Forum: Leben und Lernen
Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
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Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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nuci 18.12.2017, 17:29
70. Hinterfragt! Oder lieber doch nicht...

Unsere Tochter hat einen sehr schweren Herzfehler (HLHS). Nach ihrer letzten großen OP waren wir in der Familien-Reha (für Herz-, Mukoviszidose- und Krebs-Kinder) und hörten den Vortrag der sehr engagierten Ärztin, die alle Eltern ermutigte, bei ärztlichen Entscheidungen nachzufragen bzw. auch zu hinterfragen und sich als mündig und verantwortungsvoll zu erweisen. Zwei Tage später wurde unserer Tochter ein Langzeit-EKG verordnet, für das wir keine Veranlassung sahen, weil uns dabei zunächst kein Grund genannt werden konnte. Auf unsere Nachfrage im persönlichen Gespräch mit der Ärztin wurden wir umgehend angefahren, wieso wir nachfragen würden und ob wir die Entscheidung anzweifeln würden. Nach schmunzelnd-grimmigem ;-) Verweis von uns auf ihren letzten Vortrag bezüglich "mündiger Eltern" wurde sie verlegen und nahm sich die Akte vor - unsere Tochter war tatsächlich mit einem anderen Kind verwechselt worden.
Werft bitte nicht alles in einen Topf! Nicht alle mündigen, kritischen, selbstverantwortlichen Eltern sind Helikoptereltern. Und Ärzte lassen sich durchschnittlich nur sehr ungern hinterfragen.

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 17:35
71. Das macht nicht.

Zitat von dosmundos
Ich muss zugeben, dass wir auch schon einmal mitten in der Nacht ins Kinderkrankenhaus gefahren sind, weil die eigentlich sehr schmerzunempfindliche Tochter heftige Bauchschmwerzen hatte. Was sich bis nach der Ankunft und der Wartezeit dann auch von selbst erledigt hatte - der Arzt traf dann nur noch auf ein putzmunteres kleines Mädel und zwei übernächtigte Eltern, die sich ziemlich blöd vorkamen. Dafür ist es mir aber dann auch einmal gelungen, eine Globulischleuder im Bekanntenkreis dadurch nachhaltig zu verstören, dass ich darauf hinwies, dass man offene Wunden am besten mit Spinnweben abdeckt, das sei schon im Mittelalter ein gebräuchliches Mittel gewesen, aber die moderne Pharmaindustrie würde solche billigen Heilmittel natürlich verschweigen.
Wir haben lieber ein Kind, dem es wieder gut geht, als mitten in der Nacht einen entzündeten Appendix dieses Kindes rauszupopeln!

Und für Ihre Anekdote mit dem Spinnennetz zur Wundbehandlung kann ich Sie nur beglückwünschen. Aber ich bevorzuge steril gezüchtete Fliegenmaden und Blutegel ... ;-)

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phg2 18.12.2017, 17:40
72.

Vielleicht einfach mal an die wirklichen Notfälle denken..........
ich war mal vom Notarzt als Notfall eingestuft in der Notaufnahme und die Sanitäter haben Späßchen mit mir gemacht weil ich ein vergleichsweise harmloser Fall war. Ich war ihnen deswegen gar nicht böse, im Gegenteil! Ich war dem lieben Gott, den kompetenten Ärzten und Sanitätern sehr dankbar.

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thomasum 18.12.2017, 17:42
73. Man merkt das Fehlen der Praxisgebühr

Helikoptereltern landen schnell wenn es etwas kostet. Statt 10 € pro Quartal einfach immer 2 € egal wo und wann. Der Geiz wenn es um die eigene Gesundheit geht kuriert viele Krankheiten in Windeseile.

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Frittenbude 18.12.2017, 17:42
74.

Zitat von Bobbele
.... "Mein Sohn soll erstmal seinen Demeter Kirschsaft zu ende trinken..." .....
Hat er tatsächlich "Demeter-Kirschsaft" gesagt? Ich denke eher, dieses (angebliche) Zitat ist ein schönes Beispiel dafür, wie nahe Wahrheit und Dichtung bei diesem ganzen Thema beieinander liegen....

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Tharsonius 18.12.2017, 17:44
75. Faszinierend

wie sich offensichtlich einige Helikoptereltern hier im Forum aufregen statt mal darüber nachzudenken was sie ihren Kindern möglicherweise antun.:D

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 17:44
76. Doch, es gibt sie!

Zitat von Frittenbude
[...] weder schimpfende Eltern, nocht tanzende Kinder. Das klingt mir alles arg plakativ und überzichnet [...]
Aber unser "Warteraum war der Flur. Da braucht ich nur rauszugehen und deutlich zu sagen: "Ruhe! Gleich hinter dieser Schwingtüre da ist meine Station und meine Patienten haben ein Anrecht darauf, ungestört schlafen zu dürfen! Verstanden?!" Klappte fast immer ...

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muekno 18.12.2017, 17:45
77. Solchen Eltern gehört umgehend

die Erziehungserlaubnis entzogen, das sind Fälle für das Jugendamt.

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Actionscript 18.12.2017, 17:47
78. Kriegsgeneration

Zitat von vernunft.vor.ideologie
Im Artikel steht: "Im Vergleich zu 2003 ist das eine Zunahme von mehr als 40 Prozent...". Interessant wäre es, Vergleichszahlen aus den 60er oder 70er Jahren zu haben. Wahrscheinlich kämen wir da auf eine Zunahme in der Größenordnung von 500%. Meine Eltern waren sicher auch liebende und sorgende Eltern, aber wenn wir abends mal wieder mit aufgeschlagenen Knien nach Hause kamen, hieß es entweder "Mach Dir ein Pflaster drauf" oder aber "Pass beim nächsten Mal halt besser auf". Punkt, Ende der Diskussion. Wahrscheinlich waren die Eltern damals eher willens zu unterscheiden, was ernst oder was eine Lappalie war. Nehme an, das hat auch was mit gesundem Menschenverstand zu tun.
Bei mir war es ähnlich wie bei ihnen. Meine Eltern haben den 2. Weltkrieg voll miterlebt. Von daher relativieren sich alle Krankheiten und Schmerzen.

Schuld an der jetzigen Situation, dass Alles überbewertet wird, ist zum Teil auch das Internet, dass nicht nur aufklären sondern eben auch falsch informieren kann, wenn es nicht richtig benutzt wird oder Symptome falsch gedeutet werden. Bei Kindern kommen oft irgendwelche Schmerzen oder Wehwehchen vor, hatte ich auch. Dann sollte man erst einmal einen oder zwei Tage warten mit Bettruhe. Wenn die Schmerzen dann noch anhalten oder sogar schlimmer werden, sollte man einen Arzt (nicht die Notaufnahme) aufsuchen.

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schnabelnase 18.12.2017, 17:51
79. Sehr gut.

Zitat von r2d2x2
.... wenn ich jemandem vereinfachtes Denken unterstelle... sollte ich selbst etwas vielfältiger Denken können...
Sie stellen sich selbst gewissermaßen die richtigen Fragen, bleiben die Antwort aber schuldig. Und? Gelingt es Ihnen?

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