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Hochschulen in Deutschland: Studierendenzahl erreicht neuen Rekordwert
Uwe Anspach/ DPA

Mit fast 2,9 Millionen Studierenden ist der Andrang an Unis und FHs in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Nicht nur in den Hörsälen wird es noch enger - auch Wohnheime und Mensen fehlen.

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trackingerror 27.11.2019, 10:24
1.

Eigentlich wäre es gesellschaftlich begrüßenswert, dass sich soviele junge Menschen für einen akademischen Bildungsweg entscheiden. Doch studieren die meisten wahrscheinlich sowieso eher aus Karrieremotiven (wie groß ist der Anteil an BWLern unter diesen Studierenden?) und außerdem stellt sich mir die Frage, was ein Studium überhaupt noch wert ist, wenn die Anforderungen nicht überall dieselben sind bzw. ein Uni-Student einen „einfacheren Bildungsweg“ an der FH gehen könnte.

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lilelile 27.11.2019, 11:05
2. Der starke Akademisierungstrend

ist schön geschrieben, aber man sollt auch gleich hinzufügen, dass ein Drittel das Studium abbricht. Das sind die Leute, welche den anderen die Plätze in den Hörsälen und Wohnheimen wegnehmen. Aber solch ein Studentenausweis ist eine hat ja seine Vorteile *in vielerlei Hinsicht*.
Prüfungen zum Uni-Besuch halte ich für enorm wichtig, siehe die verschiedensten Abiturprüfungen im Lande.

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draco20007 27.11.2019, 11:11
3.

Zitat von trackingerror
Eigentlich wäre es gesellschaftlich begrüßenswert, dass sich soviele junge Menschen für einen akademischen Bildungsweg entscheiden. Doch studieren die meisten wahrscheinlich sowieso eher aus Karrieremotiven (wie groß ist der Anteil an BWLern unter diesen Studierenden?) und außerdem stellt sich mir die Frage, was ein Studium überhaupt noch wert ist, wenn die Anforderungen nicht überall dieselben sind bzw. ein Uni-Student einen „einfacheren Bildungsweg“ an der FH gehen könnte.
Äh machen sie doch...

Aus dem Artikel: "Die Fachhochschulen kommen auf einen Anteil von 35,5 Prozent der Studierenden."

Auch diese Studenten studieren im weitesten Sinne...

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dr.joe.66 27.11.2019, 11:14
4. was sind die wichtigen Fragen?

Werden in dieser Statistik auch die wichtigen Fragen beantwortet? Wird es in 8 Jahren genug gut ausgebildete LehrerInnen geben? Warum sinkt die Zahl der StudienanfängerInnen in den MINT-Fächern so massiv? Was macht der Technik- und Technologie-Standort Deutschland in ein paar Jahren, wenn es zu wenig technisch orientierte StudienabgängerInnen gibt? Warum bewerben sich 50 Menschen auf 1 Studienplatz für Psychologie? Brauchen wir so viele PsychologInnen, oder wollen die sich alle selbst therapieren?
Gibt es einen Überblick über künftige Bedarfe? Und passt die Fachwahl zu den zukünftigen Bedarfen? Was sind die Gründe für eine bestimmte Studienwahl? Kann man die Studienwahl beeinflussen? Und wenn, dann wie?
Warum lassen sich die Absolventen mehr Zeit? Ist das für alle Fächer gleich, oder gilt das nur da wo die meisten sowieos keinen Job finden werden?
Eine Menge Fragen, die die einzige Ressource betreffen, die Deutschland hat: die gute Ausbildung der nächsten Generation.
Da ist die Frage nach der Anzahl der Sitzplätze in der Mensa zwar wichtig, aber zweitrangig...

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whitewisent 27.11.2019, 11:55
5.

Fehlen wirklich Wohnheime und Mensen? Deutschland hat einen Fachkräftemangel! Und das seit Jahren, und dieser wird sich in absehbare Zeit eher verstärken. Da ist es nicht die Aufgabe der Gesellschaft, jedem Dreierabiturienten ein Studium mit Bestbedingungen zu finanzieren.

50 Prozent eines Jahrgangs machen Abitur und wollen dann studieren. Selbst wenn zuerest eine Berufsausbildung absolviert wird, ist das für viele nur die Überbrückungszeit von Wartesemestern.

15 Prozent eines Jahrgangs gehen ohne Berufsabschluss oder mit einem Hauptschulabschluss ab.

Es bleiben 35 Prozent, um die sich Handwerk, Industrie und Verwaltungen prügeln. Oder vieleicht doch nicht, denn wenn jeder mit halbwegs Grips heute ein Abitur schafft, was ist dann noch ein guter Realschulabschluss wert? Bei Auswahl werden im kaufmännischen Bereich oder allgemein Verwaltung eher Abiturienten genommen. Diese Spaltung bei der Ausbildung wird sich in naher Zukunft rächen. Denn soviel Bedarf an weiteren Volkswirten und Philosophen auf Lehramt braucht Deutschland nicht wirklich. Wir brauchen Ärzte (nicht Mediziner), Ingeneure und Mathelehrer. Da muss die Politik ansetzen, und Studienrenden dabei helfen, nicht per Gießkanne jeden Wünschmirwasabschluss noch mit Wohnheim in der Großstadt versüßen. Selbst SPON berichtet über die guten Studienbedingungen in der Provinz, warum wollen da viele Studierende aber nicht hin?

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wiispieler 27.11.2019, 11:59
6. Traurig

Na super, also werden auch die Abbrecher mehr.
Außerdem fehlen Deutschland massiv Handwerker, aber das will ja keiner lernen.

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andreas_germann 27.11.2019, 12:10
7.

Toll wäre, wenn aus dem Studium dann auch irgendwelche brauchbaren Qualifikationen abseits einer anerzogenen Hybris erwachsen. Aktuell hat man eher den Eindruck, dass das nicht das Ziel ist.
Bei den wenigen guten Kollegen, die aus dem Studium ins Arbeitsleben kommen, drängt sich mittlerweile der Verdacht auf, dass sie eher trotz des Studiums als wegen des Studiums gut sind.

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draco20007 27.11.2019, 12:11
8.

Zitat von whitewisent
Wir brauchen Ärzte (nicht Mediziner), Ingeneure und Mathelehrer.
Äh, aber genau das sind Berufe, die ein Studium voraussetzen...

Sie sagen wir haben Fachkräftemangel, wollen aber keine guten Bedingungen für ein Studium bereitstellen? Wie geht das zusammen?

Sind Abgänger einer Uni oder einer FH keine Fachkräfte?

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ditta 27.11.2019, 12:26
9. Zahlen sagen nichts

über die Potentiale erhoffter Absolventen für die Zukunftsgestaltung in unserem Land aus. Man hat ja selbst als Laie eine Vorstellung, wohin die Reise gehen wird. Auch der Blick nach vorn bedarf einer klaren Richtung und
Lenkung anhand einer etwaigen Bedarfsermittlung und -planung: Obsolet werdende Studienfächer muss man auch einmal einstellen können; überfüllte, gar modische oder anspruchslose Massenstudiengänge ohne signifikanten möglichen Nutzen für die Gesellschaft gehören auf den Prüfstand oder zumindest mit einem NC versehen.
Was wollen wir denn sonst mit dem akademischen Proletariat, das wir ja schon haben, anfangen? Die akademische Lohndrückerei bringt die Wissenschaftsentwicklung nicht voran.
Vielleicht hülfe sogar der Blick zurück in die DDR: dort wurde, mit allen Pros und Cons, die Zahl der Studienplätze anhand eines Bedarfsschlüssels geplant und festgelegt. Klingt hart und dirigistisch, war aber unterm Strich nicht uneffizient. Wozu gibt es schließlich Algorithmen?

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