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Helikopter-Eltern im Krankenhaus: "Das ist Ketchup, mein Schatz, kein Blut"
Getty Images/Cultura RF

Sie fahren wegen Lappalien in die Notaufnahme, sie finden es okay, wenn ihr Kind Zahnarzthelferinnen beißt, und sie verbieten Spritzen, weil ihr Schatzi die nicht mag: Geschichten von irren Eltern beim Arzt.

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zimond 18.12.2017, 17:52
80. zu 4/11

In so einem Fall hätte ich jeglichen Anstand abgelegt und die Frau quer durch die Notaufnahme fliegen lassen. Unfassbar.

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jan-c137 18.12.2017, 17:53
81.

Zitat von FrankH
Ach, das Töchterlein sagt "Nein" und das wars dann? Also, ich habe meinen Kindern schon klar machen können, was wichtig ist und was dann auch zu tun ist und was ich andererseits gerne ihrer Entscheidung überlasse.
Richtig so würde ich sagen. Bei mir gabs auch nicht nur "Wünsch dir was." sondern auch mal "So ist das."
Das ist ja auch richtig aber was tun, wenn man ein extrem bockiges Kind hat? Eventuell weil man ihm vom erstem Moment jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hat, kein Nein kennt und alles andere für Misshandlung hält? Dann muss man eben zweckmäßig vorgehen und in dem Fall wäre die Flüssigkeitszufuhr per Infusion eine geeignete Maßnahme. Man kann ja schlecht die Flüssigkeit mit einem Trichter einfüllen. Die Frage ist nur ob man im Falle des Falles mit dem Kind zum Arzt fährt und auf eine Behandlung wartet oder direkt hysterisch die Notaufnahme zusammenbrüllt.

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bandelier 18.12.2017, 17:55
82. @laracrofti - Sie treffen den Punkt:

Wenn ein Kind unklare Symptome zeigt, ist es sehr sinnvoll, zumindest einen Tag abzuwarten. Etliche Krankheiten deuten sich bei Kindern mit Fieber an, ohne dass schon festzustellen ist, worum es sich handelt,. An normalem Fieber stirbt kein Kind, und es ist schon gar kein Symptom für die Beanspruchung eines Notdienstes. Übrigens kann fieber problemlos auch bei heftigen Erkrankungen ausgeschwitzt werden. Es ist eine sehr gesunde Abwehrreaktion des Körpers, der damit z.B Viren bekämpft, und wir sollten unseren Kindern ihr fieber gönnen. Verlangt natürlich eine hohe Zuwendung und viel Zeit für das Kind, u.a auch nachts Kind im Elternbett. Und ja, ein Kind überlebt 2 Tage Durchfall ohne Probleme - Säuglinge sind da anders zu behandeln wegen Dehydrierung - und hat am 3. Tag wieder Appetit. Wenn nicht, ab zum Kinderarzt, aber nicht nachts in die Notaufnahme. Wissen Sie, was Not bedeutet? Jedenfalls nicht, Ihre persönliche Unsicherheit zu bekämpfen. Und, bitte, bei einem normalen Durchfall oder einem normalen Husten geht es nicht um Menschenleben, denn das ist ziemlich widerstandsfähig, sondern um Befindlichkeitsstörungen, mit denen viele Eltern nicht umgehen können.

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 17:57
83. Nur so für die Zukunft:

Zitat von Frittenbude
[...] habe ich mir beim Kinderarzt dafür einige Wochen später - was wohl - anhören müssen: Das hätten Sie aber kleben lassen sollen [...]
Kaufen Sie sich ein Desinfektionsmittel, das alkoholfrei ist (darum brennt es nicht in der Wunde) wie zum Beispiel Oxysept und ein paar Päckchen Steristrips oder noch besser Klammerpflaster. Das bekommen Sie rezeptfrei in jeder Apotheke, kostet fast gar nichts und ich traue Ihnen durchaus zu, keinere Wunden auch selber mit den Steristrips zu adaptieren. Hauptsache, Sie denken an einen gescheiten Tetanusschutz, aber die etwaige Impfung kann auch noch der Hausarzt am nächsten Tag erledigen ...

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Akonda 18.12.2017, 17:59
84. Seltsam.

Ich habe vier Kinder großgezogen mit allem, was dazu gehört an kleinen und größeren Unfällen oder Notfällen. Klar war ich aufgeregt, wenn es mal in eine Klinik zur Ambulanz gehen musste, aber es ist mir zum Glück immer gelungen, die Ruhe zu bewahren und meinen Kindern keine aufgeregte oder neben sich stehende Mama zuzumuten. Sowas gehört zum Job einer Mutter - oder?

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dom-y 18.12.2017, 18:01
85. Schwierig...

Ich habe einige dieser Artikel über Helikoptereltern und volle Notfallambulanzen gelesen. Meine 5 jährige Tochter klagte abends über Bauchschmerzen und ich gab Ihr Ibu. Nachts kam sie noch mehrfach und ich habe nichts unternommen. Am nächsten Tag wurde sie dann notoperiert weil Ihr Blindarm geplatzt ist.
In Zukunft werde ich wieder auflaufen und einen Profi draufgucken lassen...und wenn wir warten müssen weiss ich, dass es wohl nichts Ernstes ist.

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sischwiesisch 18.12.2017, 18:04
86. Ich muss...

...an die Lehrer denken, die jeden Tag mit diesen "Eltern" zu tun haben. Ich kann mich noch lebhaft an verschiedene Elternabende erinnern, die an Wahnsinn kaum zu überbieten waren.
Eltern , die im Sozialverhalten selbst noch Kinder bzw. verhaltensauffällig sind. Um den Kindern damit zusätzlich noch Unrecht anzutun.

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sischwiesisch 18.12.2017, 18:15
87. Natürlich...

Zitat von Frittenbude
Hat er tatsächlich "Demeter-Kirschsaft" gesagt? Ich denke eher, dieses (angebliche) Zitat ist ein schönes Beispiel dafür, wie nahe Wahrheit und Dichtung bei diesem ganzen Thema beieinander liegen....
...gibt es Demeter Kirschsaft.

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Hagbard 18.12.2017, 18:27
88.

Das ließt sich ja alles ganz unterhaltsam. Aber ein Spaß ist das nicht.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer im örtlichen Freibad. Allerdings sind meine Geschichten 30 Jahre alt. Damals war das anscheinend alles noch in den Anfängen.
Wir haben uns mit Eltern herumgeschlagen, die glaubten, man müsse das Kind nur ins Wasser schubsen, dann lerne es schon schwimmen (das umgekehrte Prinzip zu den Helikopter-Eltern). Die konnten wir damals einfach rausschmeißen und niemand hat uns deshalb "ins Chef-Büro" zitiert.
Eltern, die eine notfallmäßige Ersthilfe unterbrechen wollten wegen einer Lappalie? Ja, hatten wir auch. Aber die betreffenden ließen sich zurechtweisen. Natürlich nicht von uns 20-Jährigen Freiwilligen. Aber von den älteren, erfahrenen Rettungsschwimmern und Sanitätern schon.
Ich weiß nicht, ob ich das heute noch machen wollen würde. Ich muss direkt mal mit den Kumpels von damals reden, die noch dabei sind, wie das heute so ist.

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steffen.ganzmann 18.12.2017, 18:27
89. Aha!

Zitat von j2011
Es geht auch andersherum: Meine dreijährige Enkelin hatte nach ihrer Geburtstagsfeier Bauchweh und schrie wie am Spieß -übrigens an einem normalen Wochentag und nicht am Wochenende. Die Kinderarztpraxis war schon geschlossen und meine Tochter vermutete , daß es vielleicht der Blinddarm sein könnte. Also fuhr sie mit dem Kind in die Ambulanz des örtlichen Kinderkrankenhauses. Dort wartete sie ca. 3 Stunden, bevor sie einen Arzt zu sehen bekam. Der schickte sie zum Röntgen, wo sie weitere 2 Stunden zubrachte. danach war sich der junge Arzt nicht sicher, ob es wirklich der Blinddarm war und er wollte die Meinung einer älteren Kollegin abwarten. Allerdings versuchte er, dem Kind eine Beruhigungsspritze zu geben, weil es weiterhin wie am Spieß schrie oder wimmerte [...]
Bei einer Injektion die Spitze einer Nadel abgebrochen! Klar doch, habe ich in fast 18 Jahren Arbeit in Krankenhäusern zwar noch nie gesehen oder gehört, aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt, wie zum Beispel
ein Röntgenbild des Abdomens bei V.a. Appendizitis, da ist der Ultraschall das erste Mittel der Wahl, im Rx-Bild sieht man nur eventuell freie Luft im Bauchraum.
Und Diazepam i.v.? Bei einem dreijährigen Kind? Dafür hat der liebe Gott doch die probaten Valium-Rektiolen wachsen lassen! Und nein, ich bin kein Allgemeinchirurg, das alles weiss ich nur so, also weiss das jeder andere Kollege auch ...

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