Forum: Leben und Lernen
Hilferuf von Grundschullehrern: "Extreme körperliche Gewalt und Gefühlskälte"
Stadt Osterwieck

Die Lehrer einer Grundschule in Sachsen-Anhalt beklagen in einem Brief das katastrophale Verhalten einiger Kinder. Doch nach dem Bekanntwerden will plötzlich kaum noch jemand darüber reden.

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meinsenf1 24.02.2018, 11:17
100.

Zitat von kiju
Die linken sind wahrscheinlich auch an den Gaffern schuld, [...], an den die Sanitäter angreifen...
Vorsicht, das Beispiel geht nach hinten los.
Fragen Sie mal Sanitäter, wer da gerne übergriffig wird.
Und welches politische Lager freut sich drauf, dass Deutschland sich verändern wird?

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Emma Woodhouse 24.02.2018, 11:27
101.

Zitat von Teddi
Vieles hat sich zum Guten geändert, weil sich jetzt Lehrer mehr engagieren? Na, da gibt es solche und solche, aber das nur nebenher. Die eigentliche Frage wäre, warum dann benehmen sich die Kinder im Großen Ganzen viel schlechter als früher, welches bewiesene Tatsache ist? Wo ist da der Zusammenhang? Früher gab es kein Mobbing wie es heute immer wieder geschieht, und früher wagten sich Jugendliche nicht, so respektlos ihre Lehrer zu beleidigen. Und all das bei dem tollen Engagement, was? Fragen über Fragen...
Wann ist Ihr 'früher'? Was soll das für ein Maßstab sein? Ihr ganz persönlicher? Verallgemeinerungen sind noch keine Argumente.

Ich habe sehr viel Kontakt zu Kindern und Jugendlichen und empfinde die Mehrheit als höflich, verständnisvoll, offen, wissbegierig und empathisch. Vielleicht springen sie nicht mehr automatisch im Bus auf, wenn sich eine ältere Person nähert. Werden sie jedoch darum gebeten, treten sie anstandslos ihren Platz ab. Sie sind oft eher schüchtern und zurückhaltend. Es liegt eben immer daran, wie man in den Wald hineinruft. Wenn man auf Augenhöhe kommuniziert und als Erwachsener nicht immer auf 'Respekt' (vor was auch immer) besteht, läuft es (bis auf Ausnahmen) rund.

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citizen01 24.02.2018, 11:30
102. Wieder so ein Tabuthema in der Politik: Regeln, die sich nicht mehr

durchsetzen lassen. Standardmaßnahmen: mehr Beratung, Betreuer, noch mehr hilfloser und teurer Staat.

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ondrana 24.02.2018, 11:48
103.

Zitat von wanderer777
Zwei Dinge rächen sich nun: das Kinder immer öfter vorm Tablet sitzen (ja, auch schon in diesem Alter!!) und kaum noch persönlichen Kontakt zu richtigen Menschen haben - und die konsequenzlose und lasche Erziehung unserer Frauengesellschaft. Der komplette Pädagogikbereich ist mittlerweile in Frauenhand. Von der Tagesgruppe über den Kindergarten und Hort bis hin zur Schule erleben unsere Kinder nur noch die weibliche Seite der Erziehung. Regeln, Konsequenzen und Sanktionen gelten als "hart" und "lieblos", es gilt der Grundsatz "alles vergeben, bedingungslos lieben". Das sich das nun rächt, da man so kleine verwöhnte Paschas heran erzieht, die keinerlei Grenzen und Rahmen mehr kennen, liegt auf der Hand. Was es braucht, ist BEIDES: sowohl liebe und Geborgenheit, als auch klare Regeln und Konsequenzen bei Fehlverhalten.
Nun ist es ja so, dass sich die Männer aus der Erziehungsarbeit in Schulen und Kitas komplett raushalten. Es ist ihnen wohl zu anstrengend und mit zu wenig Prestige verbunden. Auf jeden Fall wird kein mann daran gehindert, sich in dem Bereich mit seiner überlegenen männlichen Pädagogik einzubringen.

Auch in den Familien erleben wir als Schule immer mehr, dass in den Familien mit beiden Elternteilen Mutti die Erziehungsarbeit aufgedrückt bekommt und Papi bei Schulveranstaltungen das erste Mal mit stolzgeschwellter Brust auftaucht, wenn es das Abschlusszeugnis gibt. Bis zu dem Zeitpunkt hat sich meist die Mutter gekümmert, geärgert, gesorgt.
Bei getrennt lebenden Eltern klinken sich viele Väter aus und übernehmen nur die netten Dinge.

Wenn Männer möchten, dass Erziehung nicht mehr ausschließlich Frauensache ist, muss nur bereit sein, an Erziehung teilzunehmen - und zwar nicht nur dadurch, dass man sich damit zufrieden gibt: "Warte nur, Bis Papa nach Hause kommt!". Es geht um das tägliche, anstrengende, dauerhafte Kümmern.

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Hans_Suppengrün 24.02.2018, 11:54
104. @citizen01

Die Rütli-Schule wurde mit solchen Maßnahmen stabilisiert...

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fördeanwohner 24.02.2018, 11:59
105. -

Zitat von st_anja
das deckt sich 1:1 mit meinen Erfahrungen. Als "Arbeiterkind" war man für einige (nicht alle) Lehrer der Fußabtreter für alles und wurde permanent gemobbt und vor der Klasse fertig gemacht (wir waren zwei Arbeiterkinder in der Klasse). Gnadenlos. Wenn man bei Aufgaben im Vergleich mit Akademikerkinder deutlich besser war, kam von den Lehrern die Aussage, dass man die Aufgaben schon kannte. war man in etwas nicht gut, wurde man nicht gefördert wie andere......was sollte man von so einem Arbeiterkind auch erwarten....und dann auch noch aus schwierigen Verhältnissen. Das unfaire Verhalten der Lehrer hat dann zuhause für zusätzlichen Ärger gesorgt. Aus dieser Erfahrung, wäre ich Lehrern gegenüber auch erst einmal skeptisch eingestellt.....auch wenn es eine ganz tolle Ausnahme, gerade auch rückblickend betrachtet, bei mir gab.
Aber nicht in Schleswig-Holstein. Ich, "Arbeiterkind", wurde 1974 eingeschult und habe gemeinsam mit den zwei anderen nicht wohlhabenden Kindern aus meiner Klasse in der Grundschule die Empfehlung fürs Gymnasium bekommen. Die Lehrkräfte dort haben auch keinerlei Unterschiede, was die soziale Herkunft anging, gemacht. Ich kenne viele Leute meines Jahrgangs, die alle keine Zahnärzte, Apotheker, Ärzte, Unternehmer usw. als Eltern haben und die selbstverständlich aufs Gymnasium gingen, Abitur machten und dann studierten.
Vielleicht ist das in Bayern so (gewesen)? Im Norden ist das bereits seit 40 Jahren nicht mehr der Fall.

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ondrana 24.02.2018, 12:04
106.

Zitat von wassermann0267
... sondern mehrere Ursachen, die zu derartigem Verhalten führen. Neben der Erziehung und Wertevermittlung durch die Erziehungsberechtigten sollten wir uns auch langsam eingestehen, dass die Fremderziehung ab dem 6. Lebensmonat einen wesentlichen Beitrag dazu leistet. Wo gibt es denn heute noch die Familie, in der sich die Eltern selbst um die Erziehung der Kinder kümmern? Und dich rede hier nicht von denen, die beide arbeiten müssen oder alleinerziehend sind. Ich meine diejenigen, die Kinder bekommen und sie schnell nach der Geburt in Fremdbetreuung geben, damit man Karriere machen, sich den Sommer- und Skiurlaub leisten kann und endlich wieder mit Erwachsenen zusammen ist. Die Kinder dann am Abend schnell in‘s Bett zu bringen und sie später am Wochenende in den Sportverein zu fahren ist dann schon das Maximum der „Erziehung“, und im gemeinsamen Urlaub („Quality Time“) werden dann die Kinder schnell in den Kid‘s Club abgeschoben. Wo ist das Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Kinder geblieben, wenn mir die Mutter einer 9-jährigen sagt, dass sie nicht auf das Handy ihrer Tochter schauen DARF!!???
Auch diese Argumentation ist durch nichts zu belegen.
In Frankreich und Skandinavien ist die Fremdbetreuung schon immer etwas völlig Normales gewesen.
Es gibt mittlerweile Bücher darüber, wie die Franzosen es schaffen, so erstaunlich wohlerzogene und rücksichtsvolle Kinder hervorzubringen.
Und die "gute alte Zeit" war dadurch geprägt, dass Eltern wesentlich weniger Zeit für ihre Kinder hatten als heute.

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Dengar 24.02.2018, 12:08
107.

Das ist auch eine Folge der von oben verordneten Inklusion in Sachsen-Anhalt, die selbst vor Gymnasien nicht halt macht, seitdem die verbindliche Schullaufbahnempfehlung gestrichen wurde. Ein, zwei Kinder mit Verhaltensstörungen pro Klasse sind ausreichend, um den gesamten Klassenbetrieb lahmzulegen. (ich spreche aus Erfahrung). Das Kultusministerium hat die Inklusion durchgedrückt, ohne sich um das entsprechende Personal (Sozialarbeiter, Sonderpädagogen) zu kümmern und so die Probleme einfach den Schulen abgeladen, die sich nicht wehren können. Es muss wieder Förderschulen geben, in denen speziell ausgebildete Lehrer sich um solche Fälle kümmern können, sonst leiden letztendlich alle darunter.

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ancoats 24.02.2018, 12:15
108.

Zitat von Sonia
Es ist nicht neu, dass Eltern meinen die Lehrer haben ihre Kinder zu erziehen. Heutzutage gibt es so gut wie keine elterliche Erziehung mehr. Wer glaubt, es täte drm Kind gut, um 6:30 im Frühhort abgeliefert zu werden, es um 17 Uhr abzuholen, sollte begreifen, wie schmerzlich das für die hier erwähnte Altersgruppe ist. Gesellschaftlich gewollt zum Schaden der Kinder. Kinder haben nur eine Möglichkeit Traurigkeit rauszulassen: Das ist Wut u. Verzweiflung. Es gibt nicht mehr den Nachhauseweg nach der Schule mit Freunden, die Mutter, die mit dem Essen wartet oder die Oma, der beim Essen vom Schultag aufgeregt erzählt werden kann, die Freunde, die danach draußen warten zum Spielen. Abends abgeholt, abgefragt, von gestressten Eltern ggf. angebrüllt, ins Bett, um früh wieder im Auto vor der Schule abgeladen zu werden. Den ganzen Tag unter Kindern, die man sich nicht aussuchen kann, Lärm, Geschrei auf dem Schulhof. Wer das seinen Kindern antun muss, dessen Kinder müssen Schaden nehmen. Käfighaltung schadet nicht nur Hühnern. Und Lehrer wissen das alles.
Oh, die Ganztagesbetreuung als Buhmann, mal ganz was Neues... Es gibt sicherlich verschiedene Gründe dafür, dass Kinder so problematisches Verhalten wie hier beschrieben an den Tag legen, zutiefst unglücklich sind. Aber einer davon ist ohne jeden Zweifel die starke Fixierung auf das Kind seitens mancher Eltern (z.B. "Helikoptereltern"), die jede Entwicklung zur Eigenständigkeit und zu einem selbstbewussten, gelassenen Menschen im Keim erstickt. Das ist - in Vollausprägung - nichts weiter als eine andere, vordergründig liebevoll daherkommende Form der sozialen und emotionalen Verwahrlosung. Kinder entwickeln soziales Verhalten ganz entscheidend im Umgang mit anderen Kindern, in der Gruppe - aus diesem Grunde sind Kindergärten / Kitas so wichtig.
Schauen Sie gelegentlich mal nach Frankreich, einem Land, in dem selbst für die Allerkleinsten Tagesbetreuung (und Berufstätigkeit der Mutter) weitaus häufiger sind als hierzulande. Stellen Sie sich dort um 17 Uhr vor eine solchen Einrichtung und sehen Sie die vielen Kinder herausströmen und von ihren Eltern in Empfang genommen werden - fröhlich plappernd, weit und breit keine "Trauer, Verzweiflung und Wut". Und womöglich auch kein Zufall:
in 40 Jahren Frankreich habe ich im öffentlichen Raum (z.B. Restautants, Cafés) noch nie Kinder erlebt, die sich wie verzogene, durchgeknallte Prinzen und Prinzessinnen benehmen. Hier schon.

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krause.bettina 24.02.2018, 12:46
109.

Zitat von wanderer777
Zwei Dinge rächen sich nun: das Kinder immer öfter vorm Tablet sitzen (ja, auch schon in diesem Alter!!) und kaum noch persönlichen Kontakt zu richtigen Menschen haben - und die konsequenzlose und lasche Erziehung unserer Frauengesellschaft. Der komplette Pädagogikbereich ist mittlerweile in Frauenhand. Von der Tagesgruppe über den Kindergarten und Hort bis hin zur Schule erleben unsere Kinder nur noch die weibliche Seite der Erziehung. Regeln, Konsequenzen und Sanktionen gelten als "hart" und "lieblos", es gilt der Grundsatz "alles vergeben, bedingungslos lieben". Das sich das nun rächt, da man so kleine verwöhnte Paschas heran erzieht, die keinerlei Grenzen und Rahmen mehr kennen, liegt auf der Hand. Was es braucht, ist BEIDES: sowohl liebe und Geborgenheit, als auch klare Regeln und Konsequenzen bei Fehlverhalten.
Ihr Beitrag ist nicht gerade von Sinn für Logik geprägt. Gerade Kinder sind durch Betreuung und Unterricht in 'Tagesgruppe über den Kindergarten und Hort bis hin zur Schule' doch ständig mit 'richtigen Menschen' (was sind falsche?) zusammen.
Und zu welcher Zeit haben Männer sich denn intensiv in 'Kindergarten und Hort bis hin zur Schule' eingebracht? Ich kenne viele Männer, die lieber Überstunden schieben, als Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, weil ihnen das schlicht zu anstrengend ist. Ihre 'Argumente' sind keine, sondern sehr schlicht gestrickte Maschen.

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