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Gymnasium gegen Inklusion: Ungesundes Volksempfinden
DPA

Eine Bremer Schulleiterin klagt dagegen, dass ihr Gymnasium Kinder mit Handikaps unterrichten soll. Unterliegt sie, wäre das überfällige Ende der Schultrennung in Deutschland eingeläutet.

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fairnes 12.04.2018, 21:54
250.

der Kommentar ist sehr beleidigend der Rektorin gegenüber.
und bitte liebe foristen hört auf alles immer in die linke Ecke zu stellen. das Thema kommt er von den alternativen.

ich bin Erzieher an einer Berliner Montessori schule (stattlich) mit Inklusions Klassen und weder das Montessori noch die Inklusion funktionieren. es wird erwartet mit den selben Mitteln mehr zu leisten.
Fazit Politik redet gern alles schön und nimmt Seifenblasen Beispiele die der Realität entbehren.

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Lankoron 12.04.2018, 21:54
251. Solange nicht

genug Personal und genug Sachmittel für Inklusion vorhanden sind, braucht man über das ganze gar nicht weiter diskutieren. Und muss es Inklusion wirklich um jeden Preis geben? Was wird aus den "normalen" Schülern, denen aufgrund der derzeitigen Ausstattungslage der Schulen eine ihren Fähigkeiten entsprechende Entwicklung verwehrt bleibt? Ich halte das Förderschulensystem für deutlich überarbeitungswürdig und in etlichen Bereichen sicherlich für nicht zielführend für alle Schüler...aber eine pauschale Verurteilung ist sicherlich auch nicht der richtige Weg.

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D. Brock 12.04.2018, 21:55
252. ...

Wenn ein Behinderter zum Beispiel MEHR Zeit benötigt, letztendlich aber in dieser MEHR-Zeit das Gleiche lernen kann, so ließe sich abweichend vom Regelfall hierfür eine Schulform finden, die so etwas auch ermöglicht. Behinderte in Schulen von Nicht-Behinderten zu stecken ist reine Gutmensch-Augenwischerei nach dem Motto: Seht her, die Behinderung macht ja gar nichts.
Da sie sehr wohl was macht, weiß jede(r), der/die mit Behinderten zu tun hat. Ein Unterscheidung ist deshalb KEINE (abwertende) Diskriminierung, sondern ist die Grundlage dafür jedem Schüler und jeder Schülerin die bestmöglichen Bildungschancen zu geben!
Das ist aus diesem Grund eben keine Aufgabe für jede Schule, bei der die Unterrichtenden einen pädagogischen Spagat sondergleichen hinlegen müssen und der das Ergebnis hat, dass die Lernerfolge bei ALLEN Beteiligten unter dem bleiben, was möglich wäre.
Wer nämlich diese Art von Gleichmacherei betreiben möchte, muss gleichzeitig JEGLICHE spezialisierte Schulform verneinen: Willkommen in der großen Einheitsbrei-Schule - alle haben gleich schlechte Chancen, aber Hauptsache gleiche!
Super, wir freuen uns über so viel Gerechtigkeit!

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1+1=3 12.04.2018, 21:57
253. Sehr schwacher Artikel

Ich dachte eigentlich, auch wenn um einen Kommentar geht, dass das Handwerk von Journalisten aus einer soliden Recherche besteht über Hintergründe und Voraussetzungen und und dann live vor Ort mit Gesprächen mit allen Betroffenen weiter geht. Und nicht aus einem Mischmasch aus Polemik, Ideologie und aufgesetztem Gutmenschentum der naivsten Sorte. Vielleicht sollte Herr Füller den Journaistenberuf an den Nagel hängen und sich zum Lehrer umschulen lassen ...

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müllers 12.04.2018, 21:57
254.

Zitat von ls-rio
Seit wann hat eine UN Konvention bei uns Gesetzescharakter?
Hat sie nicht. Aber wenn Staaten diese Konvention beitreten - kraft der Regierung und der gewählten Parlamente - dann haben sie sich verpflichtet.

Die BRD ist 2009 hat als eine von 175 Staaten diese Verpflichtung unterschrieben. Die Umsetzung ist bindend, auch für ein Gymnasium im Bremen - und das völlig unabhängig, ob Sie das persönlich gutheißen oder nicht.

Erst mal informieren, dann räsonieren.

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domino3116 12.04.2018, 21:58
255. Liebe Nr.25

Ihr Auswahlverfahren für den Schulbesuch ist bedenkenswert. Aber Ihre Beschimpfung von Real- und Hauptschulen als Resterampen ist unerträglich. Ich habe eine solche Resterampe mehr als ein Jahrzehnt geleitet. Rückmeldungen von ehemaligen Schülern ergaben, dass darunter vom Facharbeiter bis zum Doktortitel alle möglichen Bildungsabschlüsse erreicht wurden. Obwohl ich die hier geführte Diskussion zur Inklusion ebenfalls als nicht zielführend erachte, möchte ich Sie doch bitten, von Ihrem hohen Ross herab zu steigen, denn es kann in wenigen Jahren schon eintreffen, dass Sie ein Resterampenschüler Ihnen den Hintern wischt, weil sich Ihre Überflieger in Pflegestationen die Finger erfahrungsgemäß nicht beschmutzen wollen.

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chrissitümpel 12.04.2018, 21:59
256. Was ich noch anfügen wollte...

...hat jemand schonmal bedacht, dass viele Lehrer, die z.B. an Gymnasien etc. unterricht, sich ganz bewusst (!) gegen das Studium der Sonderpädagogik entschieden haben könnten, u.a. weil sie nicht (!) glaubten, selbst dafür geeignet zu sein (mangelnde Geduld, was auch immer)? Ich gehöre dazu. Ich habe die Lehrbefähigung für Regelschulen der Sek I und der Sek II (GymGes) und ich habe mich 100%ig bewusst gegen ein Studium der Sonderpädagogik entschieden. Das Ende vom Lied ist: Ich stehe zumeist vor Klassen mit ca. 30 SuS, von denen immer mindestens eine/r, meistens aber mehrere, Förderbedarf L oder, schlimmer, E/S hat. Von Sonderpädagogen ist weit von breit nichts zu sehen, denn obwohl wir eine sehr, sehr große Schule sind, haben wir derer genau 3,5, und diese sind zum Großteil dazu abgestellt, die krassen Fälle zu betreuen, Konzepte zu erarbeiten, Regelunterricht zu geben, und so weiter und so fort.

Immer wenn ich lese, dass L-Kinder bzw. E/S-Kinder (man merke, ich spreche NIE von körperlich behinderten Kindern) in irgendeiner Form von den wenigen Sonderpädagogen angemessen betreut werden können, kann ich nur müde lachen. Und das liegt keineswegs an unseren wahnsinnig guten und wahnsinnig bemühten Sonerpädagogen, sondern am System im derzeitigen Inklusionswahnsinn.

Integrationskräfte? Fehlanzeige. In den krassesten Fällen (z.B. mehrfache Angriffe auf Lehrkräfte, schwerer Autismus etc.) kann man Glück haben und womöglich jemanden finden. Von derzeit etwa 70 bis 80 Inklusionskindern in der SEK I haben derzeit genau 4 einen Integrationshelfer. Warum? Weil es derer nur sehr wenige gibt, oftmals sind dies zum Teil unausgebildete Kräfte, die letztendlich nur eine Art "Aufpasser"-Funktion übernehmen. Außerdem müssen die Kosten etc. übernommen/beantragt/usw. werden, es müssen diverse Nachweise erbracht werden und so weiter. Übersichtlich und einfach ist anders.

Mal so am Rande: Die L-Kinder, die zwar im Unterricht oft kaum mitkommen, sind nicht immer das Problem. Das Problem sind meistens jene Kinder, die eigentlich auf eine Förderschule mit dem Schwerpunkt "emotionale-soziale FÖrderung" gehören. Und derer gibt es verdammt viele.

Es wäre schön, wenn diejenigen, die immer die Moralkeule hervorholen, mal ein paar Monate in die Realität eintauchen würden, um sich ein faktenbasiertes und aktuelles Bild der Lage zu machen.

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bbrueggemann 12.04.2018, 22:01
257. Wir leben nicht auf dem Ponyhof

Inklusion mit Gewalt - nur so kann man es verstehen, wenn geistig behinderte Kinder auf ein Gymnasium gehen sollen. Den Lehrstoff können sie keinesfalls bewältigen, Mitschüler werden sie ausgrenzen. Diese Kinder merken es, haben eine sehr feine Antenne für solche Dinge. Und wem tut man damit etwas Gutes? Weder dem geistig behinderten Kind noch den Kindern, die lernen und Abitur machen wollen.
Ich frage mich ernsthaft, wann die Gleichmacherei auf Biegen und Brechen in diesem Land begonnen hat anstelle jedem eine gleiche Chance gemäß seinen Fähigkeiten zu bieten.

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müllers 12.04.2018, 22:02
258.

Zitat von Dürkheim
1. Die Ablehnung der Inklusion in Regelschulen mit der Diskriminierung von Farbigen ("Rosa Parks") zu vergleichen ist schon frivol. 2. Der Vergleich der Schulleiterin mit einem Warlord ist unverschämt. 3. Die Inklusion, und dies sagen Leute, die täglich in Schulen vor Klassen stehen, ist -so wie sie in Deutschland umgesetzt wird- schon jetzt gescheitert. Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen kämpfen mittlerweile dafür, dass ihr Kinder in Förderschulen dürfen und nicht in Regelschulen unter die Räder kommen. 4. Eine normale Klasse im Gymnasium hat zwischen 20 und 30 Schülern. Fragen Sie doch besser, statt hier Demagogie zu betreiben, wie viele Stunden ein Förderschullehrer in dieser Klasse, pro Woche? 5. Die ideologische Verblendung des Autors hilft den Kindern mit Beeinträchtigungen nicht, sie befeuert nur die Debatte der Unwissenden, die keine Ahnung vom deutschen Schulbetrieb haben.
Und 6.

Die Bundesrepublik Deutschland ist 2009 dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen („UN-BRK“ oder die „Konvention“) beigetreten.

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aberwitz 12.04.2018, 22:02
259. Nicht Ihr Ernst...

...Herr Füller, die deutsche Schullandschaft mit Rassentrennung gleichzusetzen...
Schüler mit geistigen Behinderungen haben an den entsprechenden Förderzentren neben dem Unterricht, eine engmaschige (ggf. 1zu1) Betreuung in kleinen Gruppen, Ergotherapie, Logotherapie und Fachkräfte, die sich methodisch und didaktisch und bezogen auf die Behinderungen mit speziellem Fachwissen sehr gut auskennen. Ich bin immer fassungsloser, was so mancher denkt, was so an "Sonderschulen" Schreckliches geboten wird...aber macht mal...

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