Forum: Leben und Lernen
Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
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Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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cobaea 18.12.2017, 14:28
30. Wozu?

Zitat von diemuddi
.... ABER: Wer regt sich über die Mutter auf, die mit dem Linkshänder nicht zur Ergo geht bei Problemen mit dem Schreiben, selbst wenn man ihr die Adressen gibt?
Warum - um HImmels Willen - sollte man mit einem Linkshänder in die Ergo-Therapie gehen, weil es "Probleme beim Schreiben gibt"? Wie wäre es, einfach mal selbst ein bisschen mit dem Kind zu üben? Da die Schreibrichtung bei uns von links nach rechts verläuft, ist für Linkshänder die Gefahr grösser, mit der Schreibhand über bereits Geschriebenes zu wischen. Aber wozu man für ein bisschen Training eine Ergotherapie brauchen sollte...? Ein Füllhalter für Linkshänder wäre sinnvoller.

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grabenkaempfer 18.12.2017, 14:42
31.

Zitat von ve-ri-tas
Stadt, Land? Akademisch geprägter Freundeskreis (musikalische Früherziehung, Kinder-Yoga, Ballett), eher rustikaler Bekanntenkreis (Blaskapelle, Trachtenverein, Fußball)? Gehen Sie manchmal in die Kinderarztpraxis, besuchen Schulveranstaltungen? Bei nächsten Mal empfehle ich, die Augen und Ohren offen zu halten. Wenn Sie immer noch nichts von den beschriebenen Zuständen feststellen können - kritische Selbstprüfung, ob Sie nicht selbst dazugehören :-)! Helikoptereltern haben nämlich auch die Eigenart, sich überhaupt nicht als solche zu sehen.
Stadt und Land, Familien- und Bekanntenkreis gemischt vom Akademiker bis zum Schlosser, Schulveranstaltungen besuche ich schonmal, Kinderarzt nicht mehr (deswegen auch kaum Schulveranstaltungen mit Grundschülern)
Trotzdem: solche Irren sind mir nicht aufgefallen, ich kümmere mich aber recht selten um andere Kinder und deren Eltern.
Bei meinen Geschwistern ist es allenfalls ein: naja mit den dreckigen Händen wird aber nicht gegessen, spül dir mal den Sandkasten ab.

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ky3 18.12.2017, 14:58
32. Kinder von BMW-Fahrern

Es wird viel berichtet über Helikoptereltern, interessanter aber finde ich die Leser-Kommentare.

Wie so oft in den letzten Jahren, glauben viele die Erziehung der 68er sei Schuld, und der angebliche "Gutmenschen" muß auch hier wieder als falscher Sündenbock dienen.

Von Lehrern höre ich gegenteiliges, da ist eher von der egoistischen Fraktion der BMW-Fahrer die Rede, pädagogikferne Vorstadt-Neureiche die nicht mitbekommen haben was Kinder können und nicht tun dürfen.

In meinem linken Kiez hingegen, berichtet keiner der Lehrer von Problemen. Alternativ erzogene Pipi-Langstrumpf-Kinder können noch auf Bäumen klettern und mit Feuer spielen, haben gelernt was Mitgefühl ist und zeigen Eigeninitiative beim Lernen. Sorry liebe Meckerbolzen, Ihr seid mal wieder auf der falschen Fährte.

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herkurius 18.12.2017, 15:00
33. Früher war alles besser

Als ich klein war (50er Jahre des letzten Jahrhunderts), gab's sowas nicht. Meine Eltern mussten von der Majorspension die Krankheitskosten selber vorstrecken und blieben auf dreissig Prozent der Arztrechnung sitzen, da ihnen eine Versicherung zu teuer war. "Milchzähne fallen sowieso aus, da braucht man nicht zum Zahnarzt". Prima, so habe ich den Trick gelernt, einen hohlen Zahn mit offenliegender Pulpa mit Papier zu verstopfen, sodass Kälte, Säure usw. nicht zu unerträglichen Schmerzanfällen führten, und was bis heute meine Zahnärzte an meinem Gebiß verdienen (Karies ist ansteckend und fehlende Milchzähne schaffen Platzprobleme, wenn die Bleibenden kommen), kurbelt schließlich die Wirtschaft an. "Der Fuß muß sich dem Schuh anpassen, nicht umgekehrt". Klasse, hat mir nach Senk-Spreitz-Knick-Sonstwasfuß den Wehrdienst erspart. Vorsorgeuntersuchungen von Neugeborenen? Doch nicht in den Endvierziger Jahren, meine Geburtsurkunde stammt aus meinem siebten Lebensjahr (hat wohl die Schule verlangt...). So habe ich gleich wegen einer eigentlich ersichtlichen Fehlentwicklung die Gefahr von Alimenten oder das Aufziehen von Kindern gespart. Bei Bauchweh zum Arzt? Mit ca. acht Jahren hatte ich einen Blinddarmdurchbruch und habe noch die mir anbefohlene Gartenarbeit bis zum Abend weitergemacht, bis ich zu meiner Mutter lief, der Gürtel, den mein Vater, der Major, für seine Prügel nahm, war arg hart.
Heute Kinder durch vorgelebtes Beispiel zu wehleidigen kleinen Memmen mit Anspruchsdenken zu erziehen, ist bloß das andere Extrem.

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laracrofti 18.12.2017, 15:00
34. Dampfpflauderer,

Zitat von bandelier
dass sie oft überhaupt kein Vertrauen in ihre Kinder haben, was mich darauf schliessen lässt, dass sie über wenig Selbstvertrauen verfügen. Mit einem Kind, das Durchfall hat, muss niemand in die Notaufnahme. Kind ins Bett, nur viel Tee zu trinken geben und dann Gottvertrauen. Hilft enorm. Sollte es allerdings 3 Tage dauern, muss natürlich der Kinderarzt konsultiert werden. Doch wo dauert es schon 3 Tage? Wer richtig Deutsch versteht, weiss, dass die Notaufnahme für Notfälle zuständig ist, und weder ein Durchfall noch ein Husten sind Notfälle, sondern sehr natürliche Befindlichkeitsstörungen. Dieses Unvermögen und das mangelnde Vertrauen setzen sich fort bis zur Schule. Da werden Drittklässler, die den Weg zu ihrer Schule über Fusswege und ohne eine Strasse überqueren zu müssen, allmorgendlich von den Müttern, die auch noch den Ranzen tragen, begleitet. Und reden diese Mütter mit ihren Kindern? Nein, sie daddeln auf dem Smartphone. Ich möchte heute weder in einem Kindergarten noch in einer Schule verantwortlich sein für Kinder, denen keinerlei Grundlagen vorgelebt und vermittelt werden. Bin selbst in der glücklichen Situation, dass meine kleinen Enkelkinder so selbständig und selbstbewusst sein, 25 Min. zur Schule zu laufen. Und das ist toll, weil sie unterwegs ihre Freunde treffen und dann schon mit Frischluft gut versorgt, derzeit im tiefen Schnee, und intensivem verbalen Austausch mit den Freunden völlig entspannt in der Schule ankommen, sehr zur Freude der Lehrerinnen. Diese Kinder mussten bisher die Notaufnahme auch nur bei Knochenbrüchen und grossen zu nähenden Platzwunden in Anspruch nehmen - mit grossem Stolz: "ohne zu weinen". Für Durchfall und Husten ist die Mutter zuständig, die das mit Bravour und Gelassenheit schafft.
wenn mein Kind Krankheitssymptome aufweist die ich nicht zweifelsfrei einordnen kann dann suche ich den Spezialisten (Arzt) auf und kein dummes Geplappere "erst mal 3 Tage warten", "das Fieber ausschwitzen" und "Oma hat das schon so gemacht". Und sollte sich das Ganze als eine Lappalie herausstellen, dann sind Kind, Mutter und auch der aufgesuchte Arzt froh. Ich gehe keinem "auf die Nerven", nur weil ich medizinische Hilfe oder Rat benötige. Ich bin höflich zum Krankenhauspersonal. Ich werde allerdings knallhart wenn ich merke das Inkompetenz mich hinhält oder Geschichten erzählt. Es handelt sich schließlich um Menschenleben!

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u30 18.12.2017, 15:12
35. Reicht jez auch mal

Also es reicht jez auch mal mit dem Eltern-Bashing...Vielleicht sollte man sich fragen woher das kommt. Ich habe auch ein riesiges Misstrauen Ärzten gegenüber. Ich habe in einer Schwangerschaft ein Kind verloren, weil ein Arzt mich nach Anruf trotz Blutung nicht in der Praxis sehen wollte (dafür habe ich mir jahrelang Vorwürfe gemacht). Mir wurden falsche Antibiotika verschrieben (öfters, obwohl ich im Gespräch sagte, dass sie seit einer Woche nicht halfen und obwohl man eine Kultur angelegt hatte.) Ich wurde schon öfters im Wartezimmer vergessen. Wenn ich ein Kind habe werde ich sicherlich auch dreimal nachfragen, mich selbst informieren, mich nicht abwimmeln lassen und mir zweite Meinungen einholen. Und den Leuten auf den Sack gehen.

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!!!Fovea!!! 18.12.2017, 15:19
36.

Zitat von HansPa
Übrigens dieses ganze Gelaber über Helikoptereltern kann nur von Kinderlosen kommen. Anderes ist dieses ganze Gewäsch nicht zu verstehen!
Nein, glauben Sie mir, das stimmt nicht.

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!!!Fovea!!! 18.12.2017, 15:22
37.

Zitat von u30
Also es reicht jez auch mal mit dem Eltern-Bashing...
Also es reicht jez auch mal mit dem "Helikopter" Eltern-Bashing...

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Olaf 18.12.2017, 15:29
38.

Zitat von monzaman
was sagen Marie-Louise und Thimoteus-Maximilian dazu?
Das sie keine Lust haben, Kevin und Cindy ihr Leben lang zu alimentieren.

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jan-c137 18.12.2017, 15:29
39.

Ja liebe Leute, natürlich sind das hier nur die besten Vorfälle, die von vielen Quellen zusammengetragen wurden.
Es sind auch nicht nur Eltern. Jeder Feuerwehrmann, jeder Polizist, jeder Rettungsdienstler und jeder Krankenhausangestellte merkt, dass der "mündige Bürger" seit Jahren allgemein immer unselbststädniger und hilfloser wird.
Die Erwachsenen sind nicht dabei wesentlich schlimmer als ihre Kinder. Die werden erst mit der Zeit so. Dabei geht es dann nicht nur darum, sich in bestimmten Situationen zu helfen. Schon das Erkennen von Notsituationen überfordert viele Menschen. Da wird dann auch gerne wegen normaler Kopfschmerzen mitten in der Nacht der Notarzt verlangt (nicht gerufen) oder wegen des Öltropfens auf dem privaten Stellplatz die Feuerwehr alarmiert. Keine Ahnung welche Faktoren dafür sorgen. Das andere Extrem neben der Überreaktion, welches man immer häufiger sieht, ist das Unterlassen von Maßnahmen. Hier ist der Grund angeblich das Vertrauen auf die Gesellschaft bzw. auf die unmittelbar anwesende Gruppe.

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