Forum: Leben und Lernen
Hochschulseminare: NRW will Anwesenheitspflicht wieder zulassen
DPA

Soll die Uni kontrollieren, ob Studenten an Seminaren teilnehmen oder nicht? In NRW gab es drei Jahre lang keine Präsenzpflicht - nun will die Wissenschaftsministerin das "starre Verbot von Anwesenheitspflichten" abschaffen.

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ralf-spindler 28.09.2017, 19:43
20. Einverstanden ...

... wenn unsere Volksvertreter im Landes- und Bundestag
mit gutem Beispiel vorangehen.
Ansonsten sollte man die Angelegenheit wohl besser
in der Hand der Studierenden lassen.
Die sind im Normalfall sicher in der Lage, selbst
zu entscheiden, wie sie am besten zurechtkommen.
Im übrigen brauchen wir keine Blockwarte, die
Strichlisten führen.
Oder ist hínterher auf den Abschlußurkunden vermerkt
"hat soundso oft unentschuldigt gefehlt" ?

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DerNachfrager 28.09.2017, 20:35
21. Hä ? In den meisten Bundesländern ist das nicht geregelt....

...aber den Professoren wäre es viel zu peinlich die Studenten, pardon, StudierendInnEn durch Anwesenheitspflicht in ihre Vorlesungen zu zwingen.

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joey55 28.09.2017, 20:41
22.

Wie muss ich mir eigentlichen künstlerischen Einzelunterricht ohne Präsenzpflicht vorstellen. Der Dozent bereitet sich vor, kommt in den Unterrichtsrum und wartet dann, ob der Student kommt?

Während meiner Studienzeit entstanden die meisten Fehlzeiten nicht durch Arbeit oder Kindererziehung, sondern durch Party, Unlust oder Freizeitgestaltung. Die ASten sollten sich für gute Studienbedingungen einsetzen und dazu gehört eine Präsenzpflicht.

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Zitrone! 28.09.2017, 21:16
23.

Das Gezeter im Forum ist doch absurd. Wer sich hier aufregt, ist offenbar schon mit der Logik der deutschen Sprache überfordert: "Das Verbot der Präsenzpflicht wird abgeschafft" bedeutet, es ist den Hochschulen / Dozenten jetzt (wieder) freigestellt, ob für eine bestimmte Veranstaltung Anwesenheit verlangt wird.

Das ist doch auch sinnvoll. Praktika oder Labore können ohne Präsenzpflicht nicht vernünftig organisiert werden, während dies für eine Vorlesung eher kontraproduktiv ist. Bei Übungen oder Seminaren kann das, je nach Konzept, unterschiedlich sein.

Bei meiner Erstsemesterübung z.B. sind die Vorkenntnisse der Studenten derart unterschiedlich, dass eine Anwesenheitspflicht Blödsinn wäre. Auch arbeite ich lieber (und besser) mit 15 statt mit 30 Leuten, die in einen zu engen Seminarraum gequetscht werden. (Ich kann mir weder die Gruppengröße noch den Raum aussuchen.)

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hirlix 28.09.2017, 21:31
24. Je nach Prof

lern ich daheim mehr als in der Vorlesung. Was manch eine Schnarchnase da in 2 Stunden erzählt habe ich daheim mit dem Skirpt und/oder Büchern in 1 Stunde in gleichem Maße gelernt. Das Studium wird eh nicht in der Vorlesung sondern in der Nacharbeit bestanden. Anwesenheitspflicht ist totaler bs. Worüber man durchaus diskutieren kann ist die Testatpflicht wie sie früher an der ETH Zürich praktiziert wurde. Um an der Klausur teilnehmen zu dürfen muss man z.B. 75% der Punkte in den 14 Übungen haben. Dies bringt die "faulen" Studenten zum arbeiten. In der Vorlesung lernt man eben leider nicht immer was, in der Übung hingegen schon.

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schumbitrus 28.09.2017, 22:40
25. Wann sollen Studenten denn erwachsen werden?!

Sorry, aber es gibt Leistungsnachweise: Klausuren, Kolloquien, Versuchsprotokolle, Auswertungen selbst durchgeführter praktischer Arbeiten, etc. DIESE Dinge sind zu bewerten und nicht das Absitzen von Vorlesungen.

Da haben sich die Kinder nun schon 12 oder 13 Jahre lang Vorschriften von Eltern und Lehrern anhören müssen, sollen in der Universität reifen - und dann macht man mit der gleichen Unmündigkeitsnummer einfach weiter. Und wann sollen die Menschen erwachsen und selbstbestimmt werden, damit sie später die Verantwortung in Vorbild- und Führungspositionen auch überhaupt übernehmen können?!

Aber ist schon klar: Konservative Regierung bedeutet eben auch Rückkehr zu Bevormundung und Unterordnung ..

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FunnyEric 29.09.2017, 23:26
26. zu Hause lernen?

Ja, kann man machen, wenn es in Grundlagenvorlesungen nur um den Erwerb von Fachwissen geht. Dort brauche ich nicht zwingend eine Anwesenheitspflich.
In Seminaren ist das Hauptziel aber nicht der Erwerb weiteren Fachwissens, sondern der Diskurs mit anderen, die Entwicklung von Diskussionsfähigkeit und des eigenen Arguments. Das sind keine Fähigkeiten, die man zu Hause im Selbststudium erlernen kann. Wenn Studierende im Seminar zu genau einer Sitzung erscheinen - nämlich zu ihrem eigenen Referat - dann verfehlen sie schlicht die Seminarziele.
Es ist ein Unding, dass Dozenten verboten bekommen, in solchen Situationen gegensteuern zu können und ein Mindestmaß an Anwesenheit einzufordern.
So gesehen ein guter Schritt!

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beija-flor 29.09.2017, 02:31
27.

Zitat von Zitrone!
Das ist doch auch sinnvoll. Praktika oder Labore können ohne Präsenzpflicht nicht vernünftig organisiert werden, während dies für eine Vorlesung eher kontraproduktiv ist. Bei Übungen oder Seminaren kann das, je nach Konzept, unterschiedlich sein.
Der Artikel bleibt hier ziemlich unspezifisch, deshalb können Sie vermutlich nicht wissen, dass es um Praktika oder Laborübungen nicht geht. Dort sind Anwesenheitspflichten auch jetzt bereits möglich und üblich.
Verboten sind aktuell allerdings Anwesenheitspflichten in allen Fällen, in denen Präsenz zum Erreichen des Lernziels nicht unbedingt notwendig ist. Dies schließt explizit Seminare, begleitende Übungen und Vorlesungen ein.
Im Sinne der Vermittlung eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens halte ich es auch absolut für geboten, auf entsprechende Pflichten zu verzichten.

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martyr 29.09.2017, 03:43
28.

Egal wie es kommt, liegt doch weiter in der Hand der Studenten. An meiner Fakultät gab es Anwesenheitspflicht, haben aber alle Dozenten und Profs aufgegeben als sowieso nie eine einzige Liste am Ende der Zusammenkunft noch auffindbar war... :)

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hemithea 29.09.2017, 06:10
29. @hirlix

Diese Testatpflicht bringt doch eh mehr, als reine Anwesenheitspflicht.

Wie will man denn eigentlich überprüfen, dass die Unterschrift von dem Unterschreibenden auch die richtige ist?
Soll der Prof jetzt stets vor jeder Vorlesung Studentenausweis+Ausweis kontrollieren?
Das ist doch nicht zu machen, da es viel zu lange dauert.

Diese Testatpflicht sorgt aber dafür, dass man tatsächlich während des Semesters regelmäßig mit den Inhalten sich auseinandersetzen muss. Sie vereinfacht also die Organisation und sorgt fürs Lernen. Win-win.

Bei uns war da sogar auch so gelöst, dass neben dem Abgeben der Lösungen, musste man in der Lage sein, die Lösungen auch am der Tafel zu "verteidigen". Daher war man auch indirekt "gezwungen", bei den Besprechung der Übungszettel in den Seminaren da zu sein.

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