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"Gravierende Mängel": Chef der Hochschulrektoren sieht Studierfähigkeit von Abiturien
DPA

Sie könnten schlechter rechnen und lesen wollten viele auch nicht mehr: Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, hat seinen Unmut über angehende Studenten zum Ausdruck gebracht.

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mborevi 18.06.2019, 14:40
20. Das Thema ...

... ist uralt. Ich bin nun seit 12 Jahren emeritiert, aber schon in den beginnenden 1990er Jahren war die Bildung der Abiturienten, vor allem in Rechnen, Geographie, Rechtschreibung, CHEMIE!!!, usw. unterirdisch schlecht. Ich habe mir damals mal die Lehrpläne des hessischen Kultusministeriums für naturwissenschaftliche Fächer angesehen und habe plötzlich verstanden, wo die Gründe liegen: Da werden Sachverhalte von rein wissenschaftlichem Interesse kultiviert, einfache Grundlagen dagegen (welcher Baum, Vogel usw. ist das, was ist ein Dreisatz, ...) fehlen vollständig. Klar, dass das Interesse an so einem Unterricht schon gar nicht mehr aufkommt und Wissen nur kurzfristig für die nächste Prüfung gespeichert wird. Alte Erfahrungssätze wie "non scolae sed vitae discimus" gelten heute -- im "digitalen" Zeitalter, als überholt (fast hätte ich "dickital" geschrieben).

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DerMarktschreier 18.06.2019, 14:42
21.

Zitat von dasfred
Der Ball liegt jetzt bei den Hochschulen. Die jungen Leute heute sind nicht dümmer als früher. Wenn sie nicht genug Stoff mitbringen, dann müssen ihnen die Hochschulen den Stoff vermitteln. [...] Jedes Studium muss seine eigenen Grundlagen vermitteln. Das ist Aufgabe der Professoren, nicht der Gymnasiallehrer.
Wenn das Studium dann entsprechend verlängert wird, nur zu. Aber mit dem Trend zur Verkürzung der Studiendauer ist das nicht in Einklang zu bringen. Und wenn die Durchfallquoten steigen (weil das Niveau beibehalten wird), dann beschweren sich wieder alle, das Studium sei zu schwer.
Ich kenne die Klagen der heutigen Studenten (Luft- und Raumfahrttechnik) aus eigener Erfahrung und muss sagen, dass ich ob der eingeschränkten Wissensbasis oft erschrocken bin - früher hätte ich die Aussagen von Herrn Alt abgelehnt, heute muss ich sie leider unterstützen...

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Leser_01 18.06.2019, 14:42
22.

Das ist ganz normal. Wenn man die Anforderungen absenkt, um Ergebnisgleichheit herbeizuführen, sinkt die Qualität. Bis in die 60er haben lediglich 10% Abitur gemacht, dann 33%, heute sind es 50%. Ist die Menschheit zwischenzeitlich klüger geworden? Wohl kaum.

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gedu49 18.06.2019, 14:43
23. Überspitzte formulierte Anfrage

Zitat von dasfred
..... Jedes Studium muss seine eigenen Grundlagen vermitteln. Das ist Aufgabe der Professoren, nicht der Gymnasiallehrer.
Was sollen wir unter "eigenen Grundlagen" der Studiengänge verstehen ?
Sollen Mathematiker mit einfachen Gleichungen beginnen oder Elektroniker mit dem Ohmschen Gesetz ?

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Röntgen 18.06.2019, 14:44
24. Ein großes Dilemma ist

dass hier zwei Dinge auseinanderdriften: erstens die offenkundig immer bescheidener werdenden intellektuellen Fähigkeiten unseres Nachwuchses und zweitens die immer anspruchsvoller werdenden Systeme, die in der modernen Welt zu beherrschen sind. Hierzu zählen der komplexe Verbund internationaler Volkswirtschaften, komplizierte Systeme in der Technik, Energieversorgung, Politik uvm., die eigentlich hellere Köpfe erfordern als die heute nach Ansicht der Hochschulrektoren verfügbaren. Die Ansprüche an die Schüler zu reduzieren wird nur von selbigen als Erleichterung empfunden. Für die Gesellschaft wird es zur schweren Hypothek...

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isar56 18.06.2019, 14:46
25.

Zitat von dasfred
Der Ball liegt jetzt bei den Hochschulen. Die jungen Leute heute sind nicht dümmer als früher. Wenn sie nicht genug Stoff mitbringen, dann müssen ihnen die Hochschulen den Stoff vermitteln. Dafür werden sie bezahlt. Notfalls müssen Hochschulen und gymnasiale Oberstufen kooperieren. Die Studenten haben bisher fürs Abi gelernt und wenn das den Rektoren zu wenig ist, dann haben sie Pech. Es gibt keine anderen. Jedes Studium muss seine eigenen Grundlagen vermitteln. Das ist Aufgabe der Professoren, nicht der Gymnasiallehrer.
Wie bitte? Die Hochschulen und Universitäten sollen die Studenten für ein Studium qualifizieren und mit Gymnasien kooperieren? Also die Voraussetzungen für die Hochschulreife schaffen?
Haben Sie studiert? Woher kamen Ihre Kommilitonen und wie viele Gymnasien waren betroffen? Mit mir studierte eine Japanerin und mehrere Amerikaner, eine Tschechin, zwei Österreicher und eine Koreanerin. Ich verstehe diesen Hang zum Studieren nicht.
Heute werden Handwerker gesucht und wenn ich mir Rechnungen von einem Glaser und Schreiner ansehe kann ich nur ein Handwerk empfehlen. Es findet sich bestimmt ein Zweig der Spaß macht.
Es ist nicht Jeder zum Handwerker geschaffen, aber auch nicht Jeder zum Akademiker.

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volan 18.06.2019, 14:51
26. Wählt die Studenten aus

Zitat von dasfred
Der Ball liegt jetzt bei den Hochschulen. Die jungen Leute heute sind nicht dümmer als früher. Wenn sie nicht genug Stoff mitbringen, dann müssen ihnen die Hochschulen den Stoff vermitteln. Dafür werden sie bezahlt.
Falsch. Die jungen Leute sind zwar nicht dümmer, sie besitzen aber nicht die zum Studium erforderlichen Fähigkeiten.
Es ist nun an der Zeit, den Hochschulen das Recht zu geben, Studenten in Aufnahmeprüfungen auszuwählen. Wenn, wie jetzt im Matheabitur, jedes Bundesland seinen Notenmasstab selber festlegt, sind gleiche Zugangsbedingungen zu den Hochschulen nicht mehr gewährleistet. Am cleversten sind Hochschulen im grünen Baden-Württemberg, die kostenpflichtige Vorkurse zum Anheben auf das alte Abitur-Niveau anbieten. Die Armen mit staatlicher Bildung bleiben dabei außen vor.

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u-bahner 18.06.2019, 14:56
27. Wen wundert's?

Studieren ist die neue Art der Volks-Berufsausbildung, die Uni wird zur Berufsschule. Das Niveau immer weiter abzusenken ist politisch gewollt! Ist doch klar - dadurch dass immer mehr Menschen Akademiker werden, steigt der IQ in der Bevölkerung ja nicht an.
Vielleicht sollte man Elite-/Premium-/Hochbegabten-Studiengänge für die wirklich Schlauen erfinden, um die Spreu wieder vom Weizen zu trennen.

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Renkin 18.06.2019, 14:58
28. Wundert mich nicht

Die Schüler sind heute keineswegs dümmer. Problematisch könnte hingegen sein, dass sie immer schneller durch die Schule gepeitscht werden und dann mit gerade mal 18 (manchmal sogar noch früher) anfangen zu studieren. Da kann es durchaus passieren, dass einige noch nicht soweit wie ihre Kommilitonen sind.
Wobei mir als Masterstudent bei meinen jüngeren Kollegen keine dieser „gravierenden“ Mängel aufgefallen wären. Im Gegenteil, die sind meistens motivierter, fleißiger und besser organisiert als die, die schon eine Weile dabei sind.

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raphaa0711 18.06.2019, 14:59
29. Das Handy ist Schuld

Wie haben Sie diesen Artikel gelesen? Wäre es anders, wenn sie diesen ausgedruckt hätten? Nicht die Art und Weiße, sondern was wir lesen ist wichtig. Die Schule sollte im 21 Jahrhundert ankommen. Anstatt Handy und co zu verbieten, könnte man den Schülern zeigen, dass diese mehr können als Candycrush und Whatsapp. Ich habe meine Hausaufgaben nicht ausgedruckt, sondern auf dem Handy mitgenommen.

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