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Hamburger Expertenkommission: So geht besserer Mathe-Unterricht
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Hamburger Schüler haben Probleme mit dem Mathematikunterricht, Experten sollten Lösungen suchen. Ihre Vorschläge werden für Diskussionen sorgen.

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fördeanwohner 03.12.2018, 18:18
60. -

Wenn in der Grundschule nicht die Grundlagen gelegt werden, dann haben viele Kids einfach keine Chance in Mathe.
Wer in Freiarbeit aussuchen darf, was ihm/ihr Spaß macht, ... Mandalas ausmalen ...
Wir mussten damals - voll old-school natürlich - rauf und runter rechnen und natürlich auswendig lernen. Aber heutzutage wird einem Kind zu viel zugemutet, wenn es auch nur das Kleine Einmaleins auswendig lernen muss.
Wer das nie gemacht hat und nicht begabt ist, der kann später nichts rechnen bzw. überschlagen und überprüfen. Das sind Basics, aber ohne die geht's nicht.
Smartphone/Taschenrechner? Schon die richtige Eingabe der Zahlen und Zeichen kann ein unüberwindbares Problem darstellen;-)

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biesi61 03.12.2018, 18:19
61. Vielleicht fragen die "Experten" mal in der DDR nach?

Es erschreckt mich, wie viel in diesem Artikel über rein quantitave Fragen wie die Anzahl der Stunden geschrieben wird und wie wenig über Inhalte und Methoden der Wissensvermittlung. Didaktisch war mein Matheunterricht seinerzeit in der DDR um Klassen besser als alles was meine Kinder nach der Wende in Westschulen erleben mussten. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass beim Abitur nach 12 Jahren das Fach Mathematik mir und den meisten meiner Mitschülern überdurchschnittlich große Probleme machte (im Vergleich zu anderen Fächern). Insbesondere in der Grundschule ist die Didaktik im Fach Mathematik heute eine absolute Katastrophe. Meinem dem Alter entsprechend durchaus zu Abstraktionen fähigen Sohn wurde z.B. jede Lust an diesem Fach genommen, als er in der Mengenlehre wochenlang komplett sinnfreie, hoch komplexe und letztlich einzig nach Schönheit bewertete Ausmalübungen machen sollte. Da ihm Malen schon immer ein graus war, begann ein fürchterlicher Dauerkonflikt mit seiner Mathelehrerin und die für die spätere Bildungslaufbahn erforderlichen mathematischen Grundlagen bekam er letztlich überwiegend zu Hause.

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Boone 03.12.2018, 18:20
62.

Sollen, sollen, sollen, müssen, müssen, müssen, Zwang, Anspruch, Erwartung, Enttäuschung.
Offenbar haben die Verantwortlichen bisher null gelernt, erwarten von ihren Schülern aber Fortschritte.
Würden die Verantwortlichen verstehen, wie sie selber ticken, täten sie mit ihren blödsinnigen Vorstellungen vom menschlichen Lernen aufhören.
Bis es soweit ist, müssen wir unsere Kinder vor ihnen schützen.

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renker2001 03.12.2018, 18:22
63.

Zitat von rz64
- Ich wehre mich gegen den (offensichtlich beliebten) Vorwurf, Lehrer (und Hochschullehrer) sind Beamte, dadurch von vornherein nicht an Fortbildung oder engagierter Lehre interessiert.
Es mag Ausnahme geben, aber die Realität zeigt, dass es die Kultusminister/Schulleiter/Lehrer nicht gebacken bekommen, eine moderne zeitgemäße Unterrichtsform zu gestalten
Es scheint so zu sein, dass alle Beteiligten bremsen bis zum Geht Nicht mehr

Am schlimmsten sind dann noch die örtlichen Gremien die Quereinsteiger verhindern, da man auf vom Himmel fallende ausgebildte Lehrkräfte hofft

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Broko 03.12.2018, 18:22
64.

Das kommt dabei raus, wenn man versucht, aus jedem intellektuellen Windbeutel Abiturienten zu machen versucht - mal im Ernst: Was erwartet man da eigentlich? Die Weltfremdheit deutscher Politiker ist kaum noch zu überbieten - kompetente Schulpädagogen und -psychologen haben mit Sichheit keinerlei Mitspracherecht an den entscheidenden Stellen in den Ministerien bzw. Schulbehörden. Peter-Prinzip?

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kayakclc 03.12.2018, 18:23
65. Fortbildungen?

Selten so ein Unfug gelesen. Da wird von Bildungsforschern schon wieder eine Sau zur eigenen Existenzberechtigung durchs Dorf getrieben. Die Schulmathematik beschäftigt sich maximal mit Integral und Differenzialrechnung (Newtow, Leibnitz) Das meiste haben schon die alteren Griechen entwickelt, d.h der modernste Schulstoff ist 350Jahre alt, der Rest 2000 Jahre. Wenn die Matheleistungen kontinuierlich sinken, kann das nur an der Bildungsforschung liegen, die ständig neue Didaktikkonzepte ausprobieren. Wer eine leistungfreie, notenfreie Schule propagiert, der bekommt dann eben eine wissenfreie Gesellschaft, in der Fakten durch Gefühle oder "Kompetenzen" ersetzt werden, um zu kaschieren, dass Bildungsforscher und Politiker eben die nötige Fachkompetenz nicht haben, aber trotzdem mitbestimme wollen. Jeder Leistungssportler weiss: wenn ich nicht trainiere, laufe ich die 100m nie in 12sec. Warum Leute ersthaft glaube, man können Wissen vermittlen, ohne das Gehirn zu trainieren, ist mir schleierhaft. Die Folge der Verantwortungslosigkeit sind die Menschenexperiment, die da dauernd in den Schulen durchgeführt werden. Die Kinder sind die Leidtragenden.

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ondrana 03.12.2018, 18:26
66.

Viele Kinder in der 5. und 6. Klasse beherrschen einfachste Rechenaufgaben nicht. 58 plus 17 ist schon schwierig, 7x12 auch.

Ich kann mich daran erinnern, dass solche Dinge bei uns zu Hause ständig geübt wurden. Am Küchentisch, bei der Autofahrt, als Wettbewerb zwischen den Geschwistern.

Das findet vielfach in den Familien nicht mehr statt, und somit fehlt die Übung. Der Mathematikunterricht in der Schule kann das nicht alleine leisten.
Es gibt heute jede Menge kostenfreie Kopfrechenprogramme online. Wir empfehlen sie, sie werden aber nicht genutzt.
Das Resulat ist, dass die Kinder sich im Mathematikunterricht nicht an den Aufgabenstellungen festbeißen, sondern an den einfach Rechenoperationen, die damit einher gehen.

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vnv_muc 03.12.2018, 18:28
67. Alle sind mal wieder Schuld..

nur nicht die Schüler selbst. Ich habe diese Frage oft während meiner Schulzeit gehört: 'Wozu brauch ich denn das..?' Das ist der erste Schritt zum Scheitern. Selbst für ein Abitur in Mathe braucht man kaum mehr als eine DINA4 Seite an Formeln. Und selbst diese ominösen Formeln wie z.B. die pq-Formel kann man sich in 2min herleiten.

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fördeanwohner 03.12.2018, 18:32
68. -

Zitat von renker2001
Genau so trieft das Gestern vor sich hin Überall an jeder Ecke Überall die Klugen, die Besserwisser, die Gescheiten, deren eigene, gefühlt 100 Jahre zurück liegende Ausbildung das Maß aller Dinge im Universum war Und was sagt die Fachwelt: Einfach mal den Lehrstoff vergleichen und deren Anwendung Kein Wunder, dass bei MINT Deutschland aufgehört hat irgendetwas bedeutsames in der Welt zu sein, bei den Einstellungen der Vorgängergeneration
?
Es gibt aber doch Dinge, die irgendwie allgemeingültig sind.
Leistung kommt eben von Leistungsbereitschaft.
Wenn man aber von Kindesbeinen lernt, dass man nichts leisten muss, um voranzukommen, leistet man eben nichts.
Die wenigsten Menschen haben eine so große intrinsische Motivation, sondern geben gern sofort auf, wenn sie es dürfen. DAS ist das Problem. Denn die Erfolge stellen sich nie sofort ein. Wenn man zu früh nachlässt, wird man dorthin kommen, wo's richtig cool wird.
Es liegt natürlich an der Vorgängergeneration, dieses zu vermitteln. Das heißt die Eltern sollten ihren Kinds nicht erlauben, immer sofort alles fallen zu lassen, sobald es anstrengend wird und sie deshalb keine Lust mehr haben. Hier liegt der Hase im Pfeffer.

Man muss sich doch mal fragen, wie es sein kann, dass aus Generationen vor uns überhaupt Genies hervorgehen konnten, wenn die im Vergleich in der Schule zum Teil - aus heutiger Sicht - die Hölle durchmachen mussten.
Früher war nicht alles besser, aber eben auch nicht schlechter!

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klaxklix 03.12.2018, 18:33
69.

Zitat von renker2001
Genau so trieft das Gestern vor sich hin Überall an jeder Ecke Überall die Klugen, die Besserwisser, die Gescheiten, deren eigene, gefühlt 100 Jahre zurück liegende Ausbildung das Maß aller Dinge im Universum war Und was sagt die Fachwelt: Einfach mal den Lehrstoff vergleichen und deren Anwendung Kein Wunder, dass bei MINT Deutschland aufgehört hat irgendetwas bedeutsames in der Welt zu sein, bei den Einstellungen der Vorgängergeneration
Nein, das simple lernen on Basisfertigkeiten bringt das Verstädnis. Wer Überschlagsrechnungen kann, Zinseszinsrechnungen und Dreisatz verstanden hat, der hat einen direkten Zugang zur Mathematik.
Mehr noch. Mit solch einem soliden Grundverständnis von Mathematik sind die Konzepte der Neuronalen Netze, z.B., gut zu verstehen.

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