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Headhunter-Abwehr: "Es gibt böse Buben, verdammt böse Buben"

Wird ein Headhunter aktiv, bedeutet das für den Kandidaten eine Karrierechance - und für das Unternehmen hohes Risiko. Der Abgang guter Mitarbeiter ist teuer, manche plaudern bereitwillig Interna aus. Spezialisten zeigen Firmen, wie sie sich wirksam gegen die Abwerb-Attacken schützen können.

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marypastor 07.02.2009, 00:45
10. Headhunter

Zitat von sysop
Wird ein Headhunter aktiv, bedeutet das für den Kandidaten eine Karrierechance - und für das Unternehmen hohes Risiko. Der Abgang guter Mitarbeiter ist teuer, manche plaudern bereitwillig Interna aus. Spezialisten zeigen Firmen, wie sie sich wirksam gegen die Abwerb-Attacken schützen können.
Der Headhunter ist ein Kunstprodukt, das nach Ende des Krieges aus den USA zusammen mit der Werbebranche in Europa eingefuehrt wurde. Haedhunter sind ueberfluessig. Ihr Vorgehen und die Behandlung von Firmen und Kandidaten ist oftmals unwuerdig und beleidigend. Ich habe es in meiner 50-jaehrigen Berufszeit, die mich bis in Vorstandsetagen brachte, gottseidank geschafft, diesen Leuten immer auszuweichen.

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Cholerix 07.02.2009, 11:29
11. Loyalität bidirektional

Zitat von sysop
Wird ein Headhunter aktiv, bedeutet das für den Kandidaten eine Karrierechance - und für das Unternehmen hohes Risiko. Der Abgang guter Mitarbeiter ist teuer, manche plaudern bereitwillig Interna aus. Spezialisten zeigen Firmen, wie sie sich wirksam gegen die Abwerb-Attacken schützen können.
Es würde eigentlich vollkommen reichen, wenn sich die Entscheider an der Spitze einfach klar machen würden, dass Loyalität keine Einbahnstrasse ist.

Die Loyalität der Mitarbeiter resultiert aus den Arbeitsbedigungen und nicht zuletzt auch aus der erlebten Loyalität des Unternehmens seinen Mitarbeitern gegenüber. Letzteres scheint aber im Weltbild von Entscheidungsträgern mittlerweile nicht nur nichtexistent zu sein, sondern als geradezu obszönes Verhalten zu gelten. Anders lässt sich der Umgang in vielen Unternhmen (vor allem bei großen Aktiengesellschaften) mit ihren Mitarbeitern kaum interpretieren

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Realo 07.02.2009, 13:58
12. Schmeichelt dem Ego !

Zitat von marypastor
Ich habe es in meiner 50-jaehrigen Berufszeit, die mich bis in Vorstandsetagen brachte, gottseidank geschafft, diesen Leuten immer auszuweichen.
Von Headhuntern umworben zu werden schmeichelt aber (oder leider - wie mans nimmt) trotzdem dem Ego.
"Schaut her wie gut ich bin, auch andere haben es erkannt und wollen mich haben !"

Nein, ich bin auch immer meinem Unternehmen treu geblieben und habe mich nicht abwerben lassen. Aber bei einem Vertragsgespräch mit der Direktion, ein Treffen mit einem Headhunter zu erwähnen, hat meinem Einkommen nie geschadet. Das kommt allerdings immer auf die Position im Unternehmen & wirtschaftliche Situation des Unternehmens an.

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salador 07.02.2009, 18:52
13. "Es gibt dumme Berater, verdammt dumme Berater"

Zitat von Cholerix
Es würde eigentlich vollkommen reichen, wenn sich die Entscheider an der Spitze einfach klar machen würden, dass Loyalität keine Einbahnstrasse ist. Die Loyalität der Mitarbeiter resultiert aus den Arbeitsbedigungen und nicht zuletzt auch aus der erlebten Loyalität des Unternehmens seinen Mitarbeitern gegenüber. Letzteres scheint aber im Weltbild von Entscheidungsträgern mittlerweile nicht nur nichtexistent zu sein, sondern als geradezu obszönes Verhalten zu gelten. Anders lässt sich der Umgang in vielen Unternhmen (vor allem bei großen Aktiengesellschaften) mit ihren Mitarbeitern kaum interpretieren
Volle Zustimmung.

Wenn Chefs sich auf die wirtschaftlichen Randbedingungen berufen, wenn sie Mitarbeiter entlassen, Arbeitszeit ohne Lohnausgleich durchdruecken oder auch schlicht Stellen nicht besetzen und damit den Arbeitsdruck in den Abteilungen erhöhen, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn ihre Mitarbeiter ebenfalls ihre emotionale Bindung an das Unternehmen verlieren und für Angebote empfänglich werden. Ich z.B. erinnere mich gerne an das verblüffte Gesicht meines Chefs und seine Bitte "doch noch mal darüber zu sprechen". Wo er doch vorher immer so beinhart war.

Wenn dieser "Anti-Headhunter" einen Pfifferling wert ist, dann würde er seinen Kunden keine Illusionen machen, mit welchen tollen Tricks sie sich Headhunter vom Hals halten können, sondern zuerst mal auf "Wie Du mir, so ich Dir." hinweisen. Die Leibeigenschaft wurde in Europa inzwischen abgeschafft; Zeit, dass das die Herren Manager mal in ihre überbezahlten Köpfe reinkriegen.

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haku210 07.02.2009, 19:25
14. Knackwürste

Zitat von sysop
Wird ein Headhunter aktiv, bedeutet das für den Kandidaten eine Karrierechance - und für das Unternehmen hohes Risiko. Der Abgang guter Mitarbeiter ist teuer, manche plaudern bereitwillig Interna aus. Spezialisten zeigen Firmen, wie sie sich wirksam gegen die Abwerb-Attacken schützen können.
Kopfgeldjäger sind einfach nur arme Würstchen! Blauäugig glauben sie, man würde nur auf ihren Anruf warten, um dann kurzerhand einen Job anzunehmen, der mindestens 500km entfernt liegt und thematisch total daneben liegt - wenn man ihn denn überhaupt bekommt, angesichts der (angeblichen?) Konkurrenz!

Liebe Kopfgeldjäger, lasst es bitte sein und sucht Euch einen richtigen Job, statt Leuten andauernd auf die Nerven zu gehen.

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the_ent 07.02.2009, 20:48
15. pure Hilflosigkeit und Panik

Wenn eine Firma allen ernstes ihren Mitarbeitern verbietet, Xing oder ähnliche Platformen nutzen zu dürfen, so zeigt das vor allem eins: Ihre eigene Hilflosigkeit und ihre eigene blanke Panik. Für mich wäre ein sofortiger Gang zum Betriebsrat und zum Anwalt vorprogrammiert - das würde ich mir unter keinen Umständen bieten lassen!

Eine Firma hält ihre Mitarbeiter vor allem dadurch, daß sie sie ernst nimmt und wertschätzt, nicht nur monetär. Wer seine Mitarbeiter aber als auszubeutende Ressource oder als Geldwert (Kapital) sieht, der bekommt eben als Quittung entsprechend motivierte und loyale Mitarbeiter...

Wenn ein Berater einer Firma derartige Ratschläge gibt, dann zeigt das nur einmal mehr, wohin die Reise in dieser Gesellschaft geht: Mitarbeiter sind kein Personal, sondern Ressourcen, sie werden bespitzelt, abgehört, in ihren Rechten beschnitten. Alles schön menschenverachtend im Sinne des shareholder value. Hauptsache die Rendite und das Einkommen der Geschäftsleitung stimmt.

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Spinnosa 07.02.2009, 20:49
16. Loyalität

Zitat von Cholerix
Es würde eigentlich vollkommen reichen, wenn sich die Entscheider an der Spitze einfach klar machen würden, dass Loyalität keine Einbahnstrasse ist. Die Loyalität der Mitarbeiter resultiert aus den Arbeitsbedigungen und nicht zuletzt auch aus der erlebten Loyalität des Unternehmens seinen Mitarbeitern gegenüber. Letzteres scheint aber im Weltbild von Entscheidungsträgern mittlerweile nicht nur nichtexistent zu sein, sondern als geradezu obszönes Verhalten zu gelten. Anders lässt sich der Umgang in vielen Unternhmen (vor allem bei großen Aktiengesellschaften) mit ihren Mitarbeitern kaum interpretieren
Volle Zustimmung. Loyalität erkauft man noch nicht einmal durch ein Traumgehalt - Loylität bekommt man nur durch Loyalität.
Leider sieht es heute in vielen Betrieben - beileibe nicht nur in den großen Aktiengesellschaften! - so aus: Wenn man aus einer Zitrone einen halben Liter Saft rauspressen kann, warum dann nicht einen ganzen? Und wenn man einen Liter kriegt und noch ein bißchen quetscht, kommen vielleicht sogar zwei raus...
Das ist einfach nur dumm.
Und noch dümmer ist es, einen neuen Mitarbeiter einzustellen, der bereitwillig Interna ausplaudert. Wenn ich Personalchef wäre, würde ich den Kandidaten sofort in die Wüste schicken, weil damit zu rechen ist, daß er bei nächster Gelegenheit das eigene Unternehmen in die Pfanne haut.

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wahlfrei 07.02.2009, 22:04
17. Man muß auch mal ankommen.

Headhunter kenne ich aus der Zeit der "New Economy".
Seitdem hab ich keinen mehr getroffen.
Man kann sich auch nicht ewig verbessern. Irgendwann sollte man "seine Firma" gefunden haben.
Das Einkommen nähert sich nämlich asymptotisch dem eigenen Vermögen an. Ist also endlich.

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Teletom 08.02.2009, 14:02
18. Abwehrstrategie Intransparenz ist von gestern!

Wer ernsthaft jemanden engagiert, der die Empfehlung rausgibt, auf Messen keine Personennamen auf Namensschilder zu drucken, kann einem nur leid tun. Derartige Strategien widersprechen dem Einmaleins jeglicher Kommunikation, gleich ob Marken-, Produkt-, Kunden- oder Mitarbeiterkommunikation. Mit defensiver Strategie unzufriedene und unproduktive Mitarbeiter be- und erhalten, aber dafür keine Abschlüsse machen, weil Kunden und Öffentlichkeit sich auch noch schlecht behandelt fühlen. Zumindest dieser Ansatz der sogenannten "Abwehrer" (allein dieser Begriff ist schon ein reinrassiger Marketinggau) ist seit gut 30 Jahren überholt. Kein Wunder, dass in dem Artikel nur auf die Rüstungsindustrie verwiesen wird. Das ist ein weitgehend abgeschotteter Markt mit wenigen Kunden und Anbietern. Und schwer reguliert. In der Realwirtschaft kann man nur müde drüber lächeln.

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trehalose 08.02.2009, 17:54
19. ...

Zitat von the_ent
Eine Firma hält ihre Mitarbeiter vor allem dadurch, daß sie sie ernst nimmt und wertschätzt, nicht nur monetär. Wer seine Mitarbeiter aber als auszubeutende Ressource oder als Geldwert (Kapital) sieht, der bekommt eben als Quittung entsprechend motivierte und loyale Mitarbeiter...
Sehr richtig! Und meiner eigenen Erfahrung nach ist das in mittelständischen Unternehmen, wo man gelegentlich auf dem Flur noch dem Geschäftsführer begegnet und sich gegenseitig grüßt (und ja, der kennt auch noch seine Mitarbeiter beim Namen), eher der Fall als in großen AGs.

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