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Grundschul-Debatte: Bildungsforscher gegen Verlängerung der Grundschulzeit

Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, hält nichts von der Idee, die Grundschulzeit zu verlängern. Die "völlig unnötige" Debatte setze die falschen Prioritäten: Viel wichtiger sei es, die Lehrerausbildung zu verbessern.

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Margrit2 12.06.2010, 19:27
1. ist richtig

Zitat von sysop
Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, hält nichts von der Idee, die Grundschulzeit zu verlängern. Die "völlig unnötige" Debatte setze die falschen Prioritäten: Viel wichtiger sei es, die Lehrerausbildung zu verbessern.
Das sit richtig, was Jürgen Baumert sagt. In die Grundschulen müssen sehr viel bessre Lehrer rein und es muß auch die Weiberwirtschaft aufhören, die in den Grundschulen beonsers herrscht.
Zudem muß mit der Kuscvhelpädagogik Schluß gemacht werden, dann klappt es auch weider besser und Kinder lernen endlich wieder was.
Kinder müssen wieder begreifen, dass Lehrer Respektspersonen sind und Lehrer müssen wieder lernen, dass man Kindern nciht ständig bitte bitte sagt, sondern Kinder bruchen eine klare Ansage

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Blaue Fee 12.06.2010, 22:04
2. Korrekt

Am Betreuungsgeld den Rotstift ansetzen und in Sprach- und Matheförderung für die Kleinsten und Schwächsten stecken.
Das kommt bestimmt ein schöner Batzen zusammen, der für neue motivierte Lehrer verwendet werden kann.

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arinari 12.06.2010, 22:18
3. !

Zitat von Blaue Fee
Am Betreuungsgeld den Rotstift ansetzen und in Sprach- und Matheförderung für die Kleinsten und Schwächsten stecken. Das kommt bestimmt ein schöner Batzen zusammen, der für neue motivierte Lehrer verwendet werden kann.
Endlich mal ein Beitrag, der diese unsägliche Theorie vom gemeinsamen Lernen hinterfragt. Es ist schon erstaunlich, dass 2 Jahre Verlängerung der Grundschulzeit alles besser machen soll. Es wird so verbissen ideolgisch aufgebauscht: Chancengleicheit - wieso? bei 2 Jahren länger zusammenbleiben? Alles wird in diesen Topf geworfen.
Die Befürworter selbst kämpfen mit Verschleierung: kleinere Klassen (hat mit Primarschule nichts zu tun), kostenfreie Schulbücher (hat mit Primarschule nichts zu tun), denn das bleibt auch , wenn die 4 Jahre beibehalten werden. Ein echtes Agument, warum 2 Jahre längeres gemeinsames Lernen, mehr Chancengleicheit und Anhebung des Niveaus bringen soll, habe ich bisher nicht vernommen.
Bitte nicht das Argument bringen, die guten " helfen " den schwächeren und die schwächeren werden von den guten gezogen. Jeder Lehrer weiss, dass das nicht funktioniert.

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zandkorrel 13.06.2010, 23:01
4. nicht eines kann - beides MUSS

Lehrer müssen deutlich besser ausgebildet werden, keine Frage! Aber das schließt doch eine Verlängerung der Grundschulzeit nicht aus. Und das zwingendste Argument ist die viel beschworene Durchlässigkeit nach unten und oben in den weiter führenden Schulen, die in D einfach nicht richtig funktionieren kann. Also müssen Lehrer und Eltern für die 10jährigen Kids schon den weiteren Bildungsweg festlegen. Wer in der Realschule sitzt, wechselt nicht mal so ins Gymnasium. Das scheitert schon an den Fremdsprachen. Ebenso kommt ein Hauptschüler nur schwer an einer Realschule zurecht. Die Richtungen und Schwerpunkte sind einfach zu verschieden. Wenn ich aber den Kindern zwei Jahre mehr Zeit gebe, ist die Entscheidung leichter. Die zwei Jahre sind ja nicht verloren, in denen wird ja auch gelernt. Und zwar eher nach oben als nach unten orientiert.

Ich arbeite in den Niederlanden als Lehrerin. Dort gehen die Kinder 6 Jahre in die Grundschule, gehen danach auf die weiter führenden Schulen und haben dort ein Orientierungsjahr, nach dem ein Wechsel auf ein anderes Lernniveau problemlos möglich ist. Und die Kids lernen lockerer als in D. Ich habe den Vergleich gesehen.

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SIBO 13.06.2010, 23:41
5. ...

Zitat von arinari
Endlich mal ein Beitrag, der diese unsägliche Theorie vom gemeinsamen Lernen hinterfragt. Es ist schon erstaunlich, dass 2 Jahre Verlängerung der Grundschulzeit alles besser machen soll. Es wird so verbissen ideolgisch aufgebauscht: Chancengleicheit - wieso? bei 2 Jahren länger zusammenbleiben? Alles wird in diesen Topf geworfen. Die Befürworter selbst kämpfen mit Verschleierung: kleinere Klassen (hat mit Primarschule nichts zu tun), kostenfreie Schulbücher (hat mit Primarschule nichts zu tun), denn das bleibt auch , wenn die 4 Jahre beibehalten werden. Ein echtes Agument, warum 2 Jahre längeres gemeinsames Lernen, mehr Chancengleicheit und Anhebung des Niveaus bringen soll, habe ich bisher nicht vernommen. Bitte nicht das Argument bringen, die guten " helfen " den schwächeren und die schwächeren werden von den guten gezogen. Jeder Lehrer weiss, dass das nicht funktioniert.
So, so, haben Sie sich schon einmal explizit mit dem Thema beschäftigt? Ich denke eher nein.

Kinder, insbesondere Grundschulkinder sind äusserst wiss- und lernbegierig, ist sozusagen Teil des genetischen Programms. Kinder wollen lernen, nur hapert es hierzulande daran ihnen diese Lust am Lernen zu erhalten.
Man übt Druck auf sie aus, demotiviert sie, gibt ihnen nicht die Zeit, die sie brauchen, um zum eigenen Lerntempo und zur eigenen Lernmethode zu finden.
Was ist so schlimm daran einen gewachsenen Klassenverband zwei Jahre länger gemeinsam lernen zu lassen.

Verlinke einmal ein Interview mit einer Grundschullehrerin, zitiere auszugsweise:

Zitat von
(...)Online-Redaktion: Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein, damit Kinder mit Freude lernen? Czerny: Kinder lernen von Natur aus gerne, Lernen ist dem Menschen angeboren. Es wäre wichtig, wieder darauf zu achten, wie der Mensch lernt, beziehungsweise wie er eben nicht lernt. (...) Ich verstehe nicht, warum das Urteilen, das immer wieder Werten und Einschätzen so einen dominierenden Raum einnimmt - unsere Kinder haben dadurch nur zunehmend Angst vor Versagen, und gerade diese verhindert vielfach den Lernerfolg. (...) Online-Redaktion: Wenn Sie bildungspolitisch zu bestimmen hätten - was würden Sie in Schulen zuvorderst ändern wollen? Czerny: Sofort das Urteilen und Beurteilen abschaffen. Es wirkt verheerend, wenn eindeutig subjektive Urteile als objektiv dargestellt werden, diese zudem auf wenige Kriterien beschränkt sind und tief greifende, lebensbestimmende Konsequenzen mit sich bringen. Dies erschwert, wenn es nicht gar verhindert, dass Kinder sich selber kennen lernen, ein "Ich" werden, um schließlich eine Identität auszubilden. Für die wenigen objektiv prüfbaren Dinge, zum Beispiel Rechenfertigkeiten oder Faktenwissen, darf es durchaus Maßstäbe geben, an denen sich Kinder messen können. Daraus würde weiterhin folgen, dass es keine Selektion in zweifelhafte "Intelligenz- beziehungsweise Leistungs-Schulformen" mehr gäbe, sondern alle Kinder gemeinsam lernen. Wie lebendig dann Unterricht und Schule organisiert werden könnten! Wie viel Raum dann für individuelle Interessen da wäre! Unsere Kinder würden erleben, dass einerseits die Unterschiede gar nicht so groß sind, sondern hauptsächlich zeitlich bedingt sind, und andererseits, dass Verschiedenartigkeit nicht problematisch und schwierig ist, sondern eine Bereicherung durch Vielfalt darstellt.(...)

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445 13.06.2010, 23:43
6. xxx

Zitat von Margrit2
Das sit richtig, was Jürgen Baumert sagt. In die Grundschulen müssen sehr viel bessre Lehrer rein und es muß auch die Weiberwirtschaft aufhören, die in den Grundschulen beonsers herrscht. Zudem muß mit der Kuscvhelpädagogik Schluß gemacht werden, dann klappt es auch weider besser und Kinder lernen endlich wieder was. Kinder müssen wieder begreifen, dass Lehrer Respektspersonen sind und Lehrer müssen wieder lernen, dass man Kindern nciht ständig bitte bitte sagt, sondern Kinder bruchen eine klare Ansage
Respekt von anderen Menschen und vor allem vor älteren und Lehrern müssen die Eltern den Kindern beibringen. Es kann doch nicht sein, dass die Eltern sich zurücklehnen und von der Schule erwarten, dass die den Job der Eltern machen.
Erziehungsprobleme kommen vor allem durch die Eltern und nicht durch die Schule zustande.
Die Schule hat schon genug damit zu tun, den Kindern den Lehrstoff beizubringen.

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445 13.06.2010, 23:48
7. xxx

Zitat von arinari
Endlich mal ein Beitrag, der diese unsägliche Theorie vom gemeinsamen Lernen hinterfragt. Es ist schon erstaunlich, dass 2 Jahre Verlängerung der Grundschulzeit alles besser machen soll.
Das Problem ist, meiner Meinung nach, dass nach vier Jahren, wenn die Kinder gerade einmal neun Jahre alt sind, ihre weitere Zukunft bestimmt wird, indem Sie entweder auf das Gymnasium, die Real- oder Gesamtschule oder die Hauptschule geschickt werden.
Es ist doch bekannt, dass Gymnasialabgänger weitaus bessere Chancen haben als Gesamt- oder Hauptschüler.
Sie haben recht, dass alleine durch eine Verlängerung von zwei Grunschuljahren das Problem nicht behoben wird.

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JSausE 13.06.2010, 23:53
8. Bildungsforscher gegen Verlängerung der Grundschulzeit

Zitat von sysop
Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, hält nichts von der Idee, die Grundschulzeit zu verlängern. Die "völlig unnötige" Debatte setze die falschen Prioritäten: Viel wichtiger sei es, die Lehrerausbildung zu verbessern.
Es ist ja schön, das Herr Baumert nichts von der Idee hält, die Grundschulzeit zu verlängern. Er stellt aber gleichzeitig fest, dass 20% eines Jahrgangs das Mindestziel verfehlen.
Wenn wir alles lassen wie es ist, können wir diesen 20% aber auch nicht helfen.
Die Frage ist nun: Was muss sich ändern, um ALLEN Kindern die gleiche Chance auf Bildung zu geben?

Wir haben früher 10 Jahre gemeinsam gelernt und danach gingen die guten Schüler (und politisch Korrekten) zum Gymnasium (EOS). Persönlich finde ich auch im nachhinein diese Schulform für gut (Abgesehen von der politischen Gängelung).

Zum Thema Betreuungsgeld gebe ich Herrn Baumert völlig Recht.

Zitat von Margrit2
Kinder müssen wieder begreifen, dass Lehrer Respektspersonen sind und Lehrer müssen wieder lernen, dass man Kindern nciht ständig bitte bitte sagt, sondern Kinder bruchen eine klare Ansage
Respekt hat nichts mit dem Schulsystem zu tun, sondern kann nur vom Elternhaus und der Gesellschaft vermittelt werden.

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absinthe 13.06.2010, 05:36
9. Man sieht nur, was man sehen will

Zitat von arinari
Endlich mal ein Beitrag, der diese unsägliche Theorie vom gemeinsamen Lernen hinterfragt. Es ist schon erstaunlich, dass 2 Jahre Verlängerung der Grundschulzeit alles besser machen soll. Es wird so verbissen ideolgisch aufgebauscht: Chancengleicheit - wieso? bei 2 Jahren länger zusammenbleiben? Alles wird in diesen Topf geworfen. Die Befürworter selbst kämpfen mit Verschleierung: kleinere Klassen (hat mit Primarschule nichts zu tun), kostenfreie Schulbücher (hat mit Primarschule nichts zu tun), denn das bleibt auch , wenn die 4 Jahre beibehalten werden. Ein echtes Agument, warum 2 Jahre längeres gemeinsames Lernen, mehr Chancengleicheit und Anhebung des Niveaus bringen soll, habe ich bisher nicht vernommen. Bitte nicht das Argument bringen, die guten " helfen " den schwächeren und die schwächeren werden von den guten gezogen. Jeder Lehrer weiss, dass das nicht funktioniert.
Auch an Ihrem Beitrag erkennt man den fundamentalen Denkfehler, den die Leute machen. Sie haben nur die "guten" Schüler bzw. die, die ihrem Horizont entsprechen, im Kopf. Gute bzw. leistungsstärkere Schüler werden nicht von schwächeren Schülern heruntergezogen, wenn besser betreut und gefördert werden. Die schwächeren Schüler werden zwar nicht automatisch von stärkeren Schülern besser gemacht, aber sie werden schwächer bzw. der Diskrepanz wird mit der Zeit deutlich größer.

Kurz gefasst: Starke Schüler werden dadurch nicht gefördert - richtige Förderung sieht anders aus, und schwache Schüler werden dadurch erst nicht gefördert! Wer den ersten Punkt doch vertritt, ist von der spießigen Denkweise besessen, dass man seine Kinder nicht mit denen spielen lässt, die man nicht mag. Und wer den zweiten Punkt vertritt, ist schlichtweg heuchlerisch.

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