Forum: Leben und Lernen
Handyverbot im Internat Salem: Elite offline
Salem / Ilja Mess

Der Medienkonsum seiner Schüler ist "exzessiv", findet der Schulleiter des Eilte-Internats Salem. Schüler müssen ihre Handys nun von 21.30 Uhr bis 14.15 Uhr abgeben - für viele ein Schock.

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StorminWolf 13.12.2014, 12:38
10. Schwachfug

Ich war auf verschiedenen Internaten, da gabs Handyverbote, Tv-Verbote und Netzwerkverbote (das ist ab 1998 gewesen) etc , hat keinen gestört, haben Netzwerke in den Wänden verlegt, Satelitenschüsseln aufgestellt und Tv gehabt etc etc. War alles nie ein Problem. Die Schulleitung hat idr keine Ahnung was Schüler, Personal und teilweise auch Lehrer treiben...
Ich halte es auch für nicht grade gut das die kleine da Zugriff rund um die Uhr auf solche Geräte und zeitfresser apps haben, aber so ist nunmal die Welt, und die meisten Eltern ist sowas egal oder sie unterstützen die Kids dabei die Verbote zu umgehen, weil wegen der tollen Erziehung ist da eigentlich keiner, das hat andere Gründe. Aber Salem ist eh sehr speziell und sehr Autoritär da passt das rein...

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stefan211 13.12.2014, 12:40
11.

Wer hat den diese Abstimmung gestalltet, da ist ja keine richtige Antwort dabei. Natürlich gehören Handys wärend der Schulzeit abgeschaltet und natürlich werden sie weggenommen, wenn man einen Schüler trotzdem in der Zeit mit einem Handy erwischt. Aber pauschal alle Schüler zum Abgeben der Handys zu zwingen ist doch übertrieben. Was machen eigentlich Schüler, die keine Handys haben zum abgeben?

Beim Schloss Salem ist der Fall natürlich etwas anders. Als Internat haben sie natürlich auch Pflichten ihren Schülern gegenüber. Sie müssen mehr sein als nur eine Schule. Daher ist ein Handyverbot wärend der Nachtruhe eher vertretbar, wobei ich es nicht verhängt hätte.

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Marv89 13.12.2014, 12:41
12.

Zitat von sanhe
Der Abhängigkeit (Sucht) von einem Smartphone im Alltag zu widerstehen erfordert ein großes Maß an innerer Stärke und Freiheit sowie der Bereitschaft, einfach mal nur mit sich selbst alleine zu sein - all diese Dinge können die Menschen immer weniger. Nach meinen täglichen Beobachtungen im ÖPNV sind besonders junge Frauen in sehr hoher Anzahl abhängig von diesem Gerät.
Soll ich denn im ÖPNV nur aus dem Fenster starren? Ich sehe das Problem absolut garnicht. Nur weil die ältere Generation mit der Technik nicht klar kommt, ist diese nicht schlecht.

Durch mein Handy und Facebook kann ich jederzeit mit meiner Freundin in den USA oder anderen Freunden in Asien und anderen Teilen der Welt kommunizieren. Was daran schlecht ist muss mir doch nochmal jemand verraten

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prisma-4d 13.12.2014, 12:42
13. ...nur die Elite... und der Rest darf blöd werden?

Interesant finde ich das hier nur die Elite erzogen wird. Der Rest der jungen Menschen braucht scheinbar hinsichtlich Medienkonzum nicht erzogen zu werden.

Was für die Eliten gut ist sollte doch für die Normalschüler nicht schlecht sein? Oder?

Aber nein... gehört zu Alltagswelt... wachsen so auf... klar, sonst werden daraus keine industriegerechten Konsumenten. (ok... war jetzt polemisch)

Fakt ist: junge Menschen schlagen immer über die Stränge und deswegen beötigen sie Grenzen. Ein Fußballer würde natürlich auch am liebsten den ganzen Tag Fußball spielen (wenn man das im Unterricht nebenher machen könnte)

Damit ist klar, aus der Sicht er Erziehung ist dieser Schritt notwendig.

Traurig ist nur die Feststellung das diese Erziehungsmittel "an anderen Schulen" nicht funktionieren würde. Warum eigentlich?

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prisma-4d 13.12.2014, 12:43
14. ...nur die Elite... und der Rest darf blöd werden?

Interesant finde ich das hier nur die Elite erzogen wird. Der Rest der jungen Menschen braucht scheinbar hinsichtlich Medienkonzum nicht erzogen zu werden.

Was für die Eliten gut ist sollte doch für die Normalschüler nicht schlecht sein? Oder?

Aber nein... gehört zu Alltagswelt... wachsen so auf... klar, sonst werden daraus keine industriegerechten Konsumenten. (ok... war jetzt polemisch)

Fakt ist: junge Menschen schlagen immer über die Stränge und deswegen beötigen sie Grenzen. Ein Fußballer würde natürlich auch am liebsten den ganzen Tag Fußball spielen (wenn man das im Unterricht nebenher machen könnte)

Damit ist klar, aus der Sicht er Erziehung ist dieser Schritt notwendig.

Traurig ist nur die Feststellung das diese Erziehungsmittel "an anderen Schulen" nicht funktionieren würde. Warum eigentlich?

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napu 13.12.2014, 12:47
15. Es kommt darauf an, welche Zukunft die Kinder haben sollen ...

Kinder, die mit einem Smartphoneverbot aufwachsen und deren Eltern sorgsam darauf achten, dass sie soziale Skills für Beziehungen von Mensch zu Mensch entwickeln sind die Chefs von morgen.

Kinder, deren Eltern darauf achten, dass sie digitale Geräte bedienen können, werden morgen von Beruf eben Bediener digitaler Geräte sein. Sie werden Befehle ausführen, die ihnen ein Computer auf dem Bildschirm anzeigt.

Steve Jobs wußte, warum seine Kinder iPhone-Verbot hatten und er sie in eine Privatschule steckte, in der es keine Elektronik gab. Denn Steve Jobs ist ein Angler und seine Kinder sollen auch Angler werden. Die Apple-Geräte sind der Wurm für die Fische, die man damit fängt, und die dafür zahlen. Der Wurm bzw. Köder muss dem Fisch schmecken, aber nicht der Angler.

Eltern, die ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, lassen nicht zu, dass ihre Kinder schon früh am Angelhaken von Apple, Google und Konsorten zappeln.

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Poco Loco 13.12.2014, 12:47
16. Völlig richtig.

Ich war selber Internatsschüler und hatte eine wunderbare Zeit dort erlebt, Gott sei Dank noch ohne Smartphone und Facebook etc. Die Schüler haben dort ihr eigenes soziales Netzwerk vor der Zimmertüre um das sie sich kümmern sollten. Es gibt unzählige Möglichkeiten dort, um mit seinen Mitschülern in Kontakt zu kommen, gemeinsam etwas zu gestalten, Sport, Kunst- u. Theaterprojekte, Handwerksgilden, oder einfach nur zusammen ins Wirtshaus oder auf eine Party gehen. Das ist das wahre Leben auf das die Schüler vorbereitet werden sollen und nicht die virtuellen Welten auf einem anonymen Display.

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bali64 13.12.2014, 12:49
17. Kontrolle?

Die Regelung erscheint sinnvoll - auch in anderen Schulen sollte zumindest im Unterricht das Handy tabu sein.
Aber wie kann man das durchsetzen?
Wenn es nicht einmal im Strafvollzug gelingt, die Benutzung von Handys zu verhindern, wird es in Schulen erst recht nicht möglich sein. Welche Lehrerin soll den 15 jährigen das Handy wegnehmen?
Wenn ein Verbot von Einigen umgangen wird, bildet sich wieder eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, und das ist schlimmer als gar kein Verbot.

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rudi.waurich 13.12.2014, 12:50
18. Richtig!

Ich könnte mich immer wieder amüsieren, wenn 'meine' jungen Leute in Weltgegenden kommen, in denen es schlicht und ergreifend kein Netz gibt. Die sind dann total entsetzt, und wenn sie dann dreimal am Tag zum Chef rennen, und fragen, wann endlich der Container mit dem Satellitenkram kommt, und nur mildes Lächeln ernten, wird das Entsetzen noch schlimmer. Der übliche Kommentar: Jetzt müßt ihr mal zeigen, was ihr könnt, nicht was ihr im Netz finden könnt, steigert üblicherweise die Verzweiflung noch weiter. Ein Tip: Suchen Sie mal die Bakassi - Halbinsel, Ndian, Kamerun in Google Earth, auch in der Sahara gibt's weit und breit kein Netz. Auf modernen Hochseeschiffen gibt's heute weitgehend WLAN in den Aufenthaltsräumen der Crew, in den Kabinen nicht unbedingt.
Ein weiteres Thema sind hier die sogenannten Social Skills - bei halbwichtigen Meetings, bei denen z.B. junge Leute aus Afrika, Asien, Rußland oder CIS beteiligt sind, habe ich noch nie erlebt, daß die nach ihren Smartphones schielen, oder unter dem Tisch spielen. Junge 'Westler' machen das dauernd, und dann denken sie noch, der 'Alte' merkt das eh nicht. :)
Zum Thema IT Kompetenz bleibt nur zu sagen, daß die Bedienung von Smartphones und Apps mit IT Kompetenz aber auch gar nix zu tun hat.
Ich kann die Entscheidung der Schulleitung jederzeit nachvollziehen.

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blauervogel 13.12.2014, 12:51
19. Auch ohne Handy überlebt.

Als ich Anfang 2000 auf dem Internat war, gab es dieses Problem noch nicht. Wie haben wir damals nur ohne Handy überlebt?
Wir hätten aber neben der Schule und dem Ballettunterricht auch kaum Zeit gehabt, ausgiebig in der virtuelle Welt des Handys zu leben. Ich bedauere heute die Menschen, die durch Internet und Handy, die Fähigkeit zu wirklichen zwischenmenschlichen Begegnungen verlieren. Bei jungen Bewerbern in unserer Firma fällt auf, dass viele von ihnen deutliche Defizite im Bereich der Kommunikation, insbesondere der nonverbalen haben. Von fehlenden Manieren ganz zu schweigen. Begegnungen in der Realität sind doch wesentlich komplexer als im Internet.

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