als gar keine Bildung. Und "werbefrei" war Bildung schon früher nicht, wenn ich mich so an meine Uni-Zeit zurück erinnere. Manche Kröten muss man halt fressen. Es gilt daran zu arbeiten, den Staat diesbezüglich leistungsfähiger zu machen und nicht das Sponsoring zu verteufeln. Das - und nur das - kann sinnvollerweise das Anliegen sein. Die hier im Artikel vertretene (und übrigens schwer suggestiv dargestellte) Meiniung erinnert mich an die Posotion, die Kuh lieber verhungern zu lassen, als mit ökologisch unbedenklichem Futter zu versorgen.
"Ganz früher" erzog man Jungs zu guten Jägern oder Kriegern und Mädchen zu guten Müttern. Später war dann der gute Bauer/Bäuerin oder Handwerker gefragt. Und heute eben der gute IT-Worker. Jede Gesellschaft erzieht die Kinder zu dem, was die Gesellschaft benötigt, um zu überleben. Heute jagen wir nicht mehr, sondern hocken vor PCs. Das hat Vor- und Nachteile, wie alles. Der Artikel konstruiert einen Gegensatz zwischen "Mündig sein" und "Können". Was ist denn der Gegenpol zum "fähigen Arbeiter"? Der "mündige Hartz-IV-Empfänger"?

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arkeid 28.10.2017, 16:50
17. Und dennoch, das Digitale wird maßlos überschätzt

Ich finde, Lernen hat viel mit Begreifen zu tun. Gut, wenn man das bei allem beeindruckenden digitalen Aktionismus nicht völlig aus den Augen verliert. Darauf ein frisches Google. Prost!

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mam71 28.10.2017, 17:28
18. Kein Geld?

Es fällt schwer zu glauben, dass ein Staat in Zeiten von Rekordsteuereinnahmen und 100 Milliarden, ďie mal eben so für Menschen, die noch nicht so lange da sind, rausgehauen werden, kein Geld für unsere Schüler hat. Es ist einfach eine Frage von Prioritäten: Anderes (und andere) sind eben wichtiger. Die smarte Ministerpräsidentin meidet daher ja auch klugerweise ihre eigenen öffentlichen Schulen.

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Mr Gaga 28.10.2017, 17:40
19. Die Konzerne

sollen Steuern zahlen, anstatt sich mit den gesparten Steuern als Mäzene oder sonstwas aufzuspielen...

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