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Hamburger Expertenkommission: So geht besserer Mathe-Unterricht
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Hamburger Schüler haben Probleme mit dem Mathematikunterricht, Experten sollten Lösungen suchen. Ihre Vorschläge werden für Diskussionen sorgen.

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A. Schulz 03.12.2018, 19:24
90. Unvollständige Analyse

Der Artikel lässt den Aspekt außer acht, wie "Mathetauglich" die Schüler sind. Es gibt halt Menschen, denen Mathe von der Begabung her weniger liegt als anderen.

Neben der Sicherstellung des Unterrichtes und der Qualifikation der Lehrer sollte erwogen werden, lernwillige und begabte Schüler von den lernunwilligen Deppen zu trennen.

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VormSpiegel 03.12.2018, 19:26
91. Mathematik ist einfach

Grundverständnis der Rechnung.
Dann Übungen, Übungen, Übungen.
Das wichtigste in der Grundschule ist das die Kinder das Verständnis entwickeln wie die Rechnung funktioniert und nicht nur die Ergebnisse "auswendig" lernen. Für das kleine 1x1 ist das noch sinnvoll, auswendig lernen hilft hier, aber darüber hinaus muss ein Verständnis geschaffen werden.

Wer den Rechenweg verstanden hat, der kann auch Mathematik.
Demnach der Rechenweg ist das wichtigste in einer Mathematik Prüfung, das Ergebnis ist nur die Folgerung daraus. Jedoch, auch beim Rechenweg gibt es die Problematik das es verschiedene valide Wege geben muss zu einem Ergebnis, solange der Weg eine Konsistenz hat muss der akzeptiert werden.

Meine erschreckende Beobachtung ist das die Kinder aktuell kein Verständnis für Mathematik entwickeln, sondern in der Grundschule stumpf auswendig lernen und später nur Formeln auswendig lernen und auf Aufgaben das immer gleiche Schema anwenden, Verständnis für die Aufgabe gleich null.

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rw54993 03.12.2018, 19:27
92.

Zitat von The Restless
Klausuren aus den 1980er Jahren können heute von Schülern desselben Jahrgangs nicht mehr gelöst werden, die Standards müssen kontinuierlich gesenkt werden.
Schön wär's, wenn das schon die ganze traurige Wahrheit wäre.

Klausuren aus dem Jahr 2012 können heute von Schülern des gleichen Jahrgangs nicht mehr gelöst werden, so sieht's aus. Seit 2012 sind nämlich die Anforderungen weiter ausgehöhlt worden, und im gleichen Tempo geht die Leistungsbereitschaft der Schüler zurück.

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fördeanwohner 03.12.2018, 19:28
93. @renker2001

Niemand sagt, man solle keine neuen Methoden anwenden! Aber Tatsache ist nunmal, dass man ohne Anstrengungsbereitschaft niemals sein Potenzial ausschöpfen wird. Das betrifft alle Lebensbereiche. Solange man dieses Prinzip leugnet, wird man nicht weiter kommen.
Es ist nicht die Schuld der Kids, sondern die der Eltern, wenn diese vermitteln, dass man nur Dinge zu tun braucht, auf die man auch Lust hat. So funktioniert weder das Leben, noch eine erfolgreiche Schullaufbahn.

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juergw. 03.12.2018, 19:32
94. Das ist wirklich einfach...

Zitat von Brathering
Nach Gehör rechnen. 3+3 ergibt dann 33. Ein paar Jahre später kann man den Kindern ja sagen, dass das alles falsch war.
1+1 =3 diddeldiedei...mein Gott ,keiner muß mehr mühsam seine
Euronen in der Geldbörse zusammen zählen.Man bezahlt heute mit dem Smartphone.Die Welt wird einfacher.Ich reiche meine Geldbörse über den Treesen und der Wirt nimmt sich das Geld was er verlangt.
Was soll ich da lange rechnen,macht nur Kopfschmerzen....

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asb311 03.12.2018, 19:34
95. Unmotivierte Mathelehrer

Ich habe es jahrzehntelang in NRW als Schulleiter und „richtiger“ Mathelehrer erlitten: Lehrer studieren irgendwas einfaches, um in den Beruf zu gelangen. Danach stellt man fest, dass ihre Fächer überbelegt sind. Also schickt man sie in Crashkurse für Mathe, um sie hinterher damit einsetzen zu können. Was da in den meisten Fällen für Sch....unterricht rauskam, habe ich dann an den Schülern gemerkt, die ich hinterher übernommen habe. Es hat Jahre gedauert, ihnen wieder Spaß und Begeisterung für diese faszinierende Wissenschaft zu vermitteln. Begeisterte und mathematisch gut ausgebildete Studenten sind aber für ein Land wie Deutschland absolut überlebenswichtig. Dumme Spinner haben wir mehr als genug!
Erich Aßelborn

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irobot 03.12.2018, 19:35
96. Mein Senf

Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung steht und fällt der Matheunterricht mit dem Lehrer. Ich hatte auf dem Gymnasium in der 5. bis 7. Klasse einen tollen Lehrer, Noten immer 1 und 2. Dann bekam ich einen echten Schluffi, mit dem Ergebnis, dass es in der 8. und 9. Klasse beide Male eine 4 gab. Danach hatte ich wieder einen Superlehrer, 10. und 11., da wieder 1 bis zwei. In der 12. und 13. dann eine Lehrerin, die Rechnen konnte wie ein Weltmeister, aber nicht in der Lage war, das zu erklären. Ergebnis 3 und 4.

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rabode 03.12.2018, 19:40
97. Wundert mich nicht....

90% der Grundschullehrer sind weiblich, 90% von denen haben selber Probleme mit Mathematik. Also wie sollen da Kinder Mathe lernen und verstehen. Das sind Zahlen aus eine Studie und deckt sich mit den Grundschullehrerinnen aus meinem Bekanntenkreis.

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Blenni 03.12.2018, 19:46
98. Das ist nichts neues ...

... auch wenn man es ungern sagen mag. Das sind alles Konzepte, die es schon lange in den Schulen gibt (zumindest in NRW). Und trotzdem wird die Mathematik immer wieder mal zu einem "Problemfach", da in dem Fach häufig schlechte Noten vergeben werden müssen (s. Noten in HH 2016). Man muss allerdings auch sagen, dass die Lehrpläne sehr voll sind, Zeit zur Übung nur wenig vorhanden ist und die zentralen Abiturklausuren in dem Fach z.T. sehr anspruchsvoll sind. Die Fortbildungsquote scheint für den Erfolg kein Maß zu sein. Der Artikel verschweigt, dass ein Ergebnis der Studie ist, dass vor allem der Austausch zwischen Lehrern über die Schüler und eine Feedback-Kultur (und coaching) zum Unterricht den Lernerfolg der Schüler verbessern kann. Aber das ist seit Hattie ein alter Hut: Eine verbessertes Qualitätsmanagement scheint also notwendig zu sein. Aber das kostet vermutlich viel Geld und Zeit. Daher nimmt man lieber eine weitere Studie in Kauf.

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rw54993 03.12.2018, 19:51
99.

Zitat von muunoy
Mich würde mal interessieren, warum in vielen Fächern ein starker Leistungsabfall festgestellt wird. (...) Mich würde daher mal die Meinung von aktiven Lehrern zu dem Thema interessieren
Klar gibt es den Leistungsfall. Der Grund liegt auf der Hand: Gymnasialquote in den 50er Jahren 7 Prozent, in den 80er Jahren 20 Prozent, Mitte der 90er Jahre 30 Prozent, heutzutage 45-50 Prozent, in urbanen Gebieten sogar noch höher. Das Gymnasium ist gewissermaßen die neue "Haupt"-Schule, weil anteilig die meisten Schüler diese Schulart besuchen. Da es politisch gewollt ist, die Studierquote anzuheben und dazu erstmal die Abiturientenquote gesteigert werden muss, werden eben die Anforderungen gesenkt.

Beispiel: Rechtschreibung. Darf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt bewertet werden, weil sonst die Noten zu schlecht wären. Folge: Die Schüler schreiben, wie sie wollen, weil schlechte Rechtschreibung nicht sanktioniert wird. (Über Zeichensetzung reden wir gar nicht mehr, das ist ein Konzept von vorgestern.)

Beispiel: sprachliche Richtigkeit in den Fremdsprachen. Hier geht es nur noch um den Inhalt (Stichwort: Mediation), aber nicht mehr darum, ob Rechtschreibung und Grammatik stimmen. Folge: Die Schüler können nicht einmal mehr Vergangenheits-, Gegenwarts- und Zukunftsformen unterscheiden oder gar zielgerichtet einsetzen.

Beispiel: Mathematik. Die Inhalte hat man weitgehend beseitigt und durch Kommunikations- und Präsentationskompetenz und ähnlichen Unfug ersetzt. In den 80ern mussten die Schüler im Mathematikunterricht noch "Beweisen", also mathematisch argumentieren, in den 90er Jahren wurde das durch "Rechnen" abgelöst (also wie früher in der Volksschule) und nach dem PISA-"Schock" sind die Lehrbücher voller "Mathematik"-Aufgaben wie "Gestalte ein Plakat und diskutiere mit deinen Freunden darüber." Die Geometrie in der Sekundarstufe I wurde praktisch abgeschafft, der Satz von Pythagoras wird heute weder geometrisch noch mithilfe der Vektorrechnung oder sonstwie bewiesen, sondern als Puzzle zum Ausschneiden ("enaktiver", "haptischer" Zugang).

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