Forum: Leben und Lernen
Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
Getty Images/Cultura RF

Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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spmc-125536125024537 18.12.2017, 11:39
1.

Ich habe neulich den Kinderarzt meiner inzwischen erwachsenen Kinder, dessen drei Kinder ebenfalls Medizin studieren, auf der Strasse getrofffen, auf die Frage, welches seiner Kinder denn auch Kinderarzt werden wollte, antwortete er: keines, aber nicht wegen der Kinder, sondern wegen der Eltern.

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diemuddi 18.12.2017, 12:16
2.

Leute, bei aller Liebe, es ist genug.
Natürlich sind die Geschichten über die Helikopter-Eltern lustig und füllen unzählige Bücher, Zeitungen und Unterhaltungen. Natürlich ist eine Begegnung mit ihnen nicht immer so entspannt, wie es sich hinterher schreiben lässt, besonders im Fall tatsächlich kranker Kinder. Natürlich ist es aber auch viel einfacher, Leute zu kritisieren, die überhaupt etwas tun, als solche, die sich einen feuchten Pups um ihre Kinder kümmern. Natürlich bin ich Helikopter-Müttern begegnet und natürlich halten mich auch einige für einen Helikopter, weil wir Allergiker sind und ich da dann eben nerven muss. ABER: Wer regt sich über die Mutter auf, die mit dem Linkshänder nicht zur Ergo geht bei Problemen mit dem Schreiben, selbst wenn man ihr die Adressen gibt? Wer regt sich über den Vater auf, der betrunken Auto fährt und das Kind schön neben sich? Wer regt sich über die Mutter auf, die der 10-jährigen die Verantwortung für die kleinen Geschwister aufhalst? Und wer gibt mal realistische Handlungsmöglichkeiten vor?
Helikopter die was tun, machen in den Augen vieler etwas falsch, denn das sehen Menschen.

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dasfred 18.12.2017, 12:19
3. Zum lesen ganz lustig aber

die Ärzte und ihre Mitarbeiter sehen das wohl nicht so. Wenn ein Kind ernsthafte Beschwerden hat ist der Arzt nun mal der Fachmann und der weiß was er zu tun und zu lassen hat. Überbesorgtheit ist niemals besser. Man darf ärztliche Befunde anzweifeln, aber dafür brauche ich auch eine fundierte Begründung und nicht so ein unbestimmtes Gefühl, medizinisches Halbwissen oder irgendwas zusammengegoogeltes. Erfahrene Ärzte können zum Glück mit hysterischen Müttern umgehen und den Kindern trotzdem helfen.

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Barças Superstar 18.12.2017, 12:30
4. alles schon gesehen

... es sind fast immer die Eltern, die spinnen. Kenne auch den Fall, bei dem der Kinderpsychologe mehr oder weniger offen ausspricht, dass es die Mutter ist, die eine Therapie benötigt. Aber wenn der IO-Test für das vermeindlich hochbegabte Kind unbedingt erforderlich ist, und zur Beruhigung der Mutter beiträgt ... was soll's. Der lapidaree Kommentar des Kinderaztes: "Die meisten Kinder sind Wunderkinder! - man kann sich nur wundern!" Blöd für die Mutter, wenn das gewünschte Ergebnis nicht herauskommt, da war halt der Arzt ein schlechter.

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dosmundos 18.12.2017, 12:35
5.

Ich muss zugeben, dass wir auch schon einmal mitten in der Nacht ins Kinderkrankenhaus gefahren sind, weil die eigentlich sehr schmerzunempfindliche Tochter heftige Bauchschmwerzen hatte. Was sich bis nach der Ankunft und der Wartezeit dann auch von selbst erledigt hatte - der Arzt traf dann nur noch auf ein putzmunteres kleines Mädel und zwei übernächtigte Eltern, die sich ziemlich blöd vorkamen.

Dafür ist es mir aber dann auch einmal gelungen, eine Globulischleuder im Bekanntenkreis dadurch nachhaltig zu verstören, dass ich darauf hinwies, dass man offene Wunden am besten mit Spinnweben abdeckt, das sei schon im Mittelalter ein gebräuchliches Mittel gewesen, aber die moderne Pharmaindustrie würde solche billigen Heilmittel natürlich verschweigen.

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cataton 18.12.2017, 12:39
6. Kein Mehrwert

Ich sehe in solchen Artikeln keinen Mehrwert für unsere Gesellschaft. Einzig alleine das alle Eltern heutzutage diffamiert werden mit solchen Artikeln.

Um Kinder zu erziehen bedarf man ein ganzes Dorf und genau das ist doch heute nicht mehr gegeben und deswegen läuft bei vielen alles schief.

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cyrano11 18.12.2017, 12:42
7. Bingo

Genau ins Schwarze, genau so ist es. Aber nicht nur beim Arzt, sondern in der Schule, im Verein, beim Besuch von Veranstaltungen überall!
Wenn man meint, Wissen und Verhalten sich ergoogeln zu müssen und dann auch noch im Fachjargon mitreden will, dann geht das schief. Die Fähigkeit das einzusehen, ist nicht mehr vorhanden.
Neulich im Flieger, sagt tatsächlich eine Mutter zum Purser, "bitte nicht über 11 000 m fliegen, das ist der Jet-Stream so intensiv und die Kleine muss schlagen"......
Aber auch diese Damen hat eine Stimme bei Wahlen....

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ALEMANNE2 18.12.2017, 12:59
8. Wo führt das noch hin

Im Artikel steht: "Im Vergleich zu 2003 ist das eine Zunahme von mehr als 40 Prozent...". Interessant wäre es, Vergleichszahlen aus den 60er oder 70er Jahren zu haben. Wahrscheinlich kämen wir da auf eine Zunahme in der Größenordnung von 500%.
Meine Eltern waren sicher auch liebende und sorgende Eltern, aber wenn wir abends mal wieder mit aufgeschlagenen Knien nach Hause kamen, hieß es entweder "Mach Dir ein Pflaster drauf" oder aber "Pass beim nächsten Mal halt besser auf". Punkt, Ende der Diskussion. Wahrscheinlich waren die Eltern damals eher willens zu unterscheiden, was ernst oder was eine Lappalie war. Nehme an, das hat auch was mit gesundem Menschenverstand zu tun.

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Frittenbude 18.12.2017, 13:08
9. wie of denn noch?

Ich habe selbst zwei kleine Kinder, mit denen ich bereits einige Male in der Notaufnahme war; Z.B. wegen Verdachts auf Beinbruch oder Blinddarmentzündung. Zustände wie im Artikel behauptet habe ich dort nicht ansatzweise kennengelernt - weder schimpfende Eltern, nocht tanzende Kinder. Das klingt mir alles arg plakativ und überzichnet. Bei dieser Gelegenheit: Wie of wollen Sie diese Buchwerbung denn noch bringen?

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