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"Gravierende Mängel": Chef der Hochschulrektoren sieht Studierfähigkeit von Abiturien
DPA

Sie könnten schlechter rechnen und lesen wollten viele auch nicht mehr: Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, hat seinen Unmut über angehende Studenten zum Ausdruck gebracht.

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burrhus 18.06.2019, 15:57
60.

Zitat von Fremdkäufer
Studierfähigkeit an Mathekenntnissen zu messen war schon zu Zeiten meines Informatik-Studiums (vor 20 J) gang, gäbe und falsch. Selbst in MINT-Studienfächern braucht(e) man Mathe bestenfalls punktuell und auch das nur in akademisch ausgerichteten Fachbereichen und schon gar keine - natürlich von "echten" Mathematikern gegebene - (Pflicht-)Extra-Kurse. Und das war noch vor dem Internet mit seinen Möglichkeiten zu lernen oder (igitt, wie profan), das benötigte Wissen kurz nachzuschlagen. Die Daseinsberechtigung von Mathe und vor allem Hochschul-Mathe-Lehrern besteht bis heute einzig darin, Studenten auszusieben, und vor diesem Hintergrund muss man die Einlassung des HRK-Präsidenten verstehen.
Und nicht nur die Abiturienten sind ein Problem, wie folgendes Zitat zeigt ;-)

„[…] knapp 50 % aller Lehrlinge zeigen mangelhafte oder stark defizitäre Leistungen in der Mathematik“ (DIHK, 1965)

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hans_g 18.06.2019, 16:03
61. Keine neue Erkenntnis

Die Klagen über nicht auf das Studium vorbereitete Studenten sind inzwischen Jahrzehnte alt und wie hat man in den Schulen reagiert? Befeuert durch den politischen Willen, die Universitäten immer größeren Teilen eines Jahrgangs zugänglich zu machen, wurde und wird ständig neu an den Bildungsplänen herumreformiert, ohne dass sich jemand mal darum gekümmert hätte, was bisherige Änderungen denn bewirkt haben. Das neuste Schelmenstück in Ba-Wü ist die totale Neuausrichtung unter Kultusministerin Eisenmann, die unverständlicherweise dafür in den Medien auch noch gelobt wird.
Die Quittung der verfehlten Bildungspoltik erreicht die Schulen dafür jetzt auch schon von Kollegenseite: Referendare, die nichts können, dafür aber völlig von sich selbst überzeugt sind, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Aber wenn die inhaltlichen Fehler in den Arbeitsmaterialien der Schülerinnen und Schüler erst einmal akzeptiert sind, steht dem weiteren Ausbau der Abiturquote nichts mehr im Wege!
Armes Deutschland und arme Jugend - die muss es ausbaden.

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isi-dor 18.06.2019, 16:04
62.

Die Lehrerbildung hinkt der Realität schon lange hinterher. Das Problem kann nur aufgefangen werden, wenn Lehrer kontinuierlich fortgebildet werden und zwar in den Ferien.

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kjartan75 18.06.2019, 16:04
63. Es hapert auch an der Einstellung der Studierenden...

Aktueller Fall in meinem größeren Betrieb:
Hochschulpraktikantin schreibt eine Mail, dass sie gerne das Praktikum mit einer Kommilitonin durchführen möchte, da sie wohl nicht allein da sein möchte.
Nachdem ich schon fand, dass diese Bitte einiges aussagt darüber, dass noch nicht mal im Ansatz verstanden wird, wozu Praktika da sind (Stichpunkt: eigenständig allein in einer nicht vertrauten Arbeitsumgebung sich zurechtfinden) haben wir beschlossen, dass die Kommilitonin gerne zum gleichen Zeitraum kommen kann, aber an einem anderen Standort, der 15 km entfernt ist vom Hauptstandort. Danach gab es keine Mail mehr. Keine Absage, keine Zusage, nichts. Großes Kino.

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Freidenker10 18.06.2019, 16:06
64.

Heutzutage sind bei den Heranwachsenden einfach andere Fähigkeiten gefragt: Schnell tippen am Smartphone, wie liege ich meinen Alten möglichst lange auf der Tasche ohne das es peinlich wird, Multitasking d.h. Nachrichten tippen und gleichzeitig ein Schminkvideo auf Youtube anschauen, Fastfood futtern ohne erkannt zu werden. Wer Bitte braucht bei diesen Fähigkeiten noch Mathe oder dergleichen überschätztem Humbug?

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kolenya 18.06.2019, 16:07
65.

Ich habe vor 10 Jahren Abi gemacht. Sehr viele Lehrer meinten damals, dass sie das damalige Abi nicht oder um einiges schlechter geschafft hätten, da wir viel mehr verschiedenes können mussten (mehr Fächer verpflichtend, selbst Religion konnte ich nicht abwählen!! ) Dadurch wurde halt alles oberflächlicher bearbeitet, da man länger in der Schule saß und zu Hause weniger vertiefen konnte. Erlaubt den Schülern, ab der 11. Klasse noch mehr zu differenzieren. Denn ab da hat man alle nötigen Grundlagen und weiß im Normalfall, in welche Richtung man möchte. So hat man pro Fach mehr Zeit und kann genug lernen.

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kunibertus 18.06.2019, 16:10
66. Der hier veröffentlichte Artikel

ist nur eine sehr verkürzte Zusammenfassung der Ausführungen von Prof. Alt. Der gesamte Artikel steht in der heutigen Ausgabe einer Berliner Tageszeitung. Wer den gelesen hat, kommt nicht mehr auf die Idee zu verlangen, dass die Hochschule die Studierfähigkeit der neu Immatrikulierten herstellen soll. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie können - und müssen - darauf vertrauen können, dass diejenigen, denen mit dem bestandenen Abitur die Hochschulreife attestiert worden ist, auch in der Lage sind ein Studium zu absolvieren. Aufnahmeprüfungen, wie sie zu meiner Studienzeit noch üblich gewesen sind, dürfen ja nur noch in Ausnahmefällen gemacht werden. Sonst könnte sich ja irgendjemand diskriminiert fühlen. Nun mag es Unterschiede in der Begabung und der Neigung geben. Aber zu einem Studium in den MINT-Fächern gehören nun mal - wie ich es selbst erfahren habe - vertiefte Kenntnisse in Mathematik und Physik dazu. Prof. Alt hat das in dem Artikel wie folgt formuliert: "Zumindest in der Schule ist Mathematik ein Fach, in dem es ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt. Die Kurvendiskussion ist eben keine Diskussion, durch die man sich rhetorisch geschickt durchlavieren kann." Die Welt haben Entdecker und Wissenschaftler vorangebracht. Sie haben Erfindungen gemacht, die uns das Leben leichter machen. In meiner Lehrveranstaltung zum Innovationsmanagement gehe ich immer von der These aus: Der Mensch wird dann innovativ, wenn es um seine eigene Bequemlichkeit geht, oder wenn er anderen schaden kann. Wobei das mit dem Schaden können von den Politikern organisiert wird, die an sich segenbringende Erfindungen pervertieren, um ihren Nachbarn zu liquidieren damit sie sich dessen Hab und Gut aneignen können.

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hans.lotz 18.06.2019, 16:12
67. Föderativer Schwachsinn

Die Kultusbürokratie in den einzelnen Bundesländern ist nicht nur teuer sondern auch das Übel des Verfalls. Keine politische Partei traut sich das Elend abzuschaffen. Wenn wundert es, sind doch die zahlreichen Posten in den Kultusbürokratien der Länder beste Auffangbecken für die, die es weder mit noch ohne Studium zu etwas gebracht haben. Für einen Führungsposten in einer Partei reicht das Unvermögen allemal.

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ark95630 18.06.2019, 16:12
68. Klar

Wenn man freitags keine Zeit für die Schule hat und einem die Abiturnoten in Mathe aufgebessert werden ... Ergebnisse Links-grüner Schulpolitik!

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hannac. 18.06.2019, 16:13
69.

Wem wundert es, immer mehr Lehrer möchten sich in andere Nischen verabschieden. Der Lehrer wird immer mehr zum reinen Dienstleistungsberuf. Sollte wirklich mal ein Lehrer seiner Berufung folgen und das Niveau in seinem Fach anheben und auch durchsetzen, hat er sehr schnell ein paar Eltern auf der Matte. Also tut Lehrer alles um nicht anzuecken und lässt es halt laufen. Das brennt noch schneller aus und möchte lieber heute als morgen raus aus dem Schuldienst.
Das ist natürlich nur eine Baustelle in der verkorksten Bildungspolitik.

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