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Hoffnung für unsportliche Kinder: Mutter startet Petition #bundesjugendspieleweg
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Für die Unsportlichen gibt es nur die Teilnahmeurkunde: Jedes Jahr müssen Schüler zu den Bundesjugendspielen antreten. Ein demütigendes Ritual, findet eine Mutter und fordert das Ende des Pflichtwettkampfs. Tausende stimmen ihr zu.

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twister-at 25.06.2015, 16:50
310.

Zitat von r_dawkins
dafür, dass sich wenigstens die Schule für Bewegung von Kindern einsetzt
aber wäre das nicht ohne die BJS möglich? Sport soll ja ein Ausgleich zum langen Sitzen sein usw, warum muss dies auch noch zum Wettkampf ausarten, wobei ja wirklich nicht einmal Wert darauf gelegt wird, ob du nun klein, groß, langbeinig oder was auch immer bist.
Natürlich soll in den Fächern der Lernfortschritt durch die Zensuren ausgedrückt werden und eine Vergleichbarkeit stattfinden, aber warum muss sie beim sport überhaupt gegeben sein? Warum reicht es nicht, dass es überhaupt sportliche Betätigung gibt, genauso wie musische, ohne dass es auch da noch den Wettbewerb samt "nu streng dich mal an mit deinen kurzen Beinen"-Rufen gibt?

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twister-at 25.06.2015, 16:51
311.

Zitat von mam71
Wird ausgeführt, warum das nur für Sport gelten soll und nicht für alle Fächer?
Ja. Weil Sport eigentlich ein Ausgleich fürs Sitzen sein soll, die individuelle Förderung von zu bemerkenden Begabungen kann ja stattfinden, aber warum muss z.B. jemand, der nun einmal Angst vor dem "Herumkugeln" oder vor dem Balancieren hat, auch noch auf irgendwelchen Holmen herumbalancieren und dann dafür verlacht bzw. herumgescheucht werden, dass er Ängst hat oder aber z.B. auf Grund kurzer Beine usw. nicht so schnell laufen kann etc?

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moev 25.06.2015, 16:52
312.

Zu meiner Zeit gab es noch nicht mal Teilnahmeurkunden, nur Sieger- und Ehrenurkunden.

Ich hatte nie eine erreicht, die Teilnahmeurkunde gab es leider erst genau ein Jahr nachdem ich aus der Schule war

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camemberta 25.06.2015, 16:53
313. Furchtbar, der ganze Sport ...

Zitat von TheKoelsch
1. wie und wann Heranwachsende mal lernen können/sollen, auch unliebsame Dinge zu tun/zu meistern? 2. Wie viele Schüler/-innen durch den Erfolg (allein schon über den inneren Schweinehund) auch motiviert werden? 3. Ob "blöde Dinge", ja selbst ein Misserfolg immer direkt als "Demütung" in einem medialen Aufschrei skandalisiert werden müssen?
Seh ich genauso. Anstatt den Kindern beizubringen, dass sie mit ein wenig Selbstbewusstsein locker über solche "Schmach" (ach Gottchen) hinwegkommen, werden sie erst recht zur Weinerlichkeit erzogen.

Und ja, sich gedemütigt zu fühlen ist blöd. Aber es wird nie zu vermeiden sein, denn es ist ja auch eine jeweils individuelle Latte angelegt, was für den einen schon eine Demütigung ist, darüber lacht sich der andere selbst noch kaputt.

Es wäre so wichtig, Kindern beizubringen, dass das alles nicht wirklich schlimm und lebenseinschränkend ist, sondern dass man dann aufsteht und weitermacht, weil eigentlich genau gar nichts passiert ist. Stattdessen haut die Frau noch erst recht in die Kerbe - DAS demütigt die Kinder erst richtig, finde ich.

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twister-at 25.06.2015, 16:55
314.

Zitat von mam71
Heulen tun deshalb auch nur Kinder, die ansonsten von den Eltern für jede Fehlleistung noch über den grünen Klee gelobt werden. acht.
Kannich von mir nicht bestätigen. Bei mir wurde zu spät eine Rückenfehlbildung festgestellt, ferner fühlte ich mich schon in der Kleidung unglaublich blöd (damals noch die schwarze Sportklamotte), dazu kam noch, dass ich Angst vor bestimmten Dingen hatte - wurde dann mit "reiß dich zusammen!"-Gebrüll versucht, zu korrigieren. Meine Eltern waren auch eher der "tja, da kann man nichts machen"-Typ und haben kaum zu sehr gelobt, eher im Gegenteil, da wurde nicht einmal offenes Mobbing irgendwie sanktioniert, sondern es hieß "ist nun einmal so". War auch die Parole der Lehrer.
Die Schule war an sich schon Horror, aber Sport war dann noch zusätzlich übel - hatte manchmal was von Bootcamp.

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Bio4Life 25.06.2015, 16:55
315.

Für manche war Schulsport ein Ausgleich für den Rest, für andere das Gegenteil. Typisch im Sport war ja, daß die etwas weniger Dummen sich auch gerne nach griech. Denken lustig machen konnten, naja, wie schön es wäre wenn in einem sportlichen Körper auch einmal ein schlauer Kopf wäre. Aber ein Sportlehrer hat das Problem begriffen und aus einem Gymnasium mit 200 im Abijahrgang sich die weniger an Sport interessierten gegriffen und in einen besonderen Kurs gestellt - das war klasse, denn bei ähnlichem Leistungsniveau haben wohl allen der Sport plötzlich richtig Spaß gemacht, z.B. Volleyball u.v.m., wobei halt auch nicht ein halbes Jahr dummer Fußball praktiziert wurde, sondern viel gewechselt wurde. Naja, am Ende haben nicht alle der Supersportler das Abi geschafft, aber die besten Abiturienten waren weit überwiegend im Spezialkurs. Immerhin haben einige davon dann einfach später ihre kompetitiven Extrem-Sportarten gefunden...

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Avantime2000 25.06.2015, 16:55
316.

Zitat von ericstrip
...als letzter gewählt werden, Bundesjugendspiele... das komplette Horrorkabinett des Schulsports inklusive einer fünf „wegen fehlender physischer Voraussetzungen“ (und ich hatte mich bemüht!) vom Altnazi-Sportlehrer – ich habe bis heute freiwillig keinen Sport mehr getrieben und empfinde direkten Ekel vor sportlicher Betätigung. Im späteren Leben kam es übrigens ausschließlich darauf an, was ich im Kopf hatte. Da hatte die Schule zum Glück nichts verdorben.
Wieso verdorben? Soll man Schulsport abschaffen, weil es ein paar unsportliche Kinder gibt? Mathe? Englisch?

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AllesnureinWitz 25.06.2015, 16:56
317.

Zitat von kanopus
Genau so läuft es nämlich ab. Hinzu kommt, daß die sportlicheren oft auch noch Vereinsspieler sind in Handball/Basketball/Volleyball etc. und diese Ballspiele in der Sportstunde mit dem entsprechenden ernst nehmen. In der Umkleide wird dann nochmal klargemacht, warum die eigene Mannschaft denn nun verloren hat. Man hatte zwar einen Spieler mehr in der Mannschaft, dafür aber eben den Kursdicken und den Halbblinden.
Wer mal mit verschiedenen Schulklassen arbeiten durfte, weiß, dass gerade die U13 -Schüler unglaublich brutal sein können, wenn es um Mobbing geht. Die reflektieren einfach nicht was sie da sagen und viele bekommen Empathie vom Elternhaus nicht ausreichend vermittelt. Da braucht einer nur 3 Kilo von der Norm der anderen abzuweichen und schon ist er "der Fette", der nur darum beten kann, dass jemand dickeres in die Klasse kommt und seinen Titel ablöst. Anstatt den Kindern ständig zu verklickern, dass alle der DIN-Norm entsprechen müssen, um nicht ausgegrenzt zu werden, sollte es darum gehen den Respekt der Kinder untereinander zu schulen.

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vogtnuernberg 25.06.2015, 16:56
318.

Was tun Eltern nicht Alles, um ihre Kinder in Watte einzupacken...

Ich gestehe: Ich hatte praktisch nie eine Urkunde. Teilnahmeurkunden gab es noch nicht. Als ich es dann aber durch geschickte Auswahl der Disziplinen EINMAL schaffte genügend Punkte für eine Siegerurkunde zu erreichen war ich RICHTIG stolz.

Meine Disziplinen damals: Hochsprung, 1000-Lauf und Kugelstoßen.

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a.meyer79 25.06.2015, 16:56
319. Wenn das Kind nicht einmal eine Siegerurkunde erhält.

Dann haben die Eltern aber mal gehörig was falsch gemacht. Das kommt davon, wenn der Nachwuchs heute Kika schaut und twittert und sonst welche sitzenden Aktivitäten macht. Das gepaart mit zuviel Fanta und Schoki führt halt zu diesen Versagern, die dummerweise in ein paar Jahren dann noch der Gesellschaft auf der Tasche liegen werden, wenn sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen des Bewegungssystem haben. Und zwar nicht mit 50, sondern mit 30. Neben den Eltern ist der offene Vollzug ähh Ganztag natürlich auch daran schuld. Ab 12 Uhr sollte Sport Sport Sport auf dem Programm stehen. Wer nicht schwimmen kann soll laufen, wer nicht laufen kann soll Ball spielen, wer nichts davon kann soll es lernen.

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