Forum: Leben und Lernen
Gymnasium gegen Inklusion: Ungesundes Volksempfinden
DPA

Eine Bremer Schulleiterin klagt dagegen, dass ihr Gymnasium Kinder mit Handikaps unterrichten soll. Unterliegt sie, wäre das überfällige Ende der Schultrennung in Deutschland eingeläutet.

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Ong 12.04.2018, 22:13
270. Klare Kannte

Vielen Dank für diesen hervorragenden Kommentar!
Herr Füller hat das von vielen Foristen geteilte selektive Menschenbild vom Kopf auf die Füße gestellt.
Menschenrechte ja, aber nur für Normalos.
Gottseidank regiert noch nicht wieder „Volkes Stimme“.
Deutschland hat als Rechtsstaat die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und dies bedingt auf mittlere Sicht auch die Abschaffung des bisherigen, antiquierten und Minderheiten ausgrenzenden Schulsystems.

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GoranBaranac 12.04.2018, 22:14
271. Ach so.

Der weibliche Warlord im Kostüm tritt die Menschenrechte. Weil er die Meinung vertritt auf einer Schule die Kinder zur Hochschulreife führen soll sei kein Platz für W+E-Kinder. Was genau sollen denn W+E's am Gymnasium wenn sie anschließend kein Abitur bekommen können, mit dem (neben dem Abi möglichen) "Sonderzeugnis" der Schule auch keine Zulassung zum Studium bekommen können und selbst bei einem Uni-Zugang geistig nicht in der Lage sind Vorlesungen zu folgen? Worauf will der Autor hinaus? Wofür soll das Beispiel vom Frau Parks hier dienen? R. Parks war nicht geistig behindert, die afroamerikanischen Studenten die sich in den 60ern den Zugang zu weißen Uni erkämpften auch nicht. Welchen Mehrwert für geistig Behinderte oder Verhaltensauffällige hat die "Betreuung" (denn von Lernen kann dann nicht mehr die Rede sein) in einem Regelgymnasium wenn das Land dieses zwar fordert aber die pädagogischen Mindeststandards nicht bezahlen will? Dass es jedem Kind mit Down-Syndrom möglich sein muss ein Gymnasium zu besuchen? Und dann? UN-Menschenrechtsvereinbarungen schweben nicht sinnlos im Raum zum Zweck der folgenlosen Erfüllung. Die Teilhabe behinderter Kinder an schulischer Bildung soll diesen die Integration in die Gesellschaft ermöglichen. Menschen die geistig nicht in der Lage sind auf eine Hochschulausbildung vorbereitet zu werden ausgerechnet in eine Schule zu stecken die genau diesem Zweck dient ist mindestens fragwürdig. Eher noch ist es ein grausames Spiel, das man mit solchen Personen treibt.

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sail118 12.04.2018, 22:15
272. SPON hat

Vor einigen Wochen mal gefragt woher es kommt dass „die Medien“ derzeit so einen schweren Stand bei breiten Bevölkerungsschichten haben
Solche groben Unfug verbreitende Kommentare geistloser Political Correctness sind Teil der Antwort.

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duckjibe 12.04.2018, 22:18
273. Ach Gottchen, Herr Müllers,

Zitat von müllers
Hat sie nicht. Aber wenn Staaten diese Konvention beitreten - kraft der Regierung und der gewählten Parlamente - dann haben sie sich verpflichtet. Die BRD ist 2009 hat als eine von 175 Staaten diese Verpflichtung unterschrieben. Die Umsetzung ist bindend, auch für ein Gymnasium im Bremen - und das völlig unabhängig, ob Sie das persönlich gutheißen oder nicht. Erst mal informieren, dann räsonieren.
...auch der zwölfunddrölfzigste Verweis auf die legendäre UN-Konvention ändert doch genau gar nichts an den praktischen Problemen, von denen hier überwiegend die Rede ist. Mal ganz abgesehen davon, dass gefühlte fünfzig verschiedene Kommentatoren bereits dargelegt haben, dass der tatsächliche Inhalt dieser Konvention kaum dem entspricht, was die Inklusions-Sektierer dort hineininterpretieren. Lesen Sie mal ein paar dieser Kommentare durch, da wird Sie geholfen. Wenn Ihrerseits dann noch Verständnisfragen offen bleiben sollen: melden Sie sich einfach nochmal, ich erkläre Ihnen dann den Rest.

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jan_huus 12.04.2018, 22:19
274.

Zitat von chrissitümpel
...hat jemand schonmal bedacht, dass viele Lehrer, die z.B. an Gymnasien etc. unterricht, sich ganz bewusst (!) gegen das Studium der Sonderpädagogik entschieden haben könnten, u.a. weil sie nicht (!) glaubten, selbst dafür geeignet zu sein (mangelnde Geduld, was auch immer)? Ich gehöre dazu. Ich habe die Lehrbefähigung für Regelschulen der Sek I und der Sek II (GymGes) und ich habe mich 100%ig bewusst gegen ein Studium der Sonderpädagogik entschieden. Das Ende vom Lied ist: Ich stehe zumeist vor Klassen mit ca. 30 SuS, von denen immer mindestens eine/r, meistens aber mehrere, Förderbedarf L oder, schlimmer, E/S hat. Von Sonderpädagogen ist weit von breit nichts zu sehen, denn obwohl wir eine sehr, sehr große Schule sind, haben wir derer genau 3,5, und diese sind zum Großteil dazu abgestellt, die krassen Fälle zu betreuen, Konzepte zu erarbeiten, Regelunterricht zu geben, und so weiter und so fort. Immer wenn ich lese, dass L-Kinder bzw. E/S-Kinder (man merke, ich spreche NIE von körperlich behinderten Kindern) in irgendeiner Form von den wenigen Sonderpädagogen angemessen betreut werden können, kann ich nur müde lachen. Und das liegt keineswegs an unseren wahnsinnig guten und wahnsinnig bemühten Sonerpädagogen, sondern am System im derzeitigen Inklusionswahnsinn. Integrationskräfte? Fehlanzeige. In den krassesten Fällen (z.B. mehrfache Angriffe auf Lehrkräfte, schwerer Autismus etc.) kann man Glück haben und womöglich jemanden finden. Von derzeit etwa 70 bis 80 Inklusionskindern in der SEK I haben derzeit genau 4 einen Integrationshelfer. Warum? Weil es derer nur sehr wenige gibt, oftmals sind dies zum Teil unausgebildete Kräfte, die letztendlich nur eine Art "Aufpasser"-Funktion übernehmen. Außerdem müssen die Kosten etc. übernommen/beantragt/usw. werden, es müssen diverse Nachweise erbracht werden und so weiter. Übersichtlich und einfach ist anders. Mal so am Rande: Die L-Kinder, die zwar im Unterricht oft kaum mitkommen, sind nicht immer das Problem. Das Problem sind meistens jene Kinder, die eigentlich auf eine Förderschule mit dem Schwerpunkt "emotionale-soziale FÖrderung" gehören. Und derer gibt es verdammt viele. Es wäre schön, wenn diejenigen, die immer die Moralkeule hervorholen, mal ein paar Monate in die Realität eintauchen würden, um sich ein faktenbasiertes und aktuelles Bild der Lage zu machen.
Nach lesen ihres Beitrages ist mir allerdings ihre Haltung nicht ganz klar.
a.) grundsätzliche Ablehnung der Inklusion
b.) Ablehnung der derzeitigen Umsetzung der Inklusion

Solange mit Inklusion hauptsächlich Geld eingespart werden soll (durch Wegfall vieler Förderschule), solange kann Inklusion nicht sinnvoll funktionieren. Inklusion kostet Geld und braucht Zeit damit sich entsprechende Strukturen etablieren können. Finnland, in allen PISA-Studien ganz oben, zeigt das es sinnvoll ist und funktioniert.

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finchen0598 12.04.2018, 22:19
275. meine Erfahrungen...

unsere Tochter hat eine Integrierte Gesamtschule besucht. Dort waren in ihrer "I"Klasse 4 Kinder mit Förderbedarf.
Dazu gab es eine 2te Klassenlehrerin und einen Integrationshelfer, der sich eigens um einen Verhaltensorginellen Schüler kümmerte. Das hat eigentlich Recht gut funktioniert, die Klasse war vom Stoff her halt immer langsamer als die anderen Klassen. Das haben wir akzeptiert. Der Vorteil war für uns, dass unsere Tochter ein starke soziale Bildung abbekommen hat.
Aaaaaaber....die 4 Kinder waren nicht geistig behindert. Die waren etwas langsamer und teilweise aus schlimmen Verhältnissen, haben aber alle den qualifizierten Hauptschulabschluss gepackt.
Das war in meinen Augen aber auch das maximale an tragbarer Belastung. Mit Kindern die dem Unterricht nur bedingt folgen können halte ich das für nicht tragbar. Von einem Gymnasium brauchen wir gar nicht erst reden

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Neuer Onlineleser 12.04.2018, 22:21
276. Richtig so, Frau Kelm...

... und behalten Sie die Kraft, gegen den Unsinn vorzugehen, dessen geistige Mütter und Väter in Herrn Füller einen von jeder praktischen Vernunft unbeleckten Agitator finden. Es sind diese Leute, die geistig behinderten Kindern, die eigentlich besondere Zuwendung durch Nähe und bestmögliche Förderung in kleinen Klassen benötigen, in Systeme zwingen, die nicht für sie gemacht sind und denen sie nicht gewachsen sein werden. Dieses zulasten der Mitschüler/innen, die in der Solidaritätsfalle stecken. Soziale Kompetenz, Mitgefühl und Empathie kann man auch in einem elitären Lernumfeld entwickeln, Herr Füller.

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hornisse.04 12.04.2018, 22:21
277.

Zitat von müllers
Dass Gymnasium nicht willen oder auch in der Lage sind, die berechtigte Forderung nach dem Recht auf Bildung für jedes Kind zu erfüllen, zeigt, dass die Schulform des 19. Jahrhunderts in der modernen Bildungslandschaft nichts mehr verloren hat. Das Gymnasium hat schon lange ausgedient. Höchste Zeit, dass dieser Dinosaurier endlich ausstirbt. Kein anderes demokratisches Industrieland hat ein solches 3-Klassensystem.
Sie haben vergessen, ein weiteres Mal auf die bei uns völlig falsch ausgelegte UN-Vereinbarung hinzuweisen.
Ob Sie das nun zwei, drei oder viermal tun, ob Sie nun Dinosaurier oder andere Vergleiche bemühen:
Es wird kein geistig behindertes Kind den Anforderungen für eine allgemeine Hochschulreife genügen KÖNNEN.
Ihr ideologisches Geschrei nach plattester Gleichmacherei wird daran nichts ändern.
Damit wird ja nicht das Recht auf Bildung verwehrt.

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alessan 12.04.2018, 22:22
278. Inklusion ist nicht kostenlos

Wenn ein behindertes Kind auf eine Regelschule gehen will/soll muß es auch mit dem Regelunterricht klar kommen. D.h. es muß dieselbe Leistung bringen, die auch von den nicht behinderten Kindern gefordert wird und darf kein zusätzliche Förderung erwarten. Die Folge wird in der Regel sein, das es dem Unterricht nicht ausreichend folgen kann und keinen Schulabschluß erhält, selbst einen solchen nicht, den es mit ausreichender Förderung hätte erhalten können.Eine solche Förderung kann aber eine Regelschule nicht leisten, sonst wäre sie ja auch keine Regelschule sondern eine Förderschule. Wenn es politisch gewünscht ist, daß behinderte Kinder nicht an Förderschulen sondern an "Regelschulen" unterrichtet werden, dann muß die Politik auch die entsprechenden zusätzlichen Mittel für Ausstattung und Personal zur Verfügung stellen, was sie aber (wie so oft) in diesem Fall nicht tut. Daher ist die Klage der Schulleiterin sehr sinnvoll und im Intersse aller Kinder die an ihre schule gehen. Die nict behinderten werden nicht in ihrem Lernen behindert/eingeschränkt weil die Lehere sich vorranguig um behinderte Klassenkameraden kümmern (müssen) und behinderte Kinder kommen nicht an eine Schule an der sie auf Grund mangelnder Fördermöglichkeiten überfordert wären. Man kann der mutigen Dame nur Erfolg bei ihrem Kampf gegen eine politisch korrekte Dummheit wünschen. Merke: Politisch korrekt ist nicht notwendigerweise auch sinnvoll.

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