Forum: Leben und Lernen
Grundschule: Erzieherin bestraft Siebenjährigen mit Klassenkeile

Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.

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Rainer Helmbrecht 24.01.2008, 14:38
110. Ehrlichkeit ist wichtig

Zitat von Dunedin
Noch mehr Achtung, oder meinen Sie angemessene Achtung ? Vor lauter ( falscher ) Achtung Kindern gegenüber, wird vergessen ihnen Achtung und Respekt vor Erwachsenen beizubringen. .......
Ich spüre eine große Unsicherheit, bei Erwachsenen. Egal worum es sich dreht, die Kinder werden nach jedem Pup gefragt, alles wird begründet und zwar flehendlich. Kinder sollen alles verstehen und allem zustimmen, welches Auto, welche Farbe, wohin in den Urlaub, wann das Kind zum Vater/der Mutter soll, darf. Das einzige, in das sich Kinder nicht einmischen dürfen, ist die Frage, bleiben Vater und Mutter zusammen.

Wie geht es überhaupt weiter, das ist zwar das Einzige, was die Kinder wirklich interessiert, aber dafür werden sie gefragt, ob Muttern sich die Brust vergrößern lassen soll.

Das mag alles sehr modern sein und vielleicht finden es die Kinder auch nicht schockierend, aber das sind Fragen, die Kinder nicht interessieren, sondern die ihnen aufgedrängt werden.

Ich komme auch aus einer geschiedenen Ehe, hatte großes Glück, dass es keine Streitereien gab, aber Manipulation ohne Ende. Behandelt Eure Kinder und steht dazu, wenn sie eine Schelle bekommen, dann fangt nicht an zu jammern, sondern steht dazu, fragt sie nach Sachen, die sie entscheiden können und nicht nach pseudo Entscheidungen. Gebt Sicherheit, auch bei einer falschen Entscheidung, aber bleibt ehrlich;o).

MfG. Rainer

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SIBO 24.01.2008, 16:08
111. Körperliche Gewalt ist indiskutabel

Zitat von IsArenas
Die Folgsamkeit der Untertanen-Klassenkeiler lässt einen anderen Schluss zu, eigentlich fast das Erschreckendste an der Angelegenheit, die offenbar auch noch einen vollkommen nichtigen Anlass hatte ("Fangenspielen").
Wahre Worte. Stattdessen wird hier vermutet, dass der Junge, der das Opfer der Klassenkeile war, in etwa zehn bis zwölf Jahren ältere Mitbürger in der U-Bahn verprügelt.
Die prügelnden Mitschüler würden so etwas natürlich niemals tun.

Zitat von
Juristisch handelt es sich hier um die Anwendung der Prügelstrafe, und die ist seit zirka 1975 zu Recht verboten. Wer nicht begreift, dass ihm dieses Erziehungsmittel nicht zur Verfügung steht, sollte einen anderen Beruf wählen. Punkt.
Einige Mitdiskutanten hier sind sich offensichtlich nicht darüber im Klaren, dass das Schlagen eines Kindes einen Straftatbestand darstellt.

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atrinija 24.01.2008, 17:46
112. Kind ist kein Ersatzpartner

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich spüre eine große Unsicherheit, bei Erwachsenen. Egal worum es sich dreht, die Kinder werden nach jedem Pup gefragt, alles wird begründet und zwar flehendlich. Kinder sollen alles verstehen und allem zustimmen, welches Auto, welche Farbe, wohin in den Urlaub, wann das Kind zum Vater/der Mutter soll, darf. Das einzige, in....
Das was Sie ansprechen ist genauso eine Mißachtung des Kindes. Ein Kind kann nicht die Rolle des Partners nach einer Trennung übernehmen um den verlassenen Elternteil zu trösten. Ein Kind sollte immer Kind bleiben dürfen und braucht die Sicherheit, dass die Erwachsenen die Entscheidung für es treffen.
Aber wenn mein Kind von jemand eine Schelle bekommt ( ich habe das bisher nicht gebraucht )dann jammere ich nicht sondern handle ( wenigstens solange bis er sich selber wehren kann ).Es gibt Kindern auch Sicherheit wenn die Eltern hinter ihnen stehen.

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Michael Giertz 24.01.2008, 19:16
113.

Zitat von ehrenamtlicher
Das Ganze schaut mir sehr nach einem antiautoritär erzogenem Kind aus, daß sich partout nicht in die Gemeinschaft einfügen wollte. "Antiautoritäre Erziehung", das gab es damals bei den 68ern. Heute läuft das ganz anders: Kinder werden in den Kindergarten bzw. die Schule geschickt, damit sie von dort die fehlende Erziehung erhalten, die im Elternhaus NICHT stattgefunden hat........
Auch wenn ich das für eine unsachgemäße Verallgemeinerung halte, so gibts wenigstens EINEN Punkt, der doch meine Zustimmung findet: Die teilweise mangelhaften Kentnisse von der Erziehung eines Kindes. Nun gibts keine Schule, die einen auf das Elterndasei vorbereitet. Aber mit ein bisschen gesunden Menschenverstand sollte man eigentlich erkennen, dass der Fernseher das Kind zwar für den Moment ruhig stellt, eine Erziehung aber nicht stattfindet und das Kind später zum Problemfall wird.

Richtig mies finde ich eigentlich nur die Masche, dass solche "Eltern" dann am lautesten nach staatl. Regulationen schreien. Ich frag mich jedenfalls immer wieder, wie meine Eltern mich wohl großgekriegt haben, die beide arbeiten gegangen sind und obwohl ich den Kindergarten besucht habe. Lags vielleicht daran, dass damals nur öde Politikeransprachen der Volkskammmer (DDR) zu sehen waren? Oder dass Kinderserien noch pädagogisch wertvoll waren und nicht aufs Kleingeistniveau zusammengestrichen worden sind (Teletubbies?)

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ehrenamtlicher 25.01.2008, 12:01
114. Es wird immer sachlicher...........

Zitat=atrinija: Wenn es sich so zugetragen hat, dann ist das einzig gute an dieser Sache, dass die Betreuerin erkannt hat dass die Arbeit mit Kindern nichts für sie ist.

Die Erzieherin hat 30 erfolgreiche Jahre Berufserfahrung mit Kindern hinter sich!!! KEIN Erzieher, Lehrer oder anderweitig in der Kindererziehung Tätiger ist davor gefeit, im Affekt einen Fehler zu begehen!!!!

"Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!"

Zitat=atrinija:In wieweit der Bericht den Tatsachen entspricht können wirklich nur die Betroffenen selbst beurteilen, ich hoffe es wurde masslos übertrieben!

JA, es wurde masslos übertrieben! (Schlagzeilengerecht)

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atrinija 25.01.2008, 13:48
115. Jetzt is aber gut...

Zitat von ehrenamtlicher
Zitat=atrinija: Wenn es sich so zugetragen hat, dann ist das einzig gute an dieser Sache, dass die Betreuerin erkannt hat dass die Arbeit mit Kindern nichts für sie ist. Die Erzieherin hat 30 erfolgreiche Jahre Berufserfahrung mit Kindern hinter sich!!! KEIN Erzieher, Lehrer oder anderweitig in der Kindererziehung ....
bei aller Übertreibung die stattgefunden hat,und aller Sympathie die Sie der Betreuerin entgegenbringen, kann man hier nicht von einer Affekt-Handlung reden,dass wäre nur der Fall wenn sie ihm selber eine verpasst hätte. Wollen Sie bestreiten ( trotz aller Übertreibung) dass die Mitschüler zugeschlagen haben und die Betreuerin dass zugelassen hat... dann hätte ich gerne so langsam mal eine Aufklärung wie es wirklich war.

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ehrenamtlicher 29.01.2008, 15:13
116. Kleine Humoreske zum Abschied:

An der Neuenbürger Grund- und Hauptschule gibt es für die Kernzeit- bzw. Ganztagsschüler natürlich auch ein warmes Mittagessen. Dieses wird in einer externen Küche zubereitet und fertig in großen Thermobehältern angeliefert. Das Herausschöpfen auf die vorhandenen Teller hat bisher eine erfahrene Hausfrau und Mutter übernommen. Um das auch in Zukunft "normgerecht" zu machen, muss sie jetzt ein "Essensschöpf-Hygiene-Seminar" besuchen. Zur Erlangung des vorgeschriebenen "Essensschöpf-Zertifikat's"!

Damit sie nicht irrtümlich einen Tennisschläger benutzt....
Oder ein Kanupaddel....
Da soll noch einer behaupten, wir machten nicht alles für unsere lieben Kleinen.......
(Bitte auf diesen Beitrag nicht antworten)

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udo46 30.01.2008, 01:22
117. Betroffenheitsduselei

Zitat von sysop
Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.
Ich will ja hier nicht als Besserwisser erscheinen, aber ich habe schon im Beitrag Nr. 49, als die meisten noch die Horrorstory vom bemitleidenswerten Kleinkind für bare Münze genommen haben, ein alternatives Szenario beschrieben, wie es sich auch abgespielt haben könnte. Und tatsächlich kommt diese Version den Tatsachen offensichtlich recht nahe.
Man muss nur einmal die sensationslüsterne Journaille kritisch hinterfragen und nicht auf dem rechten oder linken Auge blind sein, dann kann man sich auch nicht verrennen und Positionen verteidigen, die gar nicht existieren.

Aber bei einigen hier im Forum setzt anscheinend sofort der Beissreflex ein, wenn ihnen der Brocken "Kindesmisshandlung" vor die Füsse geworfen wird.
Dann können auch Tatsachen nicht mehr helfen, sie umzustimmen.

Solche Leute klatschen dann gewöhnlich auch Beifall, wenn jugendliche Schwerstkriminelle in Erholungscamps geschickt werden. Oder veranstalten Sympathie-Demonstrationen - wie in Köln geschehen - für einen jugendlichen Räuber, der bei Ausübung seiner "Passion" vom Betroffenen in Notwehr erstochen wurde. Der altbekannte Täter-Opfer-Tausch.

Solche Leute haben meist keinen blassen Schimmer vom tagtäglichen Stress, dem Lehrer ausgesetzt sind.
Dass die Betreuerin in unserem Fall jahrzehntelang - was auch vom Schulleiter betont wurde - einwandfreie Arbeit geleistet hat, wird schlicht ignoriert. Was nicht sein kann, das nicht sein darf.

Was glauben Sie, wie oft Lehrer berechtigterweise sich wünschen, hin und wieder die Hand ausrutschen lassen zu dürfen. Was früher des "Guten" zu viel getan wurde, hat sich heutzutage ins Gegenteil verkehrt. Die extreme Zurückhaltung, die sich Lehrer auch gegen die schlimmsten Rüpel - und ich rede hier nicht von "Unangepassten", sondern von richtigen Rüpeln - auferlegen müssen, treibt viele von ihnen in den schieren Wahnsinn.

Zur Klarstellung: Ich habe meine Kinder nie geschlagen, aber nicht weil es verboten gewesen wäre, sondern weil es einfach nicht nötig war. Wer in seiner Kindheit von seinen Eltern Zuwendung, Geborgenheit und Liebe erfahren hat und als Mensch und Erdenbürger ernst genommen wurde, der provoziert keine Schläge. Das klappt sogar in "kaputten" Familien, wenn Vater und Mutter zum Wohle des Kindes am gleichen Strang ziehen.

Ein Kind, das solche positiven Erfahrungen nicht gemacht hat, und dann seinen möglichen Hass seine Mitmenschen spüren lässt, dem muss man mit anderen Erziehungsmethoden gegenübertreten als einem solchen mit positiver Lebenseinstellung.
Nicht alle Kinder kann man gleich behandeln.

Nur Ziel sollte in beiden Fällen sein, ihnen zu helfen: dem einen, seine Konstruktivität zu fördern, dem anderen, seine Destruktivität zu überwinden.

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SIBO 03.02.2008, 09:51
118. Schläge als Erziehungsmittel sind tabu

Zitat von udo46
Ein Kind, das solche positiven Erfahrungen nicht gemacht hat, und dann seinen möglichen Hass seine Mitmenschen spüren lässt, dem muss man mit anderen Erziehungsmethoden gegenübertreten als einem solchen mit positiver Lebenseinstellung. Nicht alle Kinder kann man gleich behandeln.
Welche anderen Mittel wären das denn?
Auch ich habe meine Kinder nie geschlagen, weil ich Schläge als Erziehungsmittel für indiskutabel halte - Gewalt provoziert immer auch Gegengewalt, und dieses "mir hat es auch nicht geschadet" kann ich nicht mehr hören.
Es gibt zweifellos viele Kinder, die in kaputten Familien aufwachsen, wo sich die Eltern nicht genug kümmern, aber das rechtfertigt die gewählte Maßnahme "Klassenkeile" auf keinen Fall.
Auch wir haben in der Grundschulzeit unseres mittlerweile sechzehn Jahre alten Sohnes wahrhaft schlimme Erfahrungen mit einer Lehrerin gemacht. Diese schlug die Kinder zwar nicht, aber solche Sachen wie "gemeinschaftliches Auslachen"
für falsche Antworten oder bewusstes, verbales "Niedermachen" einzelner Kinder vor der gesamten Klasse, waren an der Tagesordnung.
Diese Lehrerin hat es geschafft den Kindern eine solche Angst einzujagen, dass nur wenige Kinder sich trauten etwas daheim zu erzählen.
Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass es sich dabei um Grundschulkinder handelt, die i. d. R. zwischen
sechs und zehn Jahre alt sind.

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Hilfskraft 04.02.2008, 11:12
119. Klassenkeile

Zitat von sysop
Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.
Ich habe diese Szene nicht beobachtet und traue Medien-Berichterstattungen nicht über den Weg.
Weiß auch nicht, in welche Richtung diese Stimmungsmache laufen soll.
Lehrer sind die Schlimmsten? Oder was?

Hilfskraft

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