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Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
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Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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Frittenbude 18.12.2017, 18:29
90.

Zitat von steffen.ganzmann
Kaufen Sie sich ein Desinfektionsmittel, das alkoholfrei ist (darum brennt es nicht in der Wunde) wie zum Beispiel Oxysept und ein paar Päckchen Steristrips oder noch besser Klammerpflaster. .....
Octenisept hatte ich dabei (es wird auch oft genug benötigt), und habe die (kräftig blutende) Wunde damit behandelt. Das Klammern einer Wunde, so es denn notwendig ist, überlasse ich, womit auch immer, dann doch lieber den Profis...
Übrigens versichern mir meine Kinder recht glaubhaft immer wieder aufs Neue, dass auch Octenisept brennen würde.

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unumvir 18.12.2017, 18:29
91.

Zitat von sischwiesisch
Natürlich...gibt es Demeter Kirschsaft.
Das war nicht die Frage!

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Frittenbude 18.12.2017, 18:31
92.

Zitat von sischwiesisch
...gibt es Demeter Kirschsaft.
Schon klar, nur das angebliche Zitat liesst sich gänzlich unglaubwürdig.

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parresia 18.12.2017, 18:32
93. Langweilig

was bin ich froh, dass neben all denen, die es als Eltern so viel besser machen bzw. deren Eltern so viel besser waren, es auch andere gibt, die so wie ich nach diesen Helikopter-Eltern suchen. Gibt es einen Namen für Menschen, die diesen Drang haben, sich besser zu fühlen, weil sie selbst ja so viel besser sind? Wir wohnen am Rande einer typischen Helikoptereltern-Gegend, hier wird man mit 40 das erste mal schwanger, fährt SUV - ja, auch bis vor die Schule. Aber es tun nicht alle und die meisten haben zumindest nachvollziehbare Gründe - uns selbst, wenn ich sie nicht nachvollziehen kann, sind sie dennoch keine hysterischen Hypereltern. Wir wollen alle nur unsere Kinder durch diese Welt hindurchnavigieren, auf das sie starke, selbständige Persönlichkeiten werden. Dabei sind Eltern heute mit Dingen konfrontiert (Smartphones, Medien, neue Lesegewohnheiten, frühere Pubertät / sexualisierte Sprache etc.), bei denen wir eben nicht auf unsere eigene Erziehung zurückgreifen können. Verbiete ich meinem Kind WhatsApp ganz? Erlaube ich dies eingeschränkt, aber sicher nicht in schulischen Kontexten? Bin ich eine Heli-Mom, wenn ich es verbiete, erlaube, kontrolliere? UNd dann: Was habe ich nicht schon alles falsch gemacht! Zuwenig - oder zuviel - vorlegelesen? Zu frühe Tagesmutter? Zu früh oder zu lange gestillt?
Nein, ich bin nicht unsicher, aber Ihr, die Ihr Euch an den einmal erlebten Einzelfall hochzieht, anstatt die unauffällige Masse zu sehen.

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Hagbard 18.12.2017, 18:35
94.

Zitat von sischwiesisch
...an die Lehrer denken, die jeden Tag mit diesen "Eltern" zu tun haben. Ich kann mich noch lebhaft an verschiedene Elternabende erinnern, die an Wahnsinn kaum zu überbieten waren. Eltern , die im Sozialverhalten selbst noch Kinder bzw. verhaltensauffällig sind. Um den Kindern damit zusätzlich noch Unrecht anzutun.
Stimmt, die Elternabende.
Das war ziemlich oft ein Kuriositätenkabinett.
Einmal war ich auf einer Versammlung des Schulelternbeirats. Uhahaha.
Ich hab' da (meine Frau fand es peinlich) ein wenig herumgemotzt, weil ernsthaft diskutiert wurde, ob man den Kindern im Unterricht generell das Trinken erlauben sollte, vielleicht sogar festgelegte Trinkpausen einführt und ob ein eventuelles Trinkgefäß links oder rechts (ernsthaft!) auf dem Pult stehen solle.
Ich fand das ziemlich kindergartenmäßig.

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upalatus 18.12.2017, 18:35
95.

Eltern sorgen sich immer um ihre Kinder, das hört nie gänzlich auf. Die Frage ist halt, ob man seinen Kindern durch Überfürsorglichkeit und Ängstevorleben in ihren vielfältigen Erscheinungsformen einen Gefallen fürs spätere Leben leistet.

Als privatpersönlicher Beitrag: Meine Eltern waren nahezu Helikoptergegenteile, seinerzeit zu Mondflugzeiten wohl als Normal einzustufen. Früher kindlicher Marschbeginn in die menschliche Selbstständigkeit, Heranbilden einer bis heute recht fähigen Gesundheit usw. waren/sind die Effekte. Allerdings waren die Rahmenbedingungen zu meiner und Kumpelschaft Zeiten ziemlich anders als die, die man heute breit vorfindet: sehr einfach. Aber vollkommen ausreichend. Staatliche Zuwendungen/Unterstützungen/Angebote/Verantwortungsabnahmen, wie es sie heute gibt, spielten keine Rolle. Es gab keine Markenhechlereien (es gab auch nicht die Kohle, die man dafür übrig gehabt hätte), keine mediale Geistüberschwemmungen mit Brüllschreitrala zb durch Geparktwerden vor der Kinderfrühstücksfernsehenglotze, keine Eroberung des öffentlichen Raumes durch das Auto, keine kluge Frau Saalfrank. Essen wurde nicht weggeworfen, weil die Versorgung mit Bedacht und planvoller Sparsamkeit ablief. Als kleiner Bub hieß es sommers wie winters bei Freizeit raus um acht, mittags und spätestens um 20 Uhr heim, das war super. Auch mal allein, oder in der Horde, die gegenseitigs Aufpassen gewährleistete. Ängste vor Dunkelheit, Alleinsein, Krabbeltieren, Bachlaufüberhüpfungen und dergleichen konnten sich dabei nicht etablieren. Man bekam ein Bewusstsein, was man alles selbstständig aus eigenen Ressourcen heraus zuwege bringen kann, was sich später zb auch im Selberzahlen des FS nebst Erstfahrzeugerwerbs äusserte.

Ja, ich weiß, die gute alte Zeit. Buuuh, Vergangenheitsromantiker!

Der seitdem steigende Allgemeinwohlstand zeigt in der steigenden Heilelternzahl wohl seine schwächenden, einschnullernden und krankmachenden Seiten, und trotzdem wirds ein allgemeinbewusstes Weniger nie geben. Eher ein Noch Mehr.

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r2d2x2 18.12.2017, 18:36
96. Das war keine Frage...

... sondern eine Bemerkung, die Ihnen galt.
Vereinfachtes Denken ist die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub, zwischen Überschwemmung und Dürre, zwischen Soziopathie und Psychopathie, dunkelgrau und düster oder eben zwischen unselbstständigen Kindern und "vorgeblich" selbständigen Kindern, die mit 14 Eltern werden. Was ist besser?
Zumal ich feststellen darf, wenn ein Kind mit 14 Jahren Eltern wird ist es kein Zeichen von Selbständigkeit, sondern ein Zeichen von geistiger Unreife und Naivität, in der Regel hervorgerufen durch Abschottung der Eltern nach außen... Woher soll das Kind schließlich wissen, das man von gewissen Dingen schwanger werden kann. Woher soll es wissen, das es Verhütungsmethoden gibt, wenn es nichts anderes als Globuli kennt. Woher soll es wissen, das man Kondome benutzen kann, wenn Mama nicht zu stelle ist um es schnell noch rechtzeitig... na Sie wissen schon...

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bandelier 18.12.2017, 18:39
97. dom-y - Haben Sie denn wohl als verantwortungsvolle

Eltern den Bauch abgetastet und das rechte Knie Ihes Kindes angezogen, um die Reaktion zu beobachten? Das ist elementares Elternwissen und vermeidet Notfälle.

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Hagbard 18.12.2017, 18:40
98.

Zitat von nuci
Unsere Tochter hat einen sehr schweren Herzfehler (HLHS). Nach ihrer letzten großen OP waren wir in der Familien-Reha (für Herz-, Mukoviszidose- und Krebs-Kinder) und hörten den Vortrag der sehr engagierten Ärztin, die alle Eltern ermutigte, bei ärztlichen Entscheidungen nachzufragen bzw. auch zu hinterfragen und sich als mündig und verantwortungsvoll zu erweisen. Zwei Tage später wurde unserer Tochter ein Langzeit-EKG verordnet, für das wir keine Veranlassung sahen, weil uns dabei zunächst kein Grund genannt werden konnte. Auf unsere Nachfrage im persönlichen Gespräch mit der Ärztin wurden wir umgehend angefahren, wieso wir nachfragen würden und ob wir die Entscheidung anzweifeln würden. Nach schmunzelnd-grimmigem ;-) Verweis von uns auf ihren letzten Vortrag bezüglich "mündiger Eltern" wurde sie verlegen und nahm sich die Akte vor - unsere Tochter war tatsächlich mit einem anderen Kind verwechselt worden. Werft bitte nicht alles in einen Topf! Nicht alle mündigen, kritischen, selbstverantwortlichen Eltern sind Helikoptereltern. Und Ärzte lassen sich durchschnittlich nur sehr ungern hinterfragen.
Na ja, die geschilderten Fälle spielen doch allesamt ein, zwei Etagen tiefer und sind anders gelagert.
Ich hab' ein wenig den Eindruck, dass bei der Wahl des Pflasters Gene mal nachgefragt wird, weil gerade keine Nierentransplantation ansteht.

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 18:43
99. Ist zwar nett von Ihnen.

Zitat von bandelier
[...] Mit einem Kind, das Durchfall hat, muss niemand in die Notaufnahme. Kind ins Bett, nur viel Tee zu trinken geben und dann Gottvertrauen. Hilft enorm [...]
Aber dieses Kind hätte ich wohl stationär aufgenommen, wenn das Labor irgendwelche Pathologica aufgewiesen oder das Kind Anzeichen einer Exsikkose gezeigt hätte! Denn kleine Kinder reagieren sehr leicht sehr ungut auf durchfallbedingte Elektrolytverschiebungen. Also Infusion i.v. (je nach Labor) und nach ein paar Tagen dann spezielle Elekrolytlösungen wie e.g. Oralpädon p.o.. Denn eine Diarrhoe bei Kleinkindern kann [b]sehr schnell[b/] lebensbedrohlich werden ...

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