Forum: Leben und Lernen
Hochschulkultur: Wie Unis Genialität verhindern
Corbis

Für Denker sind Unis heute eine feindliche Umgebung. An einer modernen Hochschule ist es heute nahezu unmöglich, sich vertiefendes Wissen anzueignen. Aus Professoren werden Manager und Bürokraten. Gelehrtheit und Genialität sind so zum Aussterben verurteilt.

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rvb 03.04.2013, 15:06
130. Leider nein

Zitat von spon-facebook-634637595
Für alle, die es immer noch verstanden haben: Sinn der Universität war und ist es Wissen zu schaffen und keine ökonomistierten Wissenshäppchen zur Berufsvorbereitung mit wirtschaftsfreundlich standardisierten Abgängern zu liefern. Wissen steht dabei immer im Wettbewerb, nicht im ökonomischen Sinne, sondern nur im Wettbewerb um die Wahrheit.
Sinn und Zweck der Universitäten ist es leider nicht nur Wissen zu schaffen, sondern auch die höhere Berufsausbildung für die Gesellschaft, die Industrie etc. vorzunehmen. Ansonsten geben 2,5 Millionen Studenten, deren Ausbildung von allen Steuerahlern bezahlt werden keinen Sinn.

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mikeklatt 03.04.2013, 15:06
131. ha,ha

Die Diskussion läuft ja hier insgesamt eher aus dem Ruder...aber mal ehrlich, das was ich an der Uni gelernt habe, ist - gemessen an meinem späteren lernen in der Praxis - schlicht ein Witz. So und so ähnlich wird es vielen ergehen und die meisten landen in der "Praxis" und eben nicht in der "Wissenschaftlichen Forschung" - das sind eher die Nullen, die in der Praxis keiner brauchen kann. So sieht es doch aus

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OHCRIKEY 03.04.2013, 15:07
132. ...

Zitat von ralfds
Das ist keine Uni Phänomen. Ich kenne zur Genüge Leute, die mit gesundem Halbwissen, aber gutem "Networking" und Laberpotential Karriere machen. Ist doch auch viel beeindruckender eine tolle Präsentation auf den Beamer zu werfen, als mit gutem Wissen und Können zu argumentieren, versteht doch eh keiner und es wäre zu schwierig sich in ein Thema einzuarbeiten, auch wenn es wichtig ist. Mal sehen, wie lange so etwas noch gut geht... Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass echte Denker und Könner deutlich hinter Blendern und Labertaschen zurückstehen.
Das Problem fängt ja schon damit an, dass für sich selbst denkende Menschen an so mancher Universität heutzutage entweder auf Stromlinienform gebracht oder rausgeprüft werden.
Wer der (akademischen) Fachmeinung des Dozenten oder gar des Institutes nicht zustimmt, der hat meiner Erfahrung nach schlechte Karten. Das führt dann sogar zu teils absurden Situationen, wenn man die Prüfer mit einschlägiger Fachliteratur und anderen, anerkannten Lehrmeinungen konfrontiert, diese das aber einfach ignorieren bzw übergehen.
Die Studenten, die sich anpassen und einfach auswendig lernen, also weder etwas hinterfragen noch das Prinzip dahinter verstehen, haben bei uns in der Regel dann auch die besseren Noten.

Fraglich bleibt für mich allerdings, ob das vor Bologna wirklich anders war.
Es gibt ja auch jetzt noch genügend gute Professoren/Dozenten und faule Eier gabs bestimmt zu jeder Zeit. Die Frage wäre für mich daher eher, ob es einen Trend hin zu den Eiern gibt.

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ich_rocke 03.04.2013, 15:07
133. Das Weltbild: Ein Gefängnis für die Kreativität

Das Problem ist vor allem, dass diejenige, die die Kreativität besitzen, über das bestehene, ideologische, dogmatische Weltbild hinauszudenken, vom System verlacht, unterdrück oder einfach nicht ernstgenommen zu werden. Wirlicher Fortschritt kann nur entstehen, wenn wir aufhören zu glauben, das wir bereits alles wissen. Einst war es Allgemeinwissen, dass die Erde eine Scheibe ist.
www.matrixwissen.de

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sponforist 03.04.2013, 15:07
134. .

Ne klar, empirische Forschung ist inhaltslos und überflüssig. Wir sitzen besser in unseren Studierstuben und denken tiefe Gedanken über die Welt, dabei kommen dann solche brauchbaren Bücher wie "Das Kapital" heraus und über das nächste Medikament, das uns vom Arzt verschrieben wird, hat der Pharmazeut hoffentlich gründlich nachgedacht und eine dicke Monografie verfasst, ganz alleine versteht sich.
Prof. Hansen trauert einer Welt nach, die es nicht mehr gibt und nicht mehr geben kann, da Wissen heutzutage so komplex geworden ist, dass ein einzelner dies gar nicht mehr in vollem Umfang erfassen kann, auch wenn er/sie sich ein halbes Leben ins Studierstübchen zurückziehen würde. In meiner Disziplin hat gerade die empirische Forschung in den letzten vier Jahrzehnten bahnbrechende Erkenntnisse erbracht und viele in der Studierstube erdachte "Gesetze" als falsch enttarnt. Wer heutzutage meint man käme in der Forschung ohne Empirie aus, hat entweder einen an der Waffel oder ist Geisteswissenschaftler.

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temp1 03.04.2013, 15:10
135. Es gab mal eine Zeit ...

Es gab mal eine Zeit, da war deutsche Forschung in fast allen Bereichen Weltspitze. Auch die heute führenden USA waren da um viele geniale Ideen und Leute zurück, obwohl die USA 3-4 mal so viele Einwohner hatte.
Aber das ist lange her. Was für ein Wissenschafts-System war es, das offenbar so erfolgreich war? Wäre es das heute auch noch? Wie erfolgreich ist Deutschland heute in der weltweiten Forschung?

Tatsache aus eigenem Erleben ist, daß die heutigen Studienabsolventen (Bachelor) zu einem nicht unerheblichen Teil nicht viel verstanden haben von ihrem Fach, aber viel Prüfungswissen auswendig gelernt haben.
Aber das ist ein anderer Teil (Qualitätsverlust) der heutigen Universitätsrealität.

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juliuss 03.04.2013, 15:11
136. nur ein weinendes auge

denn die hier geschilderte reine männerwelt klingt nicht gerade nach einem erhaltenswerten biotop des weissen, heteronormativen mittelschichtsmannes. gelehrte, professoren, studenten: scriptorium, umkleidekabine, stammtisch. danke, dass dinosaurier auch aussterben, sonst hätten wir heute noch diese riesigen fussstapfen in der butter. dem kollegen hansen noch nen schönen ruhestand mit 100% C4-pension! die 20 jahre jüngere zweitfrau kocht bestimmt auch recht lecker. das haben sich echte gelehrte auch wirklich verdient, nachdem sie sich den bib-staub von den schultern geklopft haben.

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harald441 03.04.2013, 15:12
137. Universitäten sind zunächst einmal dafür da, um den

Studierenden die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens beizubringen. Und dazu muß gebüffelt werden, dazu müssen Prüfungen bestanden werden, wenn das mühsam erworbene Diplom einen Wert bei der späteren Arbeitssuche haben soll. Um irgendwelche vielleicht zunächst "spinnerten" Ideen zu verfolgen, dafür ist die Universität nicht der richtige Ort. Für spätere Universitätsassistenten mag das anders aussehen, aber auch diese haben Vorgaben zu folgen, die ihr Professor mit der Industrie ausgehandelt hat. So ist nun mal das Leben.
Im übrigen steht jedem Studierenden, der durch die Prüfungen nicht ausgelastet ist, weil er so hochintelligent ist, die gesamte Universitätsbibliothek zur Verfügung, um sich in irgendein Fach vertiefend einzuarbeiten. Aber ich weiß, wovon ich spreche: Die wirklich neuen Ideen findet man nicht vorgefertigt in irgendeinem Buch, sondern diese wachsen im eigenen Kopf heran aufgrund der Probleme, die es im Kundenauftrag in der freien Wirtschaft zu lösen gilt.

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Übrigensnebenbeibemerkt 03.04.2013, 15:14
138. oha

Zitat von kdshp
Ja sorry die wirtschaft braucht arbeitenes personal und keine nerds! Genialität hat noch keiner gesellschaft was gebracht.
Mag sein das die Wirtschaft arbeitendes Personal braucht, aber auch Kreativität.
Aber das Genialität noch keiner Gesellschaft was gebracht hat, ist eine sehr gewagte These. Was wollen Sie Maschinenmenschen?
Durchuniformiertes Mittelmaß? Außerdem kann Genialität auch im Kleinen stecken.

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userinlm 03.04.2013, 15:14
139. Triviale Studien

@ dirk.morschett@unifr.ch Ich kenne einige dieser trivialen Studien. Da bekommen Leute ihren Doktortitel hintergeschmissen weil sie über das Verhalten von Usern in einem IRC Chat schreiben. Es gibt diese trivialen Studien sehr wohl und die Arbeiten sind teilweise lächerlich. Es ist ein schande, was aus den Universitäten und Schulen geworden ist: dank G8 und Bolonia.

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