Forum: Leben und Lernen
Höhere Mathematik: Eine Formel für die Liebe

Was wären wir ohne Formeln? Komplett aufgeschmissen - sie liefern für beinah alles Hilfe. Vergnügungssüchtige Zahlenfetischisten schrecken auch vor der Liebe nicht zurück: mit einer Formel fürs ideale Heiratsalter. Bringt's das? Der Mathematiker Albrecht Beutelspacher hat nachgerechnet.

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caleridas 02.06.2010, 09:38
1. Nachrechnen

Vielleicht verlange ich ja zuviel Mathematik-Verständnis vom geschätzten Autor dieses Artikels, aber wenigstens der Versuch einer Erklärung für die Leser wäre nett gewesen... getreu dem Motto "drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet" ist es am Anfang der "Heiratsperiode" ratsam, nur den allerbesten möglichen Partner zu akzeptieren (wenn er denn auftaucht), während mit zunehmendem Alter die Ansprüche sinken müssen, um dem Risiko komplett alleine dazustehen zu entgehen. Davon ausgehend kann man ein wenig Statistik betreiben (wie oft begegnen einem mögliche Partner, und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie zum Zeitpunkt der Begegnung den aktuellen Ansprüchen genügt), und kommt dann auf einen statistischen Mittelwert für das "typische" Heiratsalter. Schon ist die Sache weitaus weniger mysteriös und eventuell hätte jemand was dabei lernen können, aber es ist natürlich viel unterhaltsamer, sich über eine "sinnlose" Formel lustig zu machen :)

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aLurchi 02.06.2010, 09:40
2. Bmi

Soweit ich weiß berechnet sich der BMI aus dem Gewicht durch das Quadrat der Größe.

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Badda 02.06.2010, 09:59
3. Unnötig ?

Diese Formel scheint zwar unnötig zu sein - einen 2-seitigen Artikel dieser Banalität zu widmen (und mir damit 10 Minuten meiner Zeit zu stehlen) ist schon ein dickes Ding. Mathematisch ausgedrückt:
lim(p)->0
1/p=n
Dabei sei p die Notwendigkeit des Artikels und n die Verzweiflung des Verfassers ein Thema zu finden über das er schreiben könne.

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sackpfeife 02.06.2010, 10:12
4. ...

Zitat von caleridas
aber es ist natürlich viel unterhaltsamer, sich über eine "sinnlose" Formel lustig zu machen :)
Ich vermute mal, dass der Prof.Dooley es selbst nicht ganz ernst gemeint hat. Was sollte er also dagegen haben, dass man sich darüber lustig macht? Leider habe ich auch per Google nicht mehr Infos erhalten.

Dass die Formel sinnlos ist, will doch wohl keiner bestreiten?

Und falls er es wider Erwarten doch ernst gemeint haben sollte, könnte er ja noch eine Formel für den idealen Renteneintritt berechnen. Der Zeitpunkt läge dann für ihn wohl schon in der Vergangenheit...

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Bala Clava 02.06.2010, 10:18
5. Die Beste kommt zum Schluss

Zitat von caleridas
... getreu dem Motto "drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet" ist es am Anfang der "Heiratsperiode" ratsam, nur den allerbesten möglichen Partner zu akzeptieren (wenn er denn auftaucht), während mit zunehmendem Alter die Ansprüche sinken müssen, um dem Risiko komplett alleine dazustehen zu entgehen.
Aus eigener - aber vollkommen repräsentativer - Erfahrung weiß ich, dass es genau umgekehrt ist. Am Anfang staubt man so ziemlich alles ab, was nicht bei drei auf dem Baum ist.

Später wird man ruhiger und lässt schon mal das eine oder andere Gänseblümchen am Wegesrand ungepflückt - weil einem allmählich dämmert, das Leben wäre nicht ärmer, hätte man auf 50 Prozent aller Begegnungen verzichtet (und statt dessen unsterbliche Lyrik verfasst oder noch den Pilotenschein gemacht).

Und je älter man wird, desto wählerischer wird man. Denn alles andere kennt und hatte man ja schon. Muss dann nicht mehr sein. Alleine dastehen ist für einen Mann keine Gefahr - weil die Konkurrenten rasant wegsterben und das Angebot auch mathematisch immer größer wird.

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sailor888 02.06.2010, 10:18
6. ...

Der Autor hat tatsächlich den Ansatz überhaupt nicht verstanden. Wie CALERIDAS richtig bemerkt, ist das eine klassische OptimierungsStrategie.

Angenommen, ich will das beste Haus kaufen, das ich bis Oktober kriegen kann. Ich weiss, ich bekomme vom Makler z.B. n = 40 Angebote, die aber nur kurze Zeit zu haben sind. Dann ist die beste Strategie, sich 0,367 x n Häuser anzuschauen, sich das beste zu merken, und dann das erste zu kaufen, das noch besser ist.

s. auch:

http://www.welt.de/print-welt/articl...ufen_kann.html

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ReneMeinhardt 02.06.2010, 10:21
7. Für mathematisch versierte ist der Artikel

natürlich einfach zu lesen. Aber was ich sehr erfrischend im Artikel fand, war der folgende Text:

"In jedem Fall stellt sich die Frage: Wie kommt der Faktor 0,368 zustande? Das Schöne ist, dass nicht einmal ein Versuch gemacht wird, die Formel empirisch zu verifizieren, sondern sie hat - wenigstens für die Formelgläubigen - eine Überzeugungskraft, die weit über ihren dürftigen Inhalt hinausreicht."

Woran erinnert mich das? Nicht nur Mediziner sind von dem Syndrom befallen, Dinge auf deren Wahrheitsgehalt nicht überprüfen zu wollen, sondern eben auch eine gewisse Zahl von anderen Naturwissenschaftlern. Sogenannte Erkenntnisse müssen eben auf Teufel-komm-raus die Realität widerspiegeln.

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sinusx 02.06.2010, 10:43
8. Nun beginnt die Mathematik...

... falsch. An dieser Textstelle ist die Mathematik schon vorbei. Man hat nur nichts davon gesehen.

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chi2 02.06.2010, 11:19
9. Beides falsch - Verstaendniss und Anwendung der Formel

Meiner Meinung nach ist beides falsch - sowohl das Verstaendniss der Formel als auch die Anwendung der Formel.

1. Dass das Verstaendniss der Formel falsch ist wurde schon mehrmals beschrieben. Die Zahl sagt nicht wann man wahrscheinlich heiratet / heiraten soll sondern ab wann man "den besten nehmen soll" - oder den letzten. Dass die Formel nicht ganz so "zufaellig" ist oder "unnuetz" wurde auch schon mehrmals beschrieben. Natuerlich: ob das Anwendungsgebiet gut gewaehlt ist bleibt fragwuerdig.

2. Zur Anwendung der Formel. Wer die Formel richtig anwendet wartet bis p um seine erste Beziehung zu haben und geht dann wie oben beschrieben vor. Problem: sehr wenige Personen werden bis p warten - viele werden schon vorher "Stichproben" sammeln und damit ihr Maximum deutlich anheben. Daher: entweder bei p anfangen zu "Testen" oder 0.368 ist zu gross.

Beispiel: wenn n-p 6.32 Jahre sind und man 3.68 Jahre vor p die erste "Probe" sammelt sollte man sofort bei p den besten nehmen (da die optimale "Proben-sammel-zeit" von 0.368 (10 Jahre, 3.68 vorbei) gerade vorbeigegangen ist.

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