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Grundschultest: Bildungsniveau ist bundesweit gesunken
DPA

Bei einem bundesweiten Test unter Grundschülern haben sich die Viertklässler in den Fächern Deutsch und Mathe deutlich verschlechtert. In einzelnen Bundesländern fällt der Trend besonders stark aus.

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jula75 13.10.2017, 14:16
110. Kein Wunder

In NRW werkeln die Grundschüler an sogenannten Wochenplänen in fast der Hälfte aller Stunden vor sich hin. Oft ohne, dass sie begreifen, was sie da tun. Kontrolliert werden die Ergebnisse selten. Und während die meisten Kinder vor sich hinwerkeln, ist die Lehrkraft damit beschäftigt, die verhaltensauffälligen Kinder im Zaum zu halten.
So kommt eben nicht viel dabei heraus. Die Methode "Schreiben nach Gehör" macht es nicht besser.
Kein Wunder, wenn der Bildungserfolg vom Elternhaus abhängt: Die Kinder, bei denen die Eltern nachmittags nachhelfen und den Unterricht quasi übernehmen können, kompensieren die strukturellen Defizite natürlich besser. Ansage auf dem letzten Elternabend in der Ganztagsgrundschule (OGS, aber mit dem Konzept, dass alle Kinder nachmittags in der Schule bleiben sollen) meines Sohnes: "Lesen üben ist eine häusliche Aufgabe. Bitte lesen Sie mit ihrem Kind täglich." Nach Schulschluss um 16:30 Uhr??

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sleeping_beauty 13.10.2017, 14:21
111.

Zitat von der_klardenker
Tja, der Föderalismus macht's möglich. Anstatt sich am besten zu orientieren bzw. ein einheitliches Niveau zu etablieren, wendet jedes Bundesland eine eigene Bildungspolitik an. Sachsen und Bayern sind in dieser Beziehung die Vorbilder und danach sollten sich auch die übrigen Bundesländer orientieren.
Sei froh, daß es den Föderalismus gibt, sonst könnte man die Fehler der rotgrünen Ideologen noch schlechter erkennen. "Föderalismus abschaffen" hätte eben nicht "Bayern deutschlandweit" zur Folge, sondern "Berlin deutschlandweit".

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Schmitz3. 13.10.2017, 14:22
112. Nachtrag aus dem BMFSJ

Per Twitter aus dem BMFSJ: "Du musst keine Dichter und Denker schaffen, aber du kannst Deine SchülerInnen für Demokratie begeistern." - Das ist kein Scherz, sondern ein Post zum Weltlehrertag. Eine ordentliche Gesinnung geht vor Bildung. Ich hätte fast geschrieben - wie in der DDR. Aber dort wurde ordentliche Gesinnung UND gute Bildung gefordert.

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pom_muc 13.10.2017, 14:25
113.

Zitat von bakero
Der Kultusminister kam bis vor 1,5 Jahren von der SPD. Danach von der CDU. Welche Ideologie meinen Sie denn da genau? Übrigens war die jetzige Ministerin Frau Dr. Eisenmann 14 Jahre Büroleiterin bei Günther Oettinger. Da bin ich gespannt auf die Ergebnisse des Niveaus beim Englisch. ;)
Ich denke wir reden von der rot-grünen Ideologie und den Versuchen der CDU-Kulturministerin den Schaden einzudämmen.

"Eisenmann setzt sich dafür ein, dass die Lernmethode „Schreiben nach Hören“ eingeschränkt wird und schon zu Beginn der Grundschulzeit Fehler korrigiert werden. Kritik von Lehrern wies sie zurück und sagte, dass das Kultusministerium selbstverständlich pädagogische Vorgaben zur Korrektur von Rechtschreibfehlern machen könne.[4][5]"

Hier kann man ganz gut nachlesen wie sich diese dämliche Ideologie die Schulaufgaben an die Eltern delegiert langfristig auswirkt.
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/orthographie-in-schulen-schraibm-nach-gehoea-13456654.html

Selbstverständlich ist es kein Zufall dass Bayern heute an der Spitze steht denn es hat als erstes Bundesland wieder Schluss mit diesem Irrsinn gemacht.
"Bayern hat schon im vergangenen Jahr als erstes Bundesland seinen Lehrern erlaubt, wieder zur traditionellen Lehrmethode zurückzukehren, dem regelgetreuen Schreiben."

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pom_muc 13.10.2017, 14:28
114.

Zitat von bakero
Egal, es wird wirklich Zeit für einen bundesweiten Bildungsstandard.
Auf keinen Fall wird sich Bayern noch einmal so einen Schwachsinn wie "Schreiben nach Gehör" von norddeutschen "Bildungspolitikern" aufdrücken lassen.

Die CSU ist angezählt. Und wenn ihr das nicht reicht gibt es in Bayern noch den Volksentscheid der notfalls auch in der Bildungspolitik zum Einsatz kommen kann. Im Gegensatz zu Berlin wird in Bayern das Ergebnis eines Volksentscheides geachtet.

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toc-ra 13.10.2017, 14:29
115. Wenn wundert es

Gehen Sie doch mal in eine Grundschulklasse mit der heutigen Inklusion (von mindestens 2 Schülern) und Integration ( mindestens 2 Schülern). Der Lehrer ist fast immer alleine verantwortlich und muss sich um alle kümmern. Jetzt stoppen Sie mal die Zeit, von den 45 Minuten, die nur für das allgemeine lernen der restlichen 20 Schüler übrig bleibt. Das Ergebnis ist erschreckend.

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bakero 13.10.2017, 14:29
116.

Zitat von schmidt-post
Das Kultusministerium war SPD-geführt.
Und bis 2011 was das Kultusministerium (wie in vielen Jahrzehnten zuvor auch) CDU-geführt. Die Grünen hatten zu keinem Zeitpunkt die Verantwortung.

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TS_Alien 13.10.2017, 14:32
117.

Es geht immer nur um Durchschnitte. D.h. bei jeder Aussage gibt es Schüler/Schülerinnen, für die diese Aussage nicht zutrifft. Es gibt z.B. Migrantenkinder aus bestimmten Ländern, die in der Schule keine oder nur kurzzeitig Probleme haben. Weil sie aus einem Elternhaus stammen, in dem Bildung etwas zählt. Und dann gibt es andere Kinder, die aus Elternhäusern stammen, in denen Bildung wenig bis nichts zählt.

Das Elternhaus ist wichtig. Keine Schule und auch kein Schulsystem kann auffangen, was bildungsmäßig kaputte Elternhäuser mit ihren Kindern anstellen können. Selbst begabte Kinder bleiben da auf der Strecke.

Das hat mit links, rot, grün oder einer Ideologie nichts zu tun. Im Gegenteil. Gerade diejenigen, die immer die gleichen platten und falschen Argumente verbreiten, verstehen die Ursachen vieler Probleme nicht.

Wo stünde Deutschland heute, wenn nicht die SPD in den 70er und 80er Jahren die Unis für viele junge Menschen aus Haushalten mit wenig Einkommen und Besitz geöffnet hätte?

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SamuelTee 13.10.2017, 14:34
118. Nach dem Lesen von 80% der Kommentare hier...

...frage ich mich, warum wir es nicht wie in China machen (scheinen ja alle dafür zu sein, dass zu einem Kinderleben vor allem Leistung gehört). Die können mit 4 Jahren Integrale rechnen, haben dafür aber keine Freizeit. Wozu auch. Wird ja eh überbewertet.

Außerdem sollten Eltern ihre Kinder in der Woche gar nicht mehr sehen. Bei SPON bekommt man eh den Eindruck, dass Eltern grundsätzlich schlecht für die Entwicklung von Kindern seien. Damit hätte sich das beliebte Thema "Helikopter" auch erledigt.

Ach und Smartphones. Das geht ja gar nicht. Anstatt den verantwortungsvollem Umgang damit zu lehren, sollten wir die natürlich verbieten. Überhaupt alles was ablenkt - Musik, Freizeitsport, bunte Klamotten und die Sonne, die ins Klassenzimmer scheint - muss verboten werden!

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egalitarian 13.10.2017, 14:34
119.

Zitat von _gimli_
Die Realität sieht so aus, dass die Kinder aus den nördlichen Bundesländern die ersten Semester nicht überleben. Eine gewisse Naivität bzgl. der heutigen Anforderungen an Kinder und Jugendliche, um in Industriegesellschaften Fuß zu fassen, muss ich Ihnen leider zusprechen.
Da haben Sie sicher entsprechende Statistiken bzw. Veröffentlichungen zur Hand?
Meine Erfahrung im Universitären Lehrbetrieb zeigt eher, dass es ähnlich viele dumme/faule Studenten aus dem Süden wie aus dem Norden gibt.
Btw. zu meiner Zeit hatten die Hessen kein Vektorrechnen in der Schule. In Mathe für Physiker wurde die Schulmathematik nach 15 Minuten abgehakt, ab da waren wir alle auf dem gleichen Stand. Die Defizite aus der Schulzeit waren also ziemlich unerheblich.

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