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Hoffnung für unsportliche Kinder: Mutter startet Petition #bundesjugendspieleweg
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Für die Unsportlichen gibt es nur die Teilnahmeurkunde: Jedes Jahr müssen Schüler zu den Bundesjugendspielen antreten. Ein demütigendes Ritual, findet eine Mutter und fordert das Ende des Pflichtwettkampfs. Tausende stimmen ihr zu.

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phillyst 25.06.2015, 15:12
130. Abschaffen...

... ist vielleicht ein wenig hart, allerdings hat die Gute Frau im Kern schon nicht ganz unrecht. Die "dicken Kinder" die nur ein "teilgenommen" bekommen sind wahrscheinlich eh die mit dem angeschlagenen Selbstbewusstsein, die dabei noch einen Dämpfer bekommen... gerade im empfindlichen Bereich, der eh schon strapaziert wird, jedes Mal wenn sie beim Teamsport als letzter dastehen und keiner will sie im Team haben. Nicht jedes Kind ist gleichermaßen sportlich, ohne dass es was mit einer Fehlleistung der Eltern zu tun hätte.

Auch das Argument "sonst bewegen sich die Kinder gar nicht mehr" ist natürlich Humbug, der eine Vormittag im Jahr macht da das Kind sicher nicht schlanker oder gesünder. Es geht schließlich nicht um die Abschaffung des Sportunterrichts.

Allerdings liesse sich sicher auch die Veranstaltung ein wenig pädagogisch wertvoller und weniger schmerzvoll für die schlechten Sportler gestalten.

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angelobonn 25.06.2015, 15:12
131. Armes Kind

Das Kind kann einem schon leid tun, angesichts der Einstellung seiner Mutter. Wie wäre es damit, dass Kind zunächst einmal zu trösten, ihm dann aber beizubringen, dass es besser werden kann, wenn es etwas dafür tut? Man könnte das Kind zu Beispiel in einem Sportverein seiner Wahl anmelden, damit es Spaß am Sport findet und im nächsten Jahr ganz nebenbe besser abschneidet! Stattdessen vergeudet die Dame ihre Zeit mit einer solch sport- und leistungsfeindlichen Petition. Ich hätte ja auf eine Grüne getippt...

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Ambrosicus 25.06.2015, 15:12
132.

Die Teilnahme an diesen Sportwettbewerben ist Pflicht? Warum ist dann nicht auch die Matheolympiade Pflicht?

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Unicron 25.06.2015, 15:12
133.

Ich habe heute meine Kinder gefragt 7 und 9. Beiden hat es gefallen. Beide sind keine Leichtathleten und haben auch keine Ehrenurkunde erhalten.

Wer fragt den mal nach denen, die gerne dabei sind?
Die Teilnahme optional zu machen geht ja dann auch nicht, weil die Schwachen ausgegrenzt werden.

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pipakind 25.06.2015, 15:12
134. Die Bundesjugendspiele

sind natürlich Wettbewerb. Sportunterricht gibt es ja auch noch.
Wenn man heulend als Kind von der Schule kommt, ist entweder der Erwartungsdruck der Eltern zu hoch oder das Kind hat noch nicht gelernt mit Enttäuschungen umzugehen.
Wettbewerb per se ist ja nichts Schlechtes. Für unsportliche Kinder ist dieser Wettbewerb natürlich nicht so toll.

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centennials 25.06.2015, 15:12
135.

Zitat von ColdFever
Das deutsche Schulwesen vermittelt seit jeher Demütigungen für Leistungsversager als Teil des Lebens. Während man sich in Lernfächern aber immerhin durch Fleiß verbessern kann, ist dieses für körperliche schwache Kinder im Sport so gut wie unmöglich.
Jeden Tag ne Stunde Radfahren, Schwimmen, Bolzen, Toben, Baumhaus bauen und mal Smartphone, Playstation, TV, XBox, MC Donalds beiseite lassen, hilft schon enorm sich bei sportlicher Betätigung nicht gedemütigt zu fühlen.

Ich war damals auch nicht gerade das Konditionswunder, konnte aber einigermaßen weit springen und werfen. Sportlicher Wettkampf ist so ziemlich die einfachste Art an sich selbst zu arbeiten und etwas durch Ausdauer und Disziplin zu erreichen.

Räumt man den Kindern jedes noch so kleine Steinchen aus dem Weg stehen sie nach der Schule vor einer unüberwindbaren Mauer.

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themistokles 25.06.2015, 15:13
136.

Zitat von newline
einem Kind die Freude an Sport und Bewegung zu nehmen ist der Sport in der Schule. Bei den BJS tritt man dann in Disziplinen an, die vorher nicht trainiert wurden. Da ist Frust und fehlender Erfolg programmiert.
Jedes Kind (!) kann werfen, springen und laufen. Die Bundesjugendspiele sind keine Hochleistungsportveranstaltung! Bei den BJS treten meisten Kinder (!) an und keine jugendlichen Hochleistungsportler.

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zimbosmurf 25.06.2015, 15:14
137.

Zitat von Tom Reg_
Wie kann man denn nur so etwas abschaffen wollen? Dann kann man ja gleich den Sport Unterricht abschaffen und die kinder verkümmern lassen. Selbst wenn nur ein paar Kinder dadurch motiviert werden mehr Sport zu treiben hat es sich .....
Genau! Bei den sportlichen fördern sie die Sportlichkeit, bei den unsportlichen die Fairness.
Sport ist essentiell und Gesund, aber nicht jeder Sport ist für jeden etwas - und nur aufgrund von Leichtathletik Kinder in "Du bist toll!" und "Du bist zu dick!" (Achtung! Überspitzte Formulierung!) aufzuteilen ist nicht besonders fair.

Ein paar Kommentare weiter oben liest man: "Bei uns wurde niemand gedemütigt, wenn er nur eine Teilnehmerurkunde bekommen hat!"
Mal abgesehen davon, dass es alleine schon eine Demütigung ist, eben nur die "Toll, Du warst da!"-Urkunde zu bekommen, würde ich gerne mal wissen, ob der Kommentator das so genau weiß, weil er selbst nur Teilnehmerurkunden bekommen hat und nicht gehänselt wurde, oder weil er niemanden gehänselt hat und davon ausgeht, daß seine Mitschüler schon genau so fair gewesen sind!

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xees-s 25.06.2015, 15:16
138.

Und wie wäre es die Kinder sportlicher zu machen, weg vom Fernseher und Computer?!? Ich war auch nie eine Sportskanone, habe mich aber immer gefreut darauf. und in den 1970ern gab es nicht mal eine Teilnahmeurkunde für die Nichtsieger!

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steffmuc 25.06.2015, 15:17
139.

Zitat von Akademiker11
Auch ich musste mich in der Schule mit dieser Veranstaltung abfinden - mit hochgesteckten Zielerwartungen, die ich als wenig an Sport Interessierter nicht annaehernd erreichen konnte. Demuetigend war es nicht fuer mich, mich interessierte das alles nicht, das wussten sowohl meine Mitschueler als auch meine Sportlehrer. Ich hatte damals schon das Selbstbewusstsein zu sagen "nein, mache ich nicht". Ich .....
Finden Sie IHre Einstellung nicht ein wenig egoistisch? Nur weil sie etwas nicht gut können, soll es in der Schule nicht zählen bzw. freiwilig sein? Kinder, die kein Talent für Mathe haben, werden doch auch beurteilt und haben nicht die Chance zu sagen, dass sie darauf keine Lust haben. Für mich war es während der Schulzeit ein Glück, dass die akademischen Fächer weit mehr Gewicht hatten als die musischen Fächer und Sport. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass Bewegungsförderung sehr wichtig ist. Das sollte sich auch im Lehrplan niederschlagen. Und dadurch, dass Sport eben nicht nur etwas ist, was man freiwillig und "so nebenbei" macht. Und die Mathenieten in Ihrer KLasse werden sich damals sicher gefreut haben, das sie auch mal was besser konnten als Sie...

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