Forum: Leben und Lernen
Gymnasium gegen Inklusion: Ungesundes Volksempfinden
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Eine Bremer Schulleiterin klagt dagegen, dass ihr Gymnasium Kinder mit Handikaps unterrichten soll. Unterliegt sie, wäre das überfällige Ende der Schultrennung in Deutschland eingeläutet.

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weltgedanke 12.04.2018, 18:58
30.

Ja, klar, die UN schreiben Deutschland vor, das mehrgliedige Schulsystem abzuschaffen, weil es gegen die Rechte Behinderter verstößt.
Ich bekomme schon Angst vor dem Menschenrechtsrat, weil wir uns ja so dickköpfig widersetzen.

Kann das Thema noch tiefer sinken als auf dieses Diskussionsniveau?

Klar haben Behinderte Rechte, aber da sind sie ja nicht die einzigen. Wenn der Behinderte Recht auf eine diskriminierungsfreie Umgebung hat, in der er sich optimal entfalten kann, sowohl akademisch als auch sozial, hat sie der Normalbegabte und der Hochbegabte auch.

Das verlangt Kompromisse und nicht das Beharren auf Extrempositionen.

Mit Behinderungen, die dem Lernen am Gynmasium rein intellektuell weiterhin ermöglichen, muss man dort völlig integriert werden. So verstehe ich die Vorgaben der UN. Das ist schon eine hohe Hürde, weil es bedeutet, dass jedes Schulgebäude ggf. barrierefrei gebaut werden muss. Da tun wir schon viel für eine Minderheit.
Es kann aber nicht Sinn der Sache sein, dass Gymnasialklassen nun mit Kindern gefüllt werden, die überhaupt keine Möglichkeit haben, dem Unterricht zu folgen, und stattdessen andere ablenken und selbst frustriert werden. Welchen Sinn sollte das denn haben?

Das lässt sich auch nicht mit Rosa Parks vergleichen. Das war doch damals eine grundlose und nicht sachlich begründete Diskriminierung, also ein völlig anderer Sachverhalt.

Naja, ich nehme das entspannt, die Vernunft wird schon siegen.

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Marc Rosenberg 12.04.2018, 18:58
31. Diesen Kindern tut man nichts Gutes!

Man stelle sich vor, es gäbe eine Schule für Blinde in Deutschland. Dort hätten sie speziell geschulte Lehrkräfte, Restsehkraftverstärker, besondere bauliche Anpassungen, Bücher in Braille uvm.
Alternativ geht auf jede deutsche Schule ein blindes Kind und die UN-Konvention wird eingehalten.

Man muss es nicht erst derart zu überspitzen um zu erkennen, dass Inklusion ein Wahnsinn ist! Ich bin Lehrer und nicht dafür ausgebildet. Die Schulen sind dafür nicht ausgestattet. Den Kindern tut man damit nichts Gutes, stattdessen gehen sie im Alltagsbetrieb unter. Diese Schüler haben besondere Bedürfnisse jedoch werden Regelschulen diesen Bedürfnissen nicht ansatzweise gerecht.

Man muss es ehrlich sagen, schon die "normalen" Schüler haben oft Besseres verdient, und in dieses überforderte System mit mangelnden Lehrern, steigender Heterogenität, Pluralismus, Bürokratie und Migration sollen nun auch noch die behinderten Kinder? DAS ist das Unmenschliche. Schluss mit diesem Wahnsinn!

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hirlix 12.04.2018, 18:59
32. Das Gymnasium ist keine normale Regelschule.

Es können durchaus gehandicapte Schüler aufs Gymnasium gehen, dann müssen sie aber an dem ganz normalen Unterricht teilnehmen und die ganz normalen Prüfungen bestehen. Abgesehen von Betreuern darf es dann keine Sonderbehandlung geben. Wer nicht gut genug für das Gymnasium ist, muss eben auf eine Real- oder Hauptschule gehen.

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Delos99 12.04.2018, 19:00
33. Was für ein ungebildeter Kommentar...

... der uns hier vorgetanzt wird!
Wofür haben wir in Deutschland denn ein dreigliedriges Schulsystem?!? Damit jeder Schüler ENTSPRECHEND SEINEN FÄHIGKEITEN gefördert werden kann! Ja, FÄHIGKEITEN, nicht ethnischer Herkunft, wie der Kommentator offenbar glaubt.
Was also qualifiziert ein verhaltensgestörtes Kind dazu, auf ein Gymnasium zu gehen, während ein gleich "dummes", aber nicht geistig oder körperlich behindertes Kind auf die Hauptschule muß? Nix! Und auf gar keinen Fall das Anspruchsdenken der Eltern.
Die Rektorin hat Recht wenn sie darauf verweist, daß die überwiegende Mehrzahl der begabten Schüler nicht mehr gefördert werden kann, wenn man immer nur Rücksicht auf zwei oder drei Zappelkinder in der letzten Reihe warten muß. Ohne Behinderung werden die ganz selbstverständlich von der Schule geschmissen.

"Gleichbehandlung" funktioniert übrigens auch in der anderen Richtung, Herr Kommentator! Wer nicht für das Gymnasium geeignet ist, sollte es auch nicht besuchen dürfen. Punkt. Ohne Blick auf Behinderungen, denn körperliche Behinderungen sind am Gymnasium keine wirkliche Einschränkung. Lernbehinderungen oder extrem auffälliges Verhalten schon.

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cremuel 12.04.2018, 19:00
34. Frage

Wo genau in der UN- Konvention steht eigentlich, dass jeder Behinderte auf jede Schule seiner Wahl gehen können soll?
Wie sind dort die Worte "Regelschule" und "Förderschule" in englisch ausgedrückt? Wäre für einen Link oder die Textstelle dankbar.

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pommesbay 12.04.2018, 19:00
35. So einfach?

Seit Jahren bin ich beruflich in Schulen unterwegs und habe die Inklusion kennengelernt. Dabei ist es nicht so einfach, wie der Autor glaubt. Viele der auffälligen Kinder haben einen Inklusionshelfer an ihrer Seite, was nicht immer von Nutzen ist, sondern sie in eine - auch und gerade für die Betroffenen - unangenehme Inselposition bringt. Manche sind so verhaltensauffällig, das Unterricht für alle schwierig wird. Ist das fair der Klassengemeinschaft gegenüber? Andere Kinder scheinen total überfordert. Einige Eltern sehen es als unbedingt nötig an, ihr Kind zu inkludieten, egal, ums Kind geht es dabei nicht immer, vermutet werden kann verletzter Stolz oder ähnliches. Lehrern fehlt die sonderpädagogische Ausbildung. Unser Schulsystem (Bayern) ist dazu nicht ausgerichtet; vielleicht wäre es eine gute Sache, alle Kinder bis zur 6. oder 8. Klasse gemeinsam zu beschulen, danach könnte eine Spezifizierung erfolgen. Dem Autor empfehle ich zwei Wochen im Inklusions-Schulalltag.

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Außenbetrachter 12.04.2018, 19:01
36. wenig ausgewogen

Christian Füller kämpft seit Jahren für die Inklusion, egal ob Mitschüler oder Lehrer und die Gesamtleistung über die Mitbeschulung der W+E-Kinder darunter leiden. In der VN-Konvention ist nicht verankert, dass Eltern für ihre Kinder jede Schule aussuchen können. Das geschieht leider zu häufig, weil Eltern ihre W+E-Kinder aus den Gesamtschulen mit härterer Gangart auf dem Schulhof heraushalten wollen. Diese Seite wird vom Autor überhaupt nicht beleuchtet und daher kommt er auch nicht zu einem schlüssigen Ergebnis, außer dass er sich teils verblendeten Inklusionseltern anschließt oder sich mit an die Spitze einer Bewegung setzt. Dass leistungsorientierte Kinder gebremst werden, wo doch deren Recht auf hochklassige Bildung ebenfalls existiert, ist doch Fakt! Die Schulleiterin in Bremen bringt es mal auf den Punkt und das ist auch richtig so! Nun sollte doch der Autor mal schlüssig erklären, warum Inklusionkinder W+E nicht in einer Gesamtschule oder Hauptschule beschult werden können wenn das Leistungsvermögen auch nichts anderes hergibt.

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moritz27 12.04.2018, 19:01
37. Alle Lehrer in meinem

Verwandten- und Bekanntenkreis haben eine andere Meinung als der Autor. Das sind nämlich die, die diese Superideen ausbaden dürfen.

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hasenbraten99 12.04.2018, 19:03
38. Eine Frechheit

Dieser Beitrag ist kurzgesagt eine Frechheit. Der Direktorin zu unterstellen, daß sie die Menschenrechte mißachtet, weil sie die Beschulung geistig behinderter Kinder am Gymnasium nicht für zielführend hält, ist einfach bodenlos. Und die betreffenden Kinder zu "Rosa Parks" zu stilisieren, schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht. Hätte sich der Autor auch nur ein wenig mit der Materie befaßt, dann hätte er sicher mitbekommen, daß die Sachlage beim Thema Inklusion beileibe nicht so eindeutig ist wie er das darstellt. Zum einen, was die Auswirkungen auf die behinderten Kinder angeht, zum anderen aber auch bezüglich der Auswirkungen auf den Rest. Aber die Rechte der nichtbehinderten Kinder auf einen vernünftigen Unterricht sind offenbar nicht Mal einen Halbsatz wert. Aber klar, so kann man sich toll und moralisch überlegen fühlen. Da würde eine Beschäftigung mit der real existierenden Inklusion auch und gerade in Bremen nur stören.

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monsieurlechef 12.04.2018, 19:03
39. Unsachlich und diffamierend

Zitat:“Was die Gymnasialleiterin da an den Tag legt, kann man mit dem Verhalten eines Warlords im Schurkenstaat vergleichen: Sie missachtet die Menschenrechte, in diesem Fall die von Behinderten. Sie trägt natürlich keinen Tarnanzug und hat keine Kalaschnikow im Anschlag. Aber auch im Kostüm kann frau gegen eine bindende UN-Konvention verstoßen - hier gegen das "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen".

Unsachlich und beleidigend, was sie der Schulleiterin unterstellen. In Deutschland haben wir, im Gegensatz zu anderen Ländern, die die UN-Konvention unterzeichnet haben, ein funktionierendes Förderschulsystem. Sollten wir nicht jedes Kind gemäß seiner Fähigkeiten fördern, so dass es den bestmöglichen Schulabschluss erreicht? Bei einem Förderschulkind und einem Gymnasialkind liegt die Spannbreite soweit auseinander, dass kein Kind gemäß seiner Fähigkeiten optimal gefördert wird. Wem ist damit gedient? Die Schulleiterin ist bestrebt, völlig zu Recht, das Beste für ihre Schüler einzufordern. Als Antwort fällt Ihnen nur ein, die Direktorin zu beleidigen. Ganz schwache, peinliche Reaktion.

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