Forum: Leben und Lernen
Gutachten zum Forscherschwund: "Deutschland ist für die Besten nicht attraktiv genug"
Corbis

Viele Top-Wissenschaftler gehen, weniger kommen her: Eine Expertenkommission kritisiert, dass zu viele der klügsten Köpfe aus Deutschland abwandern. Profiteure sind vor allem die Schweiz und die USA, etliche große Talente folgen dem Ruf des Geldes.

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KnarfKnarf 26.02.2014, 17:37
1. Ein Markt ist und bleibt eben ein Markt

Warum sollte ein junger Master of Science so dumm sein und in Deutschland promovieren wollen, wo er in den meisten Fächern gar nichts bekommt und schon froh sein muss, sollte er dann mal 900 Euro Brutto kriegen, wenn es im Ausland dafür deutlich mehr gibt?

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3zack 26.02.2014, 17:43
2. Milliardengrab EEG

Für nichts und wieder nichts. Derweil mit einem Bruchteil des Geldes nicht nur die Forschungslandschaft in Deutschland richtig gefördert und angeschoben werden könnte, nein, auf der Unterbau, die baulich verrottenden Schulen und Universitäten könnten mit einem Teil des Geldes renoviert und neu ausgestattet werden.
Das EEG fördert nur den Wohlstand einiger auf eine ziemliche perfide Art.

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THINK 26.02.2014, 17:47
3.

Zitat von sysop
Viele Top-Wissenschaftler gehen, weniger kommen her: Eine Expertenkommission kritisiert, dass zu viele der klügsten Köpfe aus Deutschland abwandern. Profiteure sind vor allem die Schweiz und die USA, etliche große Talente folgen dem Ruf des Geldes.

Wird ein Wissenschaftler als Top-Wissenschaftler bezeichnet, dann
kann man sicher sein, dass er einige Jahre später in der Versenkung verschwunden ist.
Ähnlich ist es mit der Einordnung in "die Besten" oder "die Elite".
Die meisten hoffnungsvollen Jungwissenschaftler bleiben es ihr Leben lang und können die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Ob jemand zur "Elite" gehört, lässt sich erst durch die Betrachtung der Vergangenheit feststellen. Deshalb ist eine "Eliteförderung" sinnlos.

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koves 26.02.2014, 17:50
4. Konkurrenz in der globalisierten Wirtschaft

Die Globalisierung, die größte Chance aber auch das größte Übel unserer Zeit, zeigt sich natürlich auch in Forschung und Lehre - wen wundert's.
Für uns Europäer sollte der erste Schritt folglich im geeinten Europa sein, dass die Forschung in allen EU-Ländern gleichberechtigt erfolgt, und nicht, dass etwa Österreich oder Schweden kluge Köpfe aus Spanien oder Griechenland abwirbt, in denen dadurch wirtschaftliche Probleme zur Katastrophe ausarten.
Der zweite Schritt sollte dann sein, dass die Welt-Staatengemeinschaft das Forschen auch in Schwellenländern ermöglicht (idealerweise dann natürlich auch in Entwicklungsländern).
Kurz gesagt: Der Wettbewerb in der Forschung unter den Staaten der Welt sollte mittelfristig zwar dazu führen, dass Forschung insgesamt verbessert wird, muss aber vor allem den Menschen dienen, nicht der globalisierten egozentrischen Weltwirtschaft, wie es derzeit der Fall ist.

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nochnbier 26.02.2014, 17:57
5. Die schönsten Rückkehrprogramme ...

... nützn nämlich nix, wenn man den Wissenschaftlern danach keine Perspektive gibt. Das WissZeiVG ist immer noch in Kraft und verhängt ein Berufsverbot, so dass man nach 12 Jahren in der Wissenschaft die Uni für immer verlassen muss. Drittmittel helfen da auch nicht weiter, weil diese häufig von der DFG vergeben werden, die in ihren Strukturen durchaus mit der Mafia vergleichbar ist. Wer in der Familie in Ungnade gefallen ist, weil er sich den "grosskopferten" Profs nicht hündisch ergeben möchte, bekommt nie wieder Forschungsgelder bewilligt. Wer will da schon in Deutschland arbeiten, zumal diese Probleme seit Jahren bekannt sind. Von Frau Dr. plag. Schavan gab es keinen Reformeifer, es kommt nix von der derzeitigen Ministerin und die hochgelobte Bildungskanzelerin sitzt auch nur rum und verschiebt die Steuermilliarden an Banken und Industrie, aber nicht dorthin wo sie gebraucht werden.

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rugall70 26.02.2014, 18:00
6. Und wie sieht´s bei den Klempnern aus?

Dass "Spitzenforscher" ins Ausland gehen, verursacht mir keine schlaflosen Nächte! Dann haben wir halt ein paar hundert Professoren weniger im Land! Na und?

Wie oft braucht man denn schon einen Spitzen-Forscher im Haushalt? Ich, ehrlich gesagt, eher selten. Was ich dringend brauche, ist eine Klempner! Offenbar sind die aber auch alle abgewandert! Du kriegst nämlich keinen! Top-Anwälte haben wir noch und nöcher im Land! Aber weit und breit keine Klempner! Könnte sich da bitte mal eine Experten-Kommission Gedanken drüber machen?

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helmut.alt 26.02.2014, 18:01
7. optional

Die Bezahlung an den deutschen Hochschulen ist so unattraktiv, dass viele hervorragende Wissenschaftler es vorziehen ins Ausland oder zur Industrie zu gehen. Die Gehälter in der Schweiz sind etwa doppelt so hoch wie in D, dazu kommt dann noch der viele niedrigere Steuersatz in der Schweiz und die dortige hohe Lebensqualität. Wer die Wahl hat, der wird sie nützen.

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fmfx 26.02.2014, 18:04
8. Prost Metternich

Die Universitäten gleichen in ihren hierarchischen Strukturen eher einem feudalen System, als einer modernen Gesellschaft. Es sind nicht die C4 Professoren, die die meiste Forschung stemmen, sondern Doktoranden und Post-Docs.

Das meiste Geld erhalten bei uns Forscher für vergangene Forschungsgroßtaten und nicht für aktuelle Forschungsleistungen.
Man muss das Geld nur der richtigen Gruppe geben und schon läuft's. Aber in den feudalen Strukturen unseres Unibetriebs erhalten es die reaktionären Kräfte.
Prost Metternich!

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quark@mailinator.com 26.02.2014, 18:06
9. Rückzahlung

Jeder, der auf Volkes Kosten studiert hat, sollte zunächst mal hier arbeiten, bis diese Schuld beglichen ist. Nur, weil man am Ende des Studiums keinen Schuldschein bekommt, heißt das nicht, daß das Studium kostenlos war. Früher gab es ja mal sowas wie Ehre, Patriotismus, Verantwortungsgefühl etc., was Menschen daran hinderte, auf Kosten des eigenen Landes den persönlichen Vorteil zu suchen. Aber wenn das nicht mehr ausreichend vorhanden ist, dann muß die Rechnung eben aufgemacht werden. Entweder man bezahlt sein Studium ab, oder man arbeitet hier. Punkt.

Abgesehen davon sollte DE natürlich sehen, wie man dem brain drain entgegen wirken kann.

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