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Herausforderungs-Blabla: Lasst uns endlich über Routine sprechen
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Selbst die ödesten Schreibtischjobs werden in Stellenanzeigen heute als Herausforderung angepriesen. Blödsinn. Die meisten Berufe bestehen aus langweiliger Routine. Dazu sollten wir endlich stehen.

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sarang he 24.02.2017, 09:09
1. ist es noch schlimmer

Routinetätigkeiten werden künstlich in "Projekte" untergliedert bzw. zusammengefasst um die Wichtigkeit dieser Tätigkeiten darzustellen. Diejenigen Mitarbeiter, die sich dabei auf das Schreiben von Projektplänen und das Erstellen bunter PP-Präsentationen beschränken, werden gefördert und befördert, da sie unmittelbar keine Fehler machen, die dem Unternehmen Geld kosten.
Die besonders Kleveren bauen ausschliesslich Projekte um laufende Routine /Serie, indem sie dem Management einen nicht vorhandenen Zustand als unzumutbares IST darlegen und die laufende Routine als ZIEL seines Projektes präsentieren. Funktioniert in Grosskonzernen mit fachfremdem Management anstandslos.

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jj2005 24.02.2017, 09:47
2. Inhaltlich ok, aber...

Wenn das "ein gekürzter Auszug" war, wie genau würde dann ein verlängerter Auszug aussehen?

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usuriq 24.02.2017, 10:14
3. Routine ist doch super

Routine ist doch super, denn sie hilft, die immer größere Menge an Arbeit zu stemmen. Wenn ständig neue Herausforderungen auf einen zukommen, verliert man schnell die Übersicht. Ein Problem ist z.B., wenn das Management wechselt, denn der oder die Neue möchte partout alles anders als der Vorgänger oder die Vorgängerin machen.

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SasX 24.02.2017, 10:18
4.

Letztes Wochenende, als ich einkaufte, sah ich einen Aushang für eine "spannende Tätigkeit". Zumindest waren das die dafür gewählten Worte. Es ging um das Auffüllen der Regale im Supermarkt.

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dirsch 24.02.2017, 10:35
5.

Ich kenne Unternehmen, da liest sich eine Beschreibung für einen Mechaniker-Job wie die Suche für einen Posten im mittleren Management. Demzufolge bewerben sich vor allem Ingenieure. Leute, die eigentlich gebraucht werden, trauen sich gar nicht, sich zu bewerben.

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cosmose 24.02.2017, 12:07
6.

Ich empfehle eine Tätigkeit im Bereich Systemadministration.
Software-Bugs und miese Hardware sind so zahlreich vorhanden, dass sie vermutlich ausreichen, um jeden Tag bis zur Rente für Abwechslung zu sorgen.
Sicher hat man auch seine Routine-Aufgaben, aber ich würde behaupten, die machen bei mir höchstens 30% aus.

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iman.kant 24.02.2017, 12:07
7. Es kommt auf den Job drauf an

so mal alle Jobs kurz über den Kamm zu scheren und zur Aussage zu kommen es wäre alles Routine ist eine stark vereinfachte Sichtweise auf die Welt. Ich bin CEO einer IT Firma und finde meinen Job in keinster Weise als Routinejobe. Ich denke auch dass dies für viele meiner Mitarbeiter der Fall ist.

Wer sich in einer Versicherung bewirbt sollte sich davor im Klaren sein. Das gleiche gilt als Buchhalter etc. Nur zu Schreiben die ganze "Arbeit" wäre Routine zeugt veilleicht auch schon von der Selbstaufgabe des Autors spannende Gebiete zu finden.

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jhea 24.02.2017, 12:40
8.

Zitat von iman.kant
so mal alle Jobs kurz über den Kamm zu scheren und zur Aussage zu kommen es wäre alles Routine ist eine stark vereinfachte Sichtweise auf die Welt. Ich bin CEO einer IT Firma und finde meinen Job in keinster Weise als Routinejobe. Ich denke auch dass dies für viele meiner Mitarbeiter der .....
Ich wage doch arg an den ganzen Aussagen hier zu zweifeln...
das fängt schon beim CEO an, und hört bei 'dass des für viele meiner Mitarbeiter der Fall ist'

Nur weil man selbst als Geschäftsführer einer Firma (ist übrigens sicher das richtigere Wort) den ganzen Tag mit Kunden und Lieferanten und sonstigen Vertragspartner Kaffee trinken und Kuchen essen kann, damit es nicht so fad wird (oh Routine?) ist das noch lange kein Indiz dafür, dass die Mitarbeiter nicht doch auch einfach morgens kommen. Sich den PC anmachen (sofern man den überhaupt ausschaltet) und dann einfach täglich das Programm abspulen was benötigt wird um den Tag zu überstehen.
Das ist Routine, und das ist gut so.

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Celegorm 24.02.2017, 13:21
9.

Also ich bezweifle, dass man so etwas nicht bereits in der Ausbildung merkt. Der Neuigkeitseffekt bei dieser nutzt sich i.d.R. extrem schnell ab, gleichzeitig werden doch gerade Auszubildende, Praktikanten, etc. gerne für repetitive Aufgaben verheizt, die sonst niemand machen will. Und sei es nur, Kaffee zu machen.

Persönlich würde ich Routineaufgaben im übrigen keineswegs so negativ betrachten, wie das gerne getan wird. Letztlich ist das, wie alles, immer eine Frage des richtigen Masses. Aber wenn man z.B. in der Forschung ständig mit "Herausforderungen" konfrontiert ist, die gerne öfters als nicht in Sackgassen führen, scheitern oder anderweitig frustrierend, ist es sehr entspannend, wenn man mal einen Morgen lang einfach hinsitzen und etwas banales abarbeiten kann, das intellektuell nicht im Geringsten herausfordert..

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