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Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
Getty Images/Cultura RF

Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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Abel Frühstück 18.12.2017, 19:54
110.

Zitat von dosmundos
Ich muss zugeben, dass wir auch schon einmal mitten in der Nacht ins Kinderkrankenhaus gefahren sind, weil die eigentlich sehr schmerzunempfindliche Tochter heftige Bauchschmwerzen hatte. Was sich bis nach der Ankunft und der Wartezeit dann auch von selbst erledigt hatte - der Arzt traf dann nur noch auf ein putzmunteres kleines Mädel und zwei übernächtigte Eltern, die sich ziemlich blöd vorkamen. Dafür ist es mir aber dann auch einmal gelungen, eine Globulischleuder im Bekanntenkreis dadurch nachhaltig zu verstören, dass ich darauf hinwies, dass man offene Wunden am besten mit Spinnweben abdeckt, das sei schon im Mittelalter ein gebräuchliches Mittel gewesen, aber die moderne Pharmaindustrie würde solche billigen Heilmittel natürlich verschweigen.
Mit Spinnenseide wird tatsächlich viel experimentiert, weil sie ein einerseits natürlicher "Baustoff" ist, andererseits extrem belastbar. Eine Idee ist, mit Spinnenseide "Brücken" zu bauen, an denen entlang sich Nervenfasern regenieren können. Auch als sonstige Stützkorsetts für Gewebe denkbar - warum nicht auch irgendwann zur Wundversorgung.

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 19:56
111. Vielleicht ein Berufsgeheimnis, das ich nun verrate?

Zitat von phg2
Vielleicht einfach mal an die wirklichen Notfälle denken.......... ich war mal vom Notarzt als Notfall eingestuft in der Notaufnahme und die Sanitäter haben Späßchen mit mir gemacht weil ich ein vergleichsweise harmloser Fall war. Ich war ihnen deswegen gar nicht böse, im Gegenteil! Ich war dem lieben Gott, den kompetenten Ärzten und Sanitätern sehr dankbar.
Aber egal:
Zumindest ich war immer heilfroh, wenn ein avancierter Notfallpatient doch kein echter Notfall war! Und meinen Schwestern wohl auch, denn sie drängten sich nahezu, mit mir Dienst schieben zu dürfen, einerseits wegen meiner ruhigen, lockeren Art, an Dinge ranzugehen, und andererseits - wohl wahrscheinlicher - ich hatte im Spital den Ruf, dass zu mir zwar immer die meisten Notfallpatienten kämen, aber nie etwas wirklich Ernstes, Lebensbedrohliches ...

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widower+2 18.12.2017, 20:03
112. Ach so!

Zitat von r2d2x2
... weder kinderlos, noch Konfessionsschule und schon gar nicht Bayern... ... aber vor ca, 10, 11, und 14 Jahren miterlebt wie sich Eltern während des Elternabends wehrhaft dagegen gesträubt haben, Klartext-Aufklärungsunterricht bei Profamilia zuzulassen. Mit Begründungen wie diesen: Ich habe ein Aufklärungsbuch zu Hause versteckt, wenn meine Tochter es finden möchte, dann wird sie es schon finden (Ostern oder was???)...
Ich wusste allerdings nicht, dass das wehrhafte Sträuben der Elternschaft auf einem Elternabend ernsthaft Auswirkungen auf den Lehrplan hat. Wieder etwas dazu gelerrnt.:)

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 20:08
113. Tja.

Zitat von Actionscript
[...] oder Symptome falsch gedeutet werden. Bei Kindern kommen oft irgendwelche Schmerzen oder Wehwehchen vor, hatte ich auch. Dann sollte man erst einmal einen oder zwei Tage warten mit Bettruhe [...]
Meine Mutter, sogar Ärztin, meinte, als ich so Acht war, ich hätte nur eine harmlose Bronchitis. Der Rest, den ich schreibe, entspringt begreiflicherweise zum Gutteil dem Hörensagen:

Als mein Vater abends heimkam, sah er seinen Sohn fast nicht mehr ansprechbar und schon mit dunkelblauen Lippen. Darum rief er sofort den Rettungswagen! Erst drei Tage später wachte in in der Intensivstation eines Kinderkrankenhauses wieder auf. Ich hatte eine massive Pneumonie und war kurz vorm Sterben gewesen! Soviel nur zur hier so oft erwähnten "Bettruhe" ...

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HerrThomasW. 18.12.2017, 20:17
114. Banalität pur

Oh man, erstmal nervt diese wöchentliche Dauerwerbung wirklich, und die Geschichten sind auch nicht gut. Vollkommen idiotische Eltern gab es schon immer und wird es immer geben - aber es jetzt zu einem gesellschaftlichen Problem von enormer Größe aufzublasen ist einfach nur lächerlich. Diese Sammlung liest sich wie eine Umfrage zu dem Thema: "Erzählen Sie mir Ihr krassestes Erlebnis mit Eltern!". Wer sucht, der findet! Und diese Zahlen immer... Es werden hier Probleme konstruiert!

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triniity 18.12.2017, 20:37
115.

Herr Ganzmann, vielleicht mal die aktuellen Leitlinien zur Rehydrierung lesen. Die Einstellung lieber Infusion als selber trinken (zugegeben, mehr Arbeit) beschert uns die Eltern die glauben ihr Kind stirbt an einer Dehydrierung weil es einmal erbrochen hat...
Und glücklicherweise gibt es ja noch was anderes als Elektrolytlösungen zu trinken...

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Actionscript 18.12.2017, 20:48
116. Hier handelt es sich wohl

Zitat von steffen.ganzmann
Meine Mutter, sogar Ärztin, meinte, als ich so Acht war, ich hätte nur eine harmlose Bronchitis. Der Rest, den ich schreibe, entspringt begreiflicherweise zum Gutteil dem Hörensagen: Als mein Vater abends heimkam, sah er seinen Sohn fast nicht mehr ansprechbar und schon mit dunkelblauen Lippen. Darum rief er sofort den Rettungswagen! Erst drei Tage später wachte in in der Intensivstation eines Kinderkrankenhauses wieder auf. Ich hatte eine massive Pneumonie und war kurz vorm Sterben gewesen! Soviel nur zur hier so oft erwähnten "Bettruhe" ...
um eindeutige Symptome, blaue Lippen, nicht mehr ansprechbar. Hier hätten sie schon früher zum Arzt oder ins Krankenhaus gemusst. Denn blaue Lippen sind schon fast das Endstadium. Und natürlich habe sie hier Recht. Auch sehr hohes Fieber sind klare Anzeichen. Das hatte ich mit Bettruhe auch nicht gemeint.
Doch zB hatte ich auch mal als Kind eine Lungenentzündung. Jedoch war hier nur etwas erhöhte Temperatur und Husten. Als dies nach ein paar Tagen Bettruhe nicht wegging, ist meine Mutter mit mir zum Arzt gegangen, und nach der Diagnose bekam ich Antibiotika. Ich gehe auch heute als Älterer so schnell nicht zum Arzt und bin damit soweit gut gefahren.

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mintyapple 18.12.2017, 21:00
117.

Ich selbst habe keine Kinder und auch nicht geplant, mir welche zuzulegen, aber sogar mir geht dieses permanente Elternbashing gegen den Strich. Eltern können anscheinend nichts richtig machen.
Früher schrien alle Vernachlässigung und Rabeneltern, wenn die Kleinen nicht 24/7 begluckt wurden. Jetzt wird unter dem Label "Helikoptereltern" eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Offenbar lässt sich damit gut Geld verdienen. Könnt Ihr die Leute nicht mal in Ruhe lassen?

Die meisten meiner Freunde und Bekannten haben Kinder unter 10 und nirgendwo kann ich das hier geschilderte Verhalten beobachten.

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sowasvonanderssein 18.12.2017, 21:25
118. Ich auch

Wir sind wohl dann auch „Helikoptereltern“... Allerdings finde ich den Begriff lächerlich und falsch. Wir sind es im Übrigen nicht aus frühzeitiger Entwicklung heraus, sondern aus Erfahrung. Ich (als Mann) sage: Es geht nichts über den mütterlichen Instinkt. Schon gar nicht ein Arzt (oder Ärztin), auf den nach uns noch 23 andere Kinder warten und der schon stundenlang arbeitet. Ohne unser Helikopter-Eltern-Verhalten hätten wir relativ sicher mittlerweile ein Kind weniger. Erst bei unserem 3. Besuch beim Kinderarzt bei einem schweren Infekt fand er die Lungenentzündung auf die wir ihn schon beim ersten Mal hingewiesen hatten. Unser Wissen bestand dabei nicht aus „ergoogeltem“, sondern aus dem jämmerlichen Gesamtzustand unseres Kleinen. Dass es eine atypische Lungenentzündung war, die man wohl durch reines Abhören nicht so gut erkennen kann (oder sogar gar nicht?) erfuhren wir erst später. Auf jeden Fall war bereits viel Zeit verloren und wir kamen nur knapp an einem Aufenthalt auf der Intensivstation herum... Und auch die Story, dass man sein Kind doch auch mal alleine im Krankenhaus lassen kann, verstehe ich nicht so ganz. Es ist mein Kind und ich trage die alleinige aber für es. Niemand sonst. Warum sollte ich es ausgerechnet im schwerkranken Zustand in fremder Umgebung alleine lassen? In einer Umgebung, in der Fürsorge von einem 2 Minuten Besuch des Pflegepersonals alle 3 Stunden geprägt ist? Nachts, wo 1x Pflegepersonal für 10 Kinder zuständig ist, von dem eines immer in Problemen steckt? Nein! Nie und nimmer! Sollen das mal die: „Ach, nur eine Fleischwunde“- Eltern machen. Und nein: Früher war nicht alles besser. Früher war überhaupt nichts besser. Früher sind Kinder an Harmlosigkeiten gestorben, weil die Eltern mit arbeiten beschäftigt waren. Oder der Ansicht, dass das doch nicht so schlimm sei und man sich den Sonntag doch nicht mit einer Fahrt zum Krankenhaus verderben will. Mal abgesehen von den Kosten (Benzin, Parken). So... fertig...

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Frittenbude 18.12.2017, 21:26
119.

Zitat von acitapple
Ja, Desinfektionsmittel brennt. Ist leider so. Vergeht aber zum Glück nach 2 Sekunden. Manchmal brennt es im Leben, ist in dem Moment zwar schade, aber gestorben ist daran noch niemand.
Ist es zuviel verlangt, einen Post im Kontext des zitierten Kommentars zu lesen und zu verstehen? Der Vorposter, jemand vom Fach, hat jedenfalls das Gegenteil behauptet. Von "Sterben" hat ausser Ihnen im Übrigen niemand gesprochen....

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