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Hilfe vom WG-Psychologen: Meine Mitbewohnerinnen lassen mich allein
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So hatte sich Yvonne das WG-Leben nicht vorgestellt: Statt mit ihren zwei Mitbewohnerinnen zu kochen oder durch die Kneipen zu ziehen, sitzt sie meist allein zu Haus. Die beiden fahren ständig heim. Was tun?

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constractor 22.08.2017, 13:00
10.

Die beiden Mitbewohnerrinnen sind scheinbar nicht für eine WG geeignet. Zu dem leben in einer WG gehört es das täglich zusammen gekocht wird und man dann gemeinsam am Tisch sitzt und sich unterhält. Auch sonstige Freizeitaktivitäten werden zusammen unternommen. Genau für sowas gründet man ja WGs und wer das nicht will soll sich lieber eine eigene Wohnung suchen.

In den WGs in den ich bislang gewohnt habe wäre es undenkbar gewesen das jemand ständig am Wocheende nach Hausefährt. Alleine schon um die WG Partys zu organisieren und die Arbeiten dafür gescheit aufzuteilen. Wenn sich da immer einer verdrückt bleibt die Arbeit immer nur an den selben Leuten hängen. Wir hätten so jemand nach kurzer Zeit vor die Tür gesetzt. Einfach den gesamten Zimmerinhalt am Wochende vor die Tür stellen, dann verstehen die das schon.

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catcargerry 22.08.2017, 13:10
11. Unglaublich!

Was ist das für ein Anspruch, die Lebensgestaltung und das Lebensgefühl anderer Leute bestimmen zu wollen? Eine WG ist eine Zweckgemeinschaft, in der faires, störungsfreies Teamverhalten eingefordert werden kann. Wenn sich daran jeder hält, ist das schon viel und lässt Freiraum für Weiteres, das sich entwickeln kann. Wer dieses Weitere erzwingen will, verlässt den Boden des toleranten Umgangs und des angemessenen sozialen Verhaltens. Die Komponenten einer vielleicht gewünschten Leibeigenschaft soll man schon vorher abklären und nicht nachher über Widerspenstigkeit jammern. Wenn die mal Mutter wird, ohne etwas dazu gelernt zu haben: die armen Kinder.

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realist4 22.08.2017, 13:10
12. Probleme suchen - Probleme finden

Die Dame ist wohl noch etwas infantil. Andere Vorstellung zu haben ist eine Sache, aber zu fragen was sie tun soll ist schlicht lächerlich. Es gibt zwei Möglichkeiten, ausziehen oder akzeptieren und das muss sie schon alleine entscheiden. Oder dachte sie womöglich sie könnte die Mitbewohnerinnen am Wochenende zwangsverpflichten?

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grouchomax 22.08.2017, 13:20
13. Wo ist das Problem? So hat man doch seine Ruhe und trotzdem

"jemanden der sich an den Kosten für die Wohnung beteiligt."

So sehen es wohl fast alle hier, auch der Psychologe. Das Problem: Yvonne will eine "Gemeinschafts-WG", ein wenig Familie, die zwei anderen, vornehmlich eine der beiden anderen, wollen eine Zweck-WG. Beide Haltungen sind legitim. Es wäre albern dem einen vorzuwerfen, er sei "unselbständig", da auf engeren persönlichen Kontakt in der WG fixiert ist , dem anderen, der sei unselbständig, weil nicht vom Heimatort emanzipiert. Mit moralisierenden Vorhaltungen lassen sich keine Probleme lösen.

Erfasst hat das Problem "twistie-at": Man sollte bei der Gründung einer WG, und bei Vorstellung eines neuen Bewohners, eingehend über die Erwartungen sprechen. Ob die WG dann den Erwartungen entspricht, ist die zweite Frage.

Wenn für Yvonne Kontaktmöglichkeiten außerhalb und "Konfliktfreiheit"*) nicht ausreichend sein sollten, und ein Auszug einer Mitbewohnerhin nicht absehbar ist, sollte sie sich eine andere WG suchen. Nicht sich fixieren darauf, dass sie Hauptmieterin, und die Wohnung so schön ist.

*)Wenn das Zusammenleben bloß "nicht zufriedenstellend", "aber auskömmlich und insgesamt offenbar konfliktfrei" sein sollte, wie es der Experte Yvonne zitierend ihr besänftigend entgegenhält, fragt sich, warum sie sich überhaupt an ihn gewandt hat. Könnte es nicht sein, dass sie keinen Weg gefunden hat, den Erwartungskonflikt anzusprechen, sie "um des lieben Friedens willen" leidend schluckt?

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catcargerry 22.08.2017, 13:20
14. Vorsicht

Zitat von constractor
Die beiden Mitbewohnerrinnen sind scheinbar nicht für eine WG geeignet. Zu dem leben in einer WG gehört es das täglich zusammen gekocht wird und man dann gemeinsam am Tisch sitzt und sich unterhält. Auch sonstige Freizeitaktivitäten werden zusammen unternommen. Genau für sowas gründet man ja WGs und wer das nicht will soll sich lieber eine eigene Wohnung suchen. In den WGs in den ich bislang gewohnt habe wäre es undenkbar gewesen das jemand ständig am Wocheende nach Hausefährt. Alleine schon um die WG Partys zu organisieren und die Arbeiten dafür gescheit aufzuteilen. Wenn sich da immer einer verdrückt bleibt die Arbeit immer nur an den selben Leuten hängen. Wir hätten so jemand nach kurzer Zeit vor die Tür gesetzt. Einfach den gesamten Zimmerinhalt am Wochende vor die Tür stellen, dann verstehen die das schon.
Ihre Satire versteht nicht jeder. Es gibt Krawallkameraden, die das so sehen und mit der dahinter stehenden übergriffigen Grundeinstellung versuchen, durchs Leben zu kommen.

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Willi Wacker 22.08.2017, 13:40
15. Mach mal Pause

Statt irgendwas-mit-wasauchimmer zu studieren, wäre es vielleicht nicht verkehrt, einfach mal ein oder zwei Jahre durch die Welt zu reisen. Und danach neu aufzusetzen.

Der Sinn eines Studiums ist nämlich nicht, irgendwie ein gemütliches Leben mit netten Freunden zu haben, sondern, Überraschung, zu studieren und zur Fachkraft auf seinem gewählten Gebiet zu werden.

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Willi Wacker 22.08.2017, 13:46
16.

Zitat von grouchomax
"jemanden der sich an den Kosten für die Wohnung beteiligt." So sehen es wohl fast alle hier, auch der Psychologe. Das Problem: Yvonne will eine "Gemeinschafts-WG", ein wenig Familie, die zwei anderen, vornehmlich eine der beiden anderen, wollen eine Zweck-WG. Beide Haltungen sind legitim. Es wäre albern dem einen vorzuwerfen, er sei "unselbständig", da auf engeren persönlichen Kontakt in der WG fixiert ist , dem anderen, der sei unselbständig, weil nicht vom Heimatort emanzipiert. Mit moralisierenden Vorhaltungen lassen sich keine Probleme lösen.
Sagt mal: über die Hauptaufgabe, nämlich das STUDIUM, wird so gar nicht gesprochen...

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12many 22.08.2017, 13:54
17.

Zitat von constractor
Die beiden Mitbewohnerrinnen sind scheinbar nicht für eine WG geeignet. Zu dem leben in einer WG gehört es das täglich zusammen gekocht wird und man dann gemeinsam am Tisch sitzt und sich unterhält. Auch sonstige Freizeitaktivitäten werden zusammen unternommen. Genau für sowas gründet man ja WGs und wer das nicht will soll sich lieber eine eigene Wohnung suchen. In den WGs in den ich bislang gewohnt habe wäre es undenkbar gewesen das jemand ständig am Wocheende nach Hausefährt. Alleine schon um die WG Partys zu organisieren und die Arbeiten dafür gescheit aufzuteilen. Wenn sich da immer einer verdrückt bleibt die Arbeit immer nur an den selben Leuten hängen. Wir hätten so jemand nach kurzer Zeit vor die Tür gesetzt. Einfach den gesamten Zimmerinhalt am Wochende vor die Tür stellen, dann verstehen die das schon.
Nur weil man sich das Dach teilt, muss man nicht befreundet sein. Habe jahrelang wunderbar in WGs gewohnt, ohne dass wir gemeinsam gekocht haben oder ausgegangen sind. Suche mir meine Freunde gerne selbst aus und lasse sie mir nicht durch die Adresse vorschreiben.
Wer das will, was auch völlig legitim ist, sollte mit Freunden in eine WG ziehen oder ein entsprechendes Mitbewohnercasting veranstalten.

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ultimatebauer 22.08.2017, 14:25
18. Probleme von Erwachsenen?

Bei dieser Kolumne gewinnt man regelmäßig den Eindruck, dass man in der Kummerecke für Kleinkinder gelandet ist.
Vielleicht müsste man der jungen Dame noch viel deutlicher klarmachen, dass eine WG eine Zweckgemeinschaft für günstiges Wohnen ist. Man kann froh sein, wenn sich alle einigermaßen vertragen und an Verhaltensregeln halten. Aber es muß ja kein eheähnlicher Zustand sein, wo alle Beteiligten nur füreinander da sind.
Wenn es nicht von vornherein ein Liebesnest ist, müssen auch alle Bewohner damit rechnen, dass nach und nach auch Freunde "dazwischenfunken". (Kann natürlich auch passieren, wenn die BewohnerInnen heiß ineinander verliebt sind; dann wirds echt schlimm.)

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grabenkaempfer 22.08.2017, 15:05
19.

Zitat von constractor
Die beiden Mitbewohnerrinnen sind scheinbar nicht für eine WG geeignet. Zu dem leben in einer WG gehört es das täglich zusammen gekocht wird und man dann gemeinsam am Tisch sitzt und sich unterhält. Auch sonstige Freizeitaktivitäten werden zusammen unternommen. Genau für sowas gründet man ja WGs und wer das nicht will soll sich lieber eine eigene Wohnung suchen.
Also die meisten Leute die ich kenne wohnen in einer WG, weil man sich die Kosten für eine eigene Wohnung teilen kann und nicht weil man eine Lebenspartnerschaft eingehen will.

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