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"Gute-Kita-Gesetz" verabschiedet: Längere Öffnungszeiten und mehr Erzieher
REUTERS

5,5 Milliarden für die Kinderbetreuung: Der Bundesrat hat das "Gute-Kita-Gesetz" des Familienministeriums verabschiedet. Profitieren sollen Eltern und Kinder, doch die Finanzierung nach 2022 ist unklar.

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omop 14.12.2018, 13:45
1. Schon der Name ist Euphemismus pur..

Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..

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wiesenflitzer 14.12.2018, 14:08
2. Schade, dass gleich im ersten Beitrag

direkt mal wieder gemoppert wird.
Irgendwie typisch deutsch halt!
Lasst uns doch erstmal darüber freuen, dass mit 5 Milliarden in 4 Jahren durchaus eine ordentliche Stange Geld für unsere Kinder/Kitas ausgegeben wird.
Natürlich wäre es überaus begrüßenswert, wenn von dem Geld viele Erzieher ausgebildet und eingestellt würden, das wäre das Beste.
Es liegt jetzt halt in der Verantwortung der lokalen Politiker, dass zur Verfügung gestellte Geld, entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen einzelner Kitas, sinnvoll zu investieren. Das kann aber durchaus unterschiedlich sein.
Die einen benötigen mehr Mitarbeiter, andere neue Räume/Sanierungen, wieder andere können finanziell schwache Familien nun mit kostenloser Kita Entgegenkommen. Sie sehen, es gibt durchaus Gründe, das Geld nicht zwingend an einer Sache festzumachen.

Und wenn Sie glauben, dass die beste Kita die häusliche sei, dann haben Sie leider keiner Ahnung , was in den Städten los ist, wieviele Alleinerziehende es gibt, wieviele Doppelverdiener es gibt und dass es noch mehr Kinder, speziell von ausländischen und bildungsfernen Familien es gibt, für deren Kinder die Kita/der Kindergarten ein erziehungstechnischer Segen darstellt.

Und letztlich: Wer hat dieses vernünftige Gesetz wieder einmal durchgebracht?
Wieder ein SPD-Politiker, wie alles soziales der letzten 10 Jahre!

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haarer.15 14.12.2018, 14:09
3. Die gesellschaftliche Realität ist eine andere

Zitat von omop
Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
Die gute Kita gibt es genau zuhause bei weitem und vor allem in vielen Fällen nicht. Da werden die Kids hauptsächlich nur verwahrt. Kitas haben heutzutage - falls Sie es nicht mitbekommen haben - einen Bildungsauftrag.

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MatthiasPetersbach 14.12.2018, 14:17
4.

Zitat von omop
Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". .....
Nun ja, das ist auch der erste Zweck der Sache: Eltern freistellen. Kinder hüten. Was soll man da sonst machen? Latein lehren?

Natürlich - 3 Kindergärtner sind besser als 2 und Ausgebildete sind besser als Nichtausgebildete.

Aber in erster Linie sollte es Kitaplätze in erforderlicher Anzahl - und natürlich kostenfrei für alle - geben. DANN kann man in Richtung "besser bis gut" verbessern. Aber erst dann. So ist das der zweite Schritt vor dem ersten.

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flokram 14.12.2018, 14:21
5. @omop

Vielleicht sind sie ein wenig aus der Zeit gefallen.
15-20 Kinder auf 2 Erzieher ist sogar ein guter Schlüssel und soll mit dem Gesetz ja auch verbessert werden.
In Thüringen sind sogar 16 auf eine zugelassen.
Wenn Erzieher krank sind, dann sind auch meist Kinder krank, gleicht sich aber bestimmt nicht aus.
Dennoch Kinder nur Zuhause erziehen ist auch ein Problem gerade für schwachen sozialen Hintergrund. Sie haben ja die Wahl.

Meine Tochter liebt es und ich erlebe den Alltag im Kindergarten zur Zeit auch in der Eingewöhnung mit. Soviel Spiel und soziale Interaktion bekommt sie leider nicht Zuhause da sich meine Frau noch um das Baby kümmert.

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hansfrans79 14.12.2018, 14:40
6.

Zitat von omop
Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
Nein eben nicht, die Eltern können dem Kind nichts von der Gemeinschaft geben, die eine Kita bedeutet.
Kinder sollten daher möglichst früh in tägliche Gemeinschaft mit Gleichaltrigen.
Es ist für alle Kinder wichtig, dass sie nicht der Willkür ihrer Eltern ausgeliefert sind.

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biesi61 14.12.2018, 14:44
7. Unsere Landesfürsten sind mal über ihre Schatten gesprungen! Hurra!

Nach dem völlig unverständlichen Zirkus um den Digitalpakt für die Schulen nehmen die Länder das viele Geld vom Bund zur Verbesserung der KITA-Betreuung jetzt tatsächlich an. Danke, Frau Giffey, ein gutes Gesetz, das die bemerkenswert engagierte Arbeit in unseren KITAs unterstützt und eine bessere finanzielle Basis gibt!

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Peter Schmidt -fsb 14.12.2018, 15:23
8. Ernst gemeinte Frage!

Zitat von omop
Fast alle Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der sicher nicht kindzentriert ist. Wenn ich 15-20 Kinder in der Regel von 2 KindergärtnerInnen betreuen lasse,dann ist das für mich eine bessere "Aufpass-bzw. Verwahreinrichtung". Nicht zu vergessen, dass die Kindergärtnerinnen auch mal krank sind, dann verschlechtert sich der Betreuungsschlüssel weiter. Eine Gute "Kita" gibt es: die ist aber meistens zu Hause bei den eigenen Eltern. Ausnahmen bestätigen die Regel..
Zum obigen Kommentar habe ich eine wirklich ernst gemeinte Fragen:
Ist es sinnvoll wenn sich jeder Hinz und Kunz zu jedem Thema öffentlich äußern darf?
Der Kommentar zeigt, dass der Kommentarschreiber weder den Artikel sinnentnehmend gelesen hat noch sich mit dem "Gute-Kita-Gesetz" beschäftigt hat. Sehr wahrscheinlich weder Erzieher noch Elternteil eines Kindes im Kita-Alter ist.
Darüber hinaus enthält der Beitrag keine Argumente die einen Leser von der Meinung des Schreibers in irgendeiner Weise überzeugen könnte.
Ergo: Was soll so etwas? Solche Kommentare verhindern letztlich jegliche sinnvolle Diskussion.

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vera gehlkiel 14.12.2018, 15:28
9.

Leider ist die Welt insgesamt eher, wie sie ist, aber durch dieses Gesetz wird sie, kleine Schwächen hin oder her, wieder mal eine Spur besser werden. Vor allem für die Gleichberechtigung der Frauen, aber auch für die bessere Chancengerechtigkeit kommender Generationen, muss der Gesetzgeber umso intensiver eintreten, umso mehr in der Wirtschaft die optimierte Marktzurichtung das einzig zulässige Mass aller Dinge ist. Zu teuer kann da gar nichts jemals sein. Letztendlich profitiert die ganze Welt von aufmerksamen und gut gelaunten Kindern, von entlasteten Eltern, und am Ende wiederum die Industrie von intelligenten Kunden und Beschäftigten. Vor allem das Thema "Frühbildung", aber jenseits notorischer Hyperstresser, die ihre Zweijährigen schon mit "Easy English" Programmen beschallen, wird proaktiv in den Fokus gestellt. Gute Nachrichten vom Regieren sind, erleichternder Nebenaspekt, durchaus noch möglich. Auch wenn auf der gleichen Online-Domain etwas weiter oben mal wieder das Abbild des doppelzüngigen Fürsten der Finsternis, Graf Seehofer, in dunklen Tönen dräut. Eine tatkräftige Frau, Ministerin Giffey, die so überhaupt nicht von den disruptiven Dauerdiskursen allenthalben tangiert wirkt.

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