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Grundschul-Debatte: Bildungsforscher gegen Verlängerung der Grundschulzeit

Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, hält nichts von der Idee, die Grundschulzeit zu verlängern. Die "völlig unnötige" Debatte setze die falschen Prioritäten: Viel wichtiger sei es, die Lehrerausbildung zu verbessern.

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Ilja 15.06.2010, 23:32
60. Respekt

Zitat von 445
Respekt von anderen Menschen und vor allem vor älteren und Lehrern müssen die Eltern den Kindern beibringen. Es kann doch nicht sein, dass die Eltern sich zurücklehnen und von der Schule erwarten, dass die den Job der Eltern machen. Erziehungsprobleme kommen vor allem durch die Eltern und nicht durch die Schule zustande. Die Schule hat schon genug damit zu tun, den Kindern den Lehrstoff beizubringen.
Respekt muss man sich verdienen. Nur weil jemand sich "Lehrer" nennt, zu kuschen und ihn zu respektieren, auch wenn er das größte A.... ist, halte ich nicht für den richtigen Erziehungsstil. Ein kritikfähiger junger Menschen wird einen anderen Menschen achten, wenn er es verdient, und nicht wegen einer verbeamteten Funktion. Fähige Lehrer werden respektiert, unfähige und ausgebrannte nicht, daran wird sich so leicht nichts ändern.

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DanielaMund 16.06.2010, 11:19
61. Sie liegen da falsch...

Zitat von Ilja
Respekt muss man sich verdienen. Nur weil jemand sich "Lehrer" nennt, zu kuschen und ihn zu respektieren, auch wenn er das größte A.... ist, halte ich nicht für den richtigen Erziehungsstil. Ein kritikfähiger junger Menschen wird einen anderen Menschen achten, wenn er es verdient, und nicht wegen einer verbeamteten Funktion. Fähige Lehrer werden respektiert, unfähige und ausgebrannte nicht, daran wird sich so leicht nichts ändern.
NEIN! FALSCH! Man muss erst mal jeden Menschen respektieren - und es muss sich niemand den respekt anderer Leute erarbeiten. Wenn Sie im Arbeitsleben jemanden erst respektieren, wenn er sich Ihren Respekt verdient hat, wird Ihr Verdienst nicht von langer Dauer sein.... und Sie wollen ja auch erst mal respektiert werden, und nicht in einem Meeting angepöbelt werden, oder?

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c++ 16.06.2010, 13:20
62. .

Zitat von zandkorrel
Hier in NL kommen die Kinder in eine Vorschule
Sicher wäre das eine sehr gute Idee, eine verbindliche Vorschule einzuführen.

Allerdings zeigt Pisa, dass die NL auch nicht erfolgreicher abschneiden als D, auch in den NL gibt es Problemschulen, deren Schüler weit hinter dem Durchschnitt zurückbleiben. Ihr Beispiel zeigt im Gegenteil, wie wenig abhängig das Bildungsergebnis vom System ist.

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rkinfo 16.06.2010, 14:12
63. Gerhard Schröder

Zitat von c++
Es gibt überhaupt keinen Nachweis, dass längeres gemeinsames Lernen insgesamt positive oder negative Folgen hätte. Für einzelne Kinder mag es zutreffen, nicht aber für das gesamte System. Um Bildung zu verbessern, auch Kindern aus schwierigen Verhältnissen bessere Chancen zu bieten, muss man an anderer Stelle umsteuern, aber ohne Illusionen hinsichtlich des Ergebnisses. Das wären bedarfsdeckend Ganztagsschulen, mehr frühkindliche Förderung und mehr individuelle Förderung.
Meist gehen ja die Grundschüler ja ortsnah in die Schule.
Und die Wohnbezirke sind heute meist mit ähnlichen sozialen Schichten besetzt.

Daher ist der Wechsel nach Klasse 4 durchaus eher geeignet für begabte Schüler sich neu schulisch zu organisieren.

Sinnvoll wäre es dann die Lehrpläne für Klasse 5+6 so modular aufzubauen dass ein Wechsel später nocht möglich ist für Absteiger bis Aufsteiger.
Wenn wir eh absehbar nur noch 2 Schullinien Gymnasium plus Realschule (oder in einem Gebäude als Gesamtschule) erhalten wird eh eher mehr Druck in Richtung Gymnasium erfolgen.
Bisher kaum gefördert werden die Spätzünder - wie Gerhard Schröder: http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schröder

8 Jahre Volksschule ... Lehre ... Abendschule ... Studium ! ... Bundeskanzler !

Das zeigt wie überflüssig die Orientierung auf die jungen Jahre heute ist.

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c++ 16.06.2010, 14:34
64. .

Zitat von rkinfo
Sinnvoll wäre es dann die Lehrpläne für Klasse 5+6 so modular aufzubauen dass ein Wechsel später nocht möglich ist für Absteiger bis Aufsteiger.
Halte ich auch für einen guten Reformschritt. Ich erinnere mich, dass man früher wahlweise nach der 4. oder 5. Klasse wechseln konnte.
Warum sollte das nicht funktionieren? Nach der 6. Klasse müsste man eben etwas individuelle Förderung bieten.

Zitat von rkinfo
Bisher kaum gefördert werden die Spätzünder - wie Gerhard Schröder:
Doch, werden sie schon, nur das Potential fehlt. Der Anteil der Schüler, die zum Gymn. oder mind. zur Realschule wechseln, ist so hoch, dass kaum noch Schüler übrig bleiben. Und die machen natürlich auch heute ihr Abitur ohne Gymnasium oder auch durch Wechsel nach der 10. auf das Gymn.

Zitat von rkinfo
Das zeigt wie überflüssig die Orientierung auf die jungen Jahre heute ist.
Sehe ich auch so. Die Hysterie, dass ein verpasster Wechsel auf das Gymnasium die zwangsläufige zukünftige Verarmung und Chancenlosigkeit des Nachwuchses bedeutet, ist völlig unbegründet und schadet den Kindern

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zandkorrel 16.06.2010, 18:33
65. Pisa???? *abwink

Zitat von c++
Sicher wäre das eine sehr gute Idee, eine verbindliche Vorschule einzuführen. Allerdings zeigt Pisa, dass die NL auch nicht erfolgreicher abschneiden als D, auch in den NL gibt es Problemschulen, deren Schüler weit hinter dem Durchschnitt zurückbleiben. Ihr Beispiel zeigt im Gegenteil, wie wenig abhängig das Bildungsergebnis vom System ist.

Wer glaubt, dass Pisa irgendetwas über irgendein Bildungssystem aussagt, der glaubt auch an Zitronenfalter, die Zitronen falten und und und...
Es ist doch längst bekannt, dass bei Pisa alles mögliche verwurschtelt wird, was nicht vergleichbar ist. Und es soll ja eigentlich auch gar nicht vergleichbar sein, denn wie man weiß, wurden für Pisa-Studien auch schon mal schlechte Schüler für diese Tage frei gestellt oder ganze Klassen vortrainiert etc.

Problemschulen gibt es überall. Aber von welchem System sollen die Schulen in NL abhängig sein? Von ihrem eigenen Bildungssystem sicher, aber das ist nachweislich besser als in D (schlechter geht eh kaum). Dafür gibt es aber in NL Evaluationskommissionen, die Schulen und Personal auf Herz und Nieren prüfen, ob die Qualität stimmt. Und das hat manchmal weitreichende Folgen. Dort müssen die Schulen nämlich um ihre Schüler werben, da geht man nicht automatisch hin, nur weil man daneben wohnt. Dort werden Schulen mit Bedacht von Eltern und Schülern ausgesucht. Und wenn eine Schule in die Kritik geraten ist, kommen keine Kids. Und dann kann auch schon mal der Aufsichtsrat (gibt es dort!!) oder der Direx oder sonstwer gefeuert werden.
So what?

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zandkorrel 16.06.2010, 18:38
66. noch was...

Zitat von c++
... auch in den NL gibt es Problemschulen, deren Schüler weit hinter dem Durchschnitt zurückbleiben. Ihr Beispiel zeigt im Gegenteil, wie wenig abhängig das Bildungsergebnis vom System ist.
Tja, jedes System leidet an der Grundvoraussetzung, dass die Schüler dann eben doch noch selber lernen müssen.
Man kann alles nur anbieten; kauen, schlucken und verdauen müssen die Kids das "Wissen" leider höchst persönlich. Wenn sie das nicht tun (wollen), helfen die besten Lernvoraussetzungen, die ausgefeilteste Lehrumgebung und das tollste Bildungsprogramm nun mal gar nix.

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marit 16.06.2010, 18:48
67. .

Zitat von zandkorrel
Problemschulen gibt es überall. Aber von welchem System sollen die Schulen in NL abhängig sein? Von ihrem eigenen Bildungssystem sicher, aber das ist nachweislich besser als in D (schlechter geht eh kaum).
Woran sieht man das das Deutsche nachweislich schlechter ist?


Zitat von zandkorrel
Dafür gibt es aber in NL Evaluationskommissionen, die Schulen und Personal auf Herz und Nieren prüfen, ob die Qualität stimmt.
Könnten sie diese Allgemeinplätzchen vielleicht mal mit etwas Fakten füllen?
Nach welchen Kriterien wird Evaluiert?
Wer ist Teil der Kommissionen und wie oft kommen diese an die Schulen?


Zitat von zandkorrel
Und das hat manchmal weitreichende Folgen. Dort müssen die Schulen nämlich um ihre Schüler werben, da geht man nicht automatisch hin, nur weil man daneben wohnt.
In den NL ist also festgelegt das jede Schule genau gleich viel Geld bekommt? Egal in welchem Ort sie steht und welche Schüler dort zur Schule gehen?

Zitat von zandkorrel
Dort werden Schulen mit Bedacht von Eltern und Schülern ausgesucht. Und wenn eine Schule in die Kritik geraten ist, kommen keine Kids. Und dann kann auch schon mal der Aufsichtsrat (gibt es dort!!) oder der Direx oder sonstwer gefeuert werden. So what?
Und wie regelt man es, dass Probleme nicht unter den Tisch gekehrt werden damit der Ruf nicht gefährdet wird?

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hjm 16.06.2010, 18:56
68.

Zitat von zandkorrel
Wenn sie das nicht tun (wollen), helfen die besten Lernvoraussetzungen, die ausgefeilteste Lehrumgebung und das tollste Bildungsprogramm nun mal gar nix.
Ach so. Aber was genau machen dann eigentlich die Evaluationskommissionen, die Schulen und Personal auf Herz und Nieren prüfen? Doch nicht etwa die Lernvoraussetzungen, die Lehrumgebung und das Bildungsprogramm prüfen?

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hjm 16.06.2010, 19:31
69. ei der

Zitat von marit
Und wie regelt man es, dass Probleme nicht unter den Tisch gekehrt werden damit der Ruf nicht gefährdet wird?
Es werden offensichtlich keine Probleme unter den Tisch gekehrt. Oder haben Sie jemals von solchen Problemen gehört oder gelesen?
(Meine Oma nach dem Hörtest: Ich habe alle Töne gehört!)

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