Forum: Leben und Lernen
Hilferuf von Grundschullehrern: "Extreme körperliche Gewalt und Gefühlskälte"
Stadt Osterwieck

Die Lehrer einer Grundschule in Sachsen-Anhalt beklagen in einem Brief das katastrophale Verhalten einiger Kinder. Doch nach dem Bekanntwerden will plötzlich kaum noch jemand darüber reden.

Seite 1 von 14
go2dive 23.02.2018, 18:29
1. Grundschule!

Es geht hier um Grundschüler, also Klasse 1 bis 4. Da sollten eher die Eltern an die Kandarre genommen werden als die Lehrer. Aber denen scheint ja alles egal zu sein und die komplette Erziehung soll auf die Schule abgewälzt zu werden. Ich hätte kein Problem damit solchen Eltern mal das Kindergeld als Sanktion zu kürzen. Geht aber leider nicht.

Beitrag melden
grommeck 23.02.2018, 18:35
2. Schaut die Eltern an und man weiß wie die Kinder erzogen sind....

Paßt leider oft. Die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens werden heute Zuhause scheinbar nicht mehr gelehrt, da jeder meint, er hätte einen Einstein gezeugt. Oft ist es aber nur ein dummer Kasper.

Beitrag melden
Zentrist 23.02.2018, 18:44
3. Das ist das Problem mit den Prekariatskindern

Die Kinder selbst können im Prinzip nichts für ihr Verhalten, es wird ihnen von den eigenen Eltern so vorgelebt und wenn Konsequenzen immer nur angedroht werden aber niemals folgen, wird jedes normal begabte Kind daraus folgern, dass es tun und lassen kann, was es möchte.

Beitrag melden
Rosenhag 23.02.2018, 18:53
4.

Habe es selbst erlebt, daß an einer Berliner Grundschule an der Eingangstür ein Aushang hing, daß man die Kinder zum TaekWonDo schicken möge auf daß sie dort Disziplin lernen. Die Wahrheit war, daß der TaekWonDo-Teilnehmer der größte Terrorist der Erstklässler war, der reihenweise anderen volle Kanne auf dieNase schlug. Lehrerreflektion=Null
In einer anderen Schule erzählte mir eine Lehrkräftin voller Stolz daß sie den Klassenschläger gezähmt habe. Er war jetzt ihr Klassenpolizist.

Beitrag melden
Ridcully 23.02.2018, 18:55
5. Na, was Sie alles wissen, Sie scheinen ja besser im Bilde zu sein

Zitat von Zentrist
"Das ist das Problem mit den Prekariatskindern."
Lassen Sie uns doch daran teilhaben. Oder ist das nur Vermutung? Meiner nicht unbeträchtlichen Erfahrung nach sind es mittlwerweile die Kinder einer gutsituierten Bürgerschicht, die da teils massiv auffällig wird. Weil das ja alles künftige Genies sind, die sich halt gerade entwickeln. Ich fürchte ob Ihrer Hybris jedoch, dass Sie auch zu dieser "Klasse" gehören.

Beitrag melden
GeoMO 23.02.2018, 18:57
6. Leider sieht man das immer häufiger.

Lehrer werden verklagt und bedroht, wenn die Kinder nicht die Noten bekommen, die sich die Eltern wünschen. Erzieherische Maßnahmen sind auch nicht mehr erlaubt, sofort steht ein Anwalt in der Tür, oder wütende Eltern, die auf den Lehrer verbal einprügeln, als hätte er ihrem Kind sonst etwas angetan. Dabei hat der achso liebe Spross nur einen Eintrag, oder eine schlechte Note bekommen, die meist auch völlig gerechtfertigt sind. In den Augen solcher Helikopter Eltern soll der Lehrer alles, darf aber nichts und ist zudem an allem Schuld. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Liebe Eltern: Kinder sind nicht immer die kleinen Engel und Lehrer wissen meist was sie tun. Und die Erziehungspflicht eurer Kleinen habt in erster Linie ihr.

Beitrag melden
friends4eva 23.02.2018, 19:11
7. Na immerhin kümmert sich jemand...

In unserem Fall sah das so aus (weder Landratsamt, Jugendamt noch sonst eine Instanz fühlten sich bemüßigt, sich ernsthaft um das Problem zu kümmern. Die zuständige Direktorin hat unterdessen weitere Stufen nach oben auf der Karriereleiter erklommen. Geschehen in Thüringen):

Landratsamt XXX
Frau XXX

XXX, XX.XX.XXXX

Lernsituation in der XXX der Grundschule XXX

Sehr geehrte Frau XXX,

wir, die Eltern der Klasse XXX der Grundschule XXX, möchten unsere große Sorge um das Lernklima in dieser Klasse zum Ausdruck bringen. Seit dem X.X.XXXX wurde der Schüler XXX in die Klasse aufgenommen. Innerhalb weniger Tage kam es zwischen XXX und seinen Mitschülern zu Auseinandersetzungen, die das Lernen und das Wohlbefinden der Kinder seitdem anhaltend beeinträchtigen. Seitens aller Eltern der Klasse besteht durchweg Mitgefühl bezüglich XXX bisherigen Lebensweges. Alle Lehrer wie auch Kinder haben nach unserem Eindruck ihr Möglichstes getan, dass sich XXX in der Klasse einlebt. Nach Gesprächen mit unseren Kindern und ihrer Schilderung der mit XXX ausgetragenen Konflikte würden wir uns dringend dafür aussprechen, dass XXX einen Betreuer erhält, der ihn durch seinen Schulalltag begleitet und seine Inklusion in den Klassenverband zu vermitteln hilft.
Das Verhalten XXX gegenüber dem Lehrpersonal und gegenüber Mitschülern verursachte seit seinem Eintreten in die Klasse bei einigen Kindern körperliche Verletzungen und löste unter anderem auch Schulangst aus. Wir haben die große Befürchtung, dass XXX Auffälligkeiten im sozio- emotionalen Bereich mittelfristig eher ein aggressives Gegenverhalten unserer Kinder auslösen könnte. Dies kann nach unserem Verständnis nicht im Sinne der Förderung von Inklusion sein. Der Anlage entnehmen Sie bitte die Vorfälle, welche die Eltern betreffender Kinder notiert haben. Die Sorge, ob das eigene Kind jeweils ohne Verwicklung in irgendeinen Vorfall unversehrt aus der Schule nach Hause kommt, ist auch für uns Eltern eine zusätzliche Belastung. Es geht uns ausdrücklich nicht darum, XXX aus der Klasse auszuschließen, sondern eine Verbesserung des Lernklimas für alle Schüler der Klasse XXX zu erzielen.
Die Lernsituation ist seit einiger Zeit in der Klasse so, dass das Lehrpersonal neben XXX sitzen muss. Es kann dadurch kein pädagogisch sinnvoller Unterricht stattfinden. Wir bitten dringend um baldmöglichste Prüfung und Bescheid in diesem Fall, damit für XXX und seine Mitschüler eine Lösung gefunden wird, welche die Betreuung und Förderung aller Schüler berücksichtigt. Ein seelisch verwundetes Kind trägt nicht nur an den Folgen seiner Lebensgeschichte (ggf. mit Sekundärfolgen für die Mitschüler), sondern sieht sich zusätzlich zunehmenden Anforderungen im Schulalltag gegenübergestellt. Aus unserer Sicht kann es keine gute Strategie für eine glücklichere Zukunft XXX sein, ihn dem Schulalltag auszusetzen, ohne dass ihm ein Ruhepol durch eine Bezugsperson vermittelt wird.
Mit freundlichen Grüßen,


die Eltern der Klasse XXX

Beitrag melden
kiju 23.02.2018, 19:21
8. Beeindruckend

Zitat von anonymus1
Verfall der deutschen Kultur und Wertegesellschaft durch linke Politik und propagierter antiautoritärerer Erziehung. Mit Links wird es noch schlimmer , nur eine Frage der Zeit , eine Minderheit hat ja in unserem Staat mehr zu sagen als die Mehrheit, das zum Thema Demokratie . Die Linken haben ein sehr seltsames Demokratieverständnis.
Wow, Sie haben aber schnell die Kausalität ausfindig gemacht. In Ihrer paranoiden Welt sind die linken wohl an allem schuld.
Meines Wissens nach wird Empathie bei den linken große geschrieben, auf der anderen Seite eher klein.
Die linken sind wahrscheinlich auch an den Gaffern schuld, an Leuten die keine Rettungsgasse bilden, an den die Sanitäter angreifen, ebenso sind sie an Instagram schuld, an brutalen YouTube Videos…..
Schönen Abend

Beitrag melden
okav 23.02.2018, 19:21
9. Wie kommt das nur?

Die Erziehungswissenschaften und Pädagogik haben sich seit Jahrzehnten weiterentwickelt, es fließen immer mehr Erkenntnisse ins System ein nur der Output scheint immer schlechter zu werden. Woran das wohl liegt? Im übrigen hatten wir in den 60er und 70er Jahren deutlich mehr Kinder aus prekären Verhältnissen, nur wusste die Gesellschaft, wie man denen umzugehen hat um sie auf Vordermann zu bringen. Das führte dazu, das selbst aus den größten Assifamilien die Kinder einigermaßen anständige Verhaltensweisen lernten.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!