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Haarausfall bei Frauen: "Ich trage eine Glatze - weil es nicht anders geht"
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Männer ohne Haare können frisch, gut und sexy aussehen. Frauen nicht, sagt unsere Autorin, 31. Sie muss selbst eine Glatze tragen und findet es furchtbar - genau wie die Reaktionen ihrer Umwelt.

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janmartin3 09.03.2017, 17:27
40. Ein

Als Mann mit nunmehr nur noch sehr spärlich Haupthaar bin ich auf "Haar Tattoos" aufmerksam geworden. Sollte zumindest die Fragen nach einer Krebserkrankung abstellen.

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Influxx 09.03.2017, 17:29
41.

Die beschriebenen Blicke und Fragen kenne ich. Auch als Mann. Haarausfall ist bei uns zwar nicht ungewöhnlich, aber eben erst ab einem gewissen Alter.
Davor sieht man immer 'anders' aus. Und wenn man anders aussieht gucken die Leute. Ganz ehrlich. Würde ich auch. Ich könnte gar nicht anders. Man ist eben neugierig. Manche Leute wollen bewusst auffallen und genießen es, anders zu sein. Wenn es unfreiwillig passiert, kann das dagegen das Selbstbewusstsein ziemlich zerstören. Vor allem wenn man, wie die Autorin berichtet, auch von Hänseleien betroffen war.
Dass einige eine Glatze bei Frauen interessant, wenn nicht sogar attraktiv finden, kann man hier trotzdem schön an den Kommentaren sehen. Das geht mir genauso. Ich muss dabei sofort an Natalie Portman denken (und einen der coolen Filme meiner Jugend). Außerdem sind Frauen allgemein mit schöneren Gesichtern gesegnet, als wir Männer. Und tatsächlich: Vielen Männern steht die Glatze überhaupt nicht. Es ist einfach nur nichts besonderes...

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Nicole1975 09.03.2017, 17:33
42. Alle moeglichen Gruende ...

Ich kenne ein paar buddhistische Nonnen (Mitteleuropaerinnen), die sich aus religioeser Ueberzeugung heraus den Kopf rasieren. Starke, attraktive Frauen, denen das auch steht, sogar ohne Makeup und Ohrringe. Aber es kann natuerlich schwierig sein, wenn man aus der Masse heraussticht, und sich das nicht aussuchen kann. Aber ich glaube, das Selbstbewusstsein kommt manchmal auch mit der Zeit. Vielleicht gewoehnen Sie sich ja noch daran?

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Newspeak 09.03.2017, 17:40
43. ...

Aus den Kommentaren geht vor allem eins hervor. Wie meistens koennen Menschen, die keine aehnlichen Erfahrungen gemacht haben, absolut nichts von dem Problem verstehen und erschoepfen sich in vermeintlich netten Aufbauspruechen. Lasst es.

Als Mann, der auch ueber Jahrzehnte so langsam seine Haare verloren hat (obwohl an anderer Stelle welche dazugekommen sind, was nebenbei gesagt genauso laestig sein kann), kann ich nur sagen, dass der Schritt von schuetterer Frisur zum 2mm Schnitt ein ganz gewaltiger ist, emotional. Und ebenso der von den 2mm zu den 0mm, sprich Rasur. Auch wenn man das vielleicht nicht meint. Ja, man sieht eine fremde Person im Spiegel und muss sich daran gewoehnen. Und es veraendert einen durchaus massiv auch in der Aussenwahrnehmung. Ich glaube nebenbei nicht, dass die Akzeptanz allgemein Maennern leichter faellt, weil es bei Maennern biologisch sehr viel verbreiteter und daher gesellschaftlich toleriert ist.

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BlackRainbow666 09.03.2017, 17:43
44. ein wenig Gelassenheit

Is halt so und schadet auch nicht wirklich. Ich verstehe nicht, was an Glatzen bei Frauen pauschal hässlich sein soll, darum nervt mich das Getue darum und ein demonstrativ von hinten aufgenommenes Foto zum Artikel, weil es ja angeblich so peinlich sei.

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Influxx 09.03.2017, 17:53
45.

@Feonora:
Sorry, aber der Vergleich hinkt. Eine Frau, die ihren Traummann beschreibt wird auch niemals 'ohne haare' sagen. Am Ende gilt das Gleiche, außer, dass Glatze bei Frauen viel seltener und eben ungewöhnlicher ist.

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diplpig 09.03.2017, 18:02
46. Kosmetisches Problem?

Die Haarlosigkeit ist ja primär ein kosmetisches Problem (?). Vermutlich würden die wenigsten mit "echten" Krankheiten tauschen. Optisch irritiert das in der Öffentlichkeit - geglotzt wird immer. Skurril sind die therapeutischen Gesprächsversuche von onkologischen Patienten, die gleiches vermuten. Als Trost für alle betroffenen Frauen: Ich betrachte das überhaupt nicht als Problem. Sexy und attraktiv sein hat primär mal nichts mit dem Haarwuchs zu tun. Da muss ich der Foristin Feonora energisch widersprechen. Als Partner einer betroffenen Frau weiß ich wovon ich spreche. Es gibt ja auch einige Models ohne Haare - und die können sich wirklich blicken lassen. Mutig wäre übrigens gewesen, wenn sich die Autorin offen gezeigt hätte .

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Prokrastes 09.03.2017, 18:44
47. Ein entschiedenes Doch

Doch, auch Frauen können mit Glatze reizvoll aussehen.

Zuletzt zu beobachten in dem ansonsten etwas merkwürdigen Film "Dr. Strange". Dort ist Tilda Swinton zu sehen, und ich finde sie dort so attraktiv wie in wenigen anderen Filmen.

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karschmi 09.03.2017, 19:10
48. Die meisten Kommentare sind verstörend

Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, möchte die Frau einfach normal sein und normal aussehen. Warum schreiben also so viele Kommentanten etwas von "sexy"? Vielleicht will sie genauso wenig auf ihre Glatze wie aufs sexy sein reduziert werden. Nur weil jemand zwei Meter groß ist, hat er nicht automatisch Interesse an einer Basketballkarriere. Und jemand mit Glatze hat auch nicht unbedingt Interesse an Glatze-Fetischisten. Anderenfalls wäre sie wohl kaum mit ihrer Glatze unzufrieden.

Warum sie aber so ein großes Problem mit Perücken hat, verstehe ich auch nicht. Das kann einfach als Kleidungsstück wie jedes andere auch betrachten oder wie eine Brille, auf die man sicher gern verzichten würde, an die man sich aber gewöhnen kann und die auch vorteilhaft für die Optik sein. Außerdem sind Perücken - egal ob auffällig oder nicht - für Frauen schon immer hoffähig gewesen. Klar kann es da seltene Unfälle geben. Aber wenn es einen stört, ständig angeglotzt zu werden ist es doch wohl rationaler eben eine Perücke zu tragen.

Für spontane Reaktionen können die Menschen übrigens genauso wenig wie die Frau für ihre Glatze.

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weltgedanke 09.03.2017, 20:07
49.

Dass eine Perücke zu tragen zwangsläufig heißen soll, sich zu verstecken, scheint mir so einseitig nicht ganz folgerichtig.
Genauso könnte man sagen, dass jede Ehe nur zwei Leuten dazu dient zu verstecken, dass sie ansonsten Singles wären. Das griffe offenkundig doch etwas zu kurz, oder? Eine Ehe hat ja eine eigene Qualität, die weit darüber hinausgeht, den Zustand des Alleinseins zu verbergen. Genauso ist es mit einer Perücke: Sie ist nicht nur Versteck, sondern auch Ausdrucksmittel und Lebensbejahung.

Durch die Bedenken gegen eine Perücke wird impliziert, dass es so etwas wie das "wahre" Selbst gäbe, das es zu zeigen gilt, aber nur ohne Perücke überhaupt gezeigt werden kann.
Nun, zum einen klingt mir der Artikel so, als wäre es der Trägerin ohne Perücke eher erschwert, ihr wares Selbst zu zeigen als vereinfacht. Zum anderen nutzen wir in Wahrheit sowieso den ganzen Tag Kunstgriffe und Dinge, um uns nicht authentisch darzustellen. Wir dehnen die Wahrheit, um andere nicht zu verletzen, tragen schöne Kleidung, die uns besser zur Geltung bringt, tragen überhaupt Kleidung anstatt unsere Schambehaarung offen durch die Gegend zu tragen, Lächeln auf Fotos, sind höflich und freundlich zu Kunden, auch wenn wir gerade genervt sind, tragen Zahnspangen aus rein kosmetischen Gründen, oder eine Brustprothese nach einer OP. Und so weiter.

Ich würde eine Perücke aus allen genannten Gründen gnädiger und pragmatischer betrachten.

Wie nah man jemanden an sein "wahres Selbst" heranlassen will, ist sowieso immer graduell abgestuft. Und die wenigsten kennen es überhaupt selber. Ich sehe eine Perücke da einfach auch als praktisch. Man muss sonst einfach viel erklären und auf vieles verzichten.

Klar ist es immer ein mögliches Argument, sich mit seinen Ecken zu zeigen, sich anzunehmen, keine Scheu vor oberflächlichen Urteilen zu haben, für allgemeine Akzeptanz ein Zeichen zu setzen. Sehr viele Menschen könnten offener mit irgendetwas umgehen, seien es z.B. entstellende Pickel, kontroverse sexuelle Vorlieben, Verfehlungen der Vergangenheit. Wir alle könnten so lernen, toleranter zu sein.
Aber es zeigt sich halt in der Praxis, dass für alles eine Zeit, einen Ort und ein Publikum gibt. Was hat beispielsweise ein homosexueller Jugendlicher davon, seine Neigung überall zu erzählen, wenn die Menschen in seinem Umfeld damit nicht umgehen können? Er tut sich und anderen damit doch keinen Gefallen. Wenn er hingegen auf den richtigen Moment wartet, stärkt es schließlich ihn und andere.

Ich glaube, um diese Balance, den Respekt sich selbst gegenüber eingeschlossen, sollte es gehen.

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