Forum: Leben und Lernen
Grundschule: Erzieherin bestraft Siebenjährigen mit Klassenkeile

Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.

Seite 7 von 13
nikita-kira 18.01.2008, 11:55
60. ich war auch

einige jahre in der betreuung tätig ... grundschule ... ich hatte zweitweise sogar über 30 kinder - die ich alleine betreuen musste ... die ganze betreuungs-scheisse an den grundschulen wird meistens von nicht-qualifizierten oder/und pensionierten kräften durchgeführt (weil schlecht bezahlt)... ich will damit nicht diesen "fall" ent-schuldigen ... aber es ist wie bei der debatte um jugendkriminalität ... es wird draufgehauen aber es wird nichts über ur-sachen gesagt ...

Beitrag melden
br0iler 18.01.2008, 12:06
61. es ist immer wieder schön

es ist immer wieder schön, wie sich manche Leute ein Urteil bilden, die nicht mal einen kleinen Einblick in die Materie haben. Da werden Erzieher als prügelnde "Monster" dargestellt und Kinder sind eigentlich immer lieb und haben immer Recht. Die Armen haben eben eine schwere Kindheit und man muss das eben verstehen wenn Kinder "daueraggressiv" oder anders verhaltensgestört sind. Dem kann man nur durch viel Mitgefühl und Liebe entgegenkommen. Klar ich bin auch dagegen Kinder zu schlagen, das ist wirklich keine Lösung. Aber eine klare, möglichst laute Ansage mit eventuell mal kurz und energisch zur Seite ziehen sollte immer drin sein. Anders lernen diese Kinder es nämlich nicht.
Aus meiner eigenen Verwandschaft kenne ich zufällig die ein oder andere Situation an einer Berliner Grundschule.
Davon abgesehen, das die Erzieher personell meist unterbesetzt sind, gibt es jedes Jahr und in fast jeder Klasse "diesen Einen" der immer aus der Reihe tanzt.
Das versuchen dann die Erzieher die erste Zeit zu beobachten und dem Ganzen mit den "allgemein üblichen" Methoden entgegen zuwirken. Wenn das nicht hilft, werden irgendwann die Eltern vorgeladen. Falls die überhaupt kommen, werden die schulischen Mitarbeiter meist noch beschimpft. Wenn sich dann später das Jugendamt längst eingeschaltet hat, hat sich an dem Verhalten des Kindes meist überhaupt nix geändert. ABER wehe ein Erzieher oder Lehrer brüllt mal das Kind an, dann sind diese Eltern die ersten, die mit Anzeige drohen.
Lange Rede, kurzer Sinn - jeder der meint hier die Erzieher+Lehrer handeln eh zu übertrieben, der sollte sich mal die Zeit nehmen und eine Woche die Erzieher zu unterstützen um zu sehen was da manchmal so abläuft.
Zum Glück sind aber diese krassen Fälle immer die Ausnahme. Man sollte sie aber deshalb trotzdem nicht schön reden.

Beitrag melden
descartes101 18.01.2008, 13:11
62. Feedback

Zitat von sysop
Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.
Wäre ja mal eine nette Idee zur Feedbackmitteilung an die Lehrer: Am Elternabend einen Kreis bilden, der oder die Lehrer in der Mitte, die Damen dürfen gerne die Stiletto-Absätze anhaben. Da fällt der Unterricht wahrscheinlich gleich viiel schülerfreundlicher aus.

Beitrag melden
siddhartha68 18.01.2008, 13:12
63. Das arme Hascherl

Mir tut das arme niedliche Zappelphilipkind so unendlich leid. Sozial sowieso durch 9 Geschwister benachteiligt und nun auch noch diese Folter, was es durch die anderen blutrünstigen Mitläufer erleben musste. Ich hoffe nur, dass man alle Hilfe diesem Kind zukommen lassen wird, um sich wieder von diesem Extremerlebnis zu erholen.
Und hoffentlich erhält Papa eine angemessene Schmerzensgeldsumme für diese Schmach an seinem Kind.
/ironie off/
Ganz ehrlich: wirklich leid tut mir diese Erzieherin, die sich trotz Pensionsalter bereit erklärte, Fehlstunden auszugleichen und zugunsten der Kinder einzuspringen, denn sie wird jetzt hingestellt wie ein Monster. Das Kind war schon mehrfach auffällig, kann sich wohl in keinster Weise in eine Gruppe einordnen, was auch immer die Gründe dafür sind. Die Idee, diesem Kind mit Hilfe der Gruppe zu zeigen, wie unangenehm es ist, wenn man ständig stört, indem man ihm mal was Unangenehmes zufügt, finde ich nicht mal so schlecht (nein, ich bin NICHT im Rentneralter, und ich habe noch nie ein Kind geschlagen !). Und mir kann doch kein Mensch erzählen, dass dieses Kind nun ein physischer Schaden davongetragen hat.
Ich kann es kaum erwarten, wie dieses niedliche Zappelinchen in 10 Jahren in der Presse herumgeistert, weil es arme Rentner in U-Bahnen schlägt oder sonstigte Taten begeht. Aber zum Glück haben wir bereits eine Schuldige: wenn diese Erzieherin nicht gewesen wäre, hätte das Kind keine so schlechte Kindheit gehabt.
Tja, wenn man sich von einem 7jährigen Kind schon vorführen lässt, was erwarte ich dann auch anderes..

Beitrag melden
IsArenas 18.01.2008, 14:28
64. ...

Zitat von br0iler
(...) Zum Glück sind aber diese krassen Fälle immer die Ausnahme. (...).
Die Folgsamkeit der Untertanen-Klassenkeiler lässt einen anderen Schluss zu, eigentlich fast das Erschreckendste an der Angelegenheit, die offenbar auch noch einen vollkommen nichtigen Anlass hatte ("Fangenspielen").

Juristisch handelt es sich hier um die Anwendung der Prügelstrafe, und die ist seit zirka 1975 zu Recht verboten. Wer nicht begreift, dass ihm dieses Erziehungsmittel nicht zur Verfügung steht, sollte einen anderen Beruf wählen. Punkt.

Beitrag melden
M. Michaelis 18.01.2008, 14:58
65. Gruselkabinett...

Zitat von sysop
Die Klassenkameraden bildeten einen Kreis, in der Mitte ein Siebenjähriger. Dann schlugen die Mitschüler auf ihn ein. Ihre Erzieherin hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert. Nach dieser Szene an einer Schule in Neuenbürg muss die Frau gehen.
Wenn das stimmt fragt man sich aus welchem finstren Gruselkabinett diese Erzieherin entsprungen ist.

Beitrag melden
siddhartha68 18.01.2008, 15:15
66. Bestrafung der Prügelnden

Zitat von IsArenas
Juristisch handelt es sich hier um die Anwendung der Prügelstrafe, und die ist seit zirka 1975 zu Recht verboten. Wer nicht begreift, dass ihm dieses Erziehungsmittel nicht zur Verfügung steht, sollte einen anderen Beruf wählen. Punkt.
Tatsache ist, dass die Kinder "geprügelt" haben, aber juristisch können 7-jährige gar nicht bestraft werden. Oder soll die Lehrerin bestraft werden, wegen Anstiftung einer Straftat ? Einfach lächerlich.

Beitrag melden
atrinija 18.01.2008, 16:03
67. Fassungslos

Zitat von siddhartha68
Die Idee, diesem Kind mit Hilfe der Gruppe zu zeigen, wie unangenehm es ist, wenn man ständig stört, indem man ihm mal was Unangenehmes zufügt, finde ich nicht mal so schlecht (nein, ich bin NICHT im Rentneralter, und ich habe noch nie ein Kind geschlagen !). Und mir kann doch kein Mensch erzählen, dass dieses Kind nun ein physischer Schaden davongetragen hat. ..
Solche Äußerungen sind mit ein Grund warum die Hemmschwelle
gewalttätig zu reagieren immer weiter sinkt. Was sind Sie für ein Mensch, dass Sie es gut heißen wenn siebenjährige Kinder von Erwachsenen angestiftet werden einen einzelnen zu verprügeln? Wie würden Sie, sich fühlen wenn 17 andere auf Sie einprügeln? Sie sind noch nicht im Rentenalter, umso schlimmer dann können Sie ihre seelische Armut noch nicht einmal auf das Alter schieben. Ich hoffe Sie haben wenigstens keine Kinder. Wann haben Sie zuletzt mit einem siebenjährigen Kind zutun gehabt, dass nachts nicht schlafen kann und nicht mehr isst weil es Angst hat zur Schule zu gehen? Ihnen tut die Betreuerin leid, die hat sich nicht aufgeopfert sondern bekommt Geld dafür auf die Kinder aufzupassen, keiner zwingt sie dazu dies zu tun. Aber unsere Kinder sind solchen Gestalten hilflos ausgeliefert.

Beitrag melden
Fraggle12 18.01.2008, 16:13
68. Schockierend

Zitat von siddhartha68
Tatsache ist, dass die Kinder "geprügelt" haben, aber juristisch können 7-jährige gar nicht bestraft werden. Oder soll die Lehrerin bestraft werden, wegen Anstiftung einer Straftat ? Einfach lächerlich.
Wie ich bereits weiter oben sagte, der Kern der Sache ist für mich nicht das Schlagen eines Kindes, sondern das andere Kinder dafür mißbraucht wurden.
Über das für und wider der anti-autoritären Erziehung und der Prügelstrafe, sowohl in der Schule als auch durch die Eltern, kann man bestimmt viele Seiten lang diskutieren.
Aber das es Leute gibt, die einen so eindeutigen Fall der Kindesmisshandlung, das Benutzen(!!) von Kindergewalt zur "Erziehung" eines anderen Kindes, entschuldigen, schockiert mich schon sehr und noch mehr, wie einige hier selbst diese Handlung begründen würden, nicht mit einer vielleicht veralteten Vorstellung von Erziehung oder anderen Vorstellungen, die sich um das angenomme Wohl der Kinder drehen, sondern mit der schlichten Angst vor Strafverfolgung, also niederstem Eigeninteresse.
Ich hoffe für die Erzieherin, das sie tatsächlich ihre Handlungen eingestanden hat, wie weiter oben in der Diskussion erwähnt, was mehr auf erstere Begründung hindeuten würde und sie nur an den Rand unserer Gesellschaft und nicht darüber hinaus befördert, wie einige Schreiber hier.

Beitrag melden
siddhartha68 18.01.2008, 16:40
69. Seelische Armut

Zitat von atrinija
Wie würden Sie, sich fühlen wenn 17 andere auf Sie einprügeln? Sie sind noch nicht im Rentenalter, umso schlimmer dann können Sie ihre seelische Armut noch nicht einmal auf das Alter schieben. Ich hoffe Sie haben wenigstens keine Kinder. Wann haben Sie zuletzt mit einem siebenjährigen Kind zutun gehabt, dass nachts nicht schlafen kann und nicht mehr isst weil es Angst hat zur Schule zu gehen? Ihnen tut die Betreuerin leid, die hat sich nicht aufgeopfert sondern bekommt Geld dafür auf die Kinder aufzupassen, keiner zwingt sie dazu dies zu tun. Aber unsere Kinder sind solchen Gestalten hilflos ausgeliefert.
Also 1. ist das einzig und alleine die Aussage des Vaters, dass sein Kind beim "Fangen" erwischt wurde und dass es "geprügelt" wurde. Verniedlichung seines Kindes also vorprogrammiert. Ich würde mir mal gerne die Meinung von den anderen Kindern und vor allen Dingen den weiteren Hintergrund anschauen, warum dieses Kind ständig alle anderen so aufreibt.
2. Wie ich mich fühlen würde: spätestens da würde ich und jedes normal denkende Kind (auch bereits mit 7 !) mal zu überlegen beginnen, was ich eigentlich verkehrt mache, wenn die Klasse mein Verhalten so nicht akzeptiert.
3. Woher wissen Sie eigentlich, dass dieses Kind nachts nicht schlafen kann, weil es Angst hat zur Schule zu gehen ? Oder sprechen Sie jetzt evtl. von Ihren Kindern ?
Es ist bezeichnend für dieses Forum, wieviel Interpretationen hier einzig und alleine aufgrund der Aussage des Vaters durchgeführt werden.
Übrigens: über meine seelische Armut brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Meine Kinder sind weder seelische Krüppel, noch wurden sie je von mir geschlagen, sehr erfolgreich in Schule bzw. Studium. Allerdings wussten sie auch immer wo die Grenzen sind, und vor allen Dingen hätte ich mich nie von Ihnen gegen einen Lehrer ausspielen lassen.
Mir tut nicht nur diese Betreuerin leid, sondern alle Leute, die sich freiwillig oder berufsmäßig mit solchen Spackeskindern herumärgern müssen und dafür von der Gesellschaft noch Prügel beziehen. Ich wünsche der Dame alles Gute.

Beitrag melden
Seite 7 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!