Forum: Leben und Lernen
Hoffnung für unsportliche Kinder: Mutter startet Petition #bundesjugendspieleweg
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Für die Unsportlichen gibt es nur die Teilnahmeurkunde: Jedes Jahr müssen Schüler zu den Bundesjugendspielen antreten. Ein demütigendes Ritual, findet eine Mutter und fordert das Ende des Pflichtwettkampfs. Tausende stimmen ihr zu.

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domingo 25.06.2015, 14:57
100.

Manche Kinder können genau bei den Bundesjugendspielen endlich mal glänzen. Für die ist das eine besonders tolle Sache. Ich selbst hatte meistens nur Siegerurkunden (Teilnehmerurkunden gab es auch noch nicht) und war somit manchmal traurig. Es gab auch Zoff mit dem Angeber der immer Ehrenurkunden gewonnen hat. So ist das Leben halt. Da gibt es Siege und Niederlagen, Spaß und Ärger. Und genau an solchen Dingen wachsen wir, werden wir zu Persönlichkeiten. Ich frage mich, ob solche Mütter vollkommen den Bezug zur Realität verloren haben.
Viele Grüße vom Grundschullehrer!

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arbol01 25.06.2015, 14:57
101. Die Bundesjugendspiele waren für mich immer eine Abwchslung

Ich/Wir hatten während meiner Internatszeit (79-83) jedes Jahr unsere Bundesjugendspiele. Ich habe auch zu den "unsportlichen" Schülern gehört, und doch waren die Bundesjugendspiele eine Abwechslung von Schulalltag.
Wobei ich betonen möchte, das wir in der Schule zwei Stunden Sport UND zwei Stunden Schwimmen pro Woche hatten. Und jedes Jahr ging es 14 Tage zum Skifahren nach Österreich.

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miss_moffett 25.06.2015, 14:57
102.

Zitat von Crom
... Im Gegensatz zu Mathe und anderen Fächern kann man bei Sport auch nicht mit Fleiß und Lernen seine Ergebnisse entsprechend verbessern. Wenn die körperlichen Fähigkeiten fehlen, dann nützt auch alles Anstrengen nichts. Daher sollte man den Sportunterricht etwas auflockern. Reine Leistungsmessungen reduzieren (das heißt nicht abschaffen) und mehr auf Spaß an der Bewegung setzen. ...
Ihr Beitrag ist echt witzig.

Natürlich kann man gerade im Sport durch fleissig Üben etwas erreichen. Das nennt man "Training". Dadurch werden auch die noch fehlenden körperlichen Fähigkeiten verbessert, was den Spaßfaktor erhöht.

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casparman 25.06.2015, 14:57
103. Richtig!

In Zukunft bitte nur Singen, Klatschen und Tanzen als Pflichtveranstaltung! Oh, blöd, das wäre ja dann deprimierend für die unmusikalischen!

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DrStrang3love 25.06.2015, 14:57
104.

Die Bundesjugendspiele müssen bleiben! Genau! Und ich fordere auch die verpflichtende Teilnahme an Jugend Forscht, der Mathematik Olympiade und Jugend Musiziert!

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dishmaster 25.06.2015, 14:58
105. Falscher Ansatz

Ich frage mich da doch, weshalb Kinder weinend nach Hause kommen. Vielleicht liegt es daran, dass Eltern ihnen ständig eintrichtern, dass sie besser als andere zu sein haben. Der Leistungsgedanke kommt doch meist von den Eltern. Wenn die Kinder dann enttäuscht werden, liegt das doch eher an falschen Erwartungen. Wenn man den Kindern vernünftig vermittelt, dass die Teilnahme alleine schon wertvoll ist, weil man sich selbst überwunden hat, können sie schon darauf stolz sein. Bewertungen gibt es auch in der Schule über Noten. Ob die Punkte oder Noten nun vom Lehrer zelebriert werden oder die Kinder sich sich danach untereinander unterhalten, ist doch egal. Schlecht in Sport zu sein ist doch nichts Schlimmes. So lernen Kinder zumindest, dass man nicht in Allem spitze sein kann oder muss und trotzdem zufrieden sein kann. Kinder jedoch in Watte zu packen und von solchen Konfrontation fern zu halten, ist keine Lösung und schon gar keine gute Erziehung.

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holdost 25.06.2015, 14:58
106. Unglaublich

Die Bundesjugendspiele (60er und 70er) waren doch klasse. Ich war immer schlecht und früh fertig. Ich wusste, die Lehrer hatten auch keine große Lust. Vielleicht sollte mal eine Mutter an die gedemütigten Lehrer und Lehrerinnen denken. In einer Zeit, wo die Kinder und deren Eltern immer fetter werden, brauchen wir einen Sporttag jede Woche. Das ist wichtiger als Rechnen und Schreiben. Aber wenn ich da schlecht bin? Mich hat man Hasi genannt, weil ich einen so lustigen Nachnamen hatte, na und? Gedemütigt wird der, der sich nicht wehrt. Wie kann man bei so einer Mutter das Wehren lernen? Das arme Kind!

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scheckala 25.06.2015, 14:58
107. Meine Ehrenurkunde....

.....steht heute noch im Wohnzimmer im Glasschrank.
Ab 50 Punkten gab es eine Siegerurkunde (Silber) und ab 65 Punkten eine Ehrenurkunde.
Die Disziplinen damals waren 75 m - Lauf, Ballweitwurf und Weitsprung.
Mein Lehrer hielt mich damals für "olympiaverdächtig".
Die große Leichtathletikkarriere wurde es bei mir dann doch nicht.

Die BJS waren immer ein Höhepunkt des Schuljahres.
Diese Mutter sollte erstmal fragen, warum ihre Kinder so unsportlich sind. Burger, TV und Computerspiele sind eben nicht alles.
Ich dachte aber schon lange, die Bundesjugenspiele wären schon längst abgeschafft. Offenbar doch nicht, wie man hier liest.

Allerdings sollte jeder wissen, dass die Bundesjugenspiele in der BRD geplant waren, um der "Sowjetzone" sportlich Paroli zu bieten, insbesondere im Hinblick auf Olympia 1972. Man wollte damals verhindern, dass die DDR zu oft im Sport besser ist als die BRD.

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BlackWidow 25.06.2015, 14:58
108. Auf welche Schule seid ihr denn gegangen?

Sagtmal, seit ihr alle schon so steinalt dass ihr euch nichtmehr erinnert wie es bei euch war? Denkt doch erstmal nach. Am Stundenplan stand Sport - S P O R T. Sonst nix. Soll ichs nochmal in Lautschrift schreiben? Das man da diesen Bundesjugendspielmist machen musste kam nur zum Teil im Unterricht vor. Bedeutet also, oh mein Gott haltet euch fest: Nur weil es keine Bundesjugendspiele mehr gibt kann es immernoch Sportunterricht geben *entsetztes Raunen*.

Und bei mir war es auch so. Sport war eigenltich ganz cool, aber der Wettbewerbsmist hats mir verdorben. Warum? Weil es IMMER die ganz tollen supergeilen supertollaussehenden Mitschueler gibt (mit Oberschenkelspalt! perfekte anmutige Konformfrauen), die einem sehr oft auch noch zeigen dass Du der Versager bist, und die dann auch noch vorne stehen und zusaetzlich geehrt werden. Und dieser: haerter werden! Spruch zieht nunmal nicht bei allen und kann auch schnell in Demotivation und Aufgeben resultieren.
Bei uns wurde auch noch nach Geburtsjahr festgelegt wer wieviel machen muss. Meine Freunde und ich mussten damal 1 km schwimmen, weil wir ein Jahr eher geboren waren, waehrend alle anderen nur 750 Meter schwimmen mussten. Das allein genuegte schon um uns zu haenseln. Schule und Schueler sind nicht fair oder rational. Und nur weil man den Klassenanfuehrern jetzt eine Chance weniger gibt sich zu profilieren heisst das noch lange nicht dass man sich deswegen weniger bewegt in der Schule. Dann kann sich jeder mal darauf konzentrieren worauf er Lust hat, und nicht die Doppelstunde schwimmen mit Bahnen ziehen damit man den Kilometer zusammen bekommt.

Und das mit dem verweichlichen ist auch totaler Mist. In meiner Branche kommen alle zwei Jahre irgendwelche Superkiddies die immer juenger immer tollere Sachen programmieren oder cracken, sodass man sich dann irgendwann denkt: wenn mein Kind nicht schon im Kindergarten im Schlaf von Binaer in Hex und Dezimal umwandeln kann und dabei 4 Fremdsprachen kann ist es so verweichlicht und schlecht dass ich es am besten gleich wieder zurueck in den Bauch schiebe und auf ein besseres Kind hoffe.

Aber hauptsache man foerdert das allzeit beliebte sich profilieren, wies im Job ja auch immer zugeht. Der der am lautesten schreit kommt eben weiter.

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ColdFever 25.06.2015, 14:58
109. Bundesjugendspiele AUCH FÜR LEHRER!

Warum werden nur die sportlich untüchtigen Kinder öffentlich gedemütigt? Warum nicht auch die sportlich untüchtigen Lehrer? Müssten an den Bundesjugendspielen auch die Lehrer öffentlich teilnehmen, wäre der Spuk wohl kurzer Zeit verschwunden. Gegen die Demütigungen können sich nämlich nur die Kinder nicht wehren.

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