Forum: Leben und Lernen
Hohe Durchfallquoten: Uni Gießen zahlt Medizinstudenten Nachhilfe
JLU-Pressestelle/Franz Möller

In Gießen fallen besonders viele Studierende durchs Physikum. Trotzdem will die Uni an ihrer Lehre nichts ändern - und geht stattdessen andere Wege.

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ohminus 28.01.2019, 19:02
20. Als Bildungsinstitution eine Bankrotterklärung

In was, bitteschön, sieht diese Uni denn ihre Aufgabe im Bereich der Lehre? Offensichtlich nicht in der adäquaten Ausbildung der Studenten. Da zahlt man lieber für externe Weiterbildung der Studenten anstatt dem Herrn Professor zu nahe zu treten und ihm zu erklären, dass er sich didaktisch weiterbilden muss. Eine Geldverschwendung par excellence und ein offenes Bekenntnis gegen die Nachhaltigkeit und gegen die Pflicht zur Lehre.

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nickleby 28.01.2019, 19:20
21. Warum soll man Versagern Geld aus Steuermitteln geben ?

Nichts rechtfertigt diese sinnlose Verschwendung staatlicher Gelder Wer sein Examen nicht schaftt, soll aus eigener initiuative dafür sorgen, dass er/sie das Examen besteht. Wir haben schon genügend Nichtskönner an den Unis. Der Rechnungshof wird schon dafür sorgen, dass der Verschwendung ein Ende gesetzt wird.

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robeuten 28.01.2019, 20:00
22.

Zitat von heinrich.busch
Die Uni macht sich mit Multiple Choice einen schlanken Fuss. Die Fragen sind z.T. so uneindeutig , mal sind 4 Antworten richtig, mal alle falsch usw. Das sich Biophysik oder Biochemie dafür eignet wage ich zu bezweifeln. Anatomie wird wohl o.k. sein.
Die Uni macht sich keinen "schlanken Fuß", die multiple choice Fragen werden zentral entwickelt und verteilt (genau deshalb schreiben auch alle am gleiche Tag ihr Examen... und, ja, bei aller berechtigter Kritik:
1) nur multiple choice ist gerecht - kein Malus, weil Frau, kein Bonus, weil Minirock etc. p.p.
2) ich hatte oftmals das Gefühl, eine Sache wirklich verstanden zu haben. Dann die Ernüchterung dank multiple choice, nochmals nachgearbeitet, dann erst wirklich kapiert
3) Wer bei MC durchfällt, ist einfach nur zu faul, sich vorzubereiten. Der Fragepool zu Vorbereitung ist gigantisch, und wer sich das draufschafft, wird bestehen!

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ramon 28.01.2019, 20:32
23.

Zitat von CancunMM
Ja aber das gilt doch für alle Unis, oder ? Soso zum Praktischen verschoben. Wir sind schon lustig in Deutschland. Früher wusste man alles,konnte praktisch aber nichts. Jetzt kann man praktische alles, weiß aber nichts. Wie wäre es denn mal mit beidem ? Vielleicht sollten wir unsere Jugend doch etwas mehr fordern. Anstattdessen erziehen wir sie zu Idioten.
Lieber Kollege, ich kann ihre Argumentation durchaus verstehen, obwohl mich das ein wenig an das bekannte Jugend-Zitat ,das man Sokrates in den Mund legt, erinnert. Sie wissen bestimmt besser als ich, dass man früher oder später zwangsläufig in unserem Beruf gefordert wird. Es besteht doch zumindest die Möglichkeit, dass wenn eine Uni ihr Curriculum auf links dreht, sich das in unterdurchschnittlichen Prüfungsergebnissen der Studenten ausdrücken kann, oder? Wobei das mit dem Durchschnitt und der Interpretation manchmal trickreich sein kann.

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stollenreiter 28.01.2019, 20:36
24. "Hohe Durchfallquoten bei Medizinstudenten" ... Der Postillon???

Die Meldung an sich ist für viele ein Scherz, ist es aber nicht, der Spiegel hat nur einen "Skandal" entdeckt der an anderen Unis nichts ungewöhnliches ist. Verschwende nie gutes, aber die Meisten sehen nur den Verdienst eines Arztes, ich möchte in hundert Jahren mit keinem tauschen....

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Rick73 28.01.2019, 20:55
25. Nachtrag Korrektur

Vor 30 Jahren haben 5 bis 7% die Hochschulreife erlangt, die konnten auch noch selbständig lernen und transformieren. Heute sind 53% mit einer Hochschulberechtigung geschmückt. Das Ergebnis ist multiple choice was kaum das Langzeitgedächtnis schult und fordert und Zusammenhänge in Tiefe und Gänze erschließt.

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ondrana 28.01.2019, 20:55
26.

Zitat von Quercus pubescens
und diese Nullen werden dann auf Patienten losgelassen. Sagenhaft. Mich wundert in Deutschland gar nichts mehr. Unlängst war ich auf Krankenbesuch in einer Klinik. Der Stationsarzt konnte kaum ein Wort Deutsch und fummelte an den Geräten herum, als hätte er zum ersten Mal in seinem Leben so etwas gesehen. Die Patientin war ganz aufgebracht und erzählte, dass sie den Eindruck habe, der Mann wäre nie und nimmer Arzt. Weder konnte er eine Spritze setzen noch irgendwas erklären, auch nicht in Englisch. Letztlich musste die Stationsschwester die Dinge in die Hand nehmen. Ihr Blick sprach Bände. Es wird zunehmend skurril im Land.
Nun werden Sie mal nicht unverschämt. Bis Ende der 70er konnte jeder Medizin studieren, unabhängig vom Abiturschnitt. Waren das jetzt alles schlechte Ärzte?
Und im nächsten Teil Ihres Posts widersprechen Sie sich selbst. Der Stationsarzt, der kaum Deutsch konnte und unfähig aussah, füllt diesen Job aus, weil jemand der Deutsch spricht und "nur" ein Abitur von 1,4 hat keine Chance auf ein Studium hat und deshalb die Ärzte fehlen.

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egonv 28.01.2019, 21:30
27.

Bei allen gegenteiligen Behauptungen: Der Abiturdurchschnitt sagt durchaus etwas über Wissen, Leistung und Leistungsbereitschaft aus. Wer im Abi "sehr gut" ist, der ist (zumindest in Hessen) auch leistungsfähig, weiß wie man lernt und kann sich kritisch mit diskussionswürdigen Themen auseinandersetzen. Rein auf die Aussagekraft des Abiturs bezogen würde ich mir eher Gedanken um die mit einem 3,x Schnitt machen. Die dürfen gewisse Fächer nicht studieren und das ist auch gut so, denn 3,x - also gerade so bestanden - schafft man leider doch mit wenig Engagement bzw. wenig können. Wer an einer staatlichen Schule ein sehr gutes Abitur bekommt darf meiner Ansicht nach zurecht alles studieren.
Ein anderer Punkt ist natürlich der Ärztemangel. Wenn wir mehr Ärzte haben wollen, müssen wir mehr Abstriche machen. Da ist mir die Lücke bei Multiple Choice Fragen deutlich lieber als bei der praktischen Ausbildung. Aber klar, unter einer gewissen Grenze geht nichts, da ist es naheliegend, dass wir, die Ärzte wollen, ein wenig Steuergelder verwenden müssen. Eine weitere Option wäre eine höhere Spezialisierung, sodass jeder der Studenten weniger Stoff beherrschen muss. Das birgt aber andere Nachteile...

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broeger.j 28.01.2019, 21:34
28. Ich

konsultiere schon seit Jahren nur noch Dr. Google bei gesundheitlichen Problemen.Bis heute gut damit gefahren.

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TS_Alien 28.01.2019, 22:15
29.

Die Besten eines Jahrganges werden selten Mediziner. Man findet sie eher in den harten Fächern, also im MINT-Bereich. Oftmals sind sie promoviert.

Man kann im Abitur die Bestnote haben und dennoch in einem anspruchsvollen Studium überfordert sein. Warum auch nicht? Das Schulniveau ist überschaubar. Richtig gefordert wird man erst im Studium. Dort zeigt sich, wer wirklich etwas kann.

Zu viele, die Medizin studieren wollen, wählen in der Schule Physik, Biologie oder Chemie ab. Und um Leistungskurse in diesen Fächern machen sie einen weiten Bogen. Das ist absurd, zeigt aber, wie unsinnig der NC oftmals ist.

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