Forum: Leben und Lernen
Helikopter-Eltern in der Notaufnahme: "Hilfe, unsere Tochter hat einen Eiswürfel vers
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Das Premiumkind hat in eine Brennnessel gefasst? Es hat sich den kleinen Zeh gestoßen? Oder einfach nur komisch geguckt? Dann ab zum Arzt! Die besten Anekdoten von überbesorgten Eltern in der Notaufnahme.

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Female 19.10.2018, 12:21
60. Dito

Schließe mich der Kritik einiger meiner Vorredner an - wiederholte Buchwerbung getarnt als polemisierender redaktioneller Beitrag, statt (wie bei anderen Themen) wenigstens auf das Forum zu verzichten, um weitere Polemisierung und Schlammschlacht zu vermeiden, unter dem Beitrag noch eine Ermutigung, ähnlich polemisches Material zu einsenden...was für ein Armustzeugnis... Ähnliches Niveau haben die Youtube-Fail-Videos, in denen ständig irgendwelche Leute auf die Fresse fallen und das ganze so zusammenschnitten wird, dass alle tüchtig lachen können und sich freuen, dass sie selber aufrecht stehen können. Die schauen sich allerdings eher Altersgruppen

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madameping 19.10.2018, 12:27
61. Sie sprechen mir aus der Seele

Zitat von KlausMeier
Eltern, die zu blöd sind, Kinder zu erziehen, die werden entweder zwangskastriert oder sie werden in die Psychiatrie eingeliefert. Und dürfen erst wieder Nachwuchs in die Welt setzen, bis sie geheilt sind. Warum muss ein ganzes Land unter dieses Volltrotteln leiden?
Sie sprechen mir ja so aus der Seele, aber derartige Maßnahmen dürften schon durch unsere Verfassung nicht machbar sein ;-)

Aber um auf Ihre letzte Frage einzugehen: Die meisten merken ja gar nicht, dass das Land leidet, denn sie halten das ja für normal, was sie tun und unsere Politiker ALLER Parteien bestärken sie auch noch darin, dass man ein Heiliger ist, sobald man Kinder in die Welt setzt - die selbstverständlich auch Heilige sind. Was in der Konsequenz passiert, kann man dann in Artikeln wie diesem nachlesen... Leider nicht immer lustig.

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madameping 19.10.2018, 12:32
62.

Zitat von cremuel
Wenn das Ironie sein sollte, ist sie Ihnen aber ziemlich missglückt. Ihr "Vorschlag" war in Deutschland schon mal Realität und hieß "Euthanasie". Das beinhaltete Zwangssterilisierungen, Zwangseinweisung und Ermordung von PatientInnen. Schönes Beispiel dafür, was solche sinnlosen Krawallartikel für "Diskussionen" auslösen.
Diese Krawallartikel gibt es doch bloß, weil es Eltern gibt, die einfach völlig das Maß verloren haben; in ihrer Vernunft und ihrem gesunden Menschenverstand. Wer sein Kind wegen einem schrägen Husten in die Notaufnahme schickt, darf sich über Spott nicht wundern.

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JaguarCat 19.10.2018, 12:36
63. Und echte Notfälle werden nach Hause geschickt

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Ärzte oft genug schwer kranke Kinder wegen Helikopter-Verdacht bei den Eltern nach Hause schicken. Eine Nachbarin war mit ihrem Sohn zweimal wegen schwerer Magenkrämpfe nach Weihnachten in die Notaufnahme gegangen. Beide Male wurde sie nach Hause geschickt: "Das Kind hat nichts, hat wohl nur etwas zu viel gegessen". Nicht mal 24 Stunden nach dem letzten Krankenhausbesuch war es dann tot.

Eine andere Frau, ebenfalls aus der unmittelbaren Nachbarschaft, ging mit einem Kind, das binnen drei Monaten schon die fünfte Erkältung hatte, zum sechsten oder siebten Mal zum Kinderarzt. "Der hat nichts, gehen Sie nach Hause, legen Sie ihn und sich ins Bett" bekam sie mal wieder als Rat. Und das, obwohl sie vier weitere, für eine Erkältung ungewöhnliche Symptome für eine Erkältung aufzählte und der Ärztin zeigen konnte: aufgequollener Bauch, das Kind ist auch sonst extrem schlapp, stark geschwollene Lymphknoten an den Beinen (!) und beim Zähneputzen kommt es zu Blutungen, obwohl Zähne und Zahnfleisch gesund sind. Die Frau bestand auf einer Überweisung an die Notaufnahme, was die Ärztin dann widerwillig tat, allerdings nicht ohne den ICDS-Code für "Hypochonder" (bildet sich Krankheiten ein) als Überweisungsgrund zu codieren.

Im Krankenhaus reagierte das Personal nach dem Lesen der Überweisung folglich extrem abweisend. Es lies Frau und Kind stundenlang warten. Die Frau bestand dennoch auf einem Bluttest für das Kind. Nach drei Stunden kam der Notarzt, nahm widerwillig Blut ab und versprach, ein Blutbild zu machen. Nachdem er das Ergebnis gesehen hatte, wählte er den Notruf für die (zum Glück im Krankenhaus vor Ort ansässige) Kinderhämotologie. Ob das Kind ohne sofortige Bluttransfusion (die dann auch durchgeführt wurde) das Wochenende überlebt hätte, ist ebenfalls fraglich. Denn es litt an fortgeschrittener akuter Leukämie. Die entarteten Lymphozyten hatten das normale Blut und Immunsystem bereits zu großen Teilen verdrängt: Das Kind hatte weniger als halb so viele rote Blutkörperchen wie normal, und nur ein fünftel der Blutplättchen. Infolgedessen litt es an akuter Atemnot und Blutungen schon bei den kleinsten Verletzungen.

Später gab die Kinderärztin (die neben der Leukämie übrigens auch eine Lungenentzündung übersehen hatte!) zu, komplett auf die Mutter statt auf das Kind fokussiert gewesen zu sein. Gäbe es weniger Fälle überreagierender Eltern, die Ärztin hätte diese spezielle besorgte Mutter wahrscheinlich bereits früher Ernst genommen und das Kind zu einer ausführlichen Untersuchung geschickt. Die Leukämie wäre dann früher diagnostiziert worden, dem Kind wären Monate an Leiden erspart geblieben.

Ja, Ihr lieben Helikoptereltern, Ihr macht mit Eurer Panik was kaputt! Es ist gut, dass Euer Verhalten hier kritisiert wird!

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kopfball123 19.10.2018, 12:39
64. Kenne ich...

... aufgelöste Eltern mit Kerngesundem 4-jährigem Kind neben mir in der Kinderklinik: "Unser Sohn ist vom Sofa gefallen."
Krankenschwester: "Hat er sich dabei verletzt, wo tut es ihm weh?"
Eltern: "Er hat keine Verletzung, ihm tut auch nichts weg."
Krankenschwester: "Und was sollen wir jetzt genau machen?"
Eltern: "Es muss abgeklärt werden ob er innere Verletzungen hat!"
... Dann wurden sie in ein Sprechzimmer geführt, wo der Arzt wahrscheinlich mal Alibimäßig paar Sachen angeschaut hat und dann konnten sie wieder heim gehen.

Wirklich verhindern kann man sowas nicht, außer man führt eine Möglichkeit ein, dass bei MEHRMALIGEM Falschalarm Verwarnungsgelder ausgesprochen werden können.

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widower+2 19.10.2018, 12:39
65. Generation

Zitat von gbshaw
aber Euer ewig gleiches dümmliches Bashing der heutigen angeblichen Elterngeneration nervt nicht nur ungemein, es hat auch mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun.
Die Beispiele beziehen sich zwar auf die heutige Elterngeneration, weil die noch jungen Autorinnen überwiegend aktuelle Beispiele sammeln, diese Helikoptereltern gab es aber schon immer. Nur die Bezeichnung war noch nicht erfunden.

Sie waren früher eine kleine Minderheit und sind heute noch eine etwas größere, aber immer noch kleine Minderheit.

Was Sie Bashing nennen, besteht für mich einfach nur aus meistens witzigen, teilweise schockierenden Anekdoten, die vielleicht helfen könnten, den echten Helikoptereltern ihr Problem im Interesse der Allgemeinheit bewusst zu machen.

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cobaea 19.10.2018, 12:42
66.

Zitat von Leser161
An anderer Stelle spricht man sich gegen Pranger aus. Wenn es aber darum geht Eltern anhand von Anektdoten schlecht zu machen und auch ganz normale Eltern in Helikopterverdacht zu stellen, dann kennt SPON kein Halten? Ich sehe täglich sehr viele Miteltern, bisher sind mir keine mit Helikoptern aufgefallen. Das heisst entweder es gibt Helikoptereltern nur in so homöopathischen Dosen das sie nicht relevant sind oder ich und alle Eltern die ich kenne sind Helikoptereltern (weil dann würde ich es ja auch nicht bemerken). Entscheiden Sie selbst. Und fragen sie sich was das soll, warum muss man Eltern schlecht machen?
Pranger? Sonst noch was? Die Eltern werden weder namentlich genannt, noch kann aus den Texten auf den Wohnort geschlossen werden. Kurz: Identifikation nicht möglich. Wo also soll da der Pranger sein. Wenn Sie allerdings die geschilderten Verhaltensweisen als für Eltern völlig normal empfinden ("ganz normale Eltern in Helikopterverdacht stellen"), dann würde ich von den von Ihnen angebotenen Möglichkeiten betreffend Helikoptereltern jene wählen, die nach dem "oder ich" folgt.

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LFritze 19.10.2018, 12:44
67. Überraschung

Ich hätte letztes Mal echt nicht gedacht, dass SPON n-o-c-h-m-a-l Webung für diese Buchreihe machen würde... Ansonsten einer Meinung mit #5

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cobaea 19.10.2018, 12:45
68.

Zitat von hollaonboard
Anscheinend ist es besser 5 - 10 Kinder in die Welt zu setzen, die man sich nicht leisten kann, um die man sich nicht kümmern kann und den ganzen Tag auf der Straße lungern und das Premiumkind quälen. Jaja die Bösen Eltern die sich kümmern und in Ihr Kind investieren. Böse! Böse! Böse! Wer beleuchtet mal die Eltern der echten, gesellschaftlichen Problemkinder.
zwischen "kümmern" und "beglucken" besteht ein Unterschied. Und die Zahl der Kinder sagt gar nichts darüber aus, ob sich Eltern kümmern, glucken oder die Kinder vernachlässigen. Ins "Kind investieren" - boahhh, das arme Kind.

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gbshaw 19.10.2018, 12:45
69. @Female

Aber Sie sehen ja, Bullshit-Journalismus funktioniert, wenn er auf die adäquaten Rezipienten trifft. Die sich dann bemüßigt fühlen, den Blödsinn durch Menschenverachtung a la Zwangseinweisung und Zwangssterilisierung zu übertreffen.

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