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Hilfe vom WG-Psychologen: Meine Mitbewohnerinnen lassen mich allein
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So hatte sich Yvonne das WG-Leben nicht vorgestellt: Statt mit ihren zwei Mitbewohnerinnen zu kochen oder durch die Kneipen zu ziehen, sitzt sie meist allein zu Haus. Die beiden fahren ständig heim. Was tun?

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bafibo 21.08.2017, 19:08
1.

Über die Motivation der wochenendheimfahrenden Mitbewohnerin wissen wir genaugenommen gar nichts. Nicht jede(r) ist scharf auf Gesellschaft, wenn er/sie die unvermeidlichen Tagespflichten (mit möglicherweise sehr vielen Kontakten) hinter sich hat. Ich z.Bsp. brauche dann jeden Tag ein paar Stunden für mich selbst, um keinen Nervenzusammenbruch zu bekommen. Wohlmeinende Angebote für gemeinsame Aktivitäten gehen mir dann nur auf die Nerven. Vielleicht ist die Wochenendheimfahrt ja gar nicht durch Heimweh verursacht, sondern durch die Notwendigkeit, vorübergehend Abstand von den Mitbewohnern zu bekommen - was gar nicht ablehnend gemeint sein muß?

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Celegorm 21.08.2017, 19:29
2.

Da hat wohl jemand davon geträumt, da das frische Studentenleben mit einer ultimativen Uni-Freundinnen-Spass-WG zu zelebrieren. Aber sowas lässt sich natürlich nicht erzwingen. Und ist auch nicht immer erstrebenswert, schon nur, weil sowas schnell mal zum Bumerang wird wenn man später selber mal Ruhe und Zeit braucht für Prüfungen etc. Insofern ist es in der Tat schätzenswert, wenn eine WG relativ problemlos und konfliktfrei läuft. Mehr kann und darf man eigentlich nicht erwarten.

Kommt hinzu, dass die gute Yvonne komplett übersieht, dass sie nicht auf die zwei Mitbewohnerinnen angewiesen ist, sondern sich an der Uni (oder sonst wo) doch einfach andere Leute suchen kann, die mehr auf ihrer Wellenlänge sind. Dann kommt auch schnell der Vorteil der Situation zu tragen: Wenn sie am Wochenende die WG für sich hat, dann kann sich auch niemand daran stören, wenn Leute eingeladen und Parties geschmissen werden..

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Newspeak 21.08.2017, 19:46
3. ...

Zitat von bafibo
Über die Motivation der wochenendheimfahrenden Mitbewohnerin wissen wir genaugenommen gar nichts. Nicht jede(r) ist scharf auf Gesellschaft, wenn er/sie die unvermeidlichen Tagespflichten (mit möglicherweise sehr vielen Kontakten) hinter sich hat. Ich z.Bsp. brauche dann jeden Tag ein paar Stunden für mich selbst, um keinen Nervenzusammenbruch zu bekommen. [...]
Eben. Und man erfaehrt ja gar nicht, ob die Mitbewohnerin vielleicht nicht auch Stress mit dem Studium hat. In manchen Faechern ist man stark eingespannt und staendig unter Leuten und staendig gefordert. Und dann weiss man auch nichts ueber den Persoenlichkeitstyp. Ob eher introvertiert z.B. Es ist meiner Meinung nach auch zu einfach, das als "Heimweh" abzutun. Man will ja vielleicht seine Eltern mal sehen, je nachdem wie alt die sind, will man die Zeit eben auch zusammen nutzen, bevor man es irgendwann einmal bereut, nur an sich und Party gedacht zu haben.

Mein Fazit waere...man darf eine WG und andere Menschen nicht zu Erfuellungsgehilfen der eigenen Beduerfnisse machen. Das ist nicht kontaktfreudig, sondern uebergriffig. Das sind alles Individuen, die sich zu nichts verpflichtet haben, nur weil man den Wohnraum teilt.

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twistie-at 21.08.2017, 21:47
4. Was wurde denn anfangs kommuniziert bzuw. vereinbart?

Mir kommt es vor als würden oft einfach Sehnsüchte auf die WG projiziert werden, ohne dass dies auch kommuniziert wird. Also eher so ein "ja, suche liebe Mitbewohner", ohne aber von vorneherein auch zu sagen "hallo, ich suche nicht nur Mitbewohner, ich suche auch schlichtweg Leute, die für mich da sind und mit denen ich etwas unternehmen werde, ich möchte nicht alleine sein", denn das ist bei einer WG ja nun nicht wirklich klar.

Was ich mich auch ffrage: zwei von dreien sind irgendwie unzufrieden mit der dritten Person, wird dies denn direkt auch mal kommuniziert oder nicht?
wird da offen geredet, sich mal zusammengesetzt und gesagt "Leute, bitte nicht böse sein, ist keine Kritik, nur mein Seelenleben, aber ich hatte mir gewünscht, wir würden mal zusammen hier die Buden unsicher machen und nun seid ihr dauernd zuhause, wie seht ihr das?" usw. oder wird halt einfach still vor sich hingelitten?
kommt mir manchmal vor wie dieses "Aber ich habe doch das Licht angelassen"-Syndrom.

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dirkholz 21.08.2017, 21:59
5.

Die Wohnung organisiert zu haben ist ja kein Argument jetzt Ansprüche an die Mitbewohner zu stellen. Ich denke da hat sich wirklich jemand Hoffnung auf eine "Beste Freundinnen lassen's krachen"-WG gemacht, was sich jetzt unerhörterweise nicht erfüllt.
Ist das jetzt egozentrisch, arrogant oder einfach nur dreist ? An Stelle der Mitbewohnerinnen würde ich mich schnellstmöglich um eine andere Bleibe kümmern.

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twistie-at 21.08.2017, 22:05
6. Was wurde denn anfangs kommuniziert bzuw. vereinbart?

Mir kommt es vor als würden oft einfach Sehnsüchte auf die WG projiziert werden, ohne dass dies auch kommuniziert wird. Also eher so ein "ja, suche liebe Mitbewohner", ohne aber von vorneherein auch zu sagen "hallo, ich suche nicht nur Mitbewohner, ich suche auch schlichtweg Leute, die für mich da sind und mit denen ich etwas unternehmen werde, ich möchte nicht alleine sein", denn das ist bei einer WG ja nun nicht wirklich klar.

Was ich mich auch ffrage: zwei von dreien sind irgendwie unzufrieden mit der dritten Person, wird dies denn direkt auch mal kommuniziert oder nicht?
wird da offen geredet, sich mal zusammengesetzt und gesagt "Leute, bitte nicht böse sein, ist keine Kritik, nur mein Seelenleben, aber ich hatte mir gewünscht, wir würden mal zusammen hier die Buden unsicher machen und nun seid ihr dauernd zuhause, wie seht ihr das?" usw. oder wird halt einfach still vor sich hingelitten?
kommt mir manchmal vor wie dieses "Aber ich habe doch das Licht angelassen"-Syndrom.

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katjastorten 22.08.2017, 07:03
7. Juristisches

Hinweis am Rande: Sie ist die Hauptmieterin. Einfach ausziehen ist nicht. Die jungen Erwachsenen lernen leider die basics nicht in der Schule. Unsere Schmollende braucht für sich eine Vertragsbeendigung mit dem Vermieter. Vergisst sie das, bleibt sie "für ewig" Schuldnerin.

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Cascara LF 22.08.2017, 08:59
8. Unselbstständigkeit!

Die junge Frau ist scheinbar unselbstständig und phantasielos, wenn es um die Lösung ihrer Probleme geht. Sie selbst sollte isich in ihrem neuen Umfeld Freunde und Bechäftigung suchen, als ihre Mitbewohnerinnen in eine Gemeinschaft zu wünschen, die eben nur Wunsch aber nicht Wirklichkeit ist. Das Gespräch mit der Heimfahrerin kann man auch suchen und mal die Motivation hinter den Heimfahrten klären. Man kann auch mal neue Freunde oder Bekannte zu einer WG-Party einladen oder einfach mal öfters Bekannte/Freunde aus dem neuen Uniumfeld mit nach Hause bringen, zum Lernen, Kaffeetrinken, Quatschen, Abhängen und und und. Yvonne sieht es leider sehr einseitig und ohne mal ein paar Blicke über die Schulter zu werfen. Allein die Frage nach dem, was man tun sollte zeigt eher Unreife und Einfallslosigkeit, denn Phantasie und Lösungsorientiertheit.

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grabenkaempfer 22.08.2017, 11:55
9.

Wo ist das Problem?
So hat man doch seine Ruhe und trotzdem jemanden der sich an den Kosten für die Wohnung beteiligt.

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