Forum: Leben und Lernen
Google, Lego, Apple im Klassenraum: Die wollen doch nur helfen - oder?
Google

Virtuelle Klassenausflüge und selbstgebaute Roboter - Firmen wie Lego, Google und Apple bieten Lehrern an, was der Staat ihnen verwehrt. Ist das ehrenwertes Engagement? Oder dreiste Werbung?

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Fruusch 30.10.2017, 10:28
30. in einem Bildungssystem

in dem wir Lehrer so gut wie alles aus eigener Tasche bezahlen müssen (Schulbücher, Software, Stifte, Büromaterial, Anschauungsmaterial, Bastelmaterial...), wundert es mich nicht, dass solche Firmenprojekte boomen. Auch die 3000 Euro für die Legokästen im Artikel werden sicher nicht aus dem jährlichen Schuletat sondern von externen Sponsoren bezahlt worden sein - ein Schuletat kann das nie und nimmer stemmen. Beispiel gefällig? Ich unterrichte am Gymnasium, unsere Etats betragen pro Fach zwischen 100 und 1000 Euro pro Jahr. Insgesamt stehen der Schule so ca. 5000-7000 Euro pro Jahr zur Verfügung, um Anschaffungen oder Reparaturen in den einzelnen Fachbereichen zu bezahlen. Ein Einzelposten von 3000 Euro würde da völlig aus dem Rahmen fallen, die meisten Fächer würden dann komplett leer ausgehen.
Genauso sieht es mit Fortbildungen für uns Lehrer aus. Von staatlicher Seite gibt es da kaum etwas, und wenn dann mit mangelhafter Ausstattung und meist vorsintflutlichen Konzepten. Wo kann man also sinnvoll etwas lernen, außer bei den Herstellern selbst?
Wenn ich als Lehrer unseren Laptopwagen in den Klassenraum schiebe, fangen die Schüler an zu feixen, weil sie genau wissen, dass wieder mal die Hälfte der Geräte nicht funktionieren wird und die andere Hälfte bei ihrer Geburt bereits veraltet war. Die meisten Schulen haben nicht mal das. Und wenn diese Technik mal wieder versagt, greifen wir halt auf das zurück, was jeder dabei hat und (fast) immer funktioniert: Das schülereigene Smartphone. Wenn die Schule jetzt noch ein funktionierendes WLAN hätte, müssten die Schüler dann im Unterricht nicht einmal mehr ihr privates Datenvolumen (das viele vom Taschengeld bezahlen) verbrauchen.

So sieht es aus. Wenn also irgendeiner anfangen will zu jammern, dass die ach so bösen Konzerne unsere armen unschuldigen Schülerchen mit ihrer ach so bösen Manipulation verderben wollen - dann soll derjenige gefälligst dafür sorgen, dass unsere Schulen so ausgestattet sind, dass wir dieses Sponsoring nicht nötig haben. Wir können unsere Schüler nicht mit den Mitteln von vorgestern auf die Welt von morgen vorbereiten.

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Onkel Drops 30.10.2017, 13:37
31. raspberry pi?

klein einfach und bezahlbar. ein Mikrocomputer zum basteln lernen und entdecken. läuft mit linuxversionen. ach ja da hängen keine geldgierigen Firmen dran,dann ist das nix für Schulen. statt legosteine eigene Bauteile bauen !

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peterbruells 03.11.2017, 05:56
32.

Zitat von Onkel Drops
Raspberry klein einfach und bezahlbar. ein Mikrocomputer zum basteln lernen und entdecken. läuft mit linuxversionen. ach ja da hängen keine geldgierigen Firmen dran,dann ist das nix für Schulen. statt legosteine eigene Bauteile bauen !
dafür brauchen sie noch besser ausgebildete Lehrer oder externe, die sich das bezahlen lassen. 75 € pro Stunde, da ist ein Etat schnell aufgebraucht.

DIe notwendigen Monitore haben Sie auch mal ganz fix unterschlagen.

Ja, es sind nette Dinger. Ich habe selbst zwei im Einsatz und selbst auf dem Mac verbringe ich die Hälfte meiner Arbeitzeit in der Konsole. Angefangen habe ich da eh drauf, damals zu ZX81 und Apple ][ Klon Zeiten.

Wenn mein Sohn allerdings alt genug ist, ist die Reihenfolge klar.

Erst Mesienkompetenz. Dann Programmiergrundlagen mit direkten Feedback, etwa Swift Playgrounds. dann erst Konsole und Pipes.

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fred2013 03.11.2017, 14:23
33. Teure Hard- und Software im Klassenzimmer ist unnötig

Für 35 Euro gibt es den Raspberry Pi zu kaufen/beschaffen, der völlig ausreicht, um Kindern und Jugendlichen den Spaß am Programmieren zu vermitteln und die Geräte als preiswerte Arbeitsmittel einzusetzen.
Teure Software ist dabei völlig überflüssig. OpenSource hat genügend kostenfreie Produkte verfügbar, die es jedem ermöglichen ordentliche Lernziele zu erreichen.
Wer lieber Notebooks mag, der kann gerne preiswerte Altgeräte mit Linux zum Leben erwecken. Flavours von Linux, wie Linux Mint lassen vergessen, dass man nicht auf einem Windowsrechner arbeitet, die mitgelieferte Software ist umfangreich, von Office bis Datenbank, alles da. Und das 'kosta fas gar nix'.
Gebrauchte, aber ordentliche Notebooks bekommt man auch von Firmen, die eine Hardware Policy fahren und alle 3 Jahre die Geräte austauschen. Die sind für den Einsatz mit Linux allemal geeignet.
Das Sponsoring von Lego, Microsoft und Apple sollte aus dem Unterricht draussen bleiben.

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