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Hamburger Feedback-Initiative: Schüler sollen Lehrer anonym bewerten
Daniel Karmann / DPA

Wie war ich? Wenn Hamburger Lehrer das nach ihrem Unterricht wissen möchten, können sie sich künftig Feedback holen - am Computer, von ihren Schülern.

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der_gestiefelte_Kater 30.08.2019, 13:36
20. Bewertungswahn

Sicherlich sind Bewertungen wichtig. In der Schule, in der Ausbildung oder im Studium. Man weiß, wo man steht und kann sich, wenn man möchte, verbessern. Aber warum muss in diesem Land alles bewertet werden? Gäste bewerten Hotels, Gäste bewerten Restaurants, Patienten bewerten Krankenhäuser, Schüler bewerten Lehrer usw. usf.

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spon-42v-b0t0 30.08.2019, 13:41
21. Naiv oder voller Hintergedanken!

Hamburger Schülerinnen und Schüler wissen am besten, wie guter Unterricht aussehen sollte? Toll, wie qualifiziert, Unterricht sachgemäß und fachkundig einzuschätzen, diese Hamburger Schüler sein sollen. Deshalb machen wahrscheinlich auch so viele Abitur. Welche Wirkung soll mit dieser Beurteilungsstruktur denn hier bei wem erzeugt werden? Warum fragt man nicht regelmäßig die Hamburger Lehrer, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitgeber sind. Er hat die letzte Gehaltserhöhung zum Jahresbeginn zum 1. September immer noch nicht überwiesen!

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Korken 30.08.2019, 13:49
22. Welche Fragen

Mich würden die Frage interessieren. Kann man die irgendwo einsehen?

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nickleby 30.08.2019, 13:53
23. DerTeufel sitzt im Detail

im Prinzip ist das keine schlecchte Idee, sollte dann aber für alle verpflichtend sein. Solange das Vorhaben nur auf freiwilliger Basis geschieht,nehmen nur die Lehrer teil, die ohnehin wissen, dass ihr Unterricht inhaltlich und methodisch gut ist und dass ihre pädadogische Begabung und Leistung bei den Schülern ankommt, weil sie eben das Händchen oder den Instinkt haben. Wie viele Lehrer leiden aber, weil sie beeinträchtigt sind, sei es fachlich, pädagogisch oder gesundheitlich. Soll man sie aus dem Beruf entfernen ? Dann müsste jeder dritte Lehrer bzw. jede dritte Lehrerin gehen. Das ist aber technisch gar nicht möglich, also zieht die Karawane weiter, es sei denn, man überprüft die Berufstauglichkeit in regelmäßigen Abständen, wie beim TÜV. Das hätte wiederum einen enormen bürokratischen Aufwand als Folge. "Was tun?" sprach Zeus .

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larsmach 30.08.2019, 13:55
24. Dann lernen sie, wie man im SPIEGEL kommentiert!

Fein. Dann lernen die Kindlein schon einmal, wie man bei SPON und anderswo anonym kommentiert! Persönlichkeiten werden dabei KEINE herauskommen.

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Newspeak 30.08.2019, 13:58
25. ...

Prinzipiell ist Feedback eine gute Sache. Wenn es konstruktiv und transparent ist, und auch auf den Willen zur Verbesserung trifft. Leider stellt man in der Praxis fest, dass diejenigen, die den meisten Bedarf an Verbesserung besitzen gar nicht an Feedback interessiert sind, waehrend die Guten sowieso schon gut sind, Feedback moegen, aber sich eh kaum noch verbessern koennen. Ebenso ist die Meinung der schlechten Schueler meistens auch nicht konstruktiv, geht dann aber oft genug auch an sich an der Sache vorbei, wird persoenlich, usw. Praktisch ist das also ein viel schlechteres System, als man es sich wuenschen wuerde.

Es kann auch deshalb nicht klappen, weil Lehrer und Schueler eben nicht auf Augenhoehe sind. Wer kann von den Schuelern wirklich fachlich fundierte Kritik auessern? Dazu stehen Schueler in einem Abhaengigkeitsverhaeltnis. Deshalb ist Anonymitaet wichtig, um die wahre Meinung zu erfahren. Anonymitaet widerspricht aber dem Gedanken an Transparenz. Was ist wichtiger? Ich weiss es nicht.

Schliesslich sollte man bei all der Evaluiererei auch mal wieder pragmatisch bleiben. Frueher wussten Unis von selbst, ob sie faehige Professoren haben, da musste nichts evaluiert werden, und die Ausbildung war weltklasse. Heute ist die Ausbildung viel schlechter, wird dafuer aber staendig evaluiert. Was ist die Ursache, und was die Wirkung? Ich halte es da mit der alten Einsicht, dass ein kluger Bauer bis zum Herbst wartet, eher er die Karotten herausreist, um zu sehen, ob sie gewachsen sind. Man verspricht sich von diesen Methoden eine bessere Lehre, aber vieles davon ist und bleibt Aktionismus, der den Lehrenden nur mehr unsinnige Arbeit macht, und dessen Sinnhaftigkeit, einmal eingefuehrt, nie wieder in Frage gestellt wird.

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Trollfrühstücker 30.08.2019, 14:24
26. Freie Meinungsäußerung

Jedes Bewertungsportal im Web ist sinnvoller. Hier hat der Lehrer weiterhin alles in der Hand, da gibt es weder Kritik noch die in jeder anderen Branche übliche Bewertung von Arbeitsergebnissen. Das ist so völlig sinnlos, dass man sich fragt, warum Steuergelder dafür ausgegeben werden. Für eine echt Überwachung der Tätigkeit unserer im internationalen Vergleich spitzenmäßig bezahlten Lehrer würde ich sofort unterstützen.

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mas81 30.08.2019, 14:37
27. sinnvoll

warum sollten Schüler nicht den Lehrer bewerten, wenn der Lehrer die Schüler ständig bewertet?
Ob ein "fauler" Lehrer, der kein Bock hat, sich ändert ist eine andere Sache...

ich kann die Kommentare teilweise nicht nachvollziehen, alles Lehrer?

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Trollfrühstücker 30.08.2019, 14:44
28. Wenn es um die Uhrzeit geht

Zitat von mas81
ich kann die Kommentare teilweise nicht nachvollziehen, alles Lehrer?
Also, wenn ich auf die Uhr schaue... die haben ja jetzt frei...

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Müllerin von der Au 30.08.2019, 15:17
29. Besser, schlechter, gut

Wer als Klasse die A-Karte gezogen hat, muss das ganze Jahr damit leben und umgekehrt. Fällt eine Lehrkraft lange aus, leiden nur die Klassen, die davon betroffen sind.

Wäre es nicht besser, Lehrkräfte öfter zwischen Klassen zu tauschen?

Zum Beispiel so: Für jedes Fach einer Jahrgangsstufe entwerfen die Fachlehrer gemeinsam einen Unterrichtsplan, den sie das ganze Jahr über in einer schulischen Datenbank pflegen und auf den immer alle Teammitglieder jederzeit Zugriff haben. Alles, was man für die Aufgabe braucht. Für alle Schüler einer Jahrgangsstufe. Jede Lehrkraft übernimmt einen Satz von Unterrichtseinheiten, die sie für alle Klassen aufbereitet und auch unterrichtet. Fällt sie aus, kann jeder andere lückenlos übernehmen, weil alle benötigten Unterlagen abgelegt sind. Jede Lehrkraft bekommt jede Woche eine andere Klasse. Jede Klasse bekommt der Reihe nach alle verfügbaren Fachlehrer, die die Schule zu bieten hat. Ist eine Einzelleistung nicht so gut, so ist das für alle Schüler der gleiche Nachteil. Arbeit ein Lehrer unterdurchschnittlich, so fällt das dem Team sofort auf. Schlechtere Lehrer können von besseren Lehrern lernen und das Gesamtniveau nimmt für alle zu. Anonyme Bewertung wird komplett überflüssig.

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