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Gymnasium gegen Inklusion: Ungesundes Volksempfinden
DPA

Eine Bremer Schulleiterin klagt dagegen, dass ihr Gymnasium Kinder mit Handikaps unterrichten soll. Unterliegt sie, wäre das überfällige Ende der Schultrennung in Deutschland eingeläutet.

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avgoldbeck 12.04.2018, 19:06
50. Respekt

Lieber Spiegel, statt der üblichen ideologischen Tiraden gegen alle Inklusiongegner wäre etwas Respekt für die Entscheidung der Schulleiterin, sich in dieser Weise zu exponieren. angebracht. Wer andere in dieser Weise als menschverachtend abqualifiert, ist es selbst. Darunter leidet die ganze wichtige Debatte: Unter dem Mangel an Differenziertheit. Beste Grüße vom Vater eines Förderkindes, der Inklusion hat scheitern sehen.

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mag-the-one 12.04.2018, 19:06
51. Das ungesunde Volksempfinden...

Zitat: "Es wäre damit legalisiert, dass das gegliederte Schulwesen gegen die UN-Konvention verstößt. Denn hierzulande werden seit Jahr und Tag Schüler nach ihrer - angeblichen - geistigen Leistungsfähigkeit in verschieden gute Schulen sortiert."

In der UN-Konvention steht nirgends, dass geistig behinderte Menschen einen Rechtsanspruch auf den Besuch des Gymnasiums haben. Die vom Autor angezweifelte "angebliche" geistige Leistungsfähigkeit kann relativ eindeutig mittels psychologischer Intelligenz- bzw. -Leistungstestsverfahren ermittelt werden. Im Übrigen muß nicht alles, was die Vereinten Nationen beschließen, kritiklos hingenommen werden, wenn es pädagogisch unsinnig ist. Dazu sind die jeweiligen Bildungsstandards in den beteiligten Ländern viel zu unterschiedlich. Anlass für die Konvention war seinerzeit u.a., dass in Italien körperbehinderte Kinder vom Besuch der Regelschule ausgeschlossen waren und nur rudimentären bis gar keinen Unterrricht erhielten. Das ist in der Tat nicht hinnehmbar. Darüber hinaus gab es dort nicht im Ansatz so etwas wie das Förderschulsystem in Deutschland.

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JAK7 12.04.2018, 19:07
52. An der Realität vorbei, leider

Dem Autor scheint jegliches Verständnis zu fehlen, wie es in der Realität an Schulen aussieht. Natürlich ist die Idee der Inklusion toll, und natürlich sollte jedes Kind gleichberechtigt werden. In der Realität sieht das leider völlig anders aus: Die betroffenen Kinder sind in den meisten Regelschulen kaum angemessen zu betreuen, halten dadurch die anderen Kinder auf. Das liegt daran, dass das Schulsystem völlig unzureichend ausgestattet ist. In Regelklassen sitzt meist eine einzelne Lehrkraft, ein Mal pro Woche kommt ein Sozialarbeiter vorbei. Wie soll da eine Klasse mit 25 Kindern einschließlich 5 Kindern mit besonderem Bedarf angemessen betreut werden? Es ist völlig unmöglich, das bestätigen mir ausnahmslos alle Lehrer, obwohl sie die Idee Inklusion grundsätzlich begrüßen. Man müsste das bestehende System mit vielen Milliarden aufrüsten, um Inklusion hinzubekommen (was ich gut fände). Der Autor macht es sich viel zu einfach.

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lit 12.04.2018, 19:07
53. Schukrenstaat? Warlord?

also entschuldigung - aber das ist wohl völlig im Ton vergriffen! Es ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und spiegelt die extremen Schwierigkeiten im Alltag die diese oktroierte Massnahme der UN hier in Deutschland auslöst. Gehen Sie mal in ein Gymnasium und argumentieren sie, oder auf einer politischen Veranstaltung! Diesen Ton würden Sie nie und nimmer anschlagen!

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m82arcel 12.04.2018, 19:07
54.

Das heißt, in Zukunft soll einfach jeder - vollkommen unabhängig von der Leistungsfähigkeit - auf das Gymnasium gehen können?
Und wer bezahlt eigentlich die zusätzlichen Kräfte, die für die Inklusion an Regelschulen benötigt werden? Keiner. Man macht einfach mal.
Ich halte Inklusion für richtig, wo es möglich ist - aber nur und ausschließlich, wenn auch die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden. Und zwar direkt von Anfang an, nicht erst einen kleinen Teil kurz vor den nächsten Wahlen und dann "guckt man mal weiter".

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openminded 12.04.2018, 19:07
55.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat die Schulleiterin absolut überhaupt nichts gegen körperlich behinderte Schüler, dies wird jedoch suggeriert.
Kinder sollen so gut und viel wie möglich lernen, das geht nunmal am besten, wenn man wenigstens grob nach Leistungsklassen differenziert. Kinder, deren Leistungsvermögen nicht für das Gymnasium ausreichen, die besuchen andere Schulen. Nun also sollen Kinder, deren Leistungsvermögen aufgrund von Behinderung noch weit darunter liegt, ihrerseits das Gymnasium besuchen. Welch Hohn für alle Haupt- und Realschüler.
Aber ich verstehe: Was nicht gleich ist wird gleich gemacht, und da lässt es sich eben am einfachsten oben abschneiden. Viel Spaß in einer Gesellschaft, in der sich alles an den Schwächsten orientiert! (Nur zur Klarstellung: ich spreche mich nicht gegen Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren aus, nur gegen das systematische Ausbremsen der Stärkeren.)

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HARK 12.04.2018, 19:07
56. Gehts auch weniger martialisch?

Dieser Kommentar ist selten dämlich. Wenn man das zu Ende denkt, gibt es auch ein Menschenrecht auf Abitur. Leistungsschwache Schüler gehören genau so wenig aufs Gymnasium wie auf die Universität. Behinderung hin oder her. Der Vergleich mit Rosa Parks ist unselig - und im Übrigen sogar falsch. Rosa Parks hat das Recht erstritten, im Bus genau so sitzen zu dürfen wie Weiße. Das dürfen Behinderte bei uns schon längst...

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alexander.maier1010 12.04.2018, 19:08
57. Gutmenschen

Der Autor scheint wohl nicht zu verstehen, dass das deutsche Schulsystem auf dem Leistungsprinzip aufgebaut ist (was auch gut so ist, denn nur dadurch kann man auch in Zukunft gewährleisten, dass wir noch konkurrenzfähig bleiben). Ein Kind, welches Probleme beim Lernen hat in eine normale Schulklasse zu stecken, schadet der Entwicklung der anderen Kinder in der Klasse, weil das allgemeine Lerntempo drastisch heruntergehen wird.

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oidahund 12.04.2018, 19:09
58.

Der Autor sollte sich einmal bitte mit der UN-Konvention zur Inklusion beschäftigen - ein einziges mal würde schon reichen! - Darin steht eben genau nicht, dass Kinder mit Behinderungen an Gymnasien unterrichten werden müssen. Es steht drin, dass Behinderte nicht im Bildungssystem benachteiligt werden dürfen. Dh bspw. ein Rollstuhlfahrer, der die schulische Eignung für ein Gymnasium hat, darf nicht wegen seiner körperlichen Behinderung am Besuch des Gymnasiums gehindert werden. Ein geistig-behindertes Kind, das die schulischen Voraussetzungen nicht erfüllt, braucht auch nicht nicht-behinderten Kinder, die die Anforderung für das Gymnasium nicht erfüllen, vorgezogen werden. Letztere werden auf nicht auf das Gymnasium gehen können. Die Vergleiche, die der Autor anstellt (Gymnasial Direktorin Warlord usw.) disqualifizieren den Autor und machen aus einem Kommentar eine billige Polemik, die ich in diesem Stil nicht vom Spiegel gewohnt bin.

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taschenorakel 12.04.2018, 19:09
59. Schwachsinnige Utopie

Inklusion! Welch schwachsinnige, welch fatale, welch gefährliche Utopie in Zeiten des akuten Lehrermangels! Ja! Diskriminierung soll, muss vermieden werden! Nur erzählen Sie, Herr Füller dies mal den normal leistungsfähigen und den überdurchschnittlich leistungsfähigen Schülern, denen ein angemessener Unterricht vorenthalten wird, weil Lehrern ohne passende Ausbildung vor allem damit beschäftigt sind, schwachsinnige Idioten im Zaum zu halten, diese vom dauerhaften Lärmen und wilden Prügeln abzuhalten? Aus Lärm, Mobbing und Gewalt sind das einzige was Sie erreichen, wenn sie empathisch und geistig beschränkten Kindern Tag für Tag ihre Dummheit vorführen! Ausgebrannte, frustrierte, demotivierte, Lehrer und Schüler sind in die reale Folge derart dystrophischer Zustände! Die Eltern, die es sich leisten können, schicken Ihre Kinder auf Privatschulen umd ihren Kindern ein friedliches, motivierendes Schulleben zu gewähren. Die Kinder normalverdienender und armer Eltern bleiben im Elendspfuhl zurück. Die Gesellschaft verroht und verblödet in einem Zeitalter der global konkurrierenden Wissensgesellschaft. Die Eltern schulpflichtiger Schüler spielen mit dem Gedanken Protestparteien zu wählen, da der Staat sogar bei seiner fundamentalsten Aufgaben versagt.

Ja, Inklusion klingt toll. Wenn man keine Kinder hat und in Wolkenkuckucksstein lebt. Für Eltern, die z.B. im inkludierenden Brandenburg leben ist es eine menschenverachtende, kinderzerfleischende Dystrophie!

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