Forum: Leben und Lernen
Große Ferien für Absolventen: NRW verdonnert Junglehrer zur Zwangspause

Das Examen haben sie fast in der Tasche und wollen nach den Sommerferien als Referendare arbeiten. Geht aber nicht - Nordrhein-Westfalen schickt angehende Lehrer in die ganz große Pause. Der Kniff: Plötzlich gilt eine Bewerbungsfrist, die nicht einzuhalten ist. Absolventen müssen bis Februar ausharren.

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kjeasy 13.06.2010, 22:04
30. Solche und solche, und die Solchen sind das Problem

Zitat von zandkorrel
Ferien = freie Zeit? ...Engagierte Lehrer haben eine 60 bis 80 Stundenwoche, werden oft genug abends noch von besorgten Eltern angerufen, .... aber ansonsten keinen Deut weniger Arbeit und Belastung als irgendeiner, der als Sachbearbeiter oder Manager in der Industrie werkelt. Unterrichten heißt auch höchste Konzentration im 45-Minuten-Takt, .... Da ist kein Kaffeeplausch mit Kollegen drin, da gibt es keine Sitzungen, wo man unterm Tisch auch mal smsen kann...#
Tja, es gibt Lehrer, auf die das oben Gesagte zutrifft.
ABER

1. es gibt die Lehrer,
- die unvorbereitet seit Jahren denselben Unterricht machen.
- keine Telefonnummer herausgeben, emails nicht kennen oder nicht beantworten, und vier Wochen brauchen, bis sie gnädig eine Audienz gewähren.

2. 45 Minuten volle Konzentration?
Es gibt doch jetzt das neue Modewort "Gruppenarbeit".
An drei Schulen, die ich Dank meiner Kinder näher kenne, spielt da der Lehrer 30 Minuten lang, über der Tischplatte, mit seinem Blackberry herum, die Kinder stellen Fragen, doch der Herr Lehrer lässt sich gar nicht stören mit seinem Herumgespiele.


Was soll also diese ständigen Hinweise, wie überlastet "die Lehrer" sind?

Ja, es gibt welche, die Beschwerden richten sich aber gegen die, die eben nichts leisten, bzw. nicht in der Lage sind, etwas zu erklären.
Die gibt es auch, und zwar viel zu viele.
Die werden nicht ausgemustert, sondern ruinieren bis zu ihrer Pension eine Klasse nach der anderen.
Und um DIE geht es.

Was schlagen Sie denn vor, wie man mit den grottenschlechten oder grottenfaulen Lehrern umgehen soll?


Aber zum Thema dieses Artikels: in Hessen gibt es reichlich freie Lehrer-Stellen.
Um beim Vergleich mit der Wirtschaft zu bleiben: die NRW-Lehrer müssen nur ein paar hundert Kilometer umziehen, wie alle anderen Arbeitnehmer ebenfalls. Sollte doch kein Problem sein, oder?

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zandkorrel 13.06.2010, 22:46
31. ???

Mir geht es garantiert nicht darum, die Überlastung der Lehrer zu betonen, falls es die geben sollte. Es geht mir nur darum, zu betonen, dass die Lehrer genauso belastet sind wie jeder andere auch, der seine Arbeit gewissenhaft und gut erledigt.
Leider ist es so, dass die schwarzen Schafe unter den Lehrern immer für die gesamte Bildungslandschaft herhalten müssen. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Faultiere nicht so gut verstecken können wie Faultiere in der freien Wirtschaft. Ich habe lange Jahre auch in der Industrie gearbeitet und könnte reichlich Beispiele von Arbeitern und Managern nennen, die sich hervorragend lange an einer Miniaufgabe festhalten konnten mit Begründungen, die jeder Schüler weglachen würde.

Und Gruppenarbeit, Freiarbeit, selbstentdeckendes Lernen usw. verlangt genau die gleiche hohe Aufmerksamkeit wie Frontalunterricht, wenn man gute Erfolge dabei erzielen will.
Hört doch endlich mit der Polemisierung auf. Jeder kennt aus seiner Schulzeit einen oder mehrere Lehrer, die er gerne nie kennen gelernt hätte. Aber oft auch welche, die super waren.
Das Problem ist das System, DA muss was verändert werden, zusätzlich zu einer besseren Ausbildung der Lehrer. Ich sehe es hier in NL doch jeden Tag, dass es besser geht!

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selberlehrer 14.06.2010, 10:33
32. Logisch denken!

Zitat von kjeasy
Was soll also diese ständigen Hinweise, wie überlastet "die Lehrer" sind?
Was die sollen?
Die sollen hoffentlich bewirken, dass Sie und Leute, die ähnlich antiquiert denken wie Sie, endlich mal begreifen, dass Sie Ihre Energie nicht dafür verschwenden sollen, inhaltslos auf uralten Lehrerklischees herumzureiten, sondern eine breite gesellschaftliche Bewegung zu starten, dass das Lehrergehalt verzehnfacht wird. Es gibt keinerlei Grund, warum ein Investmentbanker, der sich mit dem Geld von Leuten beschäftigt, (mehr als) zehnmal mehr "verdient" als Lehrer, die sich mit den Kindern von Leuten beschäftigen. Kinder sind wichtiger als Geld. Also gehören Lehrer höher bezahlt als Investmentbanker.

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zandkorrel 14.06.2010, 17:11
33. der kleine feine Unterschied

Zitat: "... die Beschwerden richten sich aber gegen die, die eben nichts leisten, bzw. nicht in der Lage sind, etwas zu erklären.
Die gibt es auch, und zwar viel zu viele.
Die werden nicht ausgemustert, sondern ruinieren bis zu ihrer Pension eine Klasse nach der anderen.
Und um DIE geht es.
Was schlagen Sie denn vor, wie man mit den grottenschlechten oder grottenfaulen Lehrern umgehen soll?"
tja, der Unterschied ist fein: macht ein Lehrer Mist, laufen die Eltern Sturm - und das zu Recht. Und nix passiert! *schulterzuck* Sind ja Beamte (=vom Staat so gewollt!)
Macht ein Manager Mist, bekommt er Boni und nix passiert. Macht er noch mehr Mist, greift ein Milliardenrettungspaket und wieder passiert nix! Auch vom Staat so gewollt!
Zitat: "Aber zum Thema dieses Artikels: in Hessen gibt es reichlich freie Lehrer-Stellen.
Um beim Vergleich mit der Wirtschaft zu bleiben: die NRW-Lehrer müssen nur ein paar hundert Kilometer umziehen, wie alle anderen Arbeitnehmer ebenfalls. Sollte doch kein Problem sein, oder?"

Doch, ist es! Wer in einem Bundesland Lehrer ist, darf das noch lange nicht so einfach in einem anderen sein. Im schlimmsten Falle muss er noch eine Prüfung ablegen. So war es jedenfalls bis vor kurzem. Und bei den langsamen Mühlen der Bürokratie wird sich da auch noch nicht so arg viel geändert haben. Vor einiger Zeit durfte ein Reli-Lehrer von Württemberg nicht mal so mir nichts dir nichts in Baden Religion unterrichten!!
Da muss man dann schon in ein anderes Euroland ziehen, da reicht die Überprüfung der Zulassung.

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ensarah 16.06.2010, 20:33
34. Auf einmal doch froh, in Bayern zu sein.....

.... bin ich, wenn ich sowas lese. Bayern ist rückständig und engstirnig in einigen Sachen - aber wenigstens dürfen wir hier ALLE zum NÄCHSTMÖGLICHEN Termin das Referendariat anfangen (für Gymnasium). Wer im Dezember die letzten Prüfungen hat, fängt im Februar an, wer sie im Juni hat, darf im September ran. Die Noten sind dabei völlig wurscht. Bei der Einstellung nach dem Ref schauts dann zwar anders aus, aber das ist normal.

Der Grund, dass man als Lehrer nicht einfach so wechseln kann, sind die unterschiedlichen Prüfungsmodalitäten und Anforderungen. Gerade das Grundschullehramt ist total unterschiedlich organisiert, in manchen Bundesländern studiert man Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium jeweils einzeln, in anderen gibt es GS/HS, HS/RS oder GS/HS/RS nur in Kombination. Es sind total unterschiedliche Fächerverbindungen erlaubt etc. pp.

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